Ich reiste als Mutter allein mit meinen drei Teenagern nach Australien. Unsere Anreise begann im Münsterland – mit Packchaos, Abschied und der Zugfahrt zum Flughafen Frankfurt. Vor uns lagen 24 Tage Australien und eine echte Fernreise mit drei Teenagern: zunächst über Bangkok, danach weiter nach Sydney.
In diesem ersten Reisebericht geht es um unseren tatsächlichen Abreisetag – vom letzten Kaffee zu Hause bis zu dem Moment, in dem ich auf meiner Bordkarte schwarz auf weiß „Sydney“ las. Die komplette Route und alle weiteren Berichte findest du auf meiner Australien-Seite. Warum Australien für mich nach 25 Jahren Sehnsucht so besonders war, erzähle ich im persönlichen Vorwort zu unserer Australienreise.
Es ist manchmal verrückt, welche Zufälle es gibt.
Ich war am Wochenende vor der Abreise mit meinem Mann Stephan einen Kaffee trinken.

Guckt euch mal die Keksverpackung an:

Sydney. Und da würde ich bald schon sein.
Ich bin etwas spät dran mit dem Bericht. Aber schon in Australien hatte ich befürchtet, dass mir mein Körper das zugegeben doch ein wenig straffe Programm und die nahtlose Rückkehr an den Arbeitsplatz vielleicht nicht so ganz verzeihen würde. Und leider hatte ich mit dieser Vorahnung recht…
Vielleicht sollte ich nächstes Mal doch zumindest einen Tag Erholung nach der Rückkehr einplanen…
Aber jetzt geht’s los!
Seiteninhalt
- Fernreise mit 3 Teenagern: die Nacht vor der Abreise
- Übliches Packchaos und letzte Vorbereitungen
- Allein mit drei Teenagern nach Australien: unser Abreisetag
- Der emotionale Abschied
- Im Zug nach Frankfurt
- Ankunft am Flughafen Frankfurt
- Sicherheitskontrolle und Boarding
- Kneift mich: Sydney ruft
- Startklar für Australien
- FAQ: Anreise nach Australien allein mit 3 Teenagern & Fernreise mit Teenagern
- Wie lange dauert die Anreise von Deutschland nach Australien?
- Welche Airlines fliegen von Deutschland nach Australien und wo steigt man um?
- Welcher Zwischenstopp eignet sich auf einer Fernreise nach Australien mit Teenagern?
- Singapur oder Dubai – welcher Stopover ist mit Teenagern besser?
- Lohnt sich Bangkok als Stopover auf dem Weg nach Australien?
- Wie lang sollte ein Stopover auf dem Weg nach Australien sein?
- Wird das Gepäck beim Zwischenstopp automatisch bis Australien durchgecheckt?
- Was passierte bei unserem Stopover in Bangkok mit den Koffern?
- Muss man bei einem längeren Stopover den Koffer abholen?
- Darf man bei einem Zwischenstopp den Flughafen verlassen?
- Gibt es Billigairlines für eine günstige Fernreise nach Australien?
- Ist es günstiger, die Flüge nach Australien getrennt zu buchen?
- Sollte man auf einer Fernreise mit 3 Teenagern Sitzplätze reservieren?
- Was gehört bei einer Fernreise mit Teenagern ins Handgepäck?
- Wie früh sollte man für einen Langstreckenflug am Flughafen Frankfurt sein?
- Kann man am Abflugtag mit dem Zug zum Flughafen Frankfurt fahren?
- Welche Unterlagen sollte ich mitnehmen, wenn ich allein mit meinen minderjährigen Teenagern nach Australien reise?
- Brauchen Teenager ein eigenes Visum bzw. eine eigene Einreisegenehmigung für Australien?
- Wie übersteht man einen Langstreckenflug nach Australien mit 3 Teenagern?
- Weiterlesen rund um unsere Australienreise
Fernreise mit 3 Teenagern: die Nacht vor der Abreise
Die Nacht vor der Abreise war unruhig. Mein Kopf konnte einfach nicht abschalten… wie eigentlich vor jeder (Fern-)Reise. Kennt ihr das auch?!
Mein Gehirn war hellwach und spulte ein Katastrophen-Szenarium nach dem nächsten ab:
-
„Was ist, wenn wir den Zug verpassen?“
-
„Und wenn er Verspätung hat – kommen wir dann überhaupt rechtzeitig zum Flughafen?“
-
„Hast du wirklich den Personalausweis eingepackt?“
-
„Oder die Kreditkarte? Stell dir vor, du stehst in Frankfurt und merkst, dass sie fehlt.“
-
„Und bist du dir überhaupt sicher, dass wir gebucht sind? Vielleicht ist der Anbieter gar nicht so seriös…“
Ich drehte mich von einer Seite auf die andere, murmelte „Liebes Gehirn, bitte lass mich schlafen“ – und hörte nur:
„Du weißt doch, dass Züge ständig ausfallen. Wie kommst du dann nach Frankfurt?“
„Das war vielleicht doch eine blöde Idee, am Abflugtag erst nach Frankfurt zu fahren!“
Schlafen? Keine Chance.
Übliches Packchaos und letzte Vorbereitungen
Am Abend vorher hatte ich noch bis 18:30 Uhr gearbeitet. Es ist bei mir fast schon Tradition: direkt nach Feierabend ins Auto oder in den Flieger zu steigen – und nach der Landung in Deutschland quasi direkt wieder zur Arbeit zu fahren. Maximale Ausnutzung der Urlaubszeit. Ja, man kann darüber diskutieren. Und ja, dieses Mal hat mir mein Körper auch gezeigt, dass er das nicht ganz so toll fand…
Was da wirklich hinter steckte und welche große OP auf mich warten würde, ahnte ich damals noch nicht. Gut, dass ich diese Reise 2025 gemacht habe!
Es war genau der richtige Zeitpunkt. 2026 hätte ich es nicht gekonnt.
Ok, alle bereit?
Australien – alleine mit meinen 3 Teenagern.
ES GEHT LOS!!!!!

Vorabend der Abreise:
Theorie: Mittwochabend 19 Uhr sind alle Koffer fertig und stehen im Flur bereit.
Tatsächlich Mittwochabend, 19 Uhr: Da stand nix im Flur. Kein Koffer. Nicht mal von den Teenagern.
Dabei hatten sie Ferien! … am Vorabend nix fertig. Also alles wie immer.
Selbst das Chaos kann Routine werden.
Allein mit drei Teenagern nach Australien: unser Abreisetag
Der Wecker klingelte und sofort schoss mir durch den Kopf: Heute geht’s los. Nach Australien. Noch war es still im Haus. Ein kleiner Moment Ruhe. Noch einmal durchatmen. Und dann auf in den Abreise-Trubel! Ich hasse und liebe es gleichzeitig.
Bevor ich den ersten Kaffee in der Hand haben würde, stand eine kleine Herausforderung an: die Teenies wecken. Sie freuten sich zwar auf die Reise, aber eigentlich ist es bei den Dreien wie bei allen Teenagern – Ferien bedeuten für sie eher Ausschlafen und Chillen. Ihren Unmut über das Wecken „mitten in der Nacht“ haben sie auch kundgetan…
Ich checkte die Bahn-App. Zug fährt. Sehr gut!
Ok, meine Packliste, wo hatte ich sie?! Ich rannte wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Wohnung, konfus, kopflos. Tausend Gedanken im Kopf, zwischendurch zig Fragen der Teenies beantworten,… Dürfen wir dies mitnehmen? Müssen wir jenes einpacken? „Sagt mal, fliegt ihr heute zum ersten Mal?!“

In der Küche wartete mein Mann Stephan bereits mit einer Tasse Kaffee auf mich – mein persönlicher Ruhepol im morgendlichen Chaos. Er hatte längst bemerkt, dass ich etwas hibbelig war, was vermutlich nicht einmal schwer zu bemerken war. Also hat er das einzig richtige getan: Mir einen Kaffee gemacht, denn den brauche ich eigentlich morgens. Und danach hat er sich einen Cappuccino gemacht und sich zu mir an den Tisch gesetzt.
Für ein paar Minuten fühlte es sich fast normal an, als würden wir einfach nur in den Tag starten. Als hätten wir Urlaub und würden gleich besprechen, wie wir den Tag gestalten könnten.
Dann kam der Blick auf die noch nicht ganz geschlossenen Koffer. Auf den Kleinkram, der noch überall verteilt lag und eingepackt werden musste…
Und trotzdem genoss ich den Kaffee. Mit ihm. Ganz in Ruhe. Drei Teenager wirbelten um uns herum, packten hier was ein, suchten da noch was. Egal. Dieser Moment gehörte Stephan und mir.
Ein letztes Mal für die kommenden 24 Tage.

Während ich die letzten Kleinigkeiten in unseren Koffer und Handgepäck packte – Ladegeräte, Medikamente, die Dinge, die man abends noch braucht und deshalb nie rechtzeitig einpackt –, suchten die Teenager ihre letzten Sachen zusammen. Meine Große hing dabei gefühlt in einer Dauerleitung mit ihrem Freund. Sie war auch traurig, dass sie so lange getrennt bleiben würden. Aber so viel vorweg: Ihrer Liebe hat das nicht geschadet. Die beiden sind auch 3 Wochen nach der Reise verliebt wie am ersten Tag.
Anstelle ihres Freundes nahm sie ein gemeinsam gekauftes Kuscheltier mit.
Ausgerechnet einen großen Hai. Nach Australien.
Dieses Stofftier hat definitiv viel erlebt – und sogar seinen lebendigen Artgenossen gesehen!

Der emotionale Abschied
Und dann war es soweit. Abfahrt. Ich holte ich meinen Rucksack und meine Handtasche, der Koffer stand schon unten. Und auch die Teenager hatten alles fertig. Der Gepäckberg, den ich mir zu gestern Abend schon gewünscht hatte, stand zumindest nun im Flur. 5 Minuten vor der Abreise.
Stephan begann, die Koffer und Rucksäcke ins Auto zu packen.
Kurz darauf stand meine Mama in der Tür – und nahm mich noch einmal fest in den Arm. Wir drückten uns so lange, bis die ersten Tränen liefen. 24 Tage weg – so lange war ich seit meiner Kindheit nicht mehr fort.
Und plötzlich wurde mir bewusst, wie groß diese Reise wirklich war.
Mich stach der Gedanke an meinen Papa wie ein kleiner Nadelstich. Er war ein paar Tage vor unserer Abreise in die Reha gekommen. Heute war sein Geburtstag. Wir wollten heute zusammen einen Geburtstags-Kaffee trinken, bevor wir losgefahren wären. Genau deshalb hatten wir extra eine Bahn später gebucht, um diesen Moment vor der Abreise noch mitzunehmen. Statt Geburtstagsfrühstück und der gewohnten Abschieds-Umarmung gab es nur ein kurzes Telefonat.
Dann war der Moment gekommen: Stephan packte die letzten Kleinigkeiten ins Auto, wir stiegen ein und fuhren vom Hof.
Aber vorher gab es noch einen Zwischenstopp am Hof: Bevor wir endgültig Richtung Bahnhof fuhren, folgte unser kleines Ritual: ein Rundgang zu allen Tieren. Ein letztes „Tschüss“ an Ponys, Hund, Katzen und mein Huhn Barny. Noch ein paar Leckerli zum Abschied. Die Tiere waren gut versorgt, alles organisiert, es würde ihnen an nichts fehlen – aber trotzdem gehört dieser Moment einfach dazu. Für mein Herz unverzichtbar.
Der Zug fuhr laut App – je näher wir dem Bahnhof kamen, desto nervöser wurde ich. Die Vorfreude kribbelte. Aber gleichzeitig war da der Gedanke, dass ich mich gleich auch von Stephan verabschieden müsste.
24 Tage voneinander getrennt …
Apropos 24 Tage: Wisst ihr, was er gesagt hat, als ich meinte, ich würde ihm einen Adventskalender kaufen?
„Wenn du das 24. Türchen öffnest, bin ich wieder daheim.“
Und er daraufhin: „Und wenn ich das 24. Türchen einfach nicht öffne – bleibst du dann in Australien?“ What?! Ich stutzte kurz. Dann fing er an zu lachen – und ich auch. Wir necken uns gerne. Das würde mir fehlen.


Im Zug nach Frankfurt


Unser Zug erreichte unser Gleis so gut wie pünktlich. Und als er dann hielt und wir einsteigen mussten, bekam ich einen Kloß im Hals. Vor dem Abschied gab es noch einen Kuss von Stephan und eine gaaaanz feste Umarmung – und dann stiegen wir ein. Meine Kinder setzten sich direkt hin. Stöpsel in die Ohren, Handy an. Ich blieb an der Tür stehen und schaute zu Stephan. Der Zug setzte sich langsam in Bewegung und er winkte uns zu. Ich winkte so lange zurück, bis ich ihn nicht mehr sehen konnte. 24 Tage ohne meinen Mann. Dieser Abschied tat weh. Ich habe sowieso Probleme mit Abschieden. Dieses emotionale Chaos überforderte mich…
Die Landschaft zog am Fenster vorbei: Felder, Wälder, kleine Orte – und in meinem Kopf tobte das reinste Gefühlschaos. Ich wollte mich freuen, wirklich. Schließlich wartete mein lang ersehnter Traum auf mich: Australien. Aber gleichzeitig nagte das schlechte Gewissen gegenüber Stephan, welcher sich nun 24 Tage alleine um alles kümmern musste. Und ich war traurig, weil mein Papa seinen Geburtstag allein in der Reha verbrachte, ohne unser gemeinsames Frühstück, das wir uns beide so sehr gewünscht hätten. Kaum gedacht, schossen mir Tränen in die Augen. Abschiedsschmerz, Vorfreude, Sehnsucht, Sorgen, Aufregung – alles gleichzeitig – und ich war völlig überfordert damit und kam mit diesen vielen gegensätzlichen Emotionen irgendwie gar nicht klar ….


In diesem Moment realisierte ich, dass wir inzwischen in Köln waren. Und dann sah ich ihn: den Kölner Dom. ‚Meinen‘ Dom. Eines der faszinierendsten Bauwerke, die ich kenne.
Ich hatte viel zu viel Zeit mit irgendwelchen Emotionsirritationen verbracht. Wir waren schon in Köln! Dabei hatte ich noch was zu tun!
Während meine Kinder mit Musik auf den Ohren in ihrer eigenen Welt waren, packte ich seelenruhig diverse Antragsunterlagen auf den Zugtisch. Mein Sohn nahm die Kopfhörer ab: „Hast du ernsthaft Papierkram mitgenommen?!“ Meine älteste Tochter schaute nur kurz auf, schüttelte den Kopf und lehnte sich wieder zurück.
Einen Tag vor der Abreise kam Post vom Amt, und vier Stunden Zugfahrt sind schließlich nicht zum Nichtstun da. Also lud ich Nachweise hoch, stellte noch schnell eine Vollmacht fertig usw. Ein gutes Gefühl, wenn alles erledigt ist.
Ankunft am Flughafen Frankfurt
Wir kamen pünktlich in Frankfurt an. Natürlich. Gerade heute, wo ich mehr als fünf Stunden Puffer eingeplant hatte, um ja keinen Stress zu haben. Wir waren viel zu früh. Aber besser so als anders.




Wir warteten gespannt, bis die Fallblattanzeigen anfingen zu rattern. Video gibt es nicht, dankt es dem Typen, der mir komplett in mein Video reingelaufen ist und mich dann noch angepöbelt hat,…
Und dann? Nicht einmal die Koffer konnten wir abgeben, wir waren einfach zu früh
Die Kinder hatten eine Idee, wo und wie wir die Zeit überbrücken könnten.
Ratet ….

Das goldene M hatte grad irgendeine Aktion und auf jedem Becher waren Kängurus.
Das steigerte die Vorfreude!!!
Der Plan der Kinder hat funktioniert. Als wir mit Essen und dann noch ein Eis als Nachtisch fertig waren, konnten wir zum Koffer abgeben gehen.

An meinem Koffer war wieder mein kleiner Hello-Kitty-Anhänger. Ich winkte meinem Koffer und der Kitty hinterher: „Wir sehen uns in Sydney wieder“. In Sydney. In Australien. In meinem Körper kribbelte es wieder vor Aufregung.

Sicherheitskontrolle und Boarding
Dann der Sicherheitscheck. Wir haben da inzwischen eine Routine. Die Anspannung bleibt trotzdem. Vor ein paar Jahren hatte ich – auch hier in Frankfurt – einen positiven Sprengstofftest! DAS ist nicht witzig… Im Nachhinein stellte sich heraus, dass er wohl angeschlagen hatte, weil ich ein paar Wochen vorher beim Königsschießen fotografiert hatte.
Meine Kinder packten ihre Sachen routiniert in die Wannen, standen an den Kontrollbändern, während ich nebenan meine Technik ausbreitete. Alles wurde gründlich durchgecheckt. Zwei unserer Taschen bekamen einen Extra-Check. Es war alles okay und verlief stressfrei. Puh.
Kneift mich: Sydney ruft
Und dann passierte es. Nicht am Gate, sondern direkt nach dem Sicherheitscheck. Ich wollte nur schauen, zu welchem Gate wir überhaupt müssen. Ich nahm meine Bordkarten in die Hand und erwischte die für den 2. Flug, Bangkok–Sydney. Und da las ich meinen Namen und darunter: Sydney. Australien.
Ich las es wieder und wieder. Es war, als würde es langsam in mein Bewusstsein durchsickern. Sydney. 25 Jahre Vorfreude. Dazu die ganzen Emotionen dieses Tages, der wenige Schlaf, die Aufregung – alles brach gleichzeitig über mich herein. Mir kamen die Tränen. Diesmal vor Glück. Vor Dankbarkeit. Vor purer Ungläubigkeit. Ich konnte es einfach nicht glauben. Wir fliegen wirklich nach Australien.

So stand ich da und realisierte das alles erst so richtig. Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht – da war sie endlich: die Vorfreude!
Erst zaghaft, doch dann stieg sie immer weiter in mir auf. Abschiedsschmerz, Sorgen, Müdigkeit – alles weg. Einfach nur noch die pure, unverfälschte Vorfreude! Endlich!
.

Ready fürs Boarding !!!

ES GEHT LOS!!!!!!!

Startklar für Australien
Als wir schließlich im Flieger saßen, war es, als würde die Zeit für einen Moment stillstehen. Endlich. Nach monatelanger Vorbereitung, tagelangem Packen, einem tränenreichen Abschied, vier Stunden Zugfahrt, Sicherheitscheck und Emotionsachterbahn. Jetzt saßen wir endlich im Flieger.

2 Ringelsocken von Condor waren auch auf dem Rollfeld

Wir rollten auf die Startbahn. Das Kribbeln im Bauch war unbeschreiblich. Aufregung über das, was vor uns lag. Erleichterung, weil wir endlich im Flieger saßen. Unser bislang größtes Abenteuer begann genau in diesem Moment.
Und während wir zur Startbahn rollten, schrieb ich meiner Familie noch schnell: „Wir sitzen im Flieger. Es geht los.“
Mein Bruder bekam die Flugnummer – er liebt es, unseren Start bei Flightradar zu verfolgen. Auch Stephan und meine Eltern schauten an diesem Abend zu, wie unser Flieger startete.
Später schrieb mein Bruder mir, dass er gleich am nächsten Morgen nachgesehen hatte, wo wir gerade unterwegs waren. Und ganz ehrlich? Ich mache das auch gern, wenn Freunde oder Familie fliegen. Irgendwie fühlt man sich so ein kleines Stück verbunden und reist ein klein wenig mit.


Wir starteten im Sonnenuntergang – und verließen Deutschland mit dem letzten Licht des Tages.

So endete unser erster Tag: chaotisch, voller unterschiedlichster Emotionen – und trotzdem stimmig. Dieses Abreisechaos empfinde ich zwar als stressig, aber irgendwie positiv stressig. Große Reisen beginnen selten entspannt.
Ich konnte mich endlich zurücklehnen und etwas entspannen, denn jetzt startet tatsächlich unser großes Abenteuer!!!
Next Stop: Bangkok! Seid ihr dabei?
FAQ: Anreise nach Australien allein mit 3 Teenagern & Fernreise mit Teenagern
Eine Fernreise nach Australien wirft schon bei der Flugplanung viele Fragen auf – erst recht, wenn man wie ich allein mit drei Teenagern unterwegs ist. Hier beantworte ich die wichtigsten Fragen zu Flugzeit, Airlines, Zwischenstopps, Gepäck, Einreise und unserer eigenen Anreise über Bangkok.
Wie lange dauert die Anreise von Deutschland nach Australien?
Für eine Reise von Deutschland nach Australien muss man mit einer sehr langen Anreise und mindestens einem Umstieg rechnen. Wie lange man insgesamt unterwegs ist, hängt stark vom australischen Ziel, der Airline und der Länge des Zwischenstopps ab. Bei Singapore Airlines besteht die Strecke Frankfurt–Sydney beispielsweise aus rund 12 Stunden 35 bis 40 Minuten bis Singapur und anschließend etwa 7 Stunden 40 Minuten bis Sydney – die Umsteigezeit kommt noch dazu. Etihad nennt für eine schnelle Verbindung Frankfurt–Sydney über Abu Dhabi rund 22 Stunden Gesamtzeit. Für uns wurde die Anreise durch unseren langen Stopover in Bangkok bewusst noch länger.
Welche Airlines fliegen von Deutschland nach Australien und wo steigt man um?
Bei den gängigen Verbindungen ab Deutschland liegt der Umstieg meist in Asien oder am Persischen Golf. Welche Strecke sinnvoll ist, hängt vom Abflughafen, dem Ziel in Australien, Preis und gewünschtem Stopover ab.
| Airline | Typischer Umstieg | Mögliche Ziele in Australien |
|---|---|---|
| Singapore Airlines | Singapur | u. a. Sydney, Melbourne, Brisbane, Perth, Adelaide, Cairns, Darwin |
| Emirates | Dubai | u. a. Sydney, Melbourne, Brisbane, Perth, Adelaide |
| Qatar Airways | Doha | u. a. Sydney, Melbourne, Brisbane, Perth, Adelaide, Canberra |
| Etihad Airways | Abu Dhabi | z. B. Sydney |
| Cathay Pacific | Hongkong | z. B. Sydney |
| Thai Airways | Bangkok | z. B. Sydney |
Stand: August 2026. Flugpläne und Ziele können sich ändern – vor der Buchung bitte immer direkt bei der Airline prüfen.
Welcher Zwischenstopp eignet sich auf einer Fernreise nach Australien mit Teenagern?
Singapur, Bangkok, Dubai, Doha, Abu Dhabi und Hongkong sind typische Umsteigeorte auf dem Weg nach Australien. Für einen echten Stopover würde ich nicht nur nach dem günstigsten Ticket schauen, sondern auch danach, wie lange der Aufenthalt dauert, ob man den Flughafen unkompliziert verlassen kann und ob der Ort für die Familie überhaupt interessant ist.
Singapur oder Dubai – welcher Stopover ist mit Teenagern besser?
Ein pauschales „besser“ gibt es nicht – beide eignen sich als Zwischenstopp, führen aber zu völlig unterschiedlichen Reiseerlebnissen. Singapur lässt sich sehr gut mit einer Reise über Singapore Airlines verbinden und bietet schon rund um Changi viel zu sehen. Wir selbst waren 2023 mit meinen drei Teenagern für zwei Nächte in Singapur und haben die Stadt als Einstieg in unsere Japanreise genutzt. Unsere Erfahrungen findest du unter Stopover in Singapur mit Teenagern. Dubai ist der klassische Hub von Emirates und kann ebenfalls als mehrtägiger Stopover eingeplant werden. Ich würde hier nach Flugzeiten, Preis und dem Reiseziel entscheiden – nicht danach, welcher Flughafen in irgendeinem Ranking vorne liegt.
Lohnt sich Bangkok als Stopover auf dem Weg nach Australien?
Für uns eindeutig ja. Wir hatten rund zehn Stunden Aufenthalt in Bangkok und haben diese Zeit für den Großen Königspalast und Wat Pho genutzt. Unsere Koffer waren bereits bis Sydney durchgecheckt, deshalb konnten wir nur mit dem Handgepäck durch die Immigration und in die Stadt fahren. Zehn Stunden Aufenthalt bedeuten allerdings keine zehn Stunden Sightseeing: Einreise, Fahrt, Rückfahrt, Sicherheitskontrolle und ein großzügiger Puffer müssen abgezogen werden. Den kompletten Ablauf findest du in meinem Bericht Stopover in Bangkok: Tempel Wat Pho & Königspalast.
Wie lang sollte ein Stopover auf dem Weg nach Australien sein?
Das hängt davon ab, ob man nur umsteigen oder den Zwischenstopp wirklich nutzen möchte. Ein kurzer Aufenthalt von wenigen Stunden reicht zum Umsteigen und Beinevertreten. Wer den Flughafen verlassen und etwas von der Stadt sehen möchte, braucht deutlich mehr Zeit. Für einen entspannten echten Stopover sind ein oder mehrere Übernachtungen natürlich wesentlich angenehmer. Wir hatten in Bangkok etwa zehn Stunden und haben bewusst nur zwei große Sehenswürdigkeiten eingeplant.
Wird das Gepäck beim Zwischenstopp automatisch bis Australien durchgecheckt?
Nicht automatisch bei jeder Buchung. Bei einem durchgehenden Ticket wird Aufgabegepäck häufig bis zum Endziel abgefertigt, allerdings können Airline, Partnerairline und Transitbestimmungen eine Rolle spielen. Bei getrennten Tickets ist das keinesfalls selbstverständlich. Singapore Airlines weist beispielsweise darauf hin, dass ein Through-Check bei getrennten Tickets nur unter bestimmten Voraussetzungen und mit ausgewählten Partnerairlines möglich ist. Mein wichtigster Tipp: Beim Check-in ausdrücklich fragen, bis wohin der Koffer aufgegeben wird, und danach den Gepäckanhänger kontrollieren.
Was passierte bei unserem Stopover in Bangkok mit den Koffern?
Unsere Koffer wurden in Frankfurt direkt bis Sydney durchgecheckt. Denn wir hatten die Tickets in einem Vorgang zusammenhängend gebucht. Wir mussten die Koffer in Bangkok weder abholen noch neu aufgeben und konnten deshalb nur mit Handgepäck in die Stadt fahren. Genau das würde ich bei einem Sightseeing-Stopover wieder so haben wollen, denn mit mehreren großen Koffern wäre unser Bangkok-Nachmittag deutlich umständlicher geworden.
Muss man bei einem längeren Stopover den Koffer abholen?
Das hängt von Airline, Ticket und Dauer des Stopovers ab. Bei Emirates in Dubai werden Gepäckstücke bei einer Verbindung innerhalb von 24 Stunden grundsätzlich weitergeleitet; liegt der Anschluss mehr als 24 Stunden später, müssen sie laut Emirates abgeholt und erneut eingecheckt werden. Andere Airlines haben andere Regeln. Deshalb niemals pauschal davon ausgehen, dass der Koffer bis Australien durchgeht.
Darf man bei einem Zwischenstopp den Flughafen verlassen?
Ja, wenn die Einreisebestimmungen des Transitlandes erfüllt sind und genug Zeit vorhanden ist. Sobald man den Transitbereich verlässt, reist man offiziell in das jeweilige Land ein. Deshalb müssen vorab die aktuellen Einreisebestimmungen geprüft werden. Außerdem braucht man für Rückfahrt, erneute Sicherheitskontrolle und gegebenenfalls Ausreisekontrolle ausreichend Puffer. Bei unserem Bangkok-Stopover war mir genau dieser Zeitpuffer wichtiger als noch eine dritte oder vierte Sehenswürdigkeit.
Gibt es Billigairlines für eine günstige Fernreise nach Australien?
Ja, allerdings eher als Teil einer selbst zusammengestellten Route als als klassischer durchgehender Billigflug ab Deutschland. Scoot bietet beispielsweise Verbindungen von Wien über Singapur nach Australien an, unter anderem nach Perth. Jetstar ist eine australische Low-Cost-Airline und fliegt von Singapur unter anderem direkt nach Melbourne und Perth. Bei solchen Tarifen muss man sehr genau vergleichen: Aufgabegepäck, Sitzplätze, Essen und weitere Leistungen können extra kosten. Bei Jetstar ist Aufgabegepäck bei vielen günstigen Basistarifen nicht enthalten. Und auch TWay ist eine Billig-Airline mit Seoul als Drehkreuz. Das würden wir auf dem Rückflug testen.
36 Stunden Billig-Flieger mit 3 Teenagern. Wir waren gespannt.
Ist es günstiger, die Flüge nach Australien getrennt zu buchen?
Manchmal ja – aber ein niedrigerer Ticketpreis kann zusätzliche Risiken bedeuten. Bei getrennten Buchungen können Gepäck, erneuter Check-in und ein nicht geschützter Anschluss zum Problem werden. Verpasst man wegen einer Verspätung den separat gebuchten Weiterflug, ist die zweite Airline nicht automatisch dafür verantwortlich. Gerade wenn ich allein mit drei Teenagern auf einer so langen Fernreise unterwegs bin, ist mir eine saubere Verbindung wichtiger als die letzte mögliche Ersparnis.
Sollte man auf einer Fernreise mit 3 Teenagern Sitzplätze reservieren?
Wenn euch wichtig ist, zusammenzusitzen, würde ich bei einer Langstrecke nicht bis zum Flughafen warten. Die Regeln und Gebühren für Sitzplatzreservierungen unterscheiden sich je nach Airline und Tarif. Bei drei Teenagern ist eine Trennung an Bord natürlich weniger problematisch als mit kleinen Kindern – trotzdem finde ich es gerade auf einem langen Flug angenehmer, zumindest in derselben Sitzreihe oder direkt beieinander zu sitzen.
Was gehört bei einer Fernreise mit Teenagern ins Handgepäck?
Reisedokumente, Medikamente, wichtige Technik und alles, was man während des Fluges oder eines Stopovers wirklich braucht, gehören für mich ins Handgepäck. Dazu kommen bei Teenagern natürlich Handy, Kopfhörer und Ladekabel. Da man auf durchgechecktes Aufgabegepäck unterwegs keinen Zugriff hat, würde ich auch wichtige persönliche Dinge nicht in den Koffer packen. Meine erprobten Sachen für lange Flüge findest du bei meinen Reisegadgets für Langstrecke und Familienreisen.
Wie früh sollte man für einen Langstreckenflug am Flughafen Frankfurt sein?
Der Flughafen Frankfurt nennt für EU-Reisende mit Aufgabegepäck derzeit etwa 2,5 Stunden vor Abflug als allgemeinen Richtwert. Je nach Airline, Reiseziel, Passkontrolle und aktueller Auslastung kann mehr Zeit sinnvoll sein, deshalb würde ich zusätzlich die Hinweise der Airline prüfen. Wir waren wegen unserer Bahnanreise sogar mehr als fünf Stunden vorher da – für die Gepäckabgabe viel zu früh, für meine Nerven aber deutlich angenehmer als ein knapper Zeitplan. Aktuelle Hinweise findest du direkt beim Flughafen Frankfurt.
Kann man am Abflugtag mit dem Zug zum Flughafen Frankfurt fahren?
Ja, wir sind am Abflugtag mit dem Zug nach Frankfurt gefahren – aber mit einem sehr großen Zeitpuffer. Eigentlich reisen wir bei Fernreisen fast immer schon einen Tag vorher an. Dieses Mal war es bewusst anders: Ich wollte morgens noch mit meinem Vater an seinem Geburtstag Kaffee trinken und unser Flug startete erst gegen 22 Uhr. Deshalb hatte ich für die Bahnfahrt mehr als fünf Stunden Puffer eingeplant. Unser Zug war ausgerechnet an diesem Tag pünktlich und wir waren entsprechend viel zu früh am Flughafen. Lieber so als anders.
Welche Unterlagen sollte ich mitnehmen, wenn ich allein mit meinen minderjährigen Teenagern nach Australien reise?
Das Auswärtige Amt empfiehlt bei Auslandsreisen eines minderjährigen Kindes mit nur einem Elternteil eine formlose Einverständniserklärung des nicht mitreisenden Sorgeberechtigten. Empfohlen werden außerdem eine Kopie der Ausweisdatenseite des nicht mitreisenden Sorgeberechtigten und besonders bei unterschiedlichen Nachnamen eine Kopie der Geburtsurkunde. Wir nutzen dazu immer die Vorlage des ADAC. Zusätzlich müssen immer die aktuellen Vorgaben Australiens sowie möglicher Stopover-Länder geprüft werden. Die aktuellen allgemeinen Hinweise findest du beim Auswärtigen Amt.
Brauchen Teenager ein eigenes Visum bzw. eine eigene Einreisegenehmigung für Australien?
Ja, auch Kinder und Teenager benötigen ihre eigene passende Einreisegenehmigung. Beim australischen eVisitor (Subclass 651) muss für jedes Familienmitglied ein separater Antrag gestellt werden. Welche Genehmigung im konkreten Fall erforderlich ist, sollte immer direkt bei der australischen Einwanderungsbehörde geprüft werden. Informationen zum eVisitor findest du bei Australian Home Affairs.
Wie übersteht man einen Langstreckenflug nach Australien mit 3 Teenagern?
Mit Teenagern ist Langstrecke in manchen Punkten deutlich einfacher als früher mit kleinen Kindern – aber 20 und mehr Stunden Reisezeit bleiben lang. Meine drei konnten sich selbst beschäftigen, Musik hören, Filme schauen und schlafen. Trotzdem helfen bequeme Kleidung, Kopfhörer, Ladeoptionen, Snacks, ausreichend Trinken und möglichst wenig unnötiger Stress beim Umsteigen. Meine Erfahrungen aus vielen Jahren Fernreisen mit Kindern und inzwischen Teenagern habe ich hier gesammelt: Fliegen mit Kindern und Teenagern – meine erprobten Tipps.
Weiterlesen rund um unsere Australienreise
- Australien mit Teenagern: Route, Reiseberichte und unsere Erfahrungen
- Australien: 25 Jahre Sehnsucht – mein persönliches Vorwort
- Stopover in Bangkok: unser nächster Reiseabschnitt
- Endlich angekommen in Sydney: unser erster Abend in Australien
- Fernreise & Fliegen mit Kindern und Teenagern: meine erprobten Tipps
- Reisegadgets für Kinder: unsere Favoriten für lange Flüge und Autofahrten


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