Das Monument Valley wollte ich auf unserer USA-Reise unbedingt sehen. Auch wenn das für unsere Route bedeutete: ungefähr 200 Kilometer hin – und anschließend fast dieselbe Strecke wieder zurück.
Viele haben mich gefragt: So ein Umweg? Nur wegen ein paar Felsen und Steintürmen?
Ja. Unbedingt. Und bereut habe ich es definitiv nicht! Wir hatten eine private Tour, aber beginnen wir von vorne:
Ich war alleine mit meinen drei Kindern im Wohnmobil im Westen der USA unterwegs. Meine Zwillinge waren 7 Jahre alt, meine Große 10. Wir waren schon einige Tage unterwegs und haben schon viel gesehen und erlebt.
Wir kamen von Page mit Horseshoe Bend und Antelope Canyon, übernachteten direkt im Monument Valley auf dem The View Campground und fuhren am nächsten Tag nach unserer Tour weiter zum Grand Canyon.
Das alles war Teil unseres Wohnmobil-Roadtrips durch den Westen der USA.
Kurz vorweg: Das Monument Valley ist kein US-Nationalpark, sondern gehört zum Monument Valley Navajo Tribal Park. Der amerikanische Nationalparkpass gilt hier deshalb nicht.
Seiteninhalt
- Von Page zum Monument Valley
- Übernachten im Monument Valley: The View Campground
- Sonnenaufgang im Monument Valley
- Unsere private Navajo-Tour durch das Monument Valley
- Hogans und das Leben der Navajo
- Petroglyphen, Felsformationen und John Ford’s Point
- Hat sich unsere Tour im Monument Valley gelohnt?
- Touren & Ausflüge im Monument Valley und Südwesten der USA *
- Unterkünfte für deinen USA-Roadtrip *
Von Page zum Monument Valley
Die Strecke von Page zum Monument Valley beträgt ungefähr 200 Kilometer.
200 Kilometer durch eine Landschaft, die für mich immer schöner wurde, je näher wir unserem Ziel kamen.

Das Monument Valley liegt an der Grenze zwischen Arizona und Utah auf dem Gebiet der Navajo Nation. Bekannt ist es vor allem für die riesigen roten Tafelberge, die sogenannten Buttes.
Und natürlich kennt man diese Landschaft aus unzähligen Filmen.
John Wayne, Western, Forrest Gump, Zurück in die Zukunft – selbst wenn man noch nie dort gewesen ist, hat man das Monument Valley meistens schon einmal irgendwo gesehen.
Wir sind riesige Fans von „Zurück in die Zukunft“. Entsprechend groß war die Begeisterung bei den Kindern, als ihnen klar wurde, dass auch hier Szenen aus Teil 3 gedreht wurden.
Aber erst einmal mussten wir hinkommen.

Ich liebe solche Straßen. Diese langen Geraden, bei denen man gefühlt bis zum Horizont sehen kann.
Dieses Gefühl von Weite hatte ich später wieder in Namibia. Stundenlang geradeaus, kaum Verkehr, Landschaft bis zum Horizont. Ganz anderes Land, ganz andere Farben – aber dieses Gefühl war ähnlich.
→ Unendlich scheinende Straßen in Namibia





Wie eine Filmkulisse.


Und irgendwann lagen die Buttes direkt vor uns.
Wow.
Die Kinder waren ebenfalls aufgeregt und hielten Ausschau nach Kojote und Roadrunner.
„Meep Meep“ hörte ich von hinten – gefolgt von ziemlich viel Gelächter.
Und ich verrate euch noch etwas: Mich hat dieser Anblick so fasziniert, dass ich die Straße tatsächlich zweimal auf- und abgefahren bin.
Nicht weitersagen.

Übernachten im Monument Valley: The View Campground
Ich wollte nicht nur kurz ins Monument Valley fahren und anschließend wieder verschwinden. Wenn wir schon diesen Umweg machten, wollte ich dort auch übernachten.
Also hatte ich uns einen Stellplatz auf dem The View Campground reserviert.
Der Campground selbst ist ziemlich einfach. Im Grunde steht man auf einer großen Stellfläche. Strom- oder Wasseranschlüsse hatten wir nicht und die Wohnmobile stehen relativ nah nebeneinander.
Aber dafür steht man direkt vor dieser Kulisse.

Ist das nicht toll?
Die Dame im Office sah meine Kamera und fragte, welchen Stellplatz ich haben möchte. Bei manchen Plätzen sei der Blick auf die Buttes etwas verdeckt.
Ich durfte einfach losgehen und mir einen aussuchen.
Gesagt, getan.
Ich entschied mich für Stellplatz 20 oder 22. Welcher von beiden es genau war, habe ich leider nirgendwo notiert.

Wir mussten nichts anschließen. Wohnmobil abstellen, fertig.
Also liefen wir zum The View Hotel. Dort gibt es eine große Aussichtsterrasse und ein Restaurant.


Wir konnten uns an diesem Panorama kaum sattsehen.
Im Souvenirshop durften sich die Kinder etwas aussuchen. Bis dahin hatten wir auf unserer Reise wirklich sparsam gelebt.
In dieser Wild-West-Kulisse fiel die Wahl ziemlich schnell auf Cowboyhüte und Sheriffsterne.
Meine Jüngste: „Dann sind wir richtige Cowgirls!“
Mein Sohn ergänzte sofort: „Und ein Cowboy.“




Später meldete sich der Hunger und wir gingen ins Restaurant.
Wir bekamen einen Tisch direkt am Fenster mit Blick ins Monument Valley.
Da wurde das Essen fast zur Nebensache.


Die Preise fand ich für diese Lage völlig in Ordnung. Geschmeckt hat es ebenfalls.
Danach schlenderten wir zurück zum Wohnmobil und sahen uns den Sonnenuntergang an.

Zwischendurch galoppierten Pferde durch die Landschaft.
Natürlich hatte ich genau in diesem Moment meine Kamera nicht schnell genug griffbereit.


Die Kinder machten sich irgendwann fürs Bett fertig und erzählten sich gegenseitig Gute-Nacht-Geschichten.
Ich setzte mich mit einem heißen Kakao vorne in die Fahrerkabine und schaute hinaus, bis es draußen zu dunkel wurde, um die Felsen noch richtig erkennen zu können.
Sonnenaufgang im Monument Valley
Am nächsten Morgen klingelte der Wecker ziemlich früh.
Ein Vorteil unseres Stellplatzes: Die Kinder konnten noch schlafen, während ich mich warm anzog und direkt vor dem Wohnmobil fotografieren konnte.
Und warm anziehen war nötig.
Es war richtig kalt.
Pullover, Jacke, noch eine Jacke – gefühlt half nichts.
Aber dafür musste ich für diesen Sonnenaufgang nicht einmal irgendwo hinfahren.




Danach ging ich ziemlich durchgefroren zurück ins Wohnmobil und stellte den Heizlüfter an.
Davon wachten die Kinder auf und wenig später saßen wir wieder alle zusammen vor der Heizung.
Das war auf dieser Reise inzwischen fast ein Morgenritual geworden.
Auf diesen Vormittag hatten wir uns besonders gefreut.
Ich hatte eine private Tour mit einem Navajo-Guide gebucht.
Wir wollten das Monument Valley nicht nur sehen, sondern auch mehr darüber erfahren.
Nach dem Auschecken vom Campground parkte ich unser Wohnmobil beim The View Hotel. Dort standen bereits die Tour-Jeeps.
Unser Wägelchen:

Der erinnerte mich Jahre später übrigens sehr an unsere Safari-Autos in Namibia.
Da wir die Tour für uns alleine hatten, konnten wir uns die Plätze aussuchen. Natürlich nahmen wir die hinterste Bank.
Unser Guide Benny erklärte unterwegs unglaublich viel. Für die Kinder war das ebenfalls gut gemacht, weil er immer wieder Bilder und Tafeln benutzte.
Das war gerade deshalb hilfreich, weil ihr Englisch damals natürlich noch nicht so sicher war.
Bilder versteht man auch ohne perfekte Fremdsprachenkenntnisse.

Viele der Felsen erinnern an Tiere, Menschen oder Gegenstände. Benny hielt an verschiedenen Stellen an und zeigte den Kindern auf Bildern, was sie in den Felsen erkennen sollten.

Da sitzt zum Beispiel der König auf seinem Thron.

Die Fahrt im offenen Wagen machte richtig Spaß.
Und die Cowboyhüte konnte man zum Glück festbinden.


Immer wieder begegneten uns frei laufende Pferde.

The Three Sisters.
Viele Jahre später standen wir in den Blue Mountains in Australien wieder vor Felsen mit genau diesem Namen.
Da musste ich sofort an diesen Tag zurückdenken.
→ Unsere Reise durch Australien
Ein großer Vorteil unserer geführten Tour war, dass wir auch Bereiche besuchen konnten, die für Besucher ohne Guide nicht zugänglich sind.
Dazu gehörte eine kleine Siedlung mit traditionellen Hogans.

Die traditionellen Häuser bestehen aus Holz, Reisig und Lehm. Der Eingang ist traditionell nach Osten ausgerichtet.
Unser Guide Benny erzählte uns, dass er selbst mit seinen Eltern und insgesamt elf Geschwistern in einem Hogan gelebt hatte.
13 Menschen in einem Haus.
Wohnzimmer, Küche und Schlafzimmer waren ein Raum.
Die Kinder hörten ihm ziemlich aufmerksam zu.



Das ist Benny.
Ich hatte ihn gefragt, ob ich ihn fotografieren und das Bild für meinen Blog verwenden darf.
Man merkte während der ganzen Tour, wie viel ihm an dieser Landschaft und ihrer Geschichte lag.
Die Kinder waren anfangs etwas irritiert, weil ihre Vorstellung eines Native Americans offenbar noch ziemlich stark von Filmen geprägt war.
Benny trug Jeans, Basecap – und hatte natürlich auch ein Smartphone.
Umso besser war es, dass sie ihm Fragen stellen konnten und nicht nur irgendein Bild aus Filmen im Kopf behielten.

In einem weiteren Hogan zeigte uns eine Navajo-Frau traditionelle Arbeiten. Auch sie habe ich selbstverständlich vorher gefragt, ob ich sie fotografieren darf.

Dieser kleine Hund hatte es meinem Sohn besonders angetan.
Am liebsten hätte er ihn gleich mitgenommen.
Petroglyphen, Felsformationen und John Ford’s Point

Ein weiteres Highlight der Tour waren alte Petroglyphen.

Die Felsritzungen zeigen unter anderem Dickhornschafe.
Solche Spuren aus längst vergangenen Zeiten faszinieren mich bis heute.
Jahre später standen wir in Namibia wieder vor Felsgravuren – diesmal in Twyfelfontein.
→ Unsere Tour zu den Felsgravuren von Twyfelfontein
Ganz anderes Land, ganz andere Geschichte. Aber wieder dieser Gedanke: Genau hier haben vor sehr langer Zeit Menschen gestanden und Spuren im Stein hinterlassen.


Auf Fotos wirkt das Ear of the Wind gar nicht so groß.
Also ließ ich meine Tochter ein Stück die Düne hinauflaufen.

So erkennt man die Dimensionen schon besser.

Beim Big Hogan legten wir uns auf den Boden und schauten nach oben, während Benny uns mehr darüber erzählte.


Der lange schmale Felsen ist der Totempfahl.




Die Pferde hatten dort gefühlt das ganze Tal als Wiese.


Und hier schlief für uns eindeutig Fuchur.

Am John Ford’s Point fehlte eigentlich nur noch ein Cowboy mit Pferd.
Und selbst den bekamen wir.

Wild West live.

Meine Kamera glühte inzwischen fast.
Die Kinder durften sich mit ihren Cowboyhüten ebenfalls kurz aufs Pferd setzen.


Das war die letzte Station unserer ungefähr zweieinhalbstündigen Tour.
Auf dem Rückweg sang Benny noch ein traditionelles Lied.
Nach all den Geschichten, die er uns vorher erzählt hatte, war das ein besonderer Abschluss.

Hat sich unsere Tour im Monument Valley gelohnt?
Für uns ganz klar: ja.
Natürlich kostet eine private Tour mehr, als einfach selbst durch das Tal zu fahren.
Aber wir haben nicht nur Felsen gesehen.
Wir bekamen Geschichten erklärt, besuchten Bereiche, in die man ohne Guide nicht kommt, sahen Hogans und Petroglyphen und konnten Fragen stellen.
Gerade mit meinen drei Kindern fand ich das deutlich spannender, als einfach nur eine Strecke abzufahren.
Das Monument Valley war vorher eines der Ziele, die ich unbedingt in unsere Route einbauen wollte.
Hinterher war ich froh über jeden der zusätzlichen Kilometer.
Später haben mich andere Landschaften immer wieder daran erinnert: der Vingerklip in Namibia, die endlosen Straßen dort und Jahre später die rote Landschaft rund um den Uluru im australischen Outback.
Die Orte sind überhaupt nicht gleich.
Aber dieses Gefühl von Weite kenne ich von allen drei Reisen.
Für uns ging es anschließend weiter zum Grand Canyon.
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