Calico

Calico-Ghosttown

Calico liegt fast genau zwischen Los Angeles und Las Vegas.

.

.

.

.

Die Fahrt von Morro Bay nach Calico war lang.

450 km – unser erster richtiger und reiner Fahrtag.

Auch wenn die Landschaft abwechslungsreich war und wir immer wieder mal anhielten – die Strecke zog sich zwischendurch wie Kaugummi ….

Relativ am Anfang fuhr ich erst einmal zur Tankstelle.

.

.

Man muss in den USA vorher bezahlen und ich hatte immer noch kein Gefühl dafür, wieviel Gallonen Benzin für wieviel Dollar in meinem Tank passten und so habe ich etwas vorsichtig für 100 USD getankt. Mein Tank war danach etwas mehr als halb voll….. uff,……

Für die Kinder gab es dann noch ein Eis, welches sie während der Fahrt essen konnten.

Wir hatten für heute nichts weiter geplant, ausser abends am Campground ankommen und zwischendurch unsere Vorräte auffüllen.

Landschaftlich war die Fahrt vor allem am Anfang sehr schön

.

Wir steuerten irgendwo unterwegs einen Walmart an. Der hat immer riesig große Parkplätze und mit dem Camper fanden wir immer einen Parkplatz über 2 Parkplätze.
Aber leider ist der Walmart selber auch sehr groß und ich fühle mich zwischen den riesigen Regalen mit der unendlich scheinenden Auswahl von den verschiedensten Produkten immer etwas verloren.

Meine Kinder haben einen ganz bemerkenswerten Sensor, angeboren bei allen dreien. Egal, in welchem Laden wir sind, sie finden immer in kürzester Zeit a) die Spielzeugabteilung und b) das Süßigkeitenregal.
Ich habe ausprobiert, ob dieser Sensor auch für Milch, Nudeln oder Brot einsetzbar ist – hat aber leider nicht funktioniert und so kurvten wir mit unserem riesigen Einkaufswagen etwas planlos durch die riesigen Gänge,…..

Amerikanisches Spielzeug ist toll, aber noch besser sind die amerikanischen Süßigkeiten!

Was da alles in meinem Einkaufswagen gelandet ist …..
“Mama, wir wollen alles einmal probieren!”
– “Alles???”  (…. den Satz führte ich in Gedanken weiter …. ‘Da wird sich euer Zahnarzt aber freuen,…..’)

Wir haben bei diesem Einkauf knapp 200 USD gelassen. Neben Lebensmittel und jaaaaa, auch ein paar Süßigkeiten sowie ein paar Schuhe für meine Älteste landeten aber auch noch eine Ladung Feuerholz für 10 USD, Marshmallows und ausserdem eine externe Festplatte in unserem Einkaufswagen.

Mein Plan, meine Fotos auf meinem Drive-Ordner / Cloud zu sichern, funktionierte ja nicht und ich hatte wirklich Sorge, dass mit meinem Laptop irgendetwas passieren könnte, ohne dass ich meine Fotos gesichert habe.

Vielleicht reagiere ich da so panisch, weil ich so eine Art Reisefotografietrauma habe, denn bei unserer Hochzeitsreise nach Barcelona crashte mir am letzten Tag meine (einzige) Speicherkarte und ich habe kaum Erinnerungsfotos von unseren Flitterwochen,….

Damals hatte ich meine 1. Digitalkamera, es war eine kleine Kompaktkamera und sie hatte schon 3.0 MP, das war damals schon recht gut, aber es gab schon Kameras mit 4.0 oder gar 5.0 MP, aber die waren dann auch sehr teuer. Da reichte dann auch eine große Speicherkarte,….. Ausserdem hatte diese Kamera schon 3-fachen Zoom! Ja, damit fing meine Digitalfotografie an, damals,…. Davor hatte ich eine Kamera, in welcher man noch Filme einlegen musste. Maximal 36 Fotos konnte man damit machen und wusste erst nach ein paar Tagen, ob die Fotos was geworden waren oder nicht.

Erstaunlich, wie sich der Markt seitdem entwickelt hat.

Meine aktuelle Kamera hat 24,2 MP und fotografiert nicht nur im speicherplatzsparenden JPG – Modus, sondern im RAW – Modus. Dieser braucht sehr viel Speicherplatz, deswegen habe ich 8   16GB-SD-Karten dabei (falls ich mal kein Internet habe und daher nicht sichern kann, lasse ich die Fotos nach dem kopieren auf den PC auf der SD- Karte, packe sie weg und lege eine neue SD Karte in die Kamera) Ich sichere die Fotos jeden Abend auf meinem Laptop – und nun nach unserem Besuch beim Walmart auch zusätzlich auf meiner neuen externen Festplatte, dadurch war ich dann nicht mehr auf gutes Internet angewiesen.

Das fühlt sich gleich viel beruhigender an …..

Oh man, ich schweife ab … ist halt einiges meiner Lieblingsthemen. Ausserdem haben wir ja Zeit, die Fahrt ist schließlich noch lang ……

Auf dem Walmarktparkplatz haben wir, nachdem wir die Einkäufe verstaut hatten, auch direkt eine Kleinigkeit gegessen, ich habe mir wieder ein schönes, kühles Getränk in meinen Getränkehalter in die Fahrerkabine gestellt und dann ging die Fahrt weiter.

Ja, die Fahrt zieht sich,…. trotz Tankstop und dem Einkaufserlebnis Walmart (meine Kinder lieben diesen Laden!) ….

Die Kinder saßen an ihrem Tisch, spielten mit ihren VTech Geräten (die haben sich wirklich schon bezahlt gemacht!) , malten und schliefen auch mal zwischendurch.

Wir hörten die ganze Zeit Radio. Meine Idee dahinter war, dass durch das wiederholte hören der englischen Sprache sich das vielleicht positiv auf die Englisch-Kenntnisse der Kinder auswirkt. Selbst die Zwillinge in der 1. Klasse haben schon Englisch-Unterricht und sie freuten sich wie Bolle, wenn sie ein englisches Wort im Radio hörten, welches sie schon kannten!

Und wenn ein tolles Lied lief, haben wir das Radio laut gedreht und noch lauter mitgesungen!

Ca 1/2 Stunde vor der erwarteten Ankunft musste ich wieder tanken, wieder für 100 USD.

Da ich ganz am Anfang getankt habe und nun zum Schluss auch noch einmal, kann ich ungefähr sagen, dass ich für die 450 Kilometer Benzin für ca 100 USD verfahren habe. Der Camper ist ein Sprittfresser, da lässt sich nichts beschönigen. Dafür sind die Campingplätze zu 95 % günstiger als ein Hotelzimmer.

Ich habe das mal bevor ich für diesen Roadtrip alles gebucht habe verglichen: Mietwagen + Hotels ist vom Preis her ähnlich wie Camper + Campingplätze. Da ist preislich kein großer Unterschied. Es ist einfach eine Entscheidung nach persönlichen Vorlieben.

Beim Tankstop fielen mir die “Regenbogenwolken” auf – Irisierende Wolken

.

Wir sind fast da, es ist inzwischen 17 Uhr. Endlich …..

Ich bin froh,dass wir an den anderen Tagen nur um die 200 – 250 km fahren. 450 km ist doch schon heftig, auch wenn dieser Tag als reiner Fahrtag so eingeplant war, bin ich doch sehr froh, als ich die ersten Hinweisschilder für Calico entdecke

Die Kinder sind aber gut zufrieden. Klar, sie haben ein paar mal gefragt “Wie lange noch?” oder “Wann sind wir endlich da?” – aber da reichte ein Blick auf mein Navi (Ihr wisst schon, unsere “Doofie”! 😉 ) und dann wussten sie, wie lange es noch ungefähr bis zur Ankunft dauert.
Wobei ….. darauf verlassen konnte man sich auch nicht…..
Beispiel: Wir fuhren los, gerade Strecke Überland, ca 150 km. Doofie berechnete den Weg und veranschlagte für diese Strecke 7 Std.
7 Stunden!!!!! ……
Hm, ok. Wir fuhren los und während dessen ratterte die Zeit weitaus schneller runter als die noch zu fahrenden Kilometer.
Irgendwann zeigte sie an: Noch 3 Minuten – für 34 Kilometer. Ähm, Doofie, ich habe ein Wohnmobil und keinen Porsche,…..
Und dann blieb die Zeitangabe stehen bei 1 Minute, für die restlichen 30 Kilometer,….
Und das hatten wir wirklich andauernd,…..
Ach Navinia, wir haben Dich sooft vermisst,……

Oh man, ich schreibe und schreibe …… und habe noch gar nichts über Calico erzählt, dabei sind wir doch schon fast da 😉

.

.

Website  von Calico: http://cms.sbcounty.gov/parks/Parks/CalicoGhostTown.aspx

.

.

Calico Ghost Town liegt in der Mojave- Wüste. Schon von weitem kann man den weißen Schriftzug in den Bergen oberhalb von Calico sehen.

1881 entstand Calico, in den Bergen wurde Silber abgebaut und zur Blütezeit lebten um die 1200 Menschen in Calico. Um Calico herum gab es um die 500 Minen!

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts sank der Wert von Silber und aufgrund dessen wurden viele Minen aufgegeben. Es rechnete sich einfach nicht mehr und so verliessen nach und nach die Bewohner die Stadt.

Einwohnerzahl von Calico:

2001 gab es in Calico ein Feuer, wahrscheinlich als Folge eines Kurzschlusses in einem der Gebäude und leider brannten dabei ein paar der Gebäude nieder. Glücklicherweise wurde damals schon jedes 5. Gebäude als Feuerschutz aus Lehm errichtet und so blieben einige Gebäude erhalten. Die zerstörten Gebäude wurden originalgetreu wieder aufgebaut.

Gegen 17.30 Uhr kamen wir auf dem Campground an. Ich hatte mir schon von zu Hause aus den Stellplatz ganz am Rand vom Campground reserviert, damit wir wenigstens zu einer Seite mal keinen anderen Camper, sondern Natur pur haben. Womit ich aber nicht gerechnet habe: Der Campingplatz war so gut wie leer, ich glaube, es standen nur eine handvoll Wohnmobile dort.

Wir parkten unseren Camper also auf dem fast leeren Campingplatz ganz weit hinten, schlossen Strom, Wasser und Co an und dann wollten wir uns die Westernstadt ansehen.


Stellplatz Nr. B 18

.

Aber: Wir waren zu spät, nach 17.30 Uhr werden keine Besucher mehr rein gelassen….

Calico hat auch einen Friedhof – einen Westernfriedhof, dieser ist ausserhalb der eigentlichen Stadt auf einem kleinen Hügel und ist daher nicht an die Öffnungszeiten gebunden.

Wir beschlossen, uns diesen Friedhof anzusehen.

Dieser Friedhof ist kein Fake-Touristen-Friedhof, hier liegen wirklich viele Bewohner der Stadt Calico beerdigt. Ein paar der Gräber sind erst wenige Jahre alt.

Eine Seite mit sehr interessanten Infos zu dem Friedhof von Calico: http://www.calexplornia.com/grave-mysteries-calicos-historic-cemetery/

So konnten die Kinder sehen, wie früher hier in der Gegend die Gräber aussahen – nämlich einfach mit Steinen bedeckt. Auf den Steinen lagen öfters kleine Geschenke, Blumen oder Bilder

Die Strasse zum/ vom Campingplatz Richtung Stadt und Friedhof

Schon auf dem Weg zum Friedhof gab es viel zu entdecken

Am Himmel sah man wieder Irisierende Wolken

Der Eingang zu dem Friedhof.

Im Hintergrund sieht man die Stadt

Gegen 19 Uhr waren wir zurück am Wohnmobil

Wir hatten eine Feuerstelle direkt am Wohnmobil und die Kinder wünschten sich endlich mal ein Lagerfeuer mit Marshmallows grillen

“Ok Kinder, bevor wir ein Feuer machen, müssen wir den Steinkreis wieder etwas reparieren!”

Kaum ausgesprochen begannen die Kinder, den Feuerkreis vorzubereiten. Sie sammelten Steine und bauten voller Vorfreude auf unser 1. Lagerfeuer mit Marshmallows

Obwohl es noch hell war, wollten die Kinder, dass wir schon loslegen. Sie suchten Stöcke, wir schnitzen uns die Stöcke zurecht und legten die Spitzen für eine Weile ins Wasser

Hoffentlich würde ich das mit dem Feuer hinbekommen dachte ich die ganze Zeit ….. das war sonst immer der Part von meinem jetzigen Ex-Mann. …

Aber ich war gut vorbereitet: Beim Walmart haben wir neben dem gut durchgetrockneten Feuerholz auch Grillanzünder entdeckt und wir hatten etwas Papier gesammelt.

Ich schichtete kleine Holzstückchen und das Papier unter dem Feuerholz und mit dem Grillanzünder entfachte ich dann tatsächlich mein 1. Lagerfeuer!

“Mama, ich hätte nicht gedacht, dass du sowas kannst!” ….. Ich auch nicht 😉  – deswegen war ich doch etwas stolz auf mich und schickte meiner Family zu Hause per Whats App erst einmal ein Beweisfoto 😀

Leider war es extrem windig und der Wind pustete …. nein, nicht das Feuer aus, sondern sorgte immer wieder für große Flammen,….. schön war das nicht,…..

Aber zum Marshmallows grillen reichte es auf jeden Fall und die Kinder hielten ihre aufgespießten Marshmallows gespannt über das Feuer.

Wenn sie sich leicht braun verfärben, sind sie perfekt zum essen, aussen knusprig und innen geschmolzen. Wirklich lecker, aber mehr als 3 kann man davon nicht essen, dafür sind sie einfach viel zu süß,…

Nein, das war nicht zuviel Grillanzünder, sondern wieder eine Windböe,….

Ein kleiner Feuerdrache …….

Perfekt!

Direkt am Wohnmobil gab es einen kleinen Berg, wir kraxelten ihn hoch um zu schauen, wie weit man sehen kann

Ein großer Abenteuer-Spielplatz

Aber der Wind war heftig…..

Weit konnte man nicht sehen, denn dahinter waren noch höhere Berge in den verschiedensten Rot-Tönen!

Mir fiel auf, dass ich noch gar keine Fotos von unserem Wohnmobil von innen gemacht habe – die Fotos von dem Beitrag zu unserer Wohnmobilübernahme entstanden an diesem Abend

Die Sonne stand schon tief und sorgte für eine tolle Lichtstimmung

Und dann verschwand die Sonne hinter einem der Berge

Während ich den Sonnenuntergang genoss, grillten die Kinder wieder ein paar Marshmallows. Leider verbrannten die Marshmallows sehr schnell

Fledermäuse flogen immer wieder über uns her. Bei uns zu Hause im Garten können wir auch oft Fledermäuse beobachten, faszinierend finde ich die kleinen Tierchen aber dennoch immer wieder

Die Windböen wieder,…..

Irgendwann hatten die Kinder keine Lust mehr auf diese immer wieder auflodernden, teilweise hohen Flammen und wir liessen das Feuer ausgehen.

Im Camper malten die Kinder bzw schrieben in ihre Reisetagebücher

Es war zwar windig, aber warm.

Zum Glück hatte das Wohnmobil eine Fliegengitter-Tür und auch jedes Fenster hatte ein Fliegengitter –  und so konnten wir noch etwas lüften.

.

Das Foto hat Nina gemacht, ohne dass ich es bemerkt habe.
Ich habe daran gedacht, wie schön es hier ist, wie toll es ist, dass ich mit meinen Kindern hier sein darf und das wir schon soviel gesehen und erlebt haben……
…..  – aber wie schön es auch wäre, wenn ich einen anderen Erwachsenen an meiner Seite hätte, …. abends noch am Lagerfeuer sitzen, …. um zu reden …. oder schweigend Arm in Arm in die Sterne zu schauen. …
Ich liebe es, mit meinen Kindern auf Tour zu sein – aber manchmal fehlt mir jemand, jemand bestimmtes …..

.

.

Auch heute durften die Kinder sich wieder das Abendessen aussuchen. Es gab: Spaghetti Bolognese……

Der Tag mit der langen Fahrt war anstrengend, ich war sehr müde und war froh, als ich endlich im Bett lag – meine Kinder waren immer noch putzmunter. Ich hörte sie hinter ihrer zugezogenen Gardine immer wieder tuscheln und kichern.

Woher nehmen Kinder nur immer diese Energie?

Oder war es die Aufregung? Immerhin stand für morgen ein ganz besonderes Ziel auf unseren Plan: LAS VEGAS!!!

.

.

Gegen 7 Uhr wurden wir wach.

Draussen frühstücken klappte wegen dem starken Wind leider nicht. Dabei wäre es dort perfekt gewesen ….. schade.

Zumindest schien die Sonne vom strahlend blauen Himmel und die Kinder konnten es nicht abwarten, noch etwas draussen zu toben, bevor wir uns die Westernstadt ansehen  und danach nach Las Vegas aufbrechen würden.

Gegen 9.15 Uhr waren wir abfahrbereit. Wir fuhren mit dem Camper auf dem Parkplatz direkt am Zugang zur Westernstadt.

Wenn man auf dem Campingplatz übernachtet, ist der Eintrittspreis schon inkludiert.

Der Stellplatz hat 40 USD gekostet, wenn man auf Strom und Co verzichten kann, sind es sogar nur 30 USD.

Eintrittspreise, wenn man nicht auf dem Campingplatz übernachtet:

Erwachsene: 8 USD

Kinder 4-11 J : 3 USD

Kinder bis 3 sind frei.

Für uns wären das also 23 USD Eintritt gewesen.

Luftbildaufnahme von Calico – da erkennt man schon sehr gut, wie groß dieses Städtchen eigentlich ist :

Strahlend blauer Himmel und kaum noch Wind – perfekt!

Es war schon wie eine kleine Zeitreise, wenn man durch Calico läuft und die vielen Gebäude sieht, dazu diese grandiose Berg-Kulisse im Hintergrund.

In den Geschäften und auch im Ort selber trugen die Mitarbeiter Kleidung wie früher.

Und da zeigte sich, dass es scheinbar doch hilft, dass wir im Wohnmobil viel amerikanisches Radio hören und auch, dass ich den Kinder, wenn sie sich etwas kaufen möchten, ein paar Dollars in die Hand drücke und sie selber zur Kasse schicke (ich bin natürlich immer in Sichtweite) , denn Nina fand die Kostüme so toll, dass sie zu einer Frau ging und ihr auf englisch sagte, dass sie die Kleidung sehr toll findet! Da war ich von den Socken und auch stolz auf meine Große. Aber auch die Zwillinge hatten keine Scheu, selber an der Kasse zu bezahlen oder auf englisch nach Kleingeld zu fragen, wenn wieder irgendwo einer dieser Münz-Präge-Automaten stand oder aber auch, wenn wir doch mal irgendwo auswärts gegessen haben, ihr Essen selber auf englisch zu bestellen.
Die Amerikaner merkten natürlich, dass die Kinder englisch nicht als Muttersprache haben und haben dann immer langsam und in einfachem englisch geantwortet, so das meine Kinder es oft verstanden haben (und dann ganz stolz auf sich waren!)

Wir liefen erst einmal etwas durch die Strassen, um uns einen kleinen Überblick zu verschaffen, bis wir einen kleinen Zug entdeckten, welcher scheinbar Rundfahrten durch das Gelände um Calico anbot.

Die Haltestelle lag etwas oberhalb der Mainstreet und direkt daneben …. ein Kassenhäuschen. Die Fahrt war also nicht inkludiert, ok.
12 USD zahlte ich für uns 4 und wir mussten nicht lange auf den Zug warten.

Während der Fahrt erklärte er einiges zur Geschichte, zeigte ein paar der alten Mineneingänge und …. und dann war die Fahrt auch schon wieder vorbei. Gefühlt dauerte sie keine 1/4 Stunde,…. Ich glaube, es waren grad mal knapp über 10 Minuten, einmal um den Berg herum,…. Naja,….. das lasse ich mal unkommentiert.

Ganz im Hintergrund sieht man die schneebedeckten Berge

.

.

Direkt neben dem Kassenhäuschen für den Zug gab es eine kleine Miene. Hier konnte man zu Fuß durchlaufen. Die Kinder wollten unbedingt, obwohl wir letztes Jahr schon im Originalen 7-Zwerge-Bergwerk waren.
Ich ließ mich breit schlagen, zahlte die 9 USD Eintritt und wir gingen in die Mine hinein.

1000 Ft  führte sie durch den Berg hindurch, Puppen zeigten typische Szenen von damals.

2 Brüder arbeiteten in dieser Mine, sie hatten sich sogar einen Schlafraum dort eingerichtet. Diese Plackerei und Entbehrungen lohnten sich, denn sie verließen die Mine nach einigen Monaten als reiche Männer.

1000 Ft klingt viel – tatsächlich sind es aber nur etwas über 300 Meter.

Daher waren wir relativ schnell durch. Gut gemacht war das aber trotzdem, sehr anschaulich mit den Puppen.
Die Kinder entdeckten den (künstlichen) Kanarienvogel im Vogelkäfig und waren ganz begeistert “Mama, die hatten sogar Haustiere hier!” ….. Ich erklärte ihnen, dass auch dieser kleine Kanarienvogel eine wichtige Funktion im Bergbau hatte, denn damals stellte man den Käfig mit dem Kanarienvogel auf dem Boden. Kanarienvögel reagieren empfindlich auf Sauerstoffmangel und spätestens, wenn der Vogel von der Stange gefallen ist, wurde es allerhöchste Zeit für die Bergleute, die Mine zu verlassen.

“So ein kleines Tier hatte so eine wichtige Funktion, wow!” stellten die Kinder fest.

Ganz am Anfang der Mine waren verschiedene Mineralien ausgestellt, auch diese wurden hier damals abgebaut.So bei normalem Licht sahen sie ganz normal aus, aber dann ging das Licht aus – und das Schwarzlicht wurde eingeschaltet. Einige der Mineralien fingen dadurch an zu leuchten.

Auf gehts in die Mine.

Mitten in der Mine hatten die beiden Brüder ihren Schlaf- und Wohnraum
Der Bruder vorne auf dem Stuhl hatte eine Schale in der Hand und wer wollte, konnte versuchen, eine Münze in die Schale zu werfen.

Weitere Fotos aus Calico:

Die Hauptstrasse

Links ist das Feuerwehrhaus. Und darin steht natürlich …..

… der Löschwagen von damals.

An dieser Stelle übrigens mal einen lieben Gruß an unseren Nachbarn J. . Gleich kommt noch ein interessantes Foto für Dich 😉

Ich mag diese Kulisse mit den Holzhäusern und den Bergen im Hintergrund

.

.

“So Kinder, jetzt gehts zur Schule!!!”

Das Schulgebäude wurde dort 1885 errichtet. In der Woche war es die Schule, Sonntags wurde das Gebäude als Kirche genutzt.

1955 wurde das Gebäude originalgetreu restauriert.

Einblick in das Gebäude hinein bekommt man nur durch die Fenster in der Tür – trotzdem war es für die Kinder lohnenswert zu sehen, wie die Schüler hier vor über 100 Jahren unterrichtet wurden, vor allem die Bänke/ Tische fanden sie interessant.

Mitten drin stand der Ofen

Von dem kleinen Hügel, auf welchem die Schule steht, hat man einen schönen Blick auf das Dorf

Die Kinder waren mutig und wollten über diese Holzbrücke gehen – nicht, ohne den Ausblick über die Landschaft zu geniessen

In den Gebäuden waren Souvenirshops oder Cafés / Restaurants

Die alte Schmiede

Wer wollte, konnte sich Fahndungsplakate drucken lassen – wir hatten aber schon welche, letztes Jahr im Freizeitpark haben wir uns welche drucken lassen

Es fiel nicht schwer, sich vorzustellen, wie hier früher das Leben auf der Strasse abgelaufen ist.

Rechts im Bild: Die Löschstation – ein großer Bottich mit Wasser und viele Eimer. Leider habe ich Foto aus der Nähe, die Kinder drängelten, dass wir endlich nach Las Vegas fahren!!!!

Wir hätten hier noch locker eine Stunde mehr verbringen können, aber wir wollten wie bereits geschrieben nach Las Vegas !!!

Von der 135 Jahre alten Westernstadt in eine der verrücktesten und buntesten Städte der Welt.

Interessante Gesteinsformen am Parkplatz

Da stand unser Wohnmobil, ganz alleine und wartete schon auf uns!

.

.

Meine älteste Tochter Nina hat daher ihr eigenes Fazit geschrieben:

In Calico war es wirklich wie in einer alten Westernstadt. Es standen keine neumodischen Autos bzw Maschinen dort. Die Mitarbeiter waren angekleidet wie im wilden Westen. In einer Mine gab es viele Puppen die es aussehen lassen sollten wie damals vor 135 Jahren. Aber die Preise sind sehr hoch. Ein Besuch lohnt sich trotzdem!

.

.

Mein Fazit:

Calico ist sehr touristisch. Man zahlt den Eintritt und kann dann einfach durch die Stadt schlendern. Aber wenn man noch etwas anderes machen möchte, kostet es eben auch extra Geld.
Ein Besuch lohnt sich trotzdem, die Gebäude sind schön hergerichtet und durch die vielen kleinen Details und die Kostüme fühlt man sich auch etwas in die Zeit zurück versetzt.
Nur den Namen Geisterstadt finde ich etwas irreführend, denn schon die großen Parkplätze lassen erahnen, was hier in der Hochsaison los ist, ausserdem sind die Gebäude keineswegs verwaist, sondern beherbergen Shops und Co, dadurch wirkt das ganze schon eher wie ein kleiner Freizeitpark, keinesfalls aber wie eine Geisterstadt.
Wer eine richtige Geisterstadt sehen möchte, könnte zB nach  Bodie im Norden von Kalifornien fahren.

Die Kinder fanden Calico toll und reden noch heute mit Begeisterung davon.

.

.

Kurz vor Mittag fuhren wir dann los – Richtung Las Vegas!!!!!

Dazu aber mehr im nächsten Bericht.

.

.

Danke, dass ihr wieder dabei ward.

Ich freue mich immer sehr über eure Kommentare – und übers liken und teilen natürlich auch 🙂

.

.

.


Alle bisher veröffentlichten Berichte gibts hier:

USA - Roadtrip an der Westküste

.

.

.

.

.

.

%d Bloggern gefällt das: