Schweden pur: Einmal rund um den Sommen See

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Der Sommensee liegt in Östergötland und grenzt im Süden an Småland.
Er ist ca 130 km² groß und an der tiefsten Stelle 53 Meter tief. Bei guten Wetterverhältnissen kann man bis zu 10 Meter tief sehen!

Er ist sehr verzweigt und hat dadurch eine Uferlänge von knapp 450 km! Einmal rund um den Sommen See

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Wenn man ihn wie wir einmal umfahren möchte, sind es ca 100 km, je nachdem, wo man startet und welche Route man wählt. Einmal rund um den Sommen See

Wir wählten diese Route:

 

Linktipp für alle Angler:

https://www.netzangler.de/see-sommen-schweden/

 

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Wir starteten nach dem Frühstück. Es war bewölkt, windig und sehr frisch. Nach der Hitze der vergangenen Tage war das sehr angenehm und auch ideales Wetter für einen Ausflug mit unseren 5 Kindern.
Ideal deswegen, weil sie bei dem Wetter (ausnahmsweise) nicht in den Pool wollten und nach dem Frühstück zig mal gefragt haben, ob wir heute was unternehmen. Sie hatten Langeweile, weil Pool ging ja nicht…… Da haben die Kinder gefühlt ihren kompletten Spielzeugbestand mitgenommen – und beschwerten sich über Langeweile ….. Ts
Aber etwas rausfahren war auch in unserem Sinne, denn schon seit ein paar Tagen hatten wir uns vorgenommen, uns mal die nähere Umgebung genauer anzusehen. 

Nach unserem wie üblich ausgedehnten Frühstück fuhren wir los. Ohne genauen Plan, wir wollten einfach nur einmal um den See fahren und dort bleiben, wo es uns gefällt. 
Mein Navi habe ich gar nicht programmiert, sondern einfach immer irgendeinen Punkt in Ufernähe angeklickt und gehofft, dass eine Strasse uns dahin führen würde. 
Wir waren uns sicher, dass es einige schöne Plätze geben wird – und enttäuscht wurden wir nicht! 

Die Fotos an dem heutigen Tag entstanden zu 99 % mit Handy. Grund: 5 Kinder immer in Wassernähe…. da bleibt keine Zeit, um sich mit Einstellungen der Kamera und genaue Motivsuche zu beschäftigen

 

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Meinen 1. Punkt auf die Karte machte ich bei Malexander, denn dort zeigte mir Maps einen sehenswerten Ort an. Malexander ångbåtsbrygga. 

 

Oft führte der Weg direkt am See entlang. Als wir losfuhren, war es bewölkt und verhältnismäßig kühl

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Kleiner Zwischenstopp (Siehe roter Punkt) Einmal rund um den Sommen See

 

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Unser 1. Etappenziel: Malexander im Norden des Sommensees  Einmal rund um den Sommen See

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Karte:

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Malexander ist ein kleiner Ort mit grad mal knapp 250 Einwohnern.
Unser Ziel war der Strand und der Museumsbauernhof oberhalb vom Strand.

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Die Kirche vom Malexander. Von dort sind es nur wenige Meter zum Strand, vorbei an einem kleinen Campingplatz.

 

Am Strand gibt es einen Bootsanleger- Steeg

 

Bei diesem Steeg kann man durchs Laufen schon fast seekrank werden

 

 

Sobald wir einen Stop irgendwo machten, erkundeten die Kinder die Umgebung. Das klappte mal mehr, mal weniger gut. Mal spielten sie alle ganz toll zusammen, mal gab es Rumgezeter am laufenden Band. Der eine wollte dies, der andere das, keiner das, was jemand anderes wollte …… schon wie Geschwister. Die 5 Kinder kennen sich nun seit 7 Monaten und verbrachten schon viel Zeit zusammen.
Aber das war unser erster Urlaub mit allen 5 Kindern. Wir haben uns meistens nicht eingemischt, die Kinder klärten dass dann irgendwie unter sich und ein paar Minuten später wurde verstecken oder fangen gespielt oder aus irgendwelchen am Strand liegenden Materialien tolle Bauwerke gezaubert. Als wenn nichts gewesen wäre.

 

Es war windig direkt am Wasser, und der Wind war recht frisch ….. zumindest fühlte sich das für uns kalt an, wo wir jetzt so hitzeverwöhnt waren, aus dem Grund gingen wir hoch zu dem Museumshof

 

Die Beschilderung auf dem Hof ist zum größten Teil auch auf deutsch

 

Bis 1954 war der 1558 erstmals schriftlich erwähnte Hof bewohnt, seit 1956 ist er im Besitzt vom Heimatverein Malexander

 

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Fotos werden durch anklicken vergrößert

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Die Vorratskeller wurde früher halb in die (kühle) Erde gebaut. Auf dem Katthult- Hof (bei Michel)  konnte man das auch schon sehen  Einmal rund um den Sommen See

Blick von dem Hofgelände über den See

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Zurück im Auto hat mein Partner gefragt, ob ich schon wieder einen Punkt gemacht hätte.

Klar hatte ich das! Irgendwo im Nirgendwo, wo es aber laut Maps einen Strand geben soll.

Weiter ging unsere Fahrt einmal rund um den See

 

 

 

Irgendwo unterwegs am Sommen-See

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Wir fuhren Richtung von meinem Punkt. Laut Maps führte dort eine Strasse hin. Zumindest sah es aus wie eine normale Strasse.
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Aber …. in Schweden sehen “normale Strassen” ein klein wenig anders aus als in Deutschland
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Nämlich so:
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Ja, das ist eine ganz offizielle Strasse in Schweden!
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Wir kurvten ziemlich herum, weil unsere Navinia sich offensichtlich schwer tat mit dem schwedischen Strassensystem. Weil wir Punkt 1 nicht anfahren konnten (…. ich habe einen Familienvan und keinen 4×4…. ) setzte ich den nächsten Punkt in der Nähe.  Und so kurvten wir noch etwas weiter, irgendwo im Niergendwo, um zum Strand zu kommen.
“Elly, du und deine Punkte….” seufzte der Sohn meines Partners. Aber nach einigen im Wald endenden Wegen und öfters mal wenden fanden wir die Stelle am See tatsächlich.

 

Das war die Stelle von meinem Punkt. Kein Strand,  aber trotzdem sehr malerisch.

Die Jungs entdeckten eine Feuerstelle mit diversen Knochen und erzählten den Mädchen, das seien Menschenknochen, weil hier Kanibalen leben würden! 

Ich kürze das danach gefolgte Szenario mal etwas ab. 

1. Es war gut, dass wir hier weit und breit alleine waren und fernab von anderen Menschen mit Hörvermögen
2. Sämtliche Elche im Umland dürften geflüchtet sein …..  

3. Wir blieben dort nicht mehr lange

 

In Google Maps suchte ich wieder einen schönen Platz und setzte den nächsten Punkt. An der Stelle sollte ein Strand und ein Campingplatz sein. Und es lag direkt in einem Ort. 
Ich durfte keine Punkte mehr irgendwo in der Pampa am Ufer setzten ……Das wurde einstimmig beschlossen, also fast einstimmig:  1:6 …… Ts….

 

Das Wetter besserte sich 

So stellt man sich Schweden vor!

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3. Stopp:  Norra Vi

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Dort gibt es auch den kleinen Campingplatz (Irgendwie habe ich es seit meiner USA- Tour letztes Jahr mit Campingplätzen. Denn die sind meistens an schönen kleinen Fleckchen)  und einen Strand.
Wir parkten am Campingplatz und kamen direkt mit deutschen Campern ins Gespräch. Eine kleine Perle am Sommensee sei dieser Ort, schwärmten sie in höchsten Tönen. Von weitem sah es zwar schön aus, aber eine Perle?  Ich war gespannt.
Über eine große Wiese ging es zum kleinen Strandabschnitt, bepackt mit Getränken und ein paar Snacks. Ein Picknick direkt am See bei schönstem Wetter. 
Am Strand lagen an einem kleinen Pflock Eimerchen, Schaufel und Co, also alles, womit Kinder am Strand gerne spielen. Man darf es sich leihen, soll es aber nach Gebrauch wieder zurück legen.

Am Strand von Norra Vi

 

.Einmal rund um den Sommen See

Unser Picknick war schnell beendet.  Im Vorfeld der Reise hatte ich Angst vor den Mücken in Schweden. Es existieren so viele unschöne Geschichten über Invasionen blutrünstiger Zombiemücken (Ja, so kam mir es manchmal vor, wenn Mitmenschen über ihre Erfahrungen mit Mücken in Schweden berichteten…) , so dass ich uns schon die ganze Zeit unter einem Moskitonetzt sitzen sah …. Aber die Mücken waren gar nicht so das Problem. Ja, es waren einige da, aber nicht mehr als in Deutschland auch.
Viel schlimmer waren die Wespen. Aber das war diesem Sommer auch in Deutschland ein Problem. Kaum hatte man etwas essbares aus der Tasche geholt, waren sie da.
Wir verlegten unser Picknick auf später ins Auto und entspannten einfach so auf der Liegewiese.

Die Kinder spielten am Strand. Der Strand fiel seicht ins Wasser ab. Schade, dass die Kinder keine Badesachen dabei hatten. Hier wäre die Gelegenheit gewesen.  Wir hatten es ihnen gesagt, aber sie wollten lieber abends in den Pool.
Die Sonne schien vom blauen Himmel, ein paar Schäfchenwolken spendeten ab und zu Schatten. Wir hatten den kleinen Strand und die riesige Wiese für uns ganz alleine.
Mein Freund passte auf die Bande auf und ich erkundete mal etwas die Umgebung. Immerhin schwärmten die deutschen Camper so sehr von diesem Strandabschnitt.

Und ja, sie hatten Recht. Denn je mehr ich mich umsah, desto mehr verliebte ich mich in diesen Ort.

Ich lasse einfach mal Bilder sprechen.

 

 

So habe ich mir Schweden vorgestellt!

 

 

 

 

Hier kann man erahnen, wie klar das Wasser im Sommen See ist

 

 

 

 

 

Hier wären wir gerne länger geblieben …. aber wir mussten weiter, denn wir hatten erst die Hälfte von dem See umfahren.

Meinen nächsten Punkt machte ich wieder in einem Ort, also direkt im Ort ….. Seeufer in der Pampa durfte ich ja nicht ….. 

Wir fuhren etwas durchs “Hinterland” vom See.

 

Sammelbriefkästen an der Zufahrtsstrasse sind typisch für die kleinen Bauernschaften in Südschweden.

 

 

 

 

“EIN ELCH !!!” riefen wir nach hinten, und die Kinder schauten aufgeregt aus ihren Fenstern. Kurz danach kam nur ein “Haha, sehr witzig” von hinten. Wieso? Da war doch ein Elch …..

 

 

Ok, an diese staubigen Strassen hatten wir uns inzwischen gewöhnt. Das war halt so in Schweden.  …

 

Aber was war das??? 

 

Hier scheint nicht oft ein Auto herzufahren.  …..  Navinia lotste uns aber zielsicher zu meinem nächsten Punkt. 

 

 

…. und so sieht das Auto aus, wenn man den ganzen Tag die staubigen Strassen fährt. Es hatte zu dem Zeitpunkt seit Wochen nicht mehr geregnet……

 

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Wir disponierten spontan um, denn in einem kleinen Ort am See gab es eine kleine Autofähre und das wollten wir den Kindern zeigen.

Mein Freund: “Elly, mach mal einen Punkt!” …..   Pf, auf einmal sollte ich sogar …. 

Gesagt, getan, neue Route wurde berechnet.  Und los!

Das mit den Punkten wurde in der letzten Urlausbwoche wie ein Insider.
“Zu welchem Punkt fahren wir heute?” ….  Oder aber ( und aus mir völlig unerfindlichen Gründen kam dies häufiger vor…) : “Aber bloß nicht wieder einen Punkt machen!”
Weiß gar nicht, was die alle haben, wir haben so viele schöne Orte gesehen. 

Wir fuhren auf eine Halbinsel im See Richtung der kleinen Fähre. 

Und dann entdeckten wir wieder einen wundervollen Ort. Ganz zufällig, ohne Punkt. Er liegt ganz unscheinbar am rechten Strassenrand, ein kleiner Parkplatz am See, eingerahmt in einem kleinen Wald.

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Karte: 

 

Das war wieder Schweden wie aus dem Bilderbuch. Obwohl die Zeit etwas drängte, blieben wir hier sehr lange.

Die Kinder kletterten auf den Steinen oder erkundeten das Wäldchen. Sie sprangen über die Wurzeln, den kleinen Hügel hinauf und genossen Lomsviken ebenso wie wir.

 

 

 

 

 

Ich will hier bleiben! Für immer! Selten war ich an einem schöneren und friedlicheren Ort. So weit weg von allen Problemen und Sorgen genossen wir einfach den Moment. 

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Schweren Herzens verliessen wir diesen malerischen Ort und fuhren zur Fährstelle.

Dort gab es wieder einen kleinen Campingplatz und ein Café / Restaurant. 

 

 

Die Strasse endet direkt am Fähranleger. Und die Fähre war noch auf der anderen Seite. 
Wir parkten unser Auto direkt vor dem Anleger und nutzen die 1/2 Stunde für ein leckeres Eis direkt am Seeufer. 

 

 

 

 

Schaut euch mal an, wie die Wurzeln von dem Baum gewachsen sind!

 

 

Unsere Fähre kam und wir schippperten an das andere Ufer. 

Das war das einzige mal, dass ich in Schweden nicht mit Karte zahlen konnte. 

30 Kronen kostet die Überfahrt, also um die 3 € und musste in Bar bezahlt werden. 

Habe ich euch eigentlich schon den schwedischen 20 – Kronen – Schein gezeigt? 


Astrid Lindgren und Pippi Langstrumpf 

 

 

 


Auf dem Rückweg zum Ferienhaus fuhren wir ohne weitere Stopps und Punkte durch. 

Wir wollten nicht …. aber so langsam mussten wir zurück zum Ferienhaus. Ehrlich, ich hätte so noch Stunden weiter fahren oder einfach an einem der Plätze, welche wir heute entdeckt haben, bleiben können. Und auch wenn den Kindern zu Hause der Pool winkte, sie waren heute auch begeistert von dem Ausflug und meinten tatsächlich “Wie? Wir fahren schon zurück zum Ferienhaus? Wieso?” . Ich weiß nicht, wie oft ich heute hörte “Mama, mach mal ein Foto von mir, wie ich hier stehe” oder “… wie ich hier klettere!” usw. Und soll ich was sagen: Wir waren den ganzen Tag nur einmal kurz an einem Spielplatz, und zwar am Fähranleger, für ein paar Minuten. Vermisst haben die Kinder nichts, heute war die Natur der Spielplatz, ein riesig großer Abenteuerspielplatz mit vielen Möglichkeiten zum spielen, toben, klettern! 

Wir machten nur noch einen kleinen Einkaufsstopp in Boxholm und liessen den Tag nach dem Abendessen … na ratet mal ….. richtig, im Pool ausklingen.  

Schweden hat sich heute von seiner besten Seite gezeigt. Vor allem, nachdem sich die Wolken vom Vormittag verzogen hatten und wir durch ein Bilderbuch-Schweden fuhren, fast immer am Ufer vom See entlang, konnten wir uns nicht satt sehen an dieser malerischen Landschaft!

 

Es freut mich, dass ihr wieder dabei ward! . Beim nächsten mal gehts zu den Trollen! 

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