Der Bryce Canyon Nationalpark

 

Weiter gehts auf unserem Wohnmobil-Roadtrip.

Es tut mir leid, dass das jetzt so lange gedauert hat, aber meine Festplatte war kaputt und somit alle bereits sortierten und nachbearbeiteten Fotos sowie meine Reisenotizen futsch :(
Ein Freund von mir konnte aber 98 % der Dateien retten, also noch Glück im Unglück. Auch wenn ein paar Dateien leider nicht mehr wiederhergestellt werden konnten.

Witzigerweise habe ich diese externe Festplatte in den USA gekauft,…… nunja, jetzt gehts ja endlich weiter  :)

Kleine Erinnerung:

Mit meinen 3 Kindern haben wir einen schönen Nachmittag im Zion Nationalpark verbracht. Viel zu kurz, denn der Park ist wunderschön und zu schade zum nur-durchfahren.

Aber den Bryce wollten wir auch unbedingt einmal sehen,….

Also verabschiedeten wir uns schweren Herzens vom Zion – und unser Wohnmobil- Roadtrip ging weiter.

Nach dem Zion Nationalpark fuhren wir in den Bryce Canyon.

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Ca 120 km. Fahrtzeit: ca 1,5 Std.  Die kann man ganz entspannt fahren und hat am Ankunftsort noch genügend Zeit, sich alles anzusehen.

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Was ist der Bryce Canyon Nationalpark?

Der 145 qm große Bryce Canyon Nationalpark liegt im Südwesten vom US-Bundesstaat Utah.

Das besondere an dem Park sind die vielen farbigen Fels-Nadeln und die tolle Aussicht über das gesamte Umland!

Jährlich besuchen weit mehr als eine Million Touristen den Park!

Er liegt in 2400 – 2700 Meter Höhe und liegt damit wesentlich höher als der Zion oder der Grand Canyon – und auch wesentlich kühler, wie wir noch zu spüren bekommen sollten …..
Gegründet wurde er bereits im Jahr 1928, damit die farbigen Felspyramiden / Felsnadeln (Hoodoos) geschützt werden.

Hintergrund: Um 1920 entstand das erste Hotel in dem Gebiet, ausserdem erschloss die neu gebaute  Union Pacific Railroad das gesamte Areal, so dass immer mehr Touristen in den Bryce Canyon kamen. Der ungezügelte Tourismus  fügte den Hoodoos und anderen geologischen Formationen leider schnell Schäden zu.

Eigentlich ist der Name nicht ganz korrekt, denn der Bryce Canyon entstand nicht durch einen Fluss, wie zum Beispiel der Grand Canyon.
Wind, Wasser und Eis haben die birazzen Felssäulen (Hoodoos)  gebildet, welche teilweise bis zu 60 Meter hoch sind. Die Hoodoos, das Wahrzeichen des Bryce Canyon,  entstanden an der Abbruchkante des Paunsaugunt-Plateaus, jedoch verläuft der Abbruch an vielen Stellen nicht gerade, sondern halbkreisförmig. Diese halbkreisförmige Abbruchkante wird als ‘natürliches Amphie-Theater’ bezeichnet.
Über eine Länge von 30 km entstanden so mehrere Amphitheater, das größte trägt den Namen ‘Bryce Canyon’  und ist 5 km breit, 19 km lang und fällt 240 Meter ab!

Wie auch der Grand Canyon und der Zion Nationalpark gehören auch die Felsformationen vom Bryce Canyon zu “The Grand Staircase”, einer riesigen Schichtstufenlandschaft, die sich in den Sedimentgesteinen des Colorado Plateaus herausgebildet hat und insgesamt an die 200 Millionen Jahre Erdgeschichte zeigt.

Im Bryce Canyon gibt es 13 Aussichtspunkte, welche alle durch den Scenic Drive verbunden sind. Es gibt ausserdem mehrere Wanderwege mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden und Längen. Die kürzesten sind weniger als 2 km lang, der längste und schwierigste 14 km.

Der leichteste Wanderweg ist der Rimtrail, er verläuft oberhalb der Abbruchkante vom Sunrise Point zum Sunset Point.

Im Bryce Canyon ist die Luft sehr klar. Nachts kann man, da es wenig Lichtverschmutzung gibt, über 7500 Sterne am Himmel erkennen, in normalen Gebieten sind es lediglich 2000.
Tagsüber hat man oft durch die klare Luft Fernsicht bis zu 300 km nach Arizona oder sogar bis nach New Mexiko!

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Website vom Bryce Canyon Nationalpark:   https://www.nps.gov/brca/index.htm

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Im Bryce Canyon gibt es zwei Campgrounds, welche man nicht reservieren kann.

Ich wollte gerne zum Sunset-Campground und daher fuhren wir schon sehr früh los,haben noch einen Schlenker durch den Zion gemacht, aber dann ging es Richtung Bryce Canyon.

Die Campgrounds im Park verfügen allerdings nicht über einen Strom oder Wasseranschluss. Dafür ist man direkt mittendrin.

Wer nicht auf Wasser und Strom verzichten möchte, kann sich direkt vor dem Parkeingang einen Full-Hook-Stellplatz auf dem dortigen Campground reservieren. Full Hook heisst, es gibt Strom, Wasser und meistens auch einen Dumping-Anschluss.

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Hier gibt es eine kleine Übersicht mit Campgrounds im Bryce Canyon und drumherum:
https://www.womo-abenteuer.de/map

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Bei den beiden Campgrounds direkt im Park gilt das Prinzip: First Come First Serve.

Daher würde unser erster Weg zum Campground führen, damit wir sicher noch einen Stellplatz bekommen.

Im Park gibt es auch ein Hotel. In der Bryce Canyon Lodge sollte man aber rechtzeitig ein Zimmer reservieren!
In dem Gebäude vom Bryce Canyon Lodge gibt es auch ein Restaurant, dazu aber später.

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Der Bryce vom Satellit aus:

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Auf Google Maps kann man gut erkennen, dass die Abbruchkanten immer rund verliefen und nicht linear

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Schon die Fahrt vom Zion zum Bryce ist landschaftlich atemberaubend. Der Weg führt u.a. durch die Red Canyons und schon da würde sich ein längerer Zwischenstop lohnen.
Wir fuhren durch, denn wir wollten früh genug am Campground sein.

Ein paar Fotos von der Fahrt zum Bryce und von der Fahrt durch den Red Canyon gibt es aber trotzdem:

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Garfield County? Die Kinder überlegten, ob hier vielleicht der berühmte Lasagne-süchtige Miezekater herkommt ;)

Die Strassen mit dem Wohnmobil entlang zu fahren war ein Traum, so ein unbeschreibliches Gefühl von Glück und Freiheit!

“Kinder, zieht eure Köpfe ein!”

Nach einer kurzweiligen Fahrt erreichten wir am frühen Nachmittag den Bryce Canyon Nationalpark

Im Bryce gilt auch der Nationalpark-Pass / Annual Pass.

Wir fuhren direkt zum gut ausgeschilderten Campground.

Der Campground ist in direkter Nähe zum Sunset-Point, aber auch das Restaurant kann man bequem zu Fuß erreichen

Der Campground ist im Winter allerdings geschlossen!

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Eine Übernachtung auf dem Campground im Bryce Canyon kostet 20 USD – 30 USD.

Wie bereits geschrieben kann man auf dem Sunset – Campground keinen Stellplatz vorab reservieren. First Come, First Save! Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!

(Wohl aber auf den anderen Campground im Park!)

Aus dem Grund kann man auch nicht vorab per KK bezahlen, sondern bezahlt auf dem Campground.

Auf dem Sunset – Campground läuft das mit der sog. “Self Registration” ab. Das heisst, es gibt keine Rezeption, keine Schranke o.ä.

Man bezahlt direkt am Campground, in dem man das Geld in einen Umschlag steckt und in eine Box wirft.

 

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Wie funktioniert die Self Registration?

Wenn man auf dem Campground ankommt, gibt es direkt am Eingangsbereich eine Infotafel mit einem Stellplatzplan und allen wichtigen Infos zum Campground.
Und genau dort findet man auch die Umschläge mit dem Anmeldeschein, diesen nimmt man sich heraus und sucht sich einen freien Stellplatz.
An jedem Stellplatz gibt es kleine Säulen mit Stellplatznummern. Hängt an dieser Säule bereits ein Zettel, ist der Stellplatz belegt – wobei viele auch einfach nur vergessen, ihren Zettel zu entfernen, daher sollte man ruhig mal einen Blick auf den Zettel werfen, ob das Datum noch aktuell ist.
Man stellt seinen Camper (oder sein Zelt) auf einem freien Stellplatz und füllt den Anmeldeschein aus.
Im Normalfall werden folgende Daten abgefragt: Name, Stellplatznummer, Ankunftsdatum und Abreisetag / Anzahl der Nächte, Anschrift, Kennzeichen vom Camper und die Anzahl der Personen.
Diese Daten muss man alle ausfüllen!
Dann steckt man die Gebühr passend in den Umschlag.
Daher ist es immer wichtig, auch Bargeld in kleineren Scheinen dabei zu haben, denn es kann keiner wechseln und man muss das Geld passend in den Umschlag legen.
Ich hatte immer ca 40 USD und etliche Münzen im Aschenbecher für solche Fälle.
Dann trennt man den kleinen Abschnitt vom Anmeldeschein ab, der größere Teil kommt mit dem Geld in den Umschlag.
Den kleineren Teil befestigt man an der kleinen Säule mit der Stellplatznummer direkt am Stellplatz, den Umschlag mit dem Anmeldeschein und dem Geld bringt man zu der Box am Info-Board. Meistens ist diese beschriftet mit “Deposit” oder “Fee”.
Und das wars auch schon.
Ist also gar nicht schwer.
Es fahren mehrmals am Tag Parkranger durch den Park und kontrollieren die Anmeldungen bzw vergleichen diese mit den Stellplätzen.
Bei uns war es ein älteres Pärchen, wirklich ganz liebe Leute! Sie klopften bei uns am Wohnmobil, ob ich wirklich alleine mit 3 Kindern dort war. Ich bejahte dies und stellte meine Kinder vor. Wir unterhielten uns noch kurz und dann bekamen die Kinder jeder ein Nationalparkheft mit Rätseln und Bildern zum anmalen.

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Wir parkten unseren Camper, füllten den Anmeldeschein aus und dann gab es erst einmal einen kleinen Snack.

Der Campingplatz liegt wunderbar im grünen, umgeben von Bäumen und fußläufig zum großen Amphitheater des Bryce Canyon.

30 USD hat der Stellplatz gekostet, wie bereits geschrieben gab es weder Strom- noch Wasseranschluss.

Den Generator darf man abends nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit betreiben, da er sehr laut ist.

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Nach einer kleinen Stärkung im Camper gingen wir dann zum Bryce Canyon.

Ich kannte ihn schon aus vielen Reiseberichten und war sehr gespannt, ihn in natura zu sehen.

Ein Weg durch ein Waldstückchen führt zu der oberen Kante des Canyons.

Es war zwar sonnig, aber man spürte die Höhenlage, denn es war recht frisch.

Und dann standen wir an der Oberkante vom Bryce Canyon.

Der Anblick war atemberaubend. Die Kinder waren sprachlos, staunten und ich muss zugeben, dass ich ein Tränchen im Auge hatte. Obwohl ich es von vielen Fotos bereits kannte: Jetzt selber dort zu stehen und das ‘live’ zu sehen flashte mich. Selbst jetzt beim schreiben bekomme ich schon wieder Gänsehaut. Man kann nicht fassen, was man da sieht, welche unglaublich schöne Landschaft die Natur da gezaubert hat!

Wir liefen nur oben am Weg entlang, zwischen Sunsetpoint und Sunrise Point.

Das große Amphitheater

Wir gingen nach rechts – den Berg hinauf.

 

Von dort hat man noch einen besseren Blick auf diese grandiose Landschaft

Ganz oben angekommen gab es eine kleine Pause. Die Kinder hatten Getränke und Snacks im Rucksack.

Es gab keinerlei Absperrungen,…. man stand an der Kante und blickte ein paar Hundert Meter in die Tiefe ……

“Kinder, ihr bleibt auf dem Baumstamm sitzen, und ich mache ein paar Fotos, ok?”

– “Mama, dürfen wir uns hier etwas umsehen?”

Unweigerlich setzte bei mir Kopfkino mit den verschiedensten Horror-Szenarien ein ….

“Nein, ihr bleibt bitte auf dem Baumstamm sitzen, hier gibt es keine Absperrung und da vorne gehts 250 Meter weit runter!”

– “Aber ….”

“NEIN!”

Weiter unten waren Absperrungen und ich war echt erleichtert, aber hier oben war nix ….. Insgeheim hatte ich auch schon etwas Sorge mit meinen 3 Kindern in ein paar Tagen zum Grand Canyon zu fahren…..  Absolut unbegründet, wie ich dann noch heraus finden sollte, denn die Kinder waren um ein vielfaches vernünftiger und hatten mehr Respekt vor der Höhe als so mancher Erwachsener,…. dazu aber im entsprechenden Bericht mehr

Die Kinder picknickten ganz lieb auf dem Baumstamm und ich konnte ein paar Fotos machen, aber immer die Kinder im Blick

Anschließend liefen wir Richtung Sunrise Point, machten aber einen Essensstop im Restaurant von der Bryce Canyon Lodge.

Die Preise waren ok, dafür, dass das Restaurant hier das einzige weit und breit war.

Die Kinderkarte

Wie wir es aus anderen Restaurants in den USA kannten,  bekamen auch hier die Kinder vorab etwas zum beschäftigen, dieses mal ein Wort-Suchspiel, auf englisch.

Die Kinder fanden die Wörter trotzdem und ich erklärte, was das Wort, was sie fanden, bedeutet und wie man es ausspricht.  Also direkt eine kleine Englisch-Stunde
Ein paar deutsche Worte fanden sie aber auch noch, wie zum Beispiel “Muh” oder “Jack” (Jack ist unser Hund)

Das Essen war lecker und sehr reichhaltig ….

Handyfoto und dazu noch meine Tochter abgeschnitten,…… ich hatte genau wie die Kinder einen Bärenhunger und da klappte das mit dem fotografieren nicht mehr ;) :D

Endlich mal keine Nudeln!  ;)

Nach dem Essen wollten wir noch zum Sunrise Point.

Vor dem Gebäude der Bryce Canyon Lodge lag noch Schnee, die Kinder hatten Spaß, darauf herumzuhüpfen

Dieser schöne blaue Vogel ist ein Diademhäher

Zu meiner Erleichterung waren hier wieder alle Wege gut gesichert.

 

Die untergehende Sonne tauchte alles in ein tolles Licht

 

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Obwohl diese Landschaft jedes Foto wert ist, gab es eine Gruppe Menschen, die ihr den Rücken zukehrte ….

Hm, was gibt es denn da zu sehen???

Ahhhhh, alles klar :)

Der kleine Kerl war sich gar nicht bewusst, dass er grad für einen Moment ein kleiner Star war!

 

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Kleines Video:

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Irgendwann liefen wir zurück zum Campingplatz.
Wir wollten noch einmal ordentlich durchheizen, bevor wir gleich den Generator nicht mehr nutzen dürfen würden.

Die Höhenluft schien zudem müde zu machen, denn sowohl die Kinder als auch ich waren froh, als wir uns am eigentlich noch recht frühen Abend in unsere Betten kuscheln konnten.

Die Nacht war eisig, um die 0 Grad…. Als wir morgens wach wurden, waren wir Eisklötze und versammelten uns schon fast traditionell vor dem kleinen Heizlüfter. Der läuft mit Gas und der Zusatz-Batterie und kann so 2 Stunden betrieben werden. Aber in der Nacht hatte ich ihn schon 1/2 Stunde laufen lassen.
Wir tauten dann so langsam auf, zogen uns an und fuhren bereits um 6 Uhr in der früh los. Frühstücken wollten wir später unterwegs irgendwo.
Bevor es auf unsere Tour Richtung Page gehen sollte, machten wir aber noch einen kurzen Stop am Sunrise-Point des Bryce.

Es war sonnig, der Himmel strahlend blau – aber es war auch sehr kalt, gefühlt keine 10 Grad.

 

 

Im Licht der aufgehenden Sonne wirkten die Farben wieder etwas anders als am Tag zuvor

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Aber dann machten wir uns doch bald auf den Rückweg, obwohl die Landschaft so wundervoll ist, lockte uns in dem Moment  die Heizung im Camper doch etwas mehr

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Unser nächstes Ziel: Page!

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Fotos von der Fahrt Richtung Page

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Rehe direkt an der Fahrbahn

 

 

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…… to be continued

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Als nächstes nehme ich euch mit nach Page. Wir schauen uns das “Hufeisen” vom Colorado River an, ausserdem machen wir einen Spaziergang durch den Antelope Canyon!

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Danke, dass ihr wieder einmal dabei gewesen seid!

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USA - Roadtrip an der Westküste