Twyfelfontein gehört zu den bekanntesten Ausflugszielen im Damaraland in Namibia. In diesem Reisebericht nehme ich euch mit zu den Felsgravuren von Twyfelfontein, zum Petrified Forest und zu den Welwitschia-Pflanzen – mit meinen persönlichen Eindrücken, vielen Fotos und praktischen Hinweisen für euch, vor allem, wenn ihr Namibia mit Kindern oder Teenager bereisen möchtet
Seiteninhalt
- Ausflugstipp in Namibia: Die Felsgravuren von Twyfelfontein und die versteinerten Bäume
- Die Fahrt durch das Damaraland war für mich schon das erste Highlight des Tages
- Informationen zu den Felsgravuren von Twyfelfontein
- Unser Besuch der Felsgravuren von Twyfelfontein
- Die Kids: „Hey, guckt mal, da ist was von Minecraft!“
- Die „Löwenplatte“, eine der bekanntesten Gravuren-Platten
- Unser Fazit zu den Felsgravuren von Twyfelfontein
- Der versteinerte Wald (Petrified Forest) und die Welwitschia-Pflanzen
- Die Welwitschia-Pflanze – ein lebendes Fossil
- Diese Bäume wuchsen noch vor der Zeit der Dinos!
- FAQ: Twyfelfontein, Petrified Forest und Damaraland in Namibia
- Unterkunft für Namibia suchen
Ausflugstipp in Namibia: Die Felsgravuren von Twyfelfontein und die versteinerten Bäume
Heute gibt es einen Ausflugstipp: Die Felsgravuren von Twyfelfontein und die versteinerten Bäume
Wir starten unseren Tag in der iGowati Lodge in Khorixas
Das Frühstück ist ausbaufähig. Oder sagen wir mal so: Es war nicht einmal angerichtet. Wurde irgendwie vergessen. Das, was dann in hektischer Eile angerichtet wurde, war ok.
Man wurde satt und es gab auch frisches Obst. Leider keinen Kakao für die Kids.
Relativ zeitig brachen wir auf zu unserem 1. Tagesziel heute: Die Felsgravuren von Twyfelfontein
Warum so früh?
Man muss einiges kraxeln dort und je wärmer es wird, desto unangenehmer wird es.
Im Juli ist zwar Winter in Namibia, aber trotzdem können am Tag um 25 Grad erreicht werden (und nachts friert es bzw gehen die Temperaturen Richtung Null)

Achtung, Elefanten kreuzen die Straße!
Leider haben wir sie nicht gesehen. 
Staubige Straßen durch malerische Landschaften

Die Fahrt durch das Damaraland war für mich schon das erste Highlight des Tages
Angekommen! 
Wir waren durch die Fahrt wieder ordentlich zugestaubt. 
Informationen zu den Felsgravuren von Twyfelfontein
Twyfelfontain ist afrikaans und bedeutet übersetzte ‚zweifelhafte Quelle‘. 1947 siedelten die ersten weißen Farmer in dem Gebiet an, jedoch war deren Wasserquelle nicht sehr zuverlässig. Immer wieder versiegte sie.
Die Farmen wurden um 1964 wieder aufgegeben.
Den Namen behielt das Gebiet aber.
Ein guter Ausgangspunkt für den Besuch der Felsgravuren (und auch vom Damara Living Museum, dazu aber in einem späteren Bericht) ist das kleine Städtchen Khorixas.
Preise und Eintritt Felsgravuren von Twyfelfontein
Besuchen kann man die Felsmalereien und Felsgravuren nur mit einem Guide.
Nach einem kurzen Spaziergang vom Parkplatz zum Eingangshäuschen bezahlt man dort die umgerechnet ca 5 – 6 Euro Eintritt p.P. und wird dann einem Guide zugewiesen, welcher dann durch das Gelände führt und viel dazu erklärt und erzählt.
Auch im Namibischen Winter unbedingt Getränke mitnehmen und noch wichtiger: Gutes, festes Schuhwerk. Der Weg führt buchstäblich über Stock und Stein.
Unser Besuch der Felsgravuren von Twyfelfontein


Sich in Listen eintragen zu lassen scheint eine Art Nationalsport in Namibia zu sein
Und los geht’s!
Unser weiblicher Guide führte uns durch das Gelände. Es war Juli. Es war Winter. Und es war trotzdem extrem warm.

Die Kids: „Hey, guckt mal, da ist was von Minecraft!“
Ja, sieht so aus, hat aber die Natur so erschaffen!

Schaut euch mal die Steine links vom Weg an! Faszinierend, was die Natur so zaubert.
Die Landschaft erinnerte uns ein wenig an das Valley of Fire in der Nähe von Las Vegas / USA. Auch beim Monument Valley in den USA hatten wir dieses Gefühl, plötzlich mitten in einer Filmkulisse zu stehen.


Kraxeln! Den Kids gefiel es!
Schon bald erreichten wir die ersten Felsgravuren

Im gesamten Gebiet entdeckte man bereits über 2500 Bilder auf 200 Felsplatten.
Das Alter wird auf 1000 – 10.000 Jahre geschätzt!
Die meisten wurden in den Fels geritzt, manche wurden aber auch aufgemalt. Durch Felsstürze sind noch vermutlich viele unentdeckte dabei.

Bereits 1921 entdeckte Reinhard Maack dieses Gebiet und seinen historischen Schatz.
Obwohl er es in seinen Notizen vermerkte, gerieten die Felsgravuren zunächst wieder in Vergessenheit.
Die ersten Farmer (Familie Levin) entdeckten auf der Suche nach einer zuverlässigeren Quelle dann die Malereien und Felsgravuren.
1950 reiste dann ein Experte an, um die Gravuren zu dokumentieren und nach weiteren zu suchen.
Familie Levin führte damals bereits die ersten wenigen Besucher durch das Gebiet.
Da es immer wieder (leider) zu Vandalismus kam, wurde das Gebiet 1986 zum Schutzgebiet erklärt und kann bis heute nur mit einem Guide besichtigt werden.

Viele Bilder stellen die Tiere aus der Umgebung dar, welche früher dort von den Menschen gesehen und gejagt wurden. Auch das inzwischen sehr selten gewordene Breitmaulnashorn wurde dargestellt. Und sogar eine Robbe, obwohl das Meer ca 100 km entfernt liegt.
Oft sieht man Jagdszenen oder eine Art Karte mit Wasserlöchern.
Man vermutet, dass einige Zeichnungen auch zum Unterricht für Kinder erstellt wurden.
Und auch einige Rituale wurden hier dargestellt.
Hier sieht man eine Art Karte mit Wasserlöchern

Wir haben mehrere Echsen zwischen den Felsen gesehen 
… und immer wieder schweifte mein Blick von den Felsgravuren hinüber über die wundervolle Landschaft des Damaralandes …

Man muss sich das mal vorstellen: Vor 1000 – 10.000 Jahren (!!!) standen dort Menschen und haben diese Zeichnungen erstellt – und wir können sie heute noch sehen! Ähnlich ehrfürchtig stand ich später auch am Uluru in Australien, wo Landschaft und Kultur ebenfalls untrennbar miteinander verbunden sind.
Weit vor Christi Geburt entstanden die ältesten Gravuren und Malereien. Menschen haben damit ihre Kinder unterrichtet – vor Tausenden Jahren! Und das ist bis heute erhalten!
Es fällt mir so schwer, sich das vorzustellen, so faszinierend, so unbeschreiblich! 
Wie viele Malereien und Gravuren hier wohl noch unentdeckt sind…

Die Landschaft ist so atemberaubend! So eine kaum zu beschreibende Weite bis zu den Bergen am Horizont – und nicht eine einzige Spur menschlicher Zivilisation!

Immer wieder lagen an der Seite Felsen mit Gravuren oder Malereien. 
Die „Löwenplatte“, eine der bekanntesten Gravuren-Platten

Mein Lieblingsmotiv: Der Löwe! Dazu gibt es eine ganz besondere Geschichte, welche von einem Guide spannend erzählt wird, so dass selbst die Kids neugierig lauschten.

Oryx-Antilopen und Giraffen

Die Stunde verging wie im Fluge und wir hätten noch locker eine weitere Stunde dranhängen können. Es war interessant und kurzweilig. Und so faszinierend!

Deswegen ist festes Schuhwerk so wichtig 

Das Krokodil am Ausgang

Unser Fazit zu den Felsgravuren von Twyfelfontein
Lohnenswert, denn die Tour ist kurzweilig und sehr interessant. Wenn ihr in der Ecke seid, macht einen Abstecher.
Für mich ist das ein ganz wertvoller Schatz, welchen uns die Menschen vor Tausenden Jahren geschenkt haben.
Zurecht gehören die sehr gut erhaltenen Felsgravuren und Felsmalereien inzwischen zum Weltkulturerbe!
(In einen der nächsten Beiträge stelle ich euch dann ein weiteres Ausflugsziel in der Nähe von Khorixas vor: Das Damara Living Museum)
Wenn ihr schon in der Ecke seid und ihr euch für die Natur interessiert, empfehle ich euch einen weiteren kleinen Abstecher:
Der versteinerte Wald (Petrified Forest) und die Welwitschia-Pflanzen
Ca 50 km von Twyfeltontein entfernt (also für Namibia-Verhältnisse ein Katzensprung) liegt der Petrified Forest.
Mehrere versteinerte Baumstämme kann man hier aus nächster Nähe sehen und außerdem auch die Welwitschia, die Nationalpflanze Namibias, entdecken. Entdecken ist eigentlich nicht das richtige Wort, denn die Pflanzen wachsen hier teilweise mitten auf dem Weg.
Auf einer Fläche von rund 300 × 800 m sind um 60 größere versteinerte Baumstämme verstreut, die zwischen 240 und 300 Millionen Jahre alt sind.
Übrigens:
Auch an de Westküste der USA gibt es einen Petrified Forest.
Wir waren damals nicht dort, konnten aber am Meteor-Crater viele versteinerte Baumreste sehen.
Preise und Eintritt Petrified Forest
Der Eintritt ist in Ordnung (umgerechnet wenige Euro) , zudem kann man an einem kleinen Kiosk kühle Getränke kaufen.
Auch hier darf man das Gelände nur mit einem Guide betreten, welcher wieder viel Wissenswertes erklärt

Anfassen an dieser Stelle am Eingang erlaubt und erwünscht.
280 Millionen Jahre alte Erdgeschichte zum Anfassen!

Die Welwitschia-Pflanze – ein lebendes Fossil

Die Welwitschia-Pflanze. Nicht sehr hübsch anzusehen, dafür aber ein faszinierender Überlebenskünstler. Bis zu 1000 Jahre alt kann sie werden! 1000 Jahre!!! Daher auch ihr Name, welcher übersetzt soviel heißt wie: „Zwei-Blatt-kann-nicht-sterben“

Die Welwitschia- Pflanze ist nur in wenigen Regionen Namibias zu entdecken und ist auf dem Staatswappen von Namibia zu sehen
Sie überleben, indem das verbreitete Wurzelwerk den morgendlichen Nebeltau aufnimmt.
Reicht das nicht, bilden die Pflanzen bis zu 3 Meter tiefe Pfahlwurzeln, mit welchem sie dann Grundwasser aufnehmen können.



Ein versteinerter Baumstamm. Das Alter wird auf ungefähr 280 Millionen Jahre geschätzt!!!
Bei mir überstiegen schon die mehrere Tausend Jahre alten Felsgravuren ein wenig mein Vorstellungsvermögen, um das alles zu erfassen. Aber die Bäume toppten das noch.
Diese Bäume wuchsen noch vor der Zeit der Dinos!
Damals, als diese Bäume wuchsen, gab es nur einen riesigen Kontinent und es gab noch nicht einmal Dinosaurier – aber diese Bäume existierten schon. Ich konnte kaum erfassen, was ich da sah.
So einen tiefen Blick in die Geschichte unserer Erde bekamen wir zuletzt am Grand Canyon, und selbst da war es für mich nicht zu erfassen. Das hier in Namibia toppte es noch!
Die Bäume wuchsen damals nicht in dem Gebiet, in welchem sie heute liegen, sondern wurden durch eine riesige Flut am Ende der Eiszeit dort hingespült.
Zusammen mit den riesigen Stämmen spülte die Flut auch jede Menge Schlamm mit, welcher die Baumstämme luftdicht verschloss. Der große Druck der weiteren Schichten über den luftdicht-eingeschlossenen Stämmen bewirkte so die Versteinerung.
Die Erosionen haben viele Stämme nun wieder freigelegt, sogar zwei vollständige Bäume, sie sind bis zu 45 Meter lang.

Selbst die Rinde kann man noch sehr gut erkennen. Vor 280 Millionen Jahren gewachsen …. unfassbar.

Zwischen den Steinen tummeln sich immer wieder kleine Echsen

Die Jahresringe im versteinerten Baum

Versteinerter Baumstamm und Welwitschia. Zwei Fossile, welche schon ganz andere Zeiten erlebten.

Hier wuchs mal ein Ast aus dem Baumstamm. Erstaunlich, wie gut selbst das noch zu erkennen ist!
Zurück am Eingang gönnten wir uns erst einmal etwas zu trinken. Kalte Getränke in Dosen für umgerechnet 1 Euro.
In Dosen.
An diesem Tag machte mich das besonders nachdenklich. Wir haben soviel Geschichte gesehen.
Geschichte der Menschen, welche mit der Natur gelebt haben. Voll Respekt und Ehrfurcht vor dem, was sie vorfanden.
Geschichte der Entstehung der Erde. Unserer Erde. Unserer einzigen Erde.
Vielleicht sollten wir alle lernen, wieder mehr mit ihr zu leben.
.
Unser nächstes Ziel:
Das Damara Living Museum.
Weil das so umfangreich ist, bekommt das einen eigenen Beitrag.
Einen kleinen Teil nehme ich euch noch mit Richtung Damara Living Museum.
Die Straßen werden regelmäßig geräumt, damit nicht Zuviel Schotter auf der Straße liegt.
Ok, Fenster schließen, gleich wird es richtig staubig!

… das macht mir schon beim bloßen Betrachten Atemprobleme … 
Und so sieht die Maschine aus. Fast wie ein Schneepflug, welcher den losen Schotter einfach zur Seite schiebt.

Im nächsten Beitrag geht’s dann weiter.
Wir besuchen das Damara Living Museum und lernen viel über das Leben und die Traditionen des Damara Stammes
Danke, dass ihr wieder dabei ward!
Ich freue mich immer sehr über euer Feedback!!! Vielen Dank euch!

FAQ: Twyfelfontein, Petrified Forest und Damaraland in Namibia
Lohnt sich Twyfelfontein in Namibia?
Ja, Twyfelfontein lohnt sich besonders, wenn ihr euch für Natur, Geschichte und Landschaft interessiert. Die Felsgravuren gehören zum UNESCO-Welterbe und zeigen Tiere, Jagdszenen, Spuren und Zeichen, die vor sehr langer Zeit in den Fels gearbeitet wurden. Der Besuch ist keine stundenlange Wanderung, sondern eine geführte Tour über Felsen und durch eine beeindruckende Landschaft.
Kann man Twyfelfontein mit Kindern besuchen?
Ja, mit Kindern und Teenagern ist Twyfelfontein gut machbar, wenn sie sicher über unebene Steine laufen können. Für kleine Kinder ist der Weg je nach Temperatur und Tagesform anstrengender. Wichtig sind feste Schuhe, Wasser, Sonnenschutz und ein früher Start. Unsere Kinder fanden vor allem das Kraxeln zwischen den Felsen und die Tiergravuren spannend.
Wie viel Zeit braucht man für Twyfelfontein?
Für die geführte Tour an den Felsgravuren solltet ihr ungefähr eine Stunde einplanen. Mit Parkplatz, Anmeldung, Fotos und kleinen Pausen sind zwei Stunden realistischer. Wer danach noch zum Petrified Forest oder zum Damara Living Museum fährt, sollte für den ganzen Tagesausflug deutlich mehr Zeit einrechnen.
Warum darf man Twyfelfontein nur mit Guide besuchen?
Die Felsgravuren sind empfindlich und müssen geschützt werden. Durch die geführten Touren bleiben Besucher auf den vorgesehenen Wegen, und die Guides erklären gleichzeitig, was auf den Felsen zu sehen ist. Ohne Erklärung würde man viele Details vermutlich übersehen oder falsch einordnen.
Was sollte man für den Besuch von Twyfelfontein mitnehmen?
Nehmt Wasser, feste Schuhe, Sonnenschutz, eine Kopfbedeckung und eine Kamera mit. Auch im namibischen Winter kann es tagsüber warm werden. Der Weg führt über Felsen und unebenen Boden, deshalb sind Sandalen oder Flipflops keine gute Idee.
Was kann man mit Twyfelfontein kombinieren?
Sehr gut kombinieren lassen sich Twyfelfontein, der Petrified Forest, die Welwitschia-Pflanzen und das Damara Living Museum. Wer mehr Zeit im Damaraland hat, kann außerdem den Vingerklip einplanen. Landschaftlich musste ich an einigen Stellen an das Valley of Fire in den USA und an das Monument Valley in den USA denken. Bei sehr alten Kultur- und Naturräumen passt auch der Vergleich zum Uluru in Australien. Andere Naturorte, die bei uns stark hängen geblieben sind, sind die Plitvicer Seen in Kroatien, die Partnachklamm in Deutschland und die Naturerlebnisse in Südschweden.
Weiter geht’s: Fahrt zur iGowati-Lodge in Khorixas
Ausflugstipp in Namibia: Zu Besuch bei den Damara und Himba
Unterkunft für Namibia suchen
Für das Damaraland bieten sich Unterkünfte rund um Khorixas, Twyfelfontein oder entlang der weiteren Namibia-Route an. Wenn ihr eure Route plant, achtet unbedingt auf Entfernungen, Tankstellen und Fahrzeiten. Auf der Karte sieht vieles näher aus, als es sich auf Schotterpisten später anfühlt.
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