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Monat: November 2019

Ein Spaziergang durch Alanya

Ein Spaziergang durch Alanya


Ein Spaziergang durch Alanya


 

Alanya.
August 2019.
Gefühlte Temperatur: Mindestens 58 °C.  – Kurz vorm persönlichen Siedepunkt.
Tatsächliche Temperatur: 38 °C.

Kurzum:
Perfektes Wetter für einen schönen ausgedehnten Spaziergang.
Kraxelei auf der Historischen Burganlage inklusive.

Aber von Anfang an:

Wir sind im Sommerurlaub an der Türkischen Riviera und die meiste Zeit über geniessen wir unseren typischen Urlaubsstress, bestehend aus Hot-Stone-Massagen, Schnorcheln, Schaumbad usw, in der Ferienanlage Eftalia Village in der Nähe von Alanya.
Bedingung meinerseits für diese für mich doch untypische Art zu urlauben war schon im Vorfeld, dass wir zwei Ausflüge machen.
Der erste Ausflug führte uns auf den traumhaften Green Canyon.
Für den zweiten Ausflug wünschte ich mir einen Spaziergang in Alanya. 18 Jahre ist es her, dass ich das letzte mal dort war und ich war gespannt, was sich dort alles verändert hat.
Die Kinder waren am mosern. Sie hatten keine Lust auf einen Spaziergang. “Mama, keiner geht bei 100 Grad spazieren! Da bleibt man im Pool!” Es erforderte etwas Überredungskunst, damit die Kinder doch mit kamen. Übersetzt heisst das: Es wurde festgehalten, dass es 2x ein Eis geben sollte und wir in diesem Urlaub keinen weiteren Ausflug mehr machen würde. Per Handschlag wurde es besiegelt und ich bestellte für den nächsten Morgen ein Taxi zum Hotel.
Eigentlich würde sich der Dolmus- Bus anbieten, den haben wir damals auch öfters genutzt.  ( -> https://www.tuerkeireiseblog.de/dolmus/ )
Aber wir waren 6 Personen, davon 4 Kinder …., da war mir das zu unsicher.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück stand pünktlich um 10 Uhr unser Taxi beim Hotel.
Die Kinder haben sich Getränke und Snacks in ihre Rucksäcke gepackt und stiegen mittelmäßig gut gelaunt ins Taxi.
Zumindest bei den Jungs stieg die Laune aber schlagartig, als ich von unserem Zwischenstopp erzählte.
Mein Lebensgefährte engagiert sich seit Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr und die Kinder durften sogar schon an Übungen teilnehmen.
Als kleine Überraschung hatte ich einen Besuch bei einer der Feuerwehrwachen bei Alanya organisiert.
Und das war dann auch das erste Ziel des Tages.

Wieder konnte unser Taxifahrer deutsch und erzählte wieder einiges über sich, das Land und Alanya. Er gab uns gute Tipps und Hinweise, welche wir dankend annahmen.

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Angekommen bei der Feuerwehr führte uns einer der Feuerwehrleute durch die Wache. Stolz zeigte er uns die Fahrzeuge und die Ausrüstung und die Kinder durften sogar einmal im Feuerwehrauto Platz nehmen.

Die Überraschung war gelungen!

Danach begann dann aber unser eigentliches Sightseeing- Programm.

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Ein paar Allgemeine Infos zu Alanya:

Einwohner (2018):  312.319
Größe: 1.577 km²
Bevölkerungsdichte: 198 Einwohner je km²

Der Name Alanya ist zurückzuführen auf den Sultan Alaiye, welcher die Stadt im 13. Jahrhundert als Winterresidenz nutzte und die Stadt daher Alaiye – Stadt des Ala – genannt wurde. In Lateinischen Quellen hieß sie Alaya. 
1933 benannte Kemal Atatürk die Stadt dann in Alanya um.

 

Apropos Atatürk:
Uns fielen in der Türkei immer wieder Fahrzeuge auf, welche die Unterschrift von Mustafa Kemal Atatürk trugen.

 

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Atatürk wurde im Jahr 1923 Präsident der Republik Türkei.In seiner Amtszeit setzte er viele teils sehr revulotionäre Neuerungen um, wie zB das Wahlrecht für Frauen oder aber das Familiennamengesetz, welches ab Januar 1935 jeden Bewohner der Türkei dazu verpflichtete, einen Nachnamen zu tragen. Dies galt natürlich auch für das Staatsoberhaupt, welcher bis dahin den Namen Mustafa Kemal Pascha (= Mustafa Kemal Herrscher) trug. Durch die Große Nationalversammlung der Türkei wurde dem Staatsoberhaupt der Name „Atatürk“ (Vater der Türken) gegeben. Der Name Atatürk ist bis heute gesetztlich geschützt, niemand sonst darf diesen Namen tragen. Seine Unterschrift stammt vom Kalligrafen Hagop Vahram Çerçiyan. Er entwarf mehrere Unterschriften, aus welcher sich Atatürk dann eine aussuchen durfte.
Seine ausgewählte Unterschrift ziert heute sehr viele Fahrzeuge, zunehmend auch in Deutschland.
Bei vielen aus Nationalstolz, bei manchen aber auch, weil sie die aktuelle Politik verachten und für sie immer noch Atatürk der einzig wahre Präsident sei.
Eine Frau antwortete mir, dass Atatürk wie kein anderer Präsident die Rechte der Frauen gestärkt habe und sie ihn aus dem Grund immer noch verehren würde.
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Unser Spaziergang durch Alanya

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Wir starteten an dem kleinen Park am Kleopatra Strand (auf der Karte oben links)  bzw bei der kleinen Höhle Damlataş Mağarası, welche sich auf der Karte rechts vom Kleopatra- Strand befindet.

 

Über den Park führt die Seilbahn, mit welcher man hoch zur Burg fahren kann.

 

Wenn mein Übersetzungstool recht hat, steht da, dass man die Katzen nur an den offiziellen Futterstellen füttern soll und das man Hunde nur an die Leine führen soll
Der kleine Park direkt am Kleopatra- Strand
Er gehört zu den berühmtesten und schönsten Badestränden der Türkei.
Ein wahrer Traumstrand mit Cafes, Toilettenanlagen, WLAN, …… Nachteil ist aber, dass er nach wenigen Metern schon verhältnismäßig steil abfällt, daher ist er mit kleineren Kindern nur bedingt geeignet
Eingang zur Höhle

Damlataş Mağarası – Die Damlataş Höhle in Alanya

Die Damlataş – Höhle ist eine Stalaktitengrotte, welche 1948 bei Hafenarbeiten zufällig entdeckt wurde. Ein Bürger von Alanya hatte aus Deutschland gehört, dass die Höhlenluft eine heilende Wirkung bei bestimmten Atemwegserkrankungen haben soll und in daraufhin eingeleiteten Untersuchungen wurde dies bestätigt. Seitdem können Besucher für ein kleines Eintrittsgeld die Höhle besuchen und bei konstanten 23 Grad auf einer der vielen Bänke verweilen.

Ich persönlich dachte immer, die Höhle wäre größer, so wie wir es aus dem Harz oder Sauerland kennen.
Jedoch ist sie recht klein, man geht einen kleinen Weg und eine Treppe hinab – das wars.

 

Schön anzusehen ist es trotzdem und zudem auch eine nette Abkühlung.
Verließ man die Höhle, wurde man von der Hitze erschlagen….

Im Anschluss daran gab es für die Kinder das vertraglich festgesetzte 1. Eis des Tages. Und auch eines für uns. Abkühlung musste sein.

 

Nächstes Ziel:

Die Seilbahn ( = Teleferik) hoch zur Burg von Alanya

Die Talstation liegt auf der anderen Seite von dem kleinen Park.

Die Fahrt kostet für Erwachsene hin und zurück 20 TL, für Kinder 10 TL.
Für uns also 80 TL -> ca 15 Euro

Dafür kommt man bequem und schnell hoch zur Burg und hat nebenbei noch eine wundervolle Aussicht auf den Kleopatra- Strand

 

Ungefähr mittig im Bild liegt der Eingang zur Damlataş Mağarası
Der Kleopatra- Strand
Was für eine Aussicht!!!!

 

Die Burg von Alanya

Die Burganlage von Alanya ist die bekannteste Sehenswürdigkeit der Region.
Auf einer Felsnase über dem Ort thront die Burg und bietet somit unter anderem auch viele schöne Panorama- Ausblicke auf die Stadt und das Umland.
Es ist nicht genau bekannt, wann sie errichtet wurde. Was man jedoch sicher weiß, ist, dass der Piratenkapitän Diodoros Tryphton den Burgberg im 2. Jahrhundert v. Chr. zu seinem Hauptquartier machte um von dort aus lange Jahre die Mittelmeerküste bis Antalya zu beherrschen.
Grund dafür war, dass die Lage auf einer Felsnase weder vom Land, noch vom Meer aus leicht zugänglich war.
Die Festung, wie man sie heute noch besichtigen kann, wurde von den Seldschuken gebaut.
Von weitem sichtbar sind die malerischen Festungsmauern, welche insgesamt über 6 km lang sind.
Die Äußere Stadtmauer hat ihren Start und Endpunkt beim roten Turm. Insgesamt umfasst die Mauer übrigens 140 Türme.
Der Bereich, welche die äußere Stadtmauer umgibt, heißt Dis Kale.
Desweiteren gibt es noch die Mittlere Festung (= Orta Kale) und die Innere Festung (= Ic Kale). Die Innere Festung umfasst den am höchsten gelegenen Teil der Festung und umschließt den Sultanspalast, die alte Kirche aus dem 11. Jahrhundert sowie ein paar weitere Gebäude.
In der Burganlage findet man alle typischen Gebäude einer antiken Stadt wie zB Moscheen, Zisternen, Marktplätze und traditionelle Häuser.

Weitere Infos zu der Burg:

https://www.alaturka.info/de/tuerkei/tuerkische-riviera/alanya-gazipasa/244-festung-alanyahttps://www.alaturka.info/de/tuerkei/tuerkische-riviera/alanya-gazipasa/244-festung-alanya

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Oben angekommen hat man einen wundervollen Ausblick auf die andere Seite des Berges, auf welchem die Burg steht.
Zu sehen ist die Hafenanlage, die Promenade und der rote Turm – der Kizil Kule.

Hinweis: Es gibt viele Treppen dort oben, hoch, runter, kaum ein Weg ohne Stufen.

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Aussicht auf den Hafen von Alanya
Alanya Deniz Feneri – der Leuchtturm im Hafen
Im Hafen liegen viele Piratenschiffe, auf welchen die Touristen Party-Ausflüge machen können

Die alten Gemäuer, im Hintergrund der Kleopatrastrand – und irgendwo am Horizont ist auch unser Hotel. Wir konnten vom Strand aus abends die beleuchtete Burg sehen

Oben gibt es ein paar Geschäfte und Cafes – und für die Kinder Eis Nr. 2
Süleymaniye Cami

Betreten darf man die Mosche nur ohne Schuhe, mit bedeckten Schultern, sauberer Kleidung, bedeckten Beinen und bei Frauen müssen auch die Haare bedeckt sein. Vor dem Eingang kann man sich Tücher leihen

In verschiedenen Schriften heißt es, ein Gebet in der Gemeinschaft sei 25 Mal so viel wert wie ein Gebet zu Hause. Gebetet wird in Richtung der Kaaba (Zentralheiligtum in Mekka). Über die Türme an der Moschee – den Minaretten – wird zum Gebet aufgerufen. Übrigens: Ein Muslim betritt die Moschee mit dem rechten Fuß und verlässt sie mit dem linken.

Wir gingen weiter, in welche Richtung weiß ich nicht mehr genau. Aber irgendwann standen wir vor einem Taxi und aufgrund der Hitze beschlossen wir, nicht den kompletten Weg zum Hafen zu laufen, sondern mit dem Taxi zu fahren.
Vor der Fahrt verhandelte ich einen Preis und dann ging es los.
Unser Taxifahrer konnte gut deutsch, er war schon öfters im Winter im Ruhrpott bei seinem Bruder, um ihm in seinem Restaurant zu helfen, aber ihm gefallen die kalten, nassen Winter in Deutschland nicht.
Da hatten wir direkt was gemeinsam …..

 

Ob wir schöne Aussichten mögen, frug er – Ui, konnte er etwa Gedanken lesen? Er zeigte auf den Platz vor uns und sagte, von dort hätten wir eine ganz wundervolle Aussicht über Alanya und schlug vor, dort einen kleinen Zwischenstop einzulegen.

Die Aussicht war wundervoll.

Der Hafen von Alanya und eines der bekanntesten Bauwerke der Stadt, der Kizil Kule – der rote Turm. Ein wichtiger Bestandteil der Festungsanlage.

 

 

Vergleichsfoto 2001 (Sorry für die Qualität, irgendwann bei Gelegenheit suche ich die Originale raus und scanne sie neu ein)

 

 

 

Das Zirpen der Grillen (mit Video) 

Auf dem Weg zurück zum Taxi hat eines der Kinder gefragt, welche Tiere dieses zirpende Geräusch machen würde. Wir hörten es ständig, konnten aber noch nie ein Tierchen entdecken, welches diese Geräusche macht.

“Ah, Moment.” rief unser Fahrer, kletterte halb auf einen Baum und kam mit zwei geschlossenen Händen zu uns zurück.
In seinen Händen habe er das Tierchen, eine Grillenart.
Er erklärte viel dazu und zeigte den Kindern das große Insekt
Danach setzte er wieder auf einen Ast im Baum.

 

Video:

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Das sind die Tierchen, welche man dort überall hört

 

Weiter ging die Fahrt.

 

 

Er fragte, wo wir hin wollten und ich erzählte ihm von einem Park, in welchem ich vor 18 Jahren war und dass ich ihn gerne noch einmal sehen wollte.
Er schlug uns einen Spaziergang vor, welcher kurz oberhalb vom Kizil Kule beginnen würde und durch den Hafen zum Park führen würde.
Und an dem Park würde er uns dann zu einer festen Uhrzeit abholen und zurück zum Hotel bringen.
Dankend nahmen wir das Angebot an

An diesem Platz begann der Weg, unterhalb der Burg, kurz oberhalb vom Roten Turm

Maps: https://www.google.de/maps/@36.5350295,31.9973917,3a,90y,58.87h,82.21t/data=!3m6!1e1!3m4!1sRVh0CSpkaEYGx_ZaB0Ntiw!2e0!7i13312!8i6656

 

 

So ganz einfach war der Weg nicht zu laufen, hat aber Spaß gemacht!

 

 

Vergleichsfoto 2001 (Sorry für die Qualität, bei Gelegenheit suche ich die Originale raus und scanne sie neu ein)

 

Wie viele Menschen wohl schon über diesen alten Weg gegangen sind ….

 

Nach einem kurzen Spaziergang erreichten wir den Roten Turm , besichtigten ihn aber lediglich von außen

 

 

 

 

Im Hafen lagen mehrere Touristenschiffe

 

Ich erkannte den Hafen kaum wieder. Aber es war ein schönes Gefühl, wieder dort sein zu dürfen

 

 

An der Promenade am Hafen reiht sich ein Restaurant ans andere. Fast alle haben Menükarten in mehreren Sprachen, u.a. auch deutsch. Wir gönnten uns ein Eis und liefen Richtung Park

 

 

Foto aus 2001 (Sorry für die Qualität, bei Gelegenheit suche ich die Originale raus und scanne sie neu ein)
Foto aus 2001 (Sorry für die Qualität, bei Gelegenheit suche ich die Originale raus und scanne sie neu ein)

 

 

Und dann waren wir da! Der Alanya Belediyesi Kedi Parkı  – Der “Katzenpark”

 

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Vor 18 Jahren war dies mein absoluter Lieblingsplatz und ich habe mich oft gefragt, ob es diesen Park überhaupt noch gibt.

Es gab ihn und er war noch schöner, als ich ihn in Erinnerung hatte. 

 

2001 und 2019. 18 Jahre. Wenn ich überlege, was in dieser Zeit alles passiert ist …….

 

 

Am Parkeingang gab es einen Kiosk, wir kauften uns erfrischende Getränke, suchten uns einen Platz im Schatten und verweilten an diesem schönen Ort, denn bis zur vereinbarten Abholzeit hatten wir noch fast 1/2 Stunde Zeit.

….. einfach nur glücklich …..

 

 

 

Nicht alle Katzen sahen so gesund aus wie dieser kleine Fratz. Gefüttert werden sie in dem Park, aber ich weiß nicht, ob sie auch medizinisch versorgt und kastriert werden. (Hoffentlich werden sie….. )

 

Die Zeit verging wie im Fluge. Die Kinder streichelten die Katzen und wir genossen einfach die Zeit dort. Mitten im trubeligen Alanya hatten wir eine kleine Ruheoase gefunden, eine Wohltat –  vor allem in Hinblick auf unsere Hotelanlage mit den vielen Gästen und dem Geräuschpegel im Restaurant …… 

Aber ….. irgendwann war es Zeit zu gehen ….. leider …… 

Pünktlich wie vereinbart war unser Taxifahrer am Treffpunkt. 

….. bye bye Alanya ….. Es war wieder sehr schön hier!

Bananenplantagen

 

Im Hotelzimmer wurden wir wieder von 2 Schwänen begrüsst.

 

 

Der Rest vom Tag lief ab wie eigentlich immer ….. Abendessen, etwas am Strand spazieren, Skibbo und Uno spielen irgendwo am Pool mit Cocktails, Kakao und Eistee. 

 

Das war unser Ausflug nach Alanya. Ich hoffe, es hat euch gefallen! 

Danke, dass ihr dabei ward, bis zum nächsten mal !!!!!! 

 

Links: 
https://www.erkunde-die-welt.de/2019/02/28/steckbrief-tuerkei/

 

Ein Spaziergang durch Alanya

Türkei: Ausflugstipp -> Der Green Canyon und die Wasserfälle bei Manavgat

Türkei: Ausflugstipp -> Der Green Canyon und die Wasserfälle bei Manavgat


Türkei: Ausflugstipp -> Der Green Canyon und die Wasserfälle bei Manavgat


 

Was genau ist der Green Canyon?

25 Kilometer ins Landesinnere, hinter der Ortschaft Manavgat, liegt der Oymapinar – Stausee. Er ist 470 Hektar groß.
Die drittgrößte Talsperre der Türkei ist ein beachtliches Bauwerk. 360 Meter ist sie lang und hat eine Gesamthöhe von 185 Metern.
Errichtet wurde die Staumauer und der Stausee zwischen 1977 und 1984, Hauptauftragnehmer des Bauprojektes war die deutsche Firma Bilfinger und Berger aus Mannheim.
In einer unterirdischen Kaverne im Fels befinden sich ein Kraftwerk mit 4 Turbinen, welches mit einer maximalen Leistung von 540 MW  3 % der gesamten türkischen installierten Leistung erbringt.
Vom Stausee aus schlängelt sich der Green Canyon durch die schroffe Felslandschaft der Ausläufer vom Taurusgebirge.
Knapp 6 Kilometer kann man durch den Canyon schippern, bis man am Ursprung ist, wo das Wasser über die Felsen sprudelt.

 

Wo liegt der Green Canyon?

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Wie kann man den Green Canyon besichtigen?

Wer bietet Schifffahrten auf dem Green Canyon an?

Je nach Anbieter kostet der Ausflug ab eurem Hotel 25 – 75 Euro
Manche Anbieter inkludieren Getränke auf der Fahrt und auf dem Schiff, fast alle Anbieter bieten im Ausflugspaket ein Mittagessen an
Die Ausflüge finden nur an bestimmten Tagen von Frühjahr bis Herbst statt, daher am besten direkt am Anfang vom Urlaub oder bereits von zu Hause informieren, wenn man den Green Canyon gerne besichtigen möchte

Möglichkeit 1:
Direkt im Hotel nachfragen
Möglichkeit 2:
Den Reiseveranstalter fragen. Er hat regelmäßig “Sprechstunde” in eurem Urlaubshotel
Möglichkeit 3:
Die örtlichen Reisebüros rund ums Hotel im Urlaubsort
Möglichkeit 4:
Mit einem Mietwagen selber hinfahren (aber dann vorher die Boots-Abfahrtzeiten, welche meistens vormittags sind, unbedingt erfragen!)
Möglichkeit 5:
Google anwerfen.
Hier ein paar Beispiele für buchbare Touren in den Green Canyon
https://www.touralanya.com/de/bootstour-durch-den-green-canyon-ab-antalya
https://www.getyourguide.de/antalya-l172/green-canyon-ganztaegige-bootstour-t69770/
https://gotui.com/de/turkei/side/green-canyon/info/X-TR0-GREEN%20CANY
https://www.viator.com/de-DE/tours/Side/Ship-Cruise-on-the-Green-Canyon-with-lunch-and-free-drinks/d23557-13266P36

 

Unser Ausflug zum Green Canyon und den Wasserfällen von Manavgat

 

Hätten wir das Ausflugspaket von TUI gebucht, hätte uns das über 200 Euro gekostet. Wir sind 2 Erw und 4 Kinder, da summiert es sich.
Individualität bei so einer Tour? Fehlanzeige.

Bereits vor Jahren in Dubai habe ich gute Erfahrungen gemacht, eine Rundfahrt mit dem Taxi zu unternehmen.
Die mehrstündige Tour kreuz und quer durch Dubai mit ganz vielen Infos und Stopps an unseren Wunschplätzen hat uns damals keine 100 Euro gekostet

Und somit erkundigte ich mich im Hotel, wie teuer uns eine Taxifahrt zum Green Canyon kosten würde.
Sie war günstig, die Benzinpreise sind für unsere Verhältnisse in der Türkei sehr niedrig.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück holte uns das Taxi ab.
Unser Fahrer hieß Mustafa,  konnte gut deutsch und hat uns sehr viel über das Leben und die Kultur in der Türkei erzählt.
Bei einem Tankstop sagte er, dass Benzin für die Menschen dort gar nicht so günstig wäre. Die Gehälter in der Türkei sind niedrig, ein Taxifahrer verdiene ca 500 Euro in den touristenstarken Monaten. Im Winter verdiene mal als Taxifahrer so gut wie gar nichts und eine soziale Absicherung, wie man es aus Deutschland kennt, gibt es auch nicht. Daher muss man in den Sommermonaten bereits für den Winter ‘mitverdienen’
Es gibt sogar manche Berufe, in denen gäbe es so gut wie gar keinen Lohn und die Bezahlung bestünde so fast ausschließlich von den Trinkgeldern der Touristen.
Daher freuen sie sich nicht nur über ein paar Euros mehr, sondern sind teilweise sogar darauf angewiesen, um ihre Familie zu versorgen.

Er kannte auch den Green Canyon, hat selber schon einmal eine Schifffahrt dort gemacht und schwärmte von der wundervollen Natur.

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Unsere Route:

Die Freundin meiner Tochter war fast zur gleichen Zeit an der Türkischen Riviera. Der Taxifahrer hat meiner Tochter dann sogar das Hotel gezeigt, aber Zeit für einen Stop hatten wir nicht, da die Boote auf dem Green Canyon bis mittags alle weg sein würden

 

 

Der Weg führte an Bananenplantagen dabei.
Alle paar Hundert Meter gibt es direkt an der Strasse einen Verkaufsstand, Bananen direkt von der Plantage
Wir baten den Fahrer, auch kurz anzuhalten, weil wir die Bananen probieren wollten. Unser Fazit: Zwar etwas kleiner als die Bananen bei uns im Supermarkt, aber dafür doppelt so lecker!

 

Die Fahrt führte durch das malerische Hinterland der türkischen Riviera. Den ganzen Trubel im Hotel vergisst man hier schnell

Ortseingang von Manavgat
An den Ampel läuft eine Anzeige, wie lange sie noch grün bzw rot ist

Manavgat
Manavgat Municipality Atatürk Culture Center
Der Fluss Manavgat
Oymapınar Side Su Kemeri – ein altes Äquadukt

 

Wieder überqueren wir den Manavgat.

 

Die Staumauer und das Kraftwerk

 

Durch diesen Tunnel muss man durch
Hinter dem Tunnel erwartet einen dann diese schöne Aussicht

Ein paar Hundert Meter hinter dem Tunnel gibt es einen Parkplatz und eine kleine Plattform.
Von hier fahren die Boote über den Canyon, daher stehen hier auch oft etliche Busse

Wir hatten zunächst einmal Pech, denn alle Boote waren weg.

Hm, schade.

Wir blieben noch eine Weile am Parkplatz und genossen trotz allem die Aussicht über den Stausee

Glasklares Wasser

Mustafa hatte indess telefoniert und rief uns zurück zum Taxi.

Er sagte, es gäbe doch noch eine Möglichkeit für eine Boots- Tour.

Wir fuhren zurück zur Strasse und dann ca 2,5 km am See entlang zu einem Lokal.

 

Eine Treppe führte zum Lokal

 

 

Im Lokal gab es auch einen Souvenirshop, ausserdem hatte man die Möglichkeit, eine individuelle Bootstour zu buchen.
Der Anbieter kam aus Deutschland und somit konnten wir gut verhandeln.
Mustafa ermutigte uns, es unbedingt zu machen, da der Canyon sehr lohnenswert ist.
Er würde dann in der Zeit warten.

Wir buchten ein kleines Boot samt Kapitän.
Zusammen mit den Taxikosten lagen wir jetzt keine 100 Euro über dem, was unser Ausflug bei TUI gekostet hätte.
Allerdings auch nur deswegen, weil man bei TUI die Ausflüge pro Person bezahlt, beim Taxi und beim Boot aber pro Fahrzeug.
Mit 6 Personen rechnet sich das manchmal eben doch, es individuell zu machen.
Wenn man nur zu zweit oder zu dritt ist, rechnet sich das nicht.

Wir aber haben das Boot gechartert, mit Kaptain hatte es Platz für 8 Personen.  Weil wir somit noch einen Platz auf dem Boot frei hatten, luden wir Mustafa ein, mitzukommen.
Er hat sich sehr gefreut darüber.

Im Preis inklusive war auch ein Mittagessen.
In Buffetform gab es Fleisch, Fisch, Nudeln, Reis, Salate, Gemüse usw.

Nach einiger Zeit kam unser Kaptain und sagte, dass die Tour gleich losgehen würde.

Mustafa hat sich auf dem Weg zum Boot nochmals bedankt und in der Zwischenzeit seine Badesachen aus dem Taxi geholt.

Zwischendurch bezog es sich, aber es blieb die ganze Zeit trocken und überwiegend sonnig.

Traumhaft!

Zwischendurch war Zeit für eine Badepause in dem klaren, frischen Stausee. Aus Sicherheitsgründen aber nur mit Schwimmweste, obwohl meine Jüngste eine gute Schwimmerin ist
Türkische Wespen sind um einiges größer

 

Atemberaubend, durch diese Kulisse mit einem Boot zu fahren!

 

 

Gewitterwolken hinter den Bergen. Auf dem See verschonten sie uns aber noch …..

 

 

Das war unsere Tour mit Taxi und Boot. Dort, wo Green Canyon steht, war die erste kleine Aussichtsplattform, von welcher eigentlich die Boote ablegen. Das Restaurant ist mittig an der Südseite vom See. Der lange blaue Strich nach oben-mittig- rechts ist der eigentliche Canyon

 

Nach dem Anlegen tranken wir noch etwas im Restaurant, unsere eigenen Getränke waren auf dem Boot warm geworden

 

Die Gewitterfront zog weiter. Ich konnte ja nicht ahnen, dass sie sich vorgenommen hat, mich zu verfolgen …..

Regen. Im August. In der Südtürkei.
Och nöööö…..

Im Gespräch kamen Mustafa und ich auf das Thema Ruinen und er wusste eine wirklich tolle Anlage, welche auch nur ein kleiner Abstecher war.

Seleukeia (Lybre)

Die Stadt wurde ca 300 v.Chr. errichtet und war erstaunlich fortschrittlich.

Gerne hätte ich mir die Ruinen alle angesehen, denn die Ruinen ließen in meinem Kopf direkt Geschichten aus der damaligen Zeit abspielen.
Aber:
Ich war grad bei der ersten Ruine, da donnerte es gewaltig. Oha ….. So schnell es der Weg zuließ, machte ich mich auf den Weg zurück zum Parkplatz. Unterwegs blitzte und donnerte es nahezu gleichzeitig und ich war mitten auf einer Waldkuppel mit vielen Bäumen ….. Puh, da wurde mir doch etwas anders und ich war erleichtert, als ich wieder am Parkplatz war.
Die Kinder saßen schon wieder im Auto, sie waren mit Stephan am Parkplatz geblieben und wollten nach einem kleinen Mini – Picknick eigentlich nachkommen.

Vor dem Gewitter hatte ich schon ein paar Fotos gemacht

Eine riesige Anlage, idyllisch inmitten eines Pinienwaldes
Heuchlerisch blauer Himmel. Das Gewitter kam hinterrücks von hinterrücks!

Das waren die Häuser von damals. Heute stehen viele davon leer

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Unser nächstes Ziel:

Die Wasserfälle von Manavgat!

 

 

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Die Wasserfälle von Manavgat sind eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten und dementsprechend viel Kommerz findet man da, angefangen damit, dass man Eintritt zahlen darf. 
Nur ein paar Lire, nicht viel. Aber Eintritt. 

Danach betritt man einen riesigen Platz, auf den man an jeder Ecke noch mehr Geld ausgeben kann. 
Eis, Getränke, Souvenirs ohne Ende, Bekleidung, Snacks,  Fotos mit Papagei auf der Schulter, Restaurant usw. 
Wir waren erst einmal etwas erschlagen von der Menge an Menschen und den Angeboten dort. 
Es gab für die Kinder ein Eis, ich gönnte mir einen schön kühlen Eistee und dann erinnerten wir uns, warum wir überhaupt hier waren: Um die Wasserfälle zu sehen. 

Auf 30 Meter Breite stürzt das Wasser laut tosend 4 Meter in die Tiefe. 
Das ist auf jeden Fall ein Ausflug wert. 

Wenn man dort nicht vorhat zu Essen o.ä., ist man jedoch kaum länger als 1 Std dort. 

Genau 2 Sekunden nach dem Foto schwappte eine Welle auf die Terrasse und wir bekamen ziemlich nasse Füße

Wir waren nicht lange dort. 
Einmal gucken, Fotos von jedem plus das obligatorische Selfie – und dann gingen wir zurück zum Taxi. 

 

Nächster Halt: 

Eftalia Village. 

Ohne weitere Zwischenstopps fuhren wir zurück zum Hotel. 
Wir bedankten uns mehrfach bei Mustafa für den tollen Tag, er bedanke sich wiederum für die Bootsfahrt und eigentlich wollten wir direkt die nächste Fahrt reservieren, aber leider war er da schon verplant. 

Wieder ein Tag zu Ende. 

Wir gingen uns etwas frisch machen und standen pünktlich zum Abendessen vor de Restaurant, damit wir auch ganz sicher einen Platz bekamen und wie jeden Abend ließen wir den Tag mit (alkoholfreien) Cocktails und Kakao und Kartenspiele mit den Kindern ausklingen

 

Ich hoffe, die Tour hat euch gefallen und ich konnte euch mal ein paar schöne Orte abseits des Tourismus an der Türkischen Riviera zeigen. 

Eigentlich hätte das Lust auf mehr Fahrten ins ruhige Hinterland gemacht, aber da wurde ich von 1:5 überstimmt ….. 

 


 

 

Türkei: Ausflugstipp -> Der Green Canyon und die Wasserfälle bei Manavgat