Der 1. Urlaub mit Kind
Schwarzwald
Unsere erste Reise mit Baby führte uns in den Schwarzwald. Nicht ans andere Ende der Welt, nicht auf eine große Rundreise, sondern in eine Gegend, die für mich schon vorher viel Bedeutung hatte. Als Kind war ich regelmäßig im Schwarzwald zur Kur. Vielleicht war genau das der Grund, warum sich dieses Ziel für den ersten Urlaub mit Baby richtig anfühlte: vertraut, überschaubar und trotzdem weit genug weg vom Alltag.
Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Wir waren naiv. Sachen ins Auto, Baby in den Maxi-Cosi und losfahren. So hatten wir uns das vorgestellt.
Die Realität sah anders aus. Schon bei der Planung war das Chaos perfekt. Man braucht mit Baby so unfassbar viel, dass der Kofferraum fast voll war, bevor auch nur ein einziges Gepäckstück von uns selbst darin lag.
Und dann kommt man an und macht erst einmal alles, nur keinen Urlaub: Fläschchen spülen, auskochen, Wasser kochen, Reisebett aufbauen, Kinderwagen startklar machen. Die erste Reise mit Baby ist anders als gedacht. Chaotischer, aufwendiger, aber gleichzeitig etwas ganz Besonderes.
Rückblickend war diese Schwarzwaldreise der Anfang von allem. Unsere zweite Reise mit Baby führte uns später nach Südengland, Portsmouth und Southsea, die dritte Reise mit Baby an die Ostsee nach Poel und Wismar. Mehr grundsätzliche Tipps und Antworten auf die wichtigsten Fragen findet ihr außerdem in meinem Beitrag Ellys 11: Erste Reise mit Baby.
Seiteninhalt
- Was wir beim Reisen mit Baby direkt gelernt haben
- Fahrt auf den Feldberg
- Unterwegs im Schwarzwald
- Die Blumeninsel Mainau und der Bodensee
- Besuch des „Wohnhauses der Familie Brinkmann“ (Schwarzwaldklinik) – das Hüsli
- Der Schluchsee
- Der Titisee
- Die Schwarzwaldhochstrasse
- Impressionen aus der Feldberg-Region im Schwarzwald
- Das Höllental
- Weitere Impressionen
- Die größte Kuckucksuhr
- Fazit: Unsere erste Reise mit Baby in den Schwarzwald
- Weitere Berichte zum Reisen mit Baby
Was wir beim Reisen mit Baby direkt gelernt haben
Was ich bei dieser ersten Reise sofort gelernt habe: Reisen mit Baby ist nicht unmöglich. Es ist nur komplett anders als vorher.
Unsere Tochter war schon als Baby ziemlich reisebegeistert. Die Fahrt war unproblematisch, der Ortswechsel auch. Trotzdem merkte ich sehr schnell, wie viel Organisation plötzlich an Dingen hängt, über die man früher keine zwei Sekunden nachgedacht hätte.
Früher sind wir längere Strecken einfach durchgefahren. Mit Baby ging das nicht mehr. Der Maxi-Cosi war praktisch und sicher fürs Auto, aber eben auch nicht ganz ohne. Erstens wiegt so eine Babyschale ordentlich, wenn man sie ständig irgendwohin tragen muss. Zweitens sollte ein Baby nicht stundenlang am Stück darin liegen. Wir haben ungefähr jede Stunde bis anderthalb Stunden Pause gemacht, sie aus dem Maxi-Cosi genommen und ihr Zeit gegeben, sich kurz zu strecken und anders zu liegen.
An manchen Rastplätzen gab es kleine Kinderecken. Da konnten wir sie kurz hinlegen, die Beine bewegen lassen, Fläschchen geben oder wickeln. Genau diese Pausen waren auf einmal kein lästiger Zeitverlust mehr, sondern Teil der Reise. Mit Baby fährt man nicht mehr einfach von A nach B. Man fährt in Etappen. Und das war für mich damals eine ziemliche Umstellung.
In der Ferienwohnung war ein Babybett vorhanden. Das war Gold wert und ist bis heute einer meiner klarsten Tipps: Bei der Buchung immer direkt prüfen, ob ein Babybett wirklich vorhanden ist und ob es auch verbindlich reserviert werden kann. Nicht nur irgendwo zwischen den Zeilen hoffen, sondern konkret nachfragen.
Nach der Ankunft wurde nicht erst gemütlich ausgepackt. Erst kamen die Fläschchen dran. Spülen, desinfizieren, Wasser abkochen, neues Wasser vorbereiten, abkühlen lassen, alles griffbereit stellen. Wer Fläschchen gibt, kennt das: Ohne Vorbereitung steht man sonst genau dann da, wenn das Baby Hunger hat. Und dann ist keine Zeit mehr für langsames Sortieren.
Auch unterwegs lief nichts einfach nebenbei. Buggy oder Kinderwagen mussten mit. Babynahrung musste mit. Wickeltasche, Ersatzkleidung, Schnuller, Windeln, Feuchttücher, eigene Wickelunterlage, etwas Warmes zum Anziehen und meistens noch irgendein Teil, von dem man dachte: Vielleicht brauchen wir es. Und natürlich brauchten wir unterwegs oft genau das, was gerade ganz unten lag.
Wickelmöglichkeiten gab es unterwegs erstaunlich oft. Trotzdem hatte ich immer meine eigene Unterlage dabei. Das ist so ein Punkt, den ich bis heute für absolut sinnvoll halte. Man weiß nie, wie sauber eine Wickelfläche wirklich ist, und mit eigener Unterlage ist man einfach unabhängiger.
Auch meine geliebten Waldspaziergänge im Schwarzwald waren mit Baby plötzlich etwas anderes. Als Kind war ich jedes Jahr zur Kur im Schwarzwald und fast täglich im Wald unterwegs. Ich habe diese Wege geliebt. Diese Ruhe, den Geruch, die Wurzeln, das Licht zwischen den Bäumen. Mit Buggy und Baumwurzeln war das aber nicht mehr so einfach. Wege, die ich früher ohne nachzudenken gelaufen wäre, waren plötzlich unpraktisch oder schlicht zu holprig.
Wir hatten eine Babytrage dabei. Theoretisch wäre das für Waldwege die perfekte Lösung gewesen. Praktisch fand unser Baby diese Trage komplett blöd und hat das auch sehr eindeutig kundgetan. Also gut. Dann ging eben nicht mehr alles. Auch das gehört zur ersten Reise mit Baby: Man plant etwas, das in der Theorie sinnvoll klingt, und das Baby erklärt einem dann ziemlich unmissverständlich, was es davon hält.
Vor jedem Ausflug begann also erst einmal die Vorbereitung: Wickeltasche packen, Kinderwagen ins Auto, Wasser in heiß und kalt vorbereiten, Baby gegen Wind und Wetter einpacken. Und wenn beim fertig angezogenen Baby plötzlich ein sehr eindeutiger Geruch aus der Windel kam, ging alles wieder von vorne los. Auspacken, wickeln, wieder einpacken. Dann erst losfahren.
Abends essen gehen war möglich, aber anders als früher. Wir haben direkt nach einem Stühlchen gefragt. Ich meine, dass sie damals schon kurz im Stühlchen sitzen konnte. Bei Babys hängt das aber stark vom Entwicklungsstand ab. Manche sitzen mit sechs Monaten schon recht stabil mit Unterstützung, andere noch nicht. Für längere Sitzzeiten ist ein Hochstuhl erst dann sinnvoll, wenn das Baby wirklich stabil genug sitzt.
Im Restaurant haben wir meistens zuerst das Baby gefüttert. Viele Restaurants machen Gläschen unkompliziert warm, wenn man freundlich fragt. Danach saß sie entweder noch ein bisschen mit am Tisch oder lag im Kinderwagen und schlief. Sie war in solchen Situationen wirklich ein unkompliziertes Baby. Trotzdem haben wir meistens in der Ferienwohnung gekocht. Am Ende war das schlicht entspannter. Kein Timingdruck, kein Packen für jedes Event, kein „hoffentlich hält die Stimmung noch bis zum Bezahlen“.
Und wenn sie abends schlief, war manchmal genau das unser Urlaub: etwas Einfaches kochen, ein ruhiger Abend in der Ferienwohnung, vielleicht ein Glas Wein auf dem Balkon. Früher hätte ich das wahrscheinlich nicht als richtigen Urlaub bezeichnet. Mit Baby sah ich das anders.
Trotzdem war mein Gefühl nach dieser ersten Reise nicht: „Nie wieder.“ Im Gegenteil. Ich merkte: Mit Planung, Geduld und einer Unterkunft, die zum Alltag mit Baby passt, kann Reisen mit Baby sehr schön sein. Genau deshalb ist dieser alte Schwarzwaldbericht für mich heute so wichtig. Hier begann unser Reisen mit Kind.
Fahrt auf den Feldberg
Der Feldberg ist mit knapp 1.500 Metern der höchste Berg im Schwarzwald und eines der bekanntesten Ausflugsziele der Region. Oben eröffnen sich weite Blicke über die Mittelgebirgslandschaft, bei klarer Sicht sogar bis zu den Alpen. Für Familien ist der Feldberg besonders beliebt, weil sich Naturerlebnis und Aussicht gut verbinden lassen, ohne dass daraus gleich eine große Bergtour werden muss.













Unterwegs im Schwarzwald
Der Schwarzwald gehört zu den bekanntesten Urlaubsregionen Deutschlands. Dichte Wälder, weite Höhen, Seen, Täler, Wasserfälle und kleine Orte prägen das Bild, das viele sofort mit der Region verbinden. Typisch sind aber nicht nur Tannen und Kuckucksuhren, sondern auch die traditionelle Landwirtschaft mit Höfen, Weiden und Viehhaltung. Gerade in vielen höher gelegenen Gegenden bestimmten jahrhundertelang harte Bedingungen, Selbstversorgung und viel Handarbeit das Leben. Bis heute macht genau dieser Mix aus Natur, ländlicher Kultur, alten Traditionen und bekannten Ausflugsorten den besonderen Reiz des Schwarzwalds aus.


Die Blumeninsel Mainau und der Bodensee
Die Mainau liegt im Bodensee und ist vor allem für ihre üppigen Gärten, alten Bäume, Palmen, Blumenanlagen und das Schmetterlingshaus bekannt. Gerade mit Kindern ist ein Ausflug dorthin angenehm, weil man viel draußen unterwegs ist und trotzdem immer wieder kleine Dinge entdeckt. Auch wenn der Bodensee vom eigentlichen Schwarzwald schon etwas wegführt, war die Mainau für viele Urlauber lange ein klassischer Tagesausflug von dort aus.


Brücke zur Insel Mainau
Rund um den Bodensee




Besuch des „Wohnhauses der Familie Brinkmann“ (Schwarzwaldklinik) – das Hüsli
Das Hüsli bei Grafenhausen ist ein historisches Schwarzwaldhaus aus dem 18. Jahrhundert und wurde durch die Fernsehserie „Die Schwarzwaldklinik“ weit über die Region hinaus bekannt. In der Serie diente es als Wohnhaus der Familie Brinkmann. Viele Besucher kamen deshalb nicht nur wegen der Geschichte des Hauses, sondern auch wegen der Erinnerungen an eine der erfolgreichsten deutschen Fernsehproduktionen ihrer Zeit. Gleichzeitig zeigt das Gebäude bis heute eindrucksvoll, wie Menschen früher im Schwarzwald lebten und arbeiteten.
Ich selber habe es tatsächlich auch gerne geschaut.








Der Schluchsee
Der Schluchsee ist der größte See im Schwarzwald und liegt auf rund 900 Metern Höhe im Hochschwarzwald. Heute wirkt er wie ein natürlicher Bergsee, wurde jedoch durch eine Staumauer deutlich vergrößert. Rund um das Wasser führen Spazier- und Wanderwege, dazu kommen Aussichtspunkte, kleine Orte und viele Möglichkeiten für Erholung am See. Gerade wegen der Verbindung aus Natur, Weite und Ruhe gehört der Schluchsee seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region.






Der Titisee
Der Titisee zählt zu den bekanntesten Orten im Hochschwarzwald. Promenade, Ausflugsschiffe, Cafés, kleine Läden und die Lage direkt am Wasser machen ihn seit Jahrzehnten zu einem typischen Ziel für Urlauber. Gerade deshalb gehört er für viele fast automatisch zu einer Schwarzwaldreise dazu, auch wenn es dort oft lebendiger und touristischer zugeht als an stilleren Ecken der Region.















Die Schwarzwaldhochstrasse

Die Schwarzwaldhochstraße zählt zu den bekanntesten Ferienstraßen Deutschlands. Sie führt über aussichtsreiche Höhenlagen, vorbei an Wäldern, Seen und vielen klassischen Aussichtspunkten. Wer den Schwarzwald nicht nur an einem Ort erleben, sondern auch unterwegs Landschaft mitnehmen möchte, landet früher oder später fast automatisch hier.
Impressionen aus der Feldberg-Region im Schwarzwald













Das Höllental
Das Höllental zählt zu den bekanntesten Tälern im Schwarzwald und verbindet die Region rund um Freiburg mit dem Hochschwarzwald. Steile bewaldete Hänge, enge Passagen und markante Felswände verleihen dem Tal seinen besonderen Charakter. Berühmt ist auch der Hirschsprung, eine schmale Stelle mit Felsen und Denkmal, um die sich bis heute alte Sagen ranken. Früher war das Höllental eine wichtige Verkehrsroute, heute ist es vor allem wegen seiner Landschaft und Aussichtspunkte beliebt.

Der Hirschsprung ist eine bekannte Engstelle im Höllental und eines der klassischen Wahrzeichen des Schwarzwalds. Der Name geht auf eine alte Sage zurück: Ein Hirsch soll hier mit einem gewaltigen Sprung über die enge Felsschlucht vor einem Jäger geflohen sein. Heute erinnert ein Denkmal an diese Erzählung. Durch die steilen Felsen, die schmale Talpassage und die lange Geschichte als Verkehrsweg gehört der Hirschsprung bis heute zu den bekanntesten Fotostopps der Region.

Weitere Impressionen

Ich habe es irgendwie mit Quer-Fotos in diesem Bericht, bei Gelegenheit ändere ich das ab!!!! Irgendwas ist beim Umzug von Blogger zu WP mit dem Format schief gelaufen ……










Die größte Kuckucksuhr
Die Kuckucksuhr von Schönach zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Schwarzwald.
Sie wurde als erste weltgrößte Kuckucksuhr berühmt und kann mit ihrem riesigen, funktionsfähigen Uhrwerk auch von innen besichtigt werden. Bis heute steht sie für die lange Tradition der Schwarzwälder Uhrmacherkunst.


Fazit: Unsere erste Reise mit Baby in den Schwarzwald
Urlaub mit Baby ist anders. Die Vorbereitung ist größer, das Gepäck wird mehr, spontane Ausflüge brauchen plötzlich eine kleine Logistikabteilung und abends richtet sich der Rhythmus nicht mehr nach dem, worauf man selbst gerade Lust hätte.
Aber diese Reise war trotzdem unproblematisch und schön. Unsere Tochter war schon als Baby gerne unterwegs, und genau das machte uns Mut. Nach dem Schwarzwald folgten im selben Jahr noch weitere Reisen mit Baby: erst Südengland mit Portsmouth und Southsea, danach die Ostsee mit Insel Poel und Wismar.
So schlimm, wie manche das immer dramatisieren, war Urlaub mit Kind für uns nicht. Man muss nur akzeptieren, dass man anders reist. Langsamer. Geplanter. Mit mehr Gepäck. Mit mehr Pausen. Aber eben auch mit ganz neuen Erinnerungen.
Im Gegenteil: Ich hoffte damals, dass noch viele Reisen mit Kind folgen würden. Und genau so kam es.
Weitere Berichte zum Reisen mit Baby
Wenn ihr gerade eure erste Reise mit Baby plant, findet ihr hier noch mehr aus unserer eigenen Erfahrung:
Ellys 11: Erste Reise mit Baby – 11 Fragen und ehrliche Antworten
Unsere zweite Reise mit Baby: Südengland, Portsmouth und Southsea
Unsere dritte Reise mit Baby: Ostsee, Insel Poel und Wismar
Fliegen mit Kindern – 11 Tipps aus vielen Jahren Reiseerfahrung
Kleiner Nachtrag: Es folgten noch viele viele Reisen mit meinen Kindern.
Inzwischen blicken wir zurück auf über 18 Jahre Reisen mit Kindern.
5 Kontinente, 30 Länder.
Es macht mich glücklich, dass unsere Reiseabenteuer genau im Schwarzwald starteten. Ein für mich emotionaler und wichtiger Ort.
Auf diesem Blog berichte ich von unseren Reisen und gebe Tipps für eure Reisen mit Baby oder Kindern oder auch Teenagern.

























































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