Australien ohne Mietwagen – unsere Reise mit Greyhound
Seiteninhalt
- Australien ohne Mietwagen – unsere Reise mit Greyhound
- Kleines Vorwort:
- Und dann diese einfache, hartnäckige Frage:Wie soll das ohne Mietwagen funktionieren?
- Wie Greyhound überhaupt auf meinem Radar landete
- Greyhound – Das Streckennetz
- Der Whimit Pass und die ganz normalen Fragen im Kopf
- Whimit Pass – Buchung und Ablauf
- Warum Planung hier besonders wichtig war
- Wir machen es!
- Greyhound buchen – der Buchungsprozess
- „Du fährst mit Greyhound?! Da siehst du doch nur Städte!“
- Die erste Fahrt: Ankommen am Stopp und losfahren
- Alltag im Bus: Pünktlichkeit, Pausen, USB und WLAN
- Ein paar Impressionen von unterwegs
- Die Nachtfahrt von Mackay nach Hervey Bay
- Wo Greyhound an Grenzen stößt und wie wir damit umgegangen sind
- Kosten: Greyhound, Mietwagen oder Camper
- Kurz gesagt
- Fazit
- Reiseplanung für Australien
- Unterkünfte in Australien finden
- Touren & Ausflüge in Australien
- Weitere hilfreiche Links zur Planung
- Ellys Eleven: 11 Schritte zur Planung von einem Roadtrip
- Fliegen mit Kindern: 11 erprobte Tipps für Baby, Kleinkind und Langstrecke
- 11 Tipps – (mit Kindern) Sicher auf Reisen
- Meine Lieblings-Reisegadgets für Langstrecke
Mich haben nach meinem Insta-Reel sehr viele Nachrichten zum Thema Greyhound erreicht.
Deshalb bekommt dieses Thema nun einen eigenen Beitrag, in dem ich die Fragen beantworte, die mir am häufigsten gestellt wurden.
Kleines Vorwort:
Australien war seit über 25 Jahren mein Traum. So ein Traum, der die ganze Zeit im Hinterkopf umherschwirrt. Einer, der einen begleitet, während das Leben passiert. Mal rückt er näher, mal weiter weg. Aber immer schwebt dieses eine Wort darüber: irgendwann.
Irgendwann, wenn es passt. Wenn meine Kinder älter sind. Wenn ich genug gespart habe.
Irgendwann, wenn mehr Zeit da ist. Wenn ich jobtechnisch nicht mehr eingebunden bin. Wenn auf dem Hof weniger Arbeit ist.
Irgendwann, wenn alles ruhiger wird. Wenn ich weniger Unruhen in meinem Leben habe.
Irgendwann.
Und dann kam der Herbst 2024. Und plötzlich wurde alles anders.
Auf einmal wurde mir klar, wie schnell sich das Leben ändern kann.
Wie schnell aus einem „irgendwann“ ein „nie“ werden kann.
Arzttermine, neue Medikamente, ein Fahrverbot für unbestimmte Zeit.
Auf einmal war nichts mehr selbstverständlich.
Und genau in diesem Moment, an einem Zeitpunkt, an dem ich mich gesundheitlich weiter weg von Australien fühlte als je zuvor, wurde der Wunsch, diesen Traum endlich zu verwirklichen, größer als jemals zuvor.
Denn in diesem Durcheinander wurde mir etwas schmerzhaft klar:
Das Leben wartet nicht auf deine Träume.
Australien wurde auf einmal konkret. Aus dem Wunsch heraus, nicht länger zu verschieben, was mich so lange begleitet hatte.
Die Ärzte gaben grünes Licht fürs Reisen. Auto fahren durfte ich allerdings weiterhin nicht.
Also musste diese Reise von Anfang an anders funktionieren.
Australien ohne Auto.
Endlose Straßen, Weite, Nationalparks, Regenwald, Küste.
Bilder, die man automatisch mit einem Roadtrip verbindet.
Und dann diese einfache, hartnäckige Frage:
Wie soll das ohne Mietwagen funktionieren?
Wie Greyhound überhaupt auf meinem Radar landete
Also begann ich zu recherchiere. Welche Möglichkeiten gibt es überhaupt?
Japan haben wir mit dem Zug bereist und sind mit dem Shinkansen von Ort zu Ort gefahren.
Aber gab es so etwas überhaupt in Australien?!
Ich durchforstete das Internet. Checkte Flugrouten, Strecken, Verbindungen.
Und irgendwo zwischen Planung, Routenüberlegungen und dieser leisen Unsicherheit („Vielleicht verschiebe ich es doch wieder …“) tauchte ein Name auf, den ich schon einmal gehört hatte: Greyhound.
Gehört hatte ich den Namen schon einmal. Mehr aber auch nicht. Also begann ich, mich einzulesen.
Greyhound ist ein Fernbusnetz mit festen Routen, vor allem entlang der australischen Ostküste. Genau dort lagen viele Ziele dieser Reise. Cairns, Mission Beach, Townsville, Airlie Beach, weiter Richtung Süden.
Je länger ich mir das Streckennetz ansah, desto klarer wurde:
Die wichtigsten Orte unserer Route waren abgedeckt. Abgelegene Abzweigungen ins Hinterland gehören nicht dazu. Für unsere Strecke passte es.
Greyhound – Das Streckennetz

Greyhound Australien: Streckennetz. Quelle: https://www.greyhound.com.au/
Das Greyhound-Streckennetz deckt große Teile Australiens ab und folgt klaren Hauptverbindungen zwischen Städten und regionalen Zentren. Besonders dicht und zuverlässig ist das Netz entlang der Ostküste ausgebaut. Also genau unsere angedachte Strecke.
Dort verbindet Greyhound viele Reiseorte in Queensland und New South Wales mit regelmäßigen Fahrten und festen Haltestellen. Die Ostküste eignet sich deshalb besonders gut für Reisen ohne eigenes Auto.
In anderen Regionen Australiens, vor allem an der Westküste, ist das Netz deutlich weniger ausgebaut oder nicht durchgängig vorhanden.
Der Whimit Pass und die ganz normalen Fragen im Kopf
Beim Weiterlesen stieß ich auf einen Pass, der sich direkt sehr interessant anhörte: den 15-Day East Coast Whimit Travel Pass.
Das Prinzip ist einfach.
Ein festgelegter Zeitraum von 15 Tagen, innerhalb dessen beliebig viele Fahrten auf den Strecken der Ostküste möglich sind.
Jede Fahrt wird vorab reserviert, Sitzplätze lassen sich auswählen, Umbuchungen sind auch kurzfristig möglich, sofern noch Plätze frei sind.
Trotzdem blieben Fragen.
Australien mit dem Bus bereisen?
Funktioniert das wirklich zuverlässig?
Wie bequem sind die Sitze auf langen Strecken?
Wie fühlt sich das an, wenn der Takt vorgegeben ist und man nicht einfach losfahren kann, wann man möchte?
Und was passiert, wenn sich ein Plan plötzlich ändert?
Zweifel waren da. Wieder einmal.
Aber irgendetwas in mir trieb mich immer wieder an, meinen Traum nicht schon wieder zu verschieben. Dieses Wissen, dass der richtige Zeitpunkt nicht irgendwann kommt.
Sondern jetzt da ist.
Also hörte ich auf mein Bauchgefühl und begann, tiefer zu recherchieren.
Ich las Reiseberichte, klickte mich durch Foren und Gruppen und suchte nach Erfahrungen von Menschen, die genau so unterwegs gewesen waren.
Je mehr ich las, desto mehr konnte ich mir vorstellen, so zu reisen.
Auch die Kinder bezog ich mit ein.
Ihre Reaktion war überraschend eindeutig.
„Dann hast du nicht immer Stress mit dem Autofahren.“
Die Erinnerungen an unsere (recht nervenaufreibenden) Autofahrten wenige Wochen zuvor in Palermo (Sizilien) waren noch sehr präsent.
„Dann kannst du beim Fahren auch mal entspannen.“
Auch aus der Familie kam Rückenwind.
„Das ist doch ideal.“
„Überleg mal, wie entspannt das für dich ist.“
Und irgendwann blieb dieser schlichte Gedanke hängen:
Anders geht es ohnehin nicht.
Also warum nicht so?
Erst danach begann ich, etwas konkreter zu planen.
Welche Orte wollen wir sehen?
Was ist mit Greyhound realistisch machbar?
Welche Strecken passen zusammen?
Schritt für Schritt nahm die Planung Form an.
Whimit Pass – Buchung und Ablauf
Der 15-Day East Coast Whimit Travel Pass wird vorab online bei Greyhound gekauft.
Innerhalb von 15 Tagen können beliebig viele Fahrten auf den Strecken der Ostküste genutzt werden.
Jede einzelne Fahrt muss reserviert werden, Sitzplätze lassen sich dabei direkt auswählen.
Umbuchungen sind auch kurzfristig möglich, sofern noch Plätze verfügbar sind.
Das Ticket wird digital genutzt, beim Einstieg reicht der Buchungsnachweis auf dem Smartphone.
Der 15-Tage East Coast Whimit Pass kostet derzeit rund 395 AUD pro Person (ca. 240 €)
Die maximale Strecke, die mit dem 15-Day East Coast Whimit Pass theoretisch möglich ist, ergibt sich aus der längsten zusammenhängenden Route im Greyhound-Netz an der Ostküste.
Cairns → Melbourne ist dabei die längste klassische Ostküstenverbindung.
• Entfernung: ca. 3.400–3.600 Kilometer
• Reine Fahrzeit (ohne Pausen, Stopps, Umstiege): rund 48–55 Stunden Busfahrt, je nach Verbindung
Mit dem 15-Tage-Pass könnte man diese Strecke komplett fahren – und sogar noch Teilabschnitte zurück, solange alles innerhalb der 15 Tage liegt und die Fahrten reserviert sind.
Realistisch heißt das für euch
z. B.:
Cairns → Townsville → Airlie Beach → Mackay → Rockhampton → Hervey Bay → Brisbane → Byron Bay → Sydney → Canberra → Melbourne
mit Stopps, Pausen, Übernachtungen und Abstechern – ohne Kilometerlimit.
Aber das ist nur die Theorie, in 15 Tagen macht man so zwar viel Strecke, sieht aber nix von Australien.
Wir sind gefahren:
Cairns → Mission Beach
Mission Beach → Townsville
Townsville → Airlie Beach
Airlie Beach → Mackay
Mackay → Nachtfahrt → Hervey Bay
Der Pass begrenzt nicht die Entfernung, sondern nur die Zeit.
Buchung direkt über:
Greyhound Australia
Warum Planung hier besonders wichtig war
Genaue Planung war mir immer wichtig.
In diesem Fall mehr denn je.
Die Etappen sollten von zu Hause aus feststehen, um die Unterkünfte und Touren zu buchen. Im Bus mit meinen Kindern zusammen sitzen war mir sehr wichtig.
Und am liebsten möglichst weit vorne, um nach vorne auf die Straße sehen zu können.
Schilder lesen, Ortsnamen entdecken, Landschaft beobachten.
Und dann war er da, dieser Moment.
Wir machen es!
Australien. Ohne Mietwagen. Nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Dieser Gedanke fühlte sich im ersten Moment fast absurd an. So anders als alles, was sich über Jahre in meinem Kopf festgesetzt hatte. Kein Roadtrip, kein eigenes Lenkrad, kein spontanes Abbiegen irgendwo ins Nichts wie wir es zB damals an der Westküste der USA oder auch bei unseren vielen Touren in Europa gemacht haben.
Nach all den Jahren, in denen Australien immer nur ein „irgendwann“ gewesen war, wurde dieser Traum endlich Wirklichkeit. Nicht so, wie ich ihn mir früher ausgemalt hatte. Aber genau so, wie er jetzt möglich war.
Diese Art zu reisen war für uns nicht völlig neu. Auch Japan hatten wir komplett mit öffentlichen Verkehrsmitteln bereist.
Aus anderen Gründen, in einem ganz anderen Land. Aber es hat funktioniert.
Und auch in Australien – ein Land viel größer als Japan und mit soviel mehr endloser Weite – würde es funktionieren!
Greyhound buchen – der Buchungsprozess
Der Buchungsprozess bei Greyhound ist überraschend übersichtlich und gut planbar.
Zuerst wird der passende Pass online ausgewählt, in unserem Fall der 15-Day East Coast Whimit Travel Pass.
Wir brauchten alle unseren eigenen Pass, ich konnte sie aber in einer Buchung bündeln.
Der Pass wird direkt beim Kauf bezahlt. Kurz danach kommt eine Bestätigung per E-Mail mit der Buchungsnummer.
Der 15-Tage East Coast Whimit Pass kostet derzeit rund 395 AUD pro Person (ca. 240 €) und beinhaltet alle Fahrten in dieser Zeit, auch die Nachtfahrten.
Mit dieser Buchungsnummer lassen sich anschließend die einzelnen Fahrten zum Pass hinzufügen.
Das funktioniert über den Bereich „Manage Booking“ oder über ein eigenes Greyhound-Konto.
Dort gibt man einfach die Buchungsnummer und die E-Mail-Adresse ein.
Für jede Strecke wird dann eine konkrete Fahrt reserviert. Start, Ziel und Datum auswählen, verfügbare Verbindungen anzeigen lassen und die gewünschte Fahrt hinzufügen.
Wenn Sitzplätze auswählbar sind, können sie direkt reserviert werden, was besonders angenehm ist, wenn man zusammen sitzen möchte.
Änderungen sind online möglich, solange noch Plätze verfügbar sind. Sogar bis 1 Stunde vor Abfahrt ist eine Umbuchung noch möglich.
Fahrten lassen sich löschen, verschieben oder neu hinzufügen.
Das gab mir viel Flexibilität, falls sich unterwegs doch etwas ändern sollte.
Beim Einsteigen muss nichts ausgedrucktes vorgezeigt werden.
Die Buchungsnummer auf dem Smartphone reicht aus.
Ein Ausweis kann sinnvoll sein, falls nachgefragt wird.
Insgesamt fühlte sich der gesamte Ablauf unkompliziert und sehr entspannt an.
Kurz gesagt: Pass online kaufen, Buchungsnummer erhalten, Fahrten reservieren, Sitzplätze sichern, bei Bedarf anpassen und einfach einsteigen.
So sieht das dann im Account aus:

Und ein toller Service von Greyhound Australia:
Vor allem in der Regenzeit gibt es oft Straßensperrungen.
Auf der Instagram-Seite von Greyhound wird man immer direkt mit Karten (und oft sehr unterhaltsam) darüber informiert.
„Du fährst mit Greyhound?! Da siehst du doch nur Städte!“
„Viel Spaß, wirst nix schönes sehen von Australien“
„Dann kannst du auch in Deutschland bleiben und mit der Bahn durchs Ruhrgebiet fahren“
Diese und ähnliche Sprüche bekam ich vor allem in australischen Reisegruppen bei Facebook öfters zu hören.
Und dazu habe ich dann ein Reel gemacht.
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
Die erste Fahrt: Ankommen am Stopp und losfahren
Und dann kam der Tag, an dem die Reise mit Greyhound begann.
Für jede Fahrt lag die genaue Adresse vor, an der der Bus hält. Und weil es offenbar mehr Menschen wie mich gibt, die trotz genauer Adresse erst einmal ziellos umherirren, war alles gut ausgeschildert. Pfeile, Hinweise, klare Treffpunkte.

Die Busse waren pünktlich. Der Fahrer checkte die Namen und fragte kurz nach, wo es hingeht. Je nach Ziel wurde das Gepäck im Laderaum sortiert. Größere Taschen verschwanden unten. Rucksäcke durften mit an den Platz genommen werden.

Alltag im Bus: Pünktlichkeit, Pausen, USB und WLAN
Nach dem Einsteigen richteten wir uns erst einmal auf unserem Platz ein. Nackenhörnchen, eine kleine Reisedecke. Ein paar Snacks im Netz am Vordersitz. Die Sitze waren bequem, auch auf längeren Strecken. An jedem Platz gab es einen USB-Anschluss, was unterwegs wirklich hilfreich war, allerdings brauchten wir dafür etwas längere Kabel. In vielen Bussen funktionierte auch das WLAN, mal stabiler, mal weniger, aber für Nachrichten und kurze Recherchen ausreichend. Nur zum Streamen war es manchmal zu langsam.

Etwa alle zwei Stunden haben wir eine Pause gemacht. Zeit für Toiletten, etwas Warmes zu essen oder kurz die Beine zu vertreten. Essen und Trinken waren im Bus erlaubt, auch Kaffee to go.

Ein paar Impressionen von unterwegs


Vorne mit Blick auf die Straße zu sitzen hat sich gelohnt, habe nun ein paar Fotos mehr für meine Tierschild-Sammlung

Ein Symbolfoto. Soll zeigen, dass man mit Kissen und Nackenhörnchen gut schlafen kann, sogar besser als in der Flugzeug-Holzklasse. Ich habe tatsächlich bei jeder Fahrt eine Runde geschlafen.

Die Nachtfahrt von Mackay nach Hervey Bay
Eine unserer Etappen war eine Nachtfahrt. Von Mackay nach Hervey Bay. Bei der Planung gab es kurz Zweifel. Nachtfahrt im Bus klingt erst einmal nach wenig Schlaf und müdem Ankommen. Aber auf der anderen Seite hatte es auch Vorteile: Wir sparten eine Nacht in einer Unterkunft und konnten so über Nacht eine große Strecke zurück legen.
Vor der Abfahrt hatten wir noch Zeit, in Ruhe Abendessen zu gehen. Eine Ausnahme auf dieser Reise, denn um die Kosten klein zu halten, wurde meist selbst gekocht. An diesem Abend gab es einen Burger, Süßkartoffeln und gebackenen Blumenkohl. Und genau das tat gut, einfach mal in Ruhe sitzen, lecker essen, durchatmen, bevor die Nacht beginnt.
Wir waren zeitig am Bus, mit uns stiegen noch viele andere Gäste ein. Für die 11 Stunden Fahrt hatte ich mir ein kleines Kulturtäschchen gepackt. Zahnbürste, Cremes, Reinigungstücher & Co. Alles, um sich am Morgen frisch zu machen. Bei Langstreckenflügen mache ich es immer genauso.
Die Fahrt ging los, das Licht wurde gedimmt. Wir hatten für die Nachtfahrt Plätze in der Mitte des Busses. Hier schaukelt es weniger. Mit Kissen, Nackenhörchen und Kuscheldecke schlummerte ich sogar relativ schnell ein. Ein Trick half dabei: ein Lieblingslied in Dauerschleife, mit Noise-Canceling-Kopfhörern. Ich hatte es vorher versucht, meine Playlist durchzuhören, bin aber dauernd bei neuen Liedern wieder wach geworden. Also gab es nur ein ruhiges Lied in Dauerschleife und das ließ mich erstaunlich gut schlummern, trotz Bus und trotz Sitzen.
Auch nachts haben wir alle 2 Stunden eine Pause gemacht. Niemand musste aussteigen. Wer wollte, blieb einfach sitzen. Der Bus fuhr weiter, während draußen die Nacht vorbeizog. 700 km Strecke schafften wir so, halbwegs schlafend über Nacht.
Am Morgen kamen wir in Hervey Bay an. Müde, ja. Aber nicht zerschlagen. Und da war dieser angenehme Gedanke: Strecke geschafft, über Nacht vorangekommen, eine Hotelnacht gespart.
Wo Greyhound an Grenzen stößt und wie wir damit umgegangen sind
Greyhound bringt einen zuverlässig von Ort zu Ort. Abgelegene Nationalparks, spontane Abstecher ins Hinterland und Ziele fernab der Hauptstrecken gehören nicht dazu. Man ist weniger Flexibel als mit einem eigenen Fahrzeug. Das war vorher klar, deshalb wurde die Route von Anfang an entlang der Greyhound-Strecke geplant. Und auch dort gibt es, wie ihr in den kommenden Wochen hier noch lesen könnt, richtig viel zu sehen und zu erleben.
Unterkünfte buchte ich möglichst zentral. Orte, von denen aus vieles zu Fuß erreichbar war oder die gut angebunden waren. Für Ziele außerhalb dieser Reichweite wurden Uber oder geführte Touren genutzt. Gerade bei wenig Zeit sieht man so viel.
Kosten: Greyhound, Mietwagen oder Camper
Viele von euch haben mich gefragt, wie das mit den Kosten ist.
Die Preise schwanken je nach Saison, Anbieter und Verfügbarkeit. Um trotzdem ein Gefühl für die Größenordnungen zu bekommen, habe ich unsere Route mit Greyhound einmal grob gegengerechnet: Cairns – Mission Beach – Townsville – Airlie Beach – Mackay – Hervey Bay. Das ist keine exakte Berechnung, sondern eine grobe Orientierung.
Als Autofahrt liegt diese Strecke bei rund 1.500 Kilometern. Beim Sprit hängt viel vom Fahrzeug ab. Ein normaler Mietwagen liegt oft bei etwa 7 bis 9 Litern auf 100 Kilometer, ein Camper eher bei 12 Litern. Damit landet man grob bei etwa 190 bis 250 AUD Spritkosten (ca. 115–150 €) für einen Mietwagen, beim Camper eher um die 330 AUD (ca. 200 €), je nach Verbrauch und regionalem Benzinpreis. Greyhound ist am einfachsten zu kalkulieren. Der 15-Day East Coast Whimit Pass kostet 395 AUD pro Person (ca. 235 €). Für zwei Personen also etwa 790 AUD (ca. 470 €), für vier Personen rund 1.580 AUD (ca. 950 €). Dazu kommen vor Ort noch Transfers, Ubers oder geführte Touren, je nachdem, wie man unterwegs ist. Beim Mietwagen ist die Spannbreite groß. In Cairns lagen die Preise je nach Anbieter und Zeitpunkt grob zwischen etwa 35 und 70 AUD pro Tag (ca. 20–42 €). Für 15 Tage ergibt das ungefähr 525 bis 1.050 AUD (ca. 315–630 €) für den Wagen, dazu Sprit und eventuell Versicherungs-Upgrades. Zu zweit kann Greyhound preislich ähnlich liegen oder sogar günstiger sein. Zu viert wirkt der Mietwagen oft attraktiver, vorausgesetzt mehrere Personen dürfen fahren. Ein Camper kombiniert Auto und Unterkunft, ist aber selten die günstige Variante. Je nach Fahrzeug und Saison liegen die Preise grob zwischen etwa 100 und 400 AUD pro Tag (ca. 60–240 €). Für 15 Tage landet man damit schnell bei 1.500 bis deutlich über 6.000 AUD (ca. 900–3.600 €), plus Sprit und Campingplätze. Das kann sich lohnen, wenn man konsequent im Camper schläft, ist aber preislich eine andere Liga.
Preis-Fazit für unsere Route:
Greyhound (15-Day East Coast Whimit Pass)
• 395 AUD pro Person (ca. 235 €)
• 2 Personen: ca. 790 AUD (≈ 470 €)
• 4 Personen: ca. 1.580 AUD (≈ 950 €)
(+ ggf. Transfers/Uber/Touren vor Ort)
Mietwagen
• Tagespreis ca. 35–70 AUD (20–42 €)
• 15 Tage: ca. 525–1.050 AUD (≈ 315–630 €)
• Sprit: ca. 190–250 AUD (≈ 115–150 €)
→ Gesamt grob:
• 2 Personen: ca. 715–1.300 AUD (≈ 430–780 €)
• 4 Personen: gleicher Fahrzeugpreis, aber 4 Mitfahrende
→ Mietwagen pro Person günstiger, wenn mehrere Fahrer vorhanden sind
Camper / Wohnmobil
• Tagespreis ca. 100–400 AUD (60–240 €)
• 15 Tage: ca. 1.500–6.000+ AUD (≈ 900–3.600 €)
• Sprit: ca. 330 AUD (≈ 200 €)
• ggf. Campingplätze zusätzlich
→ Gesamt: schnell deutlich über 2.000 AUD, oft erheblich mehr
Kurz gesagt
• Greyhound: am einfachsten zu kalkulieren, preislich lohnenswert für 1–2 Personen
• Mietwagen: preislich günstiger bei 3–4 Personen
• Camper: komfortabel, aber preislich eine andere Liga
Fazit
Greyhound war für uns eine sehr gute Lösung. Australien ließ sich erleben, ohne selbst hinter dem Steuer sitzen zu müssen.
Ein Aspekt wurde unterwegs immer mehr bewusst: Nachhaltigkeit. Wenn man schon um die halbe Welt fliegt, kann man zumindest vor Ort versuchen, den eigenen CO₂-Abdruck kleiner zu halten. Mit dem Bus zu reisen bedeutet weniger Fahrzeuge, weniger Verkehr und weniger Emissionen pro Person. Das ändert nichts an der Flugstrecke, aber es verändert, wie man sich danach im Land bewegt.
Greyhound ist vor allem an der Ostküste stark vertreten und verbindet dort viele Orte zuverlässig miteinander. An der Westküste ist das bislang leider nicht so. Ein vergleichbares, flächendeckendes Netz gibt es dort noch nicht, und aktuell sind auch keine konkreten Ausbaupläne bekannt. Schade, denn gerade dort würde diese Art des Reisens ebenfalls gut passen.
Ob Greyhound für euch die richtige Wahl ist, lässt sich nicht pauschal sagen.
Aber wenn ihr von Australien träumt – und aus welchen Gründen auch immer kein Fahrzeug mieten könnt / möchtet oder euch den Linksverkehr nicht zutraut oder ihr – wie ich – gesundheitlich eingeschränkt seid und kein Auto fahren dürft, dann ist Greyhound eine tolle Möglichkeit, Australien zu bereisen.
Für uns hat es gepasst. Zu diesem Zeitpunkt, mit diesen Rahmenbedingungen und genau so, wie diese Reise möglich war.
Das Leben verläuft selten nach Plan. Es stellt Dinge um, zieht Grenzen, zwingt zu neuen Wegen.
Auch beim Reisen geht es nicht immer darum, alles so machen zu können, wie man es sich wünscht. Manchmal geht es darum, einen Weg zu finden, der unter den gegebenen Umständen funktioniert.
Heute bin ich froh, dass ich mich vom Fahrverbot nicht habe entmutigen lassen. Dass ich meinen Traum nicht noch einmal auf „irgendwann“ verschoben habe, sondern ihn genau so gelebt habe, wie es möglich war.
Denn das Leben wartet nicht auf deine Träume.
Reiseplanung für Australien
Unterkünfte in Australien finden
Kleiner Klick nötig: „Inhalt entsperren“ (Datenschutz). Die Karte startet in Sydney – einfach rauszoomen oder zur Wunschregion verschieben.
Danach siehst du Preise, Verfügbarkeit und Unterkünfte im ganzen Land.
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Weitere hilfreiche Links zur Planung
Hier findest du langjährig erprobte Tipps, Tools und Grundlagen, die bei der Planung wirklich helfen.






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