Unsere Fahrt auf der Route 66 ging weiter.
Ich war alleine mit meinen drei Kindern im Wohnmobil im Westen der USA unterwegs. Meine Zwillinge waren 7 Jahre alt, meine Große 10.
Am Tag vorher waren wir über Seligman und Hackberry bis nach Kingman gefahren. Nun lag ein Abschnitt vor uns, vor dem ich vorher durchaus Respekt hatte: Mit unserem großen Wohnmobil wollten wir über den kurvigen Sitgreaves Pass nach Oatman fahren.
Danach sollte es weiter nach Amboy und schließlich zum Joshua Tree Nationalpark gehen. Knapp 340 Kilometer lagen an diesem Tag vor uns.
Den ersten Teil unserer Route-66-Tour findest du hier:
Route 66 mit Kindern: Seligman, Hackberry und die riesigen Kakteen
Unsere Strecke:
Kingman – Sitgreaves Pass – Oatman – Amboy – Joshua Tree Nationalpark
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Von Kingman Richtung Oatman
Wir starteten bei blauem Himmel und Sonnenschein auf dem KOA-Campground in Kingman.

Der Campground hatte uns gut gefallen. Es gab einen Spielplatz, Minigolf, Pool, Shop und Wäscherei. Außerdem konnten wir dort endlich unser Gas auffüllen lassen. Die Anzeige stand schon seit Tagen auf Rot.
Beim Befüllen mussten wir alle das Wohnmobil verlassen und mit etwas Abstand warten.
Danach ging es endlich los.
Unser erstes Ziel: Oatman.
Von Kingman waren es nur rund 55 Kilometer. Allerdings lagen dazwischen die Berge und der Sitgreaves Pass.
Und vor genau diesem Pass hatte ich vorher etwas Respekt.
Mir war mehrfach gesagt worden, dass die Strecke auch mit einem Wohnmobil machbar sei. Trotzdem machte es einen Unterschied, ob man das irgendwo liest – oder selbst mit drei Kindern und einem ziemlich großen Wohnmobil vor dieser Straße steht.




Irgendwann tauchte nach einer langen Fahrt durch das Nirgendwo die Cool Springs Station am Straßenrand auf.

Auch hier gab es wieder die typischen Route-66-Zeichen direkt auf der Straße.

Mit dem Wohnmobil über den Sitgreaves Pass
Und dann begann die Fahrt über den Sitgreaves Pass.
Landschaftlich war die Strecke großartig. Beim Fahren musste ich mich allerdings konzentrieren.
Die Straße ist kurvig und teilweise fehlen Leitplanken. Wenn Gegenverkehr kam, bin ich mit unserem großen Wohnmobil lieber rechts herangefahren und habe angehalten. Das war für mich die sicherste Variante.
Im Nachhinein war alles halb so wild.
Ich hatte mich vorher deutlich mehr verrückt gemacht als nötig – und war anschließend sehr froh, dass ich mich für diese Strecke entschieden hatte.
Am liebsten hätte ich ständig angehalten, um Fotos zu machen. Ich beschränkte mich aber auf die Parkbuchten und konzentrierte mich ansonsten lieber auf die Straße.



Allzu schnell sollte man hier sowieso nicht unterwegs sein. Die Straße ist kurvig und die Landschaft viel zu schön, um einfach durchzufahren.


Kurz darauf tauchten die ersten Hinweisschilder auf die wilden Esel auf.
Und tatsächlich: Nicht lange danach stand der erste direkt am Straßenrand.

Oatman und seine wilden Esel
Oatman ist eine ehemalige Goldgräberstadt direkt an der historischen Route 66.
Nachdem die Minen an Bedeutung verloren und später der Durchgangsverkehr auf andere Straßen verlegt wurde, wäre auch Oatman beinahe zu einer Geisterstadt geworden. Heute lebt der kleine Ort vor allem von seiner Route-66-Geschichte – und natürlich von seinen Burros.
Die frei herumlaufenden Esel sind Nachkommen der Tiere, die früher in den Minen eingesetzt wurden. Heute gehören sie praktisch zum Straßenbild von Oatman.
Und wenn ein Esel mitten auf der Straße stehen bleibt, wartet eben der Verkehr.
Wir fuhren zunächst einmal durch den kleinen Ort und fanden anschließend hinter Oatman einen Parkplatz, auf dem wir auch mit unserem Wohnmobil gut stehen konnten.
An diesem Tag fand zusätzlich ein Bikertreffen statt. Entsprechend voll war es und überall standen Motorräder.

Als Erstes bekamen natürlich die Esel ein paar Streicheleinheiten.

Als ich den Kindern etwas über die Geschichte von Oatman erzählte, beschlossen sie, ihre Westernhüte mitzunehmen.
Die hatten wir vorher schon im Monument Valley getragen.
Unser Besuch im Monument Valley mit Kindern

Ein schneller Sportwagen näherte sich – den Esel interessierte das überhaupt nicht.
Er blieb einfach stehen.
Der Sportwagen wartete.


Oatman war an diesem Tag sehr voll und natürlich ziemlich touristisch.
Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass dieser Ort eine eigene Seele hat.
In Calico hatten wir vorher ebenfalls eine alte Westernstadt besucht. Dort sollte durch die Kostüme und die historischen Gebäude eigentlich vieles authentischer wirken. Bei mir kam dieses Gefühl aber nicht so stark an wie hier.
Oatman lebte.
Alte Häuser, Motorräder, schnelle Autos, Besucher aus aller Welt – und dazwischen überall diese Esel.
Auch die Kinder waren völlig fasziniert von dieser Mischung.



Wir kauften eine Tüte Futter und damit hatten wir bei den Eseln natürlich sofort Freunde.



Das ist bis heute eines meiner Lieblingsfotos aus Oatman.
Mein Sohn war schon damals unglaublich tierlieb und wollte am liebsten noch länger bleiben.
Aber vor uns lagen noch einige Kilometer.



Ähm … es sind Kinder anwesend.

Küsschen ist okay.
Zurück am Wohnmobil gab es für uns noch einen kleinen Snack und etwas Kaltes zu trinken.
Dann mussten wir weiter.
Weiterfahrt nach Amboy
Eigentlich wollten wir möglichst viel auf der historischen Route 66 bleiben.
Das funktionierte allerdings nicht ganz so wie geplant.

Mehrere Teilstücke waren gesperrt. Das Problem: Man erfuhr es teilweise erst, wenn man direkt vor der Sperrung stand.
Mit einem großen Wohnmobil wenden?
Inzwischen fast kein Problem mehr.
Naja. Vielleicht waren es vier Züge.
Unser nächster Stopp war Amboy in der Mojave-Wüste in Kalifornien.
Der kleine Ort war früher eine wichtige Station für Reisende auf der Route 66. Bekannt ist Amboy vor allem wegen Roy’s Motel & Café und seinem großen historischen Schild.
Mit dem Bau der Interstate 40 verlor auch Amboy einen Großteil des Durchgangsverkehrs. Heute erinnert hier vieles an die Blütezeit der alten Route 66.


In Amboy liegen mehrere der bekannten Route-66-Zeichen direkt auf der Straße.
Und weil dort so wenig Verkehr war, konnten wir sogar ganz spontan ein kleines Fotoshooting machen.

Wenn man selbst auch noch aufs Familienfoto möchte, findet sich unterwegs fast immer jemand, der kurz die Kamera übernimmt.
Meistens kann man sich direkt danach revanchieren.

Abschied von der Route 66
In Amboy hieß es für uns schließlich Abschied nehmen von der Route 66.
Unser nächstes Nachtquartier lag im Joshua Tree Nationalpark – der vorletzten Station unseres Wohnmobil-Roadtrips.
Auf dem Weg dorthin begleiteten uns wieder diese endlosen Landschaften und unglaublich langen Güterzüge mit mehreren Lokomotiven davor.



Kurz vor Twentynine Palms wurde es wieder etwas bunter.



Und ja: Wir haben nachgezählt.
Es waren tatsächlich mehr als 29 Palmen.

Am frühen Abend erreichten wir schließlich unseren Campground im Joshua Tree Nationalpark.
Damit war unsere Fahrt auf der Route 66 endgültig vorbei.
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir der Sitgreaves Pass, bei dem ich mir vorher viel zu viele Gedanken gemacht hatte, und Oatman mit seinen wilden Eseln.
Für meine Kinder waren die Burros eindeutig das Highlight. Für mich war es diese Mischung aus alter Route 66, endloser Landschaft und dem Gefühl, mit unserem Wohnmobil einfach immer weiterfahren zu können.
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Unterkünfte entlang unserer USA-Route*
Auf der Karte findest du Unterkünfte entlang unserer Route durch den Westen der USA. Einfach in die gewünschte Region zoomen – zum Beispiel Kingman, Las Vegas oder den Joshua Tree Nationalpark.
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