Ein Nachmittag in München
Wir verbrachten unseren Herbsturlaub in Bayern.
Einiges hatten wir schon unternommen. Wir haben uns zum Beispiel Schloss Neuschwanstein angesehen, sind durch die Partnachklamm gewandert und waren auf der Zugspitze.



Seiteninhalt
- Das Maximilianeum in München
- Die Frauenkirche in München
- Das Rathaus von München mit Glockenturm und Panoramaaussicht
- Der Englische Garten
- Häufige Fragen zu einem Nachmittag in München
- Ausflugstipp: Ein Besuch bei der Walhalla bei Regensburg und die Burgruine Donaustauf
- Ein Nachmittag im verschneiten Hamburg
- Zwischenstopp an der Allianz – Arena, eine ganz besondere Herausforderung und Kaffeepause am Chiemsee
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Wenn du historische Altstädte, bekannte Sehenswürdigkeiten und Spaziergänge durch Städte liebst, dann könnten auch diese Berichte etwas für dich sein:
Wir ließen es an dem Morgen daher etwas ruhiger angehen und genossen unser reichhaltiges Hotelfrühstück in aller Ruhe.
Weil wir in Lenggries Hotelgäste waren, beinhaltete das eine Gästekarte, mit der wir einiges kostenlos oder günstiger unternehmen konnten.
So überlegten wir beim Frühstück gemeinsam, was wir unternehmen könnten, woran auch alle Spaß hätten. Die Entscheidung fiel auf eine Fahrt auf das Brauneck, sozusagen den Hausberg von Lenggries.
Für den Abend hatten wir uns mit meiner in München lebenden Cousine und ihrer Familie verabredet. Um 18 Uhr wollten wir sie im Englischen Garten treffen.
Somit stand unser Tagesplan und ich genoss in Ruhe noch einen weiteren Kaffee. Etwas Urlaub musste schließlich auch mal sein.
Bericht: Unser Hotel Arabella Brauneck in Lenggries und die Fahrt auf dem Brauneck
Als wir oben auf dem Brauneck waren, sahen wir am Horizont München und mit dem Fernglas sogar die Allianz-Arena.


Und als wir dort oben auf dem Brauneck im Café saßen und uns nach einer kleinen Miniwanderung mit einer heißen Schokolade belohnten, überlegten die Kinder und ich, ob wir nicht etwas früher nach München fahren sollten, um uns einmal den Marienplatz mit seinem pittoresken Rathaus anzusehen.
Eigentlich wird ein Nachmittag dieser schönen Stadt natürlich niemals gerecht, aber für einen ersten Eindruck erschien uns das trotzdem gut.
So viel sei schon an dieser Stelle gesagt: Wir kommen auf jeden Fall wieder, und dann nehmen wir uns auch ein paar Tage Zeit, um die Stadt in Ruhe zu erkunden.
Wir verabschiedeten uns von unseren Eltern, die noch weiter oben auf der Panoramaterrasse bleiben wollten. Mit der nächsten Bahn fuhren wir wieder zurück ins Tal und starteten von dort am frühen Nachmittag bei nicht mehr ganz so schönem Herbstwetter Richtung München.

Etwas über eine Stunde dauerte die Fahrt.
Wir parkten in der Tiefgarage Hofbräukeller APCOA. So mussten wir nicht direkt ins Zentrum fahren, waren aber dennoch schon recht zentral und auch nicht allzu weit vom Englischen Garten entfernt.
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Weitere InformationenDas Maximilianeum in München
Von dort liefen wir durch die durch den Herbst malerisch verfärbten Grünanlagen zum Maximilianeum.

Seit 1876 beherbergt das Maximilianeum die gleichnamige Stiftung für begabte Studierende aus Bayern und der Pfalz.
Von den vielen Abiturientinnen und Abiturienten mit Spitzennoten werden jährlich nur sehr wenige aufgenommen. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten freie Kost und Logis für die Dauer ihres Studiums sowie weitere Fördermöglichkeiten wie Sprachkurse oder Auslandsaufenthalte.
Seit 1949 ist das Maximilianeum außerdem Sitz des Bayerischen Landtags.
Der Grundstein wurde am 6. Oktober 1857 durch König Maximilian II. gelegt. Erst 1874 war der Bau nach mehreren Nachbesserungen aufgrund statischer Probleme endgültig fertiggestellt. König Maximilian II. erlebte die endgültige Fertigstellung allerdings nicht mehr.
Noch am Todestag seines Vaters bestieg sein 18-jähriger Sohn den Thron: Ludwig II., den du spätestens seit meinem Bericht über Schloss Neuschwanstein kennst.
Bis 1918 war nicht nur die Stiftung im Maximilianeum untergebracht, sondern auch die königliche Pagenschule. Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil des Gebäudes zerstört, nach Kriegsende aber wieder aufgebaut. Da auch das historische Gebäude des Bayerischen Landtags schwer beschädigt worden war, zog der Landtag 1949 mit in das Maximilianeum.
Beim Bau einer Tiefgarage machte man 1998 einen sensationellen Fund: den ursprünglichen Grundstein des Maximilianeums. Darin befanden sich unter anderem Porzellantafeln mit Porträts von König Maximilian II. und Marie von Preußen, ein Modell einer Dampflokomotive, Baupläne und verschiedene Münzen.
Die Gegenstände sind heute teilweise restauriert im Maximilianeum ausgestellt.




Eine weitere Besichtigung als von außen war nicht möglich, also machten wir uns auf den Weg über die Maximiliansbrücke Richtung Innenstadt.









Und dann standen wir plötzlich in einer anderen Welt.
Die Maximilianstraße beherbergt die teuersten Geschäfte von München. Die Kinder entdeckten direkt die Nobelautos, die vor den Geschäften parkten. Und ich als Touri-Frau mit Rucksack und vier Kindern kam mir in dieser für mich fremden Welt aus Luxus und Dekadenz völlig deplatziert vor.


In den Schaufenstern entdeckte ich Artikel, für die ich mehrere Monate arbeiten müsste, um sie mir zu kaufen.
Luxusartikel und Statussymbole sind allerdings nicht meine Welt. Lieber investiere ich mein Geld in Reisen mit den Kindern, denn das füllt mein Herz sehr viel mehr als jede teure Handtasche.
Also liefen wir recht schnell weiter, auch wenn vor allem die Jungs sich das ein oder andere Auto gern noch länger angesehen hätten.
Wir erreichten dann den Max-Joseph-Platz. Gleich mehrere Gebäude dominieren dort die Ansicht.
Die Fotos entstanden an dieser Stelle der Einfachheit halber mit meinem Handy.




Wir waren nun schon eine ganze Weile auf den Beinen. Mir war nach Kaffee. Und was fällt einem Kaffeeliebhaber bei der Kombination Kaffee und München ein? Natürlich Dallmayr.
Das Dallmayr-Haus liegt gleich um die Ecke vom Max-Joseph-Platz in Richtung Innenstadt.

Leider hatten aber offenbar sämtliche Kaffeedurstigen aus der Umgebung dieselbe Idee. Keine Chance für mich und die vier Kinder, einen Platz zu bekommen. Es war laut, wuselig und voll. Sehr voll. Tragisch, denn es duftete herrlich nach Kaffee.
Es nützte nichts, wir verließen den Laden wieder.
Und gingen weiter Richtung Marienplatz. Denn wir hatten ein Ziel: einmal hoch auf den Rathausturm. Das war der eigentliche Grund, warum wir schon am Nachmittag nach München gefahren waren, obwohl wir erst am Abend dort verabredet waren.

Und nur wenig später erreichten wir den Marienplatz.
Für eine Weile waren wir etwas sprachlos. Sprachlos wegen der schönen Gebäude, vor allem wegen des Rathauses. Sprachlos wegen der vielen Menschen. Es dauerte ein paar Minuten, bis wir uns orientiert hatten.
Das Rathaus, der Marienplatz, die Frauenkirche, die Mariensäule. Alles Orte, die man schon zigmal im Fernsehen gesehen hat – und nun standen wir selbst dort. Das war schon ein kleiner Wow-Moment.


Wir konnten aber nicht direkt auf den Rathausturm. Es fehlte etwas. Genau: Kaffee. Ich brauchte wirklich dringend einen.
Eine ruhige Ecke und einen leckeren Snack mit Kakao und Kuchen für die Kinder und Kaffee für mich fanden wir schließlich im Galeria Kaufhof. Den schönen Ausblick gab es gratis dazu.

Nach der angenehmen Stärkung waren wir motiviert genug, uns zurück ins Getümmel des Marienplatzes zu stürzen.
„Mama, können wir uns nicht erst die Kirche angucken? Wir sind doch jetzt ganz nah!“
Manchmal überraschen mich meine Kinder. Vielleicht liegt es auch an meiner Vorliebe für sakrale Bauten. Also gingen wir zuerst zur Frauenkirche, ebenfalls ein weltberühmtes Wahrzeichen von München.
Die Frauenkirche in München
Die Dom- und Stadtpfarrkirche heißt eigentlich „Zu Unserer Lieben Frau“. Den Namen verdankt sie ihrer Schutzherrin, der Gottesmutter Maria.
Gebaut wurde sie von 1468 bis 1488. Die markanten Hauben auf den beinahe 100 Meter hohen Türmen wurden erst 1525 aufgesetzt. Sie sind an den Felsendom in Jerusalem angelehnt. Grund für die verspätete Fertigstellung waren Geldmangel und der Tod des Baumeisters Jörg von Halspach.
Das Kirchenschiff ist knapp 110 Meter lang, 40 Meter breit und 37 Meter hoch.
Normalerweise ist der Südturm begehbar und bietet nicht nur einen schönen Ausblick über München, sondern auch einen Blick auf die großen Glocken. Bei unserem Besuch war er wegen Bauarbeiten geschlossen.
Dazu gibt es zwei interessante Fakten. Erstens: Viele behaupten, der Nordturm sei einen Meter höher als der Südturm. Tatsächlich unterscheiden sich die Türme nur minimal. Zweitens: Seit einem Bürgerentscheid von 2004 dürfen im Münchner Stadtgebiet keine Gebäude höher als die Frauenkirche gebaut werden.
Und noch etwas, was viele Besucher nicht wissen: In der Eingangshalle gibt es den berühmten Teufelstritt. Der Sage nach soll der Teufel dort gestanden haben, weil er sich davon überzeugen wollte, dass man in der Kirche keine Fenster sehen könne. Von genau dieser Stelle aus sind die Fenster wegen der Säulen tatsächlich verdeckt.







Wir blieben leider nicht lange in der Frauenkirche. Wie ich bereits sagte: Ein Nachmittag ist für diese wundervolle Stadt eigentlich viel zu wenig.
Es wurde Zeit für uns, zum Rathausturm zu gehen.


Das Rathaus von München mit Glockenturm und Panoramaaussicht
Auch wenn man es beim ersten Anblick nicht vermutet: Das Neue Rathaus ist vergleichsweise jung. Fertiggestellt wurde es 1905 im damals sehr beliebten neugotischen Stil.
Über 600 Menschen arbeiten dort, es hat rund 400 Zimmer und ist normalerweise nur an besonderen Tagen zu besichtigen.
Anders ist das beim Rathausturm. Der ist ganzjährig zugänglich und die Aussicht von oben lohnt sich wirklich.
Turmauffahrt und Eintrittspreise für den Rathausturm München
Die folgenden Angaben stammen aus dem Zeitpunkt unseres Besuchs und können sich inzwischen geändert haben. Bitte prüfe die aktuellen Zeiten und Preise vor deinem Besuch sicherheitshalber noch einmal direkt vor Ort oder auf den offiziellen Seiten.
Damals galten diese Zeiten: 1.10. bis 30.4. Montag bis Freitag 10 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage geschlossen. 1.5. bis 30.9. täglich 10 bis 19 Uhr. Letzte Auffahrt 15 Minuten vor Schließung.
Damals galten diese Preise: 4 Euro für Erwachsene, 3 Euro für Rentner, Studierende und Gruppen ab 10 Personen, 1 Euro für Jugendliche bis 18 Jahre, Kinder unter 6 Jahren frei.

Für uns kostete der Eintritt für den Aussichtsturm gerade einmal 8 Euro. Da habe ich schon ein Vielfaches für andere Aussichtstürme bezahlt.


Der Aufzug brachte uns bequem nach oben und wir konnten den Blick über München genießen.
Achtung, jetzt kommt eine kleine Fotoflut.













Bye Bye Marienplatz.
Wir waren glücklich, dass wir uns spontan entschieden hatten, uns den Marienplatz noch anzusehen. Das hatte sich wirklich gelohnt.
Nun war es aber Zeit, zum Englischen Garten zu gehen, denn dort wollten wir uns um 18 Uhr mit meiner Cousine und ihrer Familie treffen.
Wir entschieden uns, die Theatinerstraße am Rathaus entlang Richtung Odeonsplatz zu gehen.




Vom Odeonsplatz aus gelangt man in den Hofgarten, Münchens historischen Stadtpark, der im 17. Jahrhundert Hofgarten der Fürstenresidenz war.








Der Englische Garten
Und dann erreichten wir auch schon den Englischen Garten. Wir gingen am Japanischen Teehaus vorbei, an dem bereits einige Menschen anstanden.

Treffpunkt war an der Eisbachwelle, auf der das ganze Jahr über gesurft werden kann.
Leider hatten wir kein Glück, es waren keine Surfer mehr dort.

In direkter Nähe zur Eisbachwelle gibt es ein tolles kleines Imbisshäuschen. Bei Fräulein Grüneis gibt es Snacks aus Bioprodukten, Eis, selbst gemachte Kuchen und wirklich guten Kaffee.
Nach der kleinen Stärkung trafen wir uns mit meiner Cousine und ihrer Familie. Gemeinsam spazierten wir durch den Englischen Garten zum Chinesischen Turm und plauderten über Gott und die Welt.





Der Chinesische Turm im Englischen Garten


Ein Nachmittag in München
Den Abend im Englischen Garten ließen wir schließlich am Monopteros ausklingen. Die Kinder spielten miteinander mit extra mitgebrachten Legosteinen und wir plauderten über alles Mögliche.

Der Monopteros im Englischen Garten
Als Monopteros bezeichnet man einen kleinen Rundbau mit Säulen, also einen kleinen runden griechischen Tempel.
Der Monopteros im Englischen Garten ist neben dem Chinesischen Turm eines der bekanntesten Wahrzeichen der Parklandschaft. Er wurde auf einem künstlich angelegten 15 Meter hohen Hügel gebaut und ist bei Besucherinnen und Besuchern vor allem wegen der Aussicht beliebt.
Errichtet wurde der Tempel in den Jahren 1832 bis 1837 durch König Ludwig I. von Bayern.




Der Tag und später auch der Abend vergingen leider viel zu schnell. Wir mussten uns verabschieden – von meiner Cousine und ihrer Familie, vom Englischen Garten und von München.
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Weitere InformationenUnsere Füße taten zwar etwas weh, aber der Nachmittag hatte sich wirklich gelohnt.
Die Kinder haben nicht einmal gequengelt, obwohl wir wirklich viel gelaufen sind. Zwischendurch machten wir immer wieder kleine Pausen. Mal gab es Kakao, mal eine Brezel.
Was für Kinder übrigens immer gut funktioniert: ihnen die Karte in die Hand drücken und den Weg suchen lassen. Heute heißt das bei uns natürlich eher, dass sie Google Maps auf dem Handy öffnen. Im Grunde bleibt es aber dieselbe Idee.
Und zwischendurch erzähle ich ganz viel zu den Sehenswürdigkeiten oder die Kinder fragen mir Löcher in den Bauch. In der Frauenkirche zum Beispiel: „Mama, wie heißen die Eltern von Gott?“
Meine Kinder kennen es inzwischen ohnehin, dass wir Städte zu Fuß erkunden. Das Einzige, was sie dabei regelmäßig doof finden, sind Aussichtstürme mit sehr vielen Stufen.
Ein Nachmittag in München
Und so endet unser Nachmittag in München.
Wir haben einiges gesehen und uns vieles für den nächsten Besuch vorgemerkt.
Nützlich für die Planung
Offizielle Website der Stadt München: muenchen.de
Weitere Infos für die Reiseplanung: muenchen.travel
Häufige Fragen zu einem Nachmittag in München
Kann man München mit Kindern an einem Nachmittag erkunden?
Ja, für einen ersten Eindruck funktioniert das sehr gut. Viele bekannte Sehenswürdigkeiten liegen relativ nah beieinander und lassen sich zu Fuß miteinander verbinden. Für die ganze Stadt reicht ein Nachmittag natürlich nicht, aber für Marienplatz, Frauenkirche, Rathausturm und den Englischen Garten ist es ein schöner Einstieg.
Welche Sehenswürdigkeiten in München liegen nah beieinander?
Gut kombinieren lassen sich zum Beispiel Maximilianeum, Max-Joseph-Platz, Frauenkirche, Marienplatz, Odeonsplatz, Hofgarten und der Englische Garten. Wer gern läuft, kann daraus eine sehr schöne Route machen.
Lohnt sich der Rathausturm am Marienplatz?
Ja, absolut. Die Aussicht über München ist toll und man spart sich im Vergleich zu manchen anderen Aussichtspunkten viele Stufen, weil ein Aufzug nach oben fährt.
Ist der Englische Garten mit Kindern empfehlenswert?
Definitiv. Der Park ist riesig, grün und abwechslungsreich. Eisbach, Chinesischer Turm, Wiesen, Wege und Spielmöglichkeiten machen ihn gerade mit Kindern zu einer sehr angenehmen Pause vom Trubel der Innenstadt.
Weitere aktuelle Berichte aus Deutschland
Vielen Dank, dass ihr wieder mit dabei wart.
War heute zwar etwas im Eildurchgang, aber für einen kleinen ersten Eindruck hat es definitiv gereicht.
Bis zum nächsten Mal, dann zeige ich euch die Bierstadt Bamberg.
In diesem Sinne …
Ein Nachmittag in München






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