Der Geysir von Andernach – der höchste Kaltwassergeysir der Welt


 

Der Geysir von Andernach – der höchste Kaltwassergeysir der Welt

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Lage:

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Bei Geysiren denken die meisten wahrscheinlich direkt an Island oder an den Yellowstone Nationalpark in den USA.
Die wenigsten denken dann an Deutschland.
Doch auch in Deutschland gibt es Geysire. Und sogar den höchsten Kaltwassergeysir der Welt!

 

Es gibt mehrere Geysir – Arten 

Bei den berühmten Geysiren im Yellowstone Nationalpark, auf Island, in Russland, Neuseeland, Alaska oder Chile handelt es sich um klassische Geysire.
Ihre Ausbrüche werden, kurz und vereinfacht erklärt, ausgelöst durch Erhitzung vom Grundwasser durch Magma und das Wasser wird durch einen natürlich entstandenen Eruptionskanal nach oben herausgepresst. Dadurch ist das herausgeschleuderte Wasser kochend heiß.

Bei dem Geysir in Andernach handelt es sich jedoch um einen Kaltwassergeysir. Der Geysir von Andernach – der höchste Kaltwassergeysir der Welt

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Link zum Geysir – Zentrum: 

https://www.geysir-andernach.de/

 

Öffnungszeiten vom Geysir – Zentrum
und die Zeiten der Abfahrten von dem Schiff

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Eintrittspreise vom Geysir – Zentrum

 

Wie funktioniert ein Kaltwassergeysir?
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Ganz simpel veranschaulicht: Stellt euch vor, ihr schüttelt eine Flasche mit kohlensäurehaltigem Wasser und öffnet sie dann. Was passiert? Das Wasser spritzt aus der Flasche. In etwa so funktioniert auch ein Kaltwassergeysir.

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Wie genau funktioniert der Kaltwassergeysir in Andernach?
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Die Eifel ist ein Vulkangebiet.

Aus dem Magma-Vorkommen tief im Innern der Erde stammt das Kohlenstoffdioxid (CO2) , welches durch in dem Gebiet um Andernach durch Störungszonen bedingt vorkommende tiefe Risse im Gestein nach oben aufsteigt. Immer noch mehrere hundert Meter unter der Erde trifft es auf Grundwasserschichten.   In dem 25°C warmen Wasser können sich große Mengen an CO2 lösen.
Damit es zu einem Geysir kommt, benötigt das Wasser einen Aufstiegskanal. Bei allen Kaltwassergeysiren entstanden diese durch Bohrbrunnen.
Der Bohrbrunnen in Andernach ist 350 Meter tief.
In dem Brunnenrohr sammelt sich das kohlendioxidhaltiges Wasser aus den verschiedenen Schichten. Die Wassersäule steigt langsam zur Erdoberfläche auf. Erreicht das Wasser die Wasseroberfläche, ist am Grund des Brunnenrohres ein Druck von ca 35 bar.  Das Wasser im Brunnenrohr enthält bereits ein Vielfaches an gelöstem CO2
Jedoch strömt von unten immer noch weiteres mit COangereichtertes Wasser nach und irgendwann ist das Wasser im Brunnenrohr CO2– gesättigt und es kann kein weiteres Gas mehr gelöst werden.
Also steigt das COweiter nach oben, wo ein geringerer Druck herrscht. Dadurch nehmen die Gasbläschen an Volumen zu und durch die Ausdehnung wird das Wasser verdrängt. Der Brunnen beginnt überzulaufen, was zu einem kurzzeitigen Rückgang vom Wasserdruck und zu einer Abnahme der Löslichkeit des COim Wasser führt. Dadurch können sich neue  CO2-Bläschen bilden und dehnen sich auf ihrem Weg nach oben immer weiter aus. Immer mehr Wasser wird verdrängt, wodurch immer schneller immer mehr COaufsteigen kann , was dann zu dem eigentlichen Ausbruch führt. Die inzwischen mehrere Meter langen Gasblasen reissen beim Austritt viel Wasser mit und es sprudelt heraus, bis die gesamte Wasssersäule heraus befördert wurde.  Der Kaltwassergeysir in Andernach erreicht bis zu 60 Meter Höhe.
Ca 6 – 8 Minuten dauert der Ausbruch  – und dann beginnt alles wieder von vorne, bis nach ca 120 Minuten der nächste Ausbruch bevorsteht.

 

Das alles klingt jetzt kompliziert, ist es aber gar nicht.

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Im Geysir- Zentrum wird das sehr anschaulich erklärt.
Für den Besuch sollte man ca 1,5 Std einplanen. Danach geht man auf das Schiff, welches die Besucher zum Geysir bringt. Dieser liegt auf einer Halbinsel im Naturschutzgebiet. Die Lösung mit dem Schiff war ein Kompromiss, um Besuchern das Erlebnis von einem Geysirausbruch zu ermöglichen.
Manchmal wird man auch erst zum Schiff geschickt und kann danach in da Geysir- Zentrum, das kommt darauf an, wann man dort eintrifft.

 

Die Schiffsanlegestelle gegenüber vom Geysir – Zentrum. Es war diesig und regnerisch,……

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Wir waren zuerst im Geysir- Zentrum.   Alleinerziehende Mutter mit 3 Kindern  =  Familienpreis, 12,50 € für mich und je 9 € für die Kinder. 

Auftakt zu diesem informativen Rundgang ist der Gang durch einen “Steinbruch”, in welchem wir viel über die vulkanischen Gesteinsarten erfahren
Weiter geht es in einen Aufzug, welcher  uns auf “4000 Meter” Tiefe bringt. Wir sind jetzt beim Magma, dem eigentlichen Ursprung von dem Geysir, denn hier hat das CO2 seinen Ursprung.
Es sieht täuschend echt aus, wenn man durch den Schlot in die Tiefe schaut, als wäre man wirklich direkt an der Magma-Schicht. 

Von hier gehen wir zusammen mit dem CORichtung Erdoberfläche .

Irgendwann treffen wir auf das Grundwasser. Wir betreten einen dunklen Raum, in denen mit einem Projektor die Wassermoleküle auf den Boden projiziert werden.
Wir sind zusammen mit de COhier und mischen uns nun symbolisch mit dem Grundwasser. 


Mit spannenden Ausprobierstationen wird erläutert, wie der Wasserkreislauf und das Lösen des CO2 im  Wasser funktioniert.

Etwas weiter sind wir im Bereich der Bohrungen. Wieder gibt es Experimentierstationen, welche alles rund um den Geysirausbruch erklären und anschaulich darstellen.

Die Kinder probieren alles aus und haben viel Spaß daran, auf diese Art und Weise zu lernen.

 

 

Hier wird deutlich, wie riesig die Bohrer sind, welche sich durchs Erdreich graben


In einem Video wird gezeigt, wie das ganze funktioniert

Die Kinder haben sehr viel Spaß an den Experimentierstationen.

So macht lernen Spaß !

 

Wir erreichen “die Erdoberfläche”, die knapp 2 Stunden vergingen wie im Fluge.

Das Geysir- Zentrum ist kurzweilig und hat viele Aktiv- Stationen. Meiner Meinung nach ist es geeignet für alle Kinder ab Grundschulalter, da diese die teilweise komplexen Zusammenhänge schon zumindest ansatzweise verstehen können.

 

Modell von dem, was wir gleich live sehen werden. Die Anlegestelle und der Weg zum Geysir. Nur die Schnellstrasse, welche über dem Weg führt, hat man weggelassen .

 

Nach dem Besuch im Geysir- Zentrum, in welchem man alles über den Geysir und wie er funktioniert erfahren hat und wir uns im Café mit einem Kaffee / Kakao und einem Kuchen / Brezel gestärkt haben, gehen wir zu der Anlegestelle.

 

 

Bevor wir den Geysir sehen, gibt s noch eine schöne, aber kurze, Schifffahrt auf dem Rhein. Anders kommt man zu dem Geysir nicht hin, das sind Maßnahmen vom den Naturschutzauflagen, welche erfüllt werden mussten, bevor man den Geysir wieder der Öffentlichkeit zugänglich macht. Der Bereich um den Geysir ist umzäunt und wird zwischendurch abgeschlossen. Erst, wenn wieder ein Schiff mit Besuchern anlegt, wird das Tor wieder geöffnet.

 

Das Geysir – Zentrum vom Schiff aus – sehr modernes Gebäude mit  Dachterrasse

 

 

 

 


Der Weg von der Anlegestelle zum Geysir – Vogelperspektive

 

Ich habe keine Fotos vom Weg – es waren immer Menschen dort und somit durfte ich keine Fotos machen (Stichwort DSGVO)

 

Es brodelte und blubberte

 

 

 

 

 

Wir warten gespannt darauf, dass es endlich losgeht 

 

 

…. erst nur etwas …. 

 

…. und dann geht s richtig los, über mehrere Minuten sprudelt die Fontäne zig Meter hoch in den Himmel! 

 

 

 

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Es ist genügend Zeit für Erinnerungsfotos. Ich war etwas angenervt vom Wetter, meine persönliche Regenwolke war wieder einmal da. Wobei …. nass wurde man direkt am Geysir auch ohne Regen und binnen nicht einmal einer Minute gab es einen kleinen Bach auf dem Gehweg zum Geysir. Meine Tochter hat Schuhe mit Blinklichtern – einer der Schuhe hat das unfreiwillige Bad leider nicht überlebt. Wer nasse Füsse vermeiden möchte, sollte sich auf den Platz hinter dem angedeuteten Zaun stellen, also da, wo ich auf dem Foto stehe. Die Sicht auf den Geysir ist auch von dort sehr imposant. 

 

 

 

Das stark mineralisierten Spritzwasser ist für Kameras sehr gefährlich. Spritzt etwas aufs Objektiv, ist es u.U. hinüber. Daher nehme ich nur meine kleine Kamera bzw nur das Handy und halte auch einen sicheren Abstand zum Wasser. 

 

 

 

 

Nach einigen Minuten wird es weniger 

 

Unser Guide winkt die Besucher direkt zum Geysir. Wer möchte, darf etwas Geysirwasser probieren. 
Mit einer großen Kelle schöpft er das inzwischen nur noch minimal sprudelnde Wasser ab. Wer möchte, geht zu ihm, formt seine Hand zu einer Art Kelle und darf ein Schluck probieren.

Wir haben das natürlich auch gemacht. Fazit: Ein Schluck reichte. 

 

Wenn das Spektakel vorbei ist, müssen alle Besucher wieder zum Schiff und das große Tor auf dem Weg zum Geysir wird wieder geschlossen, bis das nächste Schiff anlegt und neue Besucher bringt. 

Am Anleger gibt es kleinere Buchten und Strände, diese sind aber vom Steg nicht betretbar

 

Die Fahrt zurück zum Anleger an der Ausstellung dauert 15 Minuten.
Im Schiff gibt es eine kleine Bistrotheke, es gibt Getränke und kleine Snacks.
Wir bestellen einen heissen Kakao und geniessen die Fahrt auf dem Rhein 

 

 

 

 

 

Malerische Ortschaften direkt am Ufer und die Weinberge im Hintergrund. Deutschland hat so schöne Ecken 

 

 

 

 

“Alter Krahnen”

 

 

Andernach. Der Turm ist der “Runder Turm” 

 

Nach dem Anlegen machen wir uns direkt auf dem Weg zum Auto, denn wir haben noch eine weitere Station heute. Dazu aber später in einem anderen Bericht

Der Weg zum Parkplatz führt ein Stück entlang am Rhein

Die Rheinpromenade am Geysir -Zentrum ist schön gestaltet

 

 

Das alte Bollwerk von Andernach

Fertiggestellt wurde es 1661, um den Schiffsverkehr auf dem Rhein zu überwachen. Heute ist es ein Ehrenmal für die Gefallenen vom 1. und 2. Weltkrieg

 

 

 

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Danke, dass ihr wieder dabei ward. 

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Der Blog geht jetzt erst einmal in die Sommerpause, ab August gehts hier wieder weiter, mit neuen und frischen Berichten aus unserem 3-Generationen- Patchwork- Sommerurlaub in Schweden. 

 

Bis bald !!!! 

 

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