Sicher reisen mit Kindern heißt für mich vor allem: vorbereitet sein.
Ich reise seit 18 Jahren mit Kindern. Wir waren inzwischen in 30 Ländern auf 5 Kontinenten unterwegs – mit kleinen Kindern, später mit Teenagern, in Deutschland, Europa, den USA, Namibia, Japan, Australien und vielen weiteren Ländern. Dabei habe ich gelernt: Ein paar Dinge sollte man vor der Reise klären oder bereitlegen, weil es unterwegs Nerven spart.
Hier kommen meine 11 Tipps zum sicheren Reisen mit Kindern.
11 Punkte, die bei unseren Familienreisen immer wieder wichtig waren.
Mehr Beiträge aus meiner Ellys-Eleven-Reihe findet ihr hier: Ellys 11 – alle Beiträge im Überblick. Wenn euch besonders das Thema Flugreisen beschäftigt, passt auch mein Beitrag Fliegen mit Kindern – 11 Tipps.
Seiteninhalt
- Tipp 1: Reiseimpfungen rechtzeitig prüfen
- Tipp 2: Reisehinweise beim Auswärtigen Amt lesen
- Tipp 3: Versicherungen – was ich wirklich wichtig finde
- Tipp 4: Notfallnummern nicht erst im Notfall suchen
- Tipp 5: Wichtige Dokumente digital sichern
- Tipp 6: Medikamente mit Bescheinigung mitnehmen
- Tipp 7: Kinderrucksäcke beschriften
- Tipp 8: Geld, Karten und Pässe nicht an einer Stelle tragen
- Tipp 9: Kleine Reiseapotheke und Erste-Hilfe-Set einpacken
- Tipp 10: Taschen an vollen Orten sichern
- Tipp 11: Notfallarmbänder für Kinder
- Kurz gesagt: Sicherheit ist Vorbereitung, keine Panik
- FAQ: Sicher reisen mit Kindern
- Weitere Beiträge zum Reisen mit Kindern
Tipp 1: Reiseimpfungen rechtzeitig prüfen
Vor größeren Reisen lasse ich die Impfausweise früh genug prüfen. Das betrifft nicht nur Fernreisen. Auch innerhalb Deutschlands kann das Thema wichtig sein, zum Beispiel bei Reisen in FSME-Gebiete.
Ich würde damit nicht bis kurz vor Abfahrt warten. Manche Impfungen brauchen Zeit, andere müssen aufgefrischt werden. Also: Impfausweise einpacken, Hausarzt oder Kinderarzt fragen und nicht erst drei Tage vor dem Urlaub hektisch werden.
Tipp 2: Reisehinweise beim Auswärtigen Amt lesen
Vor Reisen ins Ausland schaue ich mir die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts an. Nicht, um mich verrückt zu machen, sondern um zu wissen, ob es aktuelle Warnungen, Einreisehinweise, Gesundheitsrisiken oder besondere Regeln gibt.
Die Hinweise findet ihr hier: Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.
Gerade bei Fernreisen, Rundreisen oder Reisen durch mehrere Länder gehört dieser Blick für mich zur Vorbereitung dazu.
Tipp 3: Versicherungen – was ich wirklich wichtig finde
Versicherungen sind trocken. Aber mit Kindern unterwegs möchte ich darüber nicht erst nachdenken, wenn schon etwas passiert ist.
Auslandsreise-Krankenversicherung
Für mich ist die Auslandsreise-Krankenversicherung die wichtigste Reiseversicherung. Ohne sie würde ich mit Kindern nicht ins Ausland reisen.
Die Europäische Krankenversicherungskarte hilft im EU-Ausland bei medizinisch notwendiger Behandlung, ersetzt aber keine richtige Reiseversicherung. Private Leistungen, Zusatzkosten oder ein Rücktransport sind damit nicht automatisch abgedeckt. Außerhalb Europas reicht die gesetzliche Absicherung meist erst recht nicht.
Wenn ihr im Ausland zum Arzt oder ins Krankenhaus müsst, ruft möglichst vorher die Notfallnummer eurer Versicherung an. Viele Versicherungen haben eine 24-Stunden-Hotline. Diese Nummer möchte ich nicht erst suchen, wenn ein Kind krank ist oder man selbst im Stress steht.
Reiserücktritt und Reiseabbruch
Eine Reiserücktrittversicherung kennen viele. Sie kann greifen, wenn ihr eine Reise vor Beginn nicht antreten könnt. Nach Reisebeginn ist aber der Reiseabbruch entscheidend. Genau das wird oft vergessen.
Mit Kindern können Krankheiten, Unfälle oder ernste familiäre Notfälle eine Reise sehr schnell verändern. Ich prüfe deshalb immer, ob Reiserücktritt und Reiseabbruch enthalten sind und welche Gründe wirklich versichert sind.
Auto-Schutzbrief
Wenn ihr mit dem Auto in den Urlaub fahrt, schaut euch euren Schutzbrief an. Wir sind selbst schon zweimal im Urlaub mit dem Auto liegen geblieben: einmal Getriebeschaden, einmal Zylinderkopfdichtung. Beide Male war ich froh, dass Abschleppen und Rücktransport nicht komplett an uns hängen blieben.
Prüft zuerst eure Autoversicherung. Manchmal ist ein Schutzbrief schon enthalten oder kann günstig ergänzt werden.
Gepäckversicherung
Eine Gepäckversicherung sehe ich deutlich kritischer. Sie ist nicht so wichtig wie Krankenversicherung, Reiseabbruch oder Schutzbrief. Dazu kommen Ausschlüsse, Zeitwert, Selbstbeteiligung und viele Bedingungen.
Bei teurem Kameraequipment, besonderen medizinischen Geräten, Kreuzfahrten oder Busrundreisen kann man darüber nachdenken. Aber vorher würde ich sehr genau in die Bedingungen schauen.
Tipp 4: Notfallnummern nicht erst im Notfall suchen
Ich speichere wichtige Notfallnummern im Handy und habe sie zusätzlich in den Reiseunterlagen. Dazu gehören:
– Notrufnummer des Reiselandes
– Nummer der Unterkunft
– Notfallnummer der Auslandskrankenversicherung
– Nummer für die Kreditkartensperrung
– Hausarzt oder Kinderarzt
– Kontaktperson zu Hause
Innerhalb der EU gilt die 112 als einheitliche Notrufnummer. Bei Reisen außerhalb der EU schaue ich die Notrufnummern des jeweiligen Landes vorher nach.
Tipp 5: Wichtige Dokumente digital sichern
Reisepässe, Ausweise, Führerschein, Versicherungsunterlagen, Buchungen, Visa und wichtige Bescheinigungen sichere ich digital. Nicht nur auf dem Handy, sondern so, dass ich im Notfall auch anders darauf zugreifen kann.
Bei Reisen mit Kindern würde ich besonders diese Dokumente sichern:
– Reisepässe oder Personalausweise
– Krankenversicherungsnachweise
– Auslandskrankenversicherung
– Buchungsunterlagen
– Notfallnummern
– Impfausweise
– ärztliche Bescheinigungen für Medikamente
– gegebenenfalls Vollmachten oder Sorgerechtsnachweise
Bei getrennten Eltern, Patchwork-Familien oder Reisen mit nur einem Elternteil würde ich Vollmachten und Nachweise nicht auf die leichte Schulter nehmen. An Grenzen, Flughäfen oder bei Rückfragen ist es besser, wenn man die Unterlagen direkt zeigen kann.
Tipp 6: Medikamente mit Bescheinigung mitnehmen
Wenn ihr oder eure Kinder regelmäßig Medikamente nehmen müsst, gehört eine ärztliche Bescheinigung für mich ins Gepäck. Vor allem bei größeren Mengen, Spritzen, Flüssigkeiten oder Reisen außerhalb Europas.
Ich habe solche Bescheinigungen selbst genutzt und hatte damit auch bei strengeren Kontrollen keine Probleme. Zusätzlich nehme ich Medikamente möglichst in der Originalverpackung mit Beipackzettel mit.
Informationen und ein Formular findet ihr beim ADAC: Medikamente auf Reisen mitnehmen.
Uns ist im Urlaub selbst einmal ein wichtiges Medikament verloren gegangen. Wie wir das damals in Schweden gelöst haben, habe ich hier aufgeschrieben: Medikamente im Urlaub vergessen – was tun?.
Wer temperaturempfindliche Medikamente wie Insulin mitnehmen muss, sollte vorher klären, wie die Kühlung unterwegs gesichert wird. Eine Insulin-Kühlbox* kann dafür eine Lösung sein.
Tipp 7: Kinderrucksäcke beschriften
Kinder vergessen selten ihre Sachen? Schön wär’s.
Bei uns wurden Rucksäcke schon auf Bänken, im Café, im Bus und auf Schiffen liegen gelassen. Meistens tauchten sie wieder auf. Aber wenn Lieblingskuscheltier, Trinkflasche, Jacke oder kleine Schätze drin sind, reicht schon eine vergessene Tasche für Drama.
Deshalb: Name und Telefonnummer innen in den Rucksack. Nicht groß außen sichtbar, aber so, dass ehrliche Finder euch erreichen können.
Tipp 8: Geld, Karten und Pässe nicht an einer Stelle tragen
Macht es nicht wie Kevins Papa bei „Kevin allein in New York“. Der hatte alles an einer Stelle: Geld, Kreditkarten, Unterlagen. Für den Film war das praktisch. Auf Reisen ist es eine schlechte Idee.
Ich verteile Bargeld und Karten auf mehrere Stellen. Nicht alles in eine Tasche, nicht alles in einen Rucksack und nicht alles bei einer Person. Gerade mit Kindern hat man ohnehin genug im Kopf. Wenn dann eine Tasche weg ist, sollte nicht gleich die komplette Reiseorganisation mit weg sein.
Ein Reiseportemonnaie kann helfen, aber nur, wenn man es auch wirklich sicher trägt. Wer es locker umhängen lässt, macht es Taschendieben zu leicht.
Tipp 9: Kleine Reiseapotheke und Erste-Hilfe-Set einpacken
Ich habe unterwegs immer ein kleines Erste-Hilfe-Set dabei. Nicht riesig, aber mit den Dingen, die man bei Kindern ständig brauchen kann: Pflaster, Wunddesinfektion, Verband, Schere, Pinzette, Fiebermittel, etwas gegen Durchfall und Übelkeit, Wundsalbe und ein paar Traubenzucker.
Wir haben Wunddesinfektion, Pflaster und Pinzette unterwegs schon oft gebraucht. Kleine Verletzungen passieren nicht zu Hause am ordentlich gedeckten Küchentisch, sondern irgendwo auf einem Parkplatz, am Strand, auf einem Wanderweg oder abends, wenn natürlich alles schon zu hat.
Beispiele zum Anschauen:
Großes Erste-Hilfe-Set*
Insektenstichheiler*
Kleine Medikamenten-Reiseapotheke*
Große Medikamenten-Reiseapotheke*
Weitere Dinge, die sich bei uns unterwegs bewährt haben, findet ihr auch in meinem Beitrag meine erprobten Reisegadgets.
Tipp 10: Taschen an vollen Orten sichern
An vollen Orten bin ich bei Taschen deutlich strenger geworden. Café, Bahnhof, Bus, Markt, Aussichtspunkt, Freizeitpark – genau dort ist man schnell abgelenkt, weil ein Kind etwas will, jemand aufs Klo muss oder man gerade den Weg sucht.
Ich stelle Taschen nicht locker neben mich. Wenn eine Tasche einen langen Gurt hat, kommt der Gurt um Arm, Stuhlbein oder Bein. Sieht nicht elegant aus, aber Eleganz bringt nichts, wenn die Tasche weg ist.
Wer zusätzlich sichern möchte, kann sich kleine Schlösser oder Clips anschauen, zum Beispiel ein Handtaschenschloss*.
Tipp 11: Notfallarmbänder für Kinder
Ein Kind im Gedränge aus den Augen zu verlieren, gehört zu den Situationen, die man als Eltern nicht erleben will. Gerade an Flughäfen, Bahnhöfen, Freizeitparks, Stränden, Märkten oder großen Sehenswürdigkeiten kann das aber schnell passieren.
Notfallarmbänder können helfen, weil Telefonnummer oder medizinische Hinweise direkt am Kind sind. Bei kleineren Kindern finde ich das deutlich besser, als darauf zu hoffen, dass sie in Stressmomenten alles richtig erklären können.
Beispiele zum Anschauen:
Kinderarmband für Airtag*
Airtag-Armband waterproof*
Notfallarmband*
SOS-Armband personalisierbar aus Silikon*
Airtag*
Smart Tracker*
Kurz gesagt: Sicherheit ist Vorbereitung, keine Panik
Das waren meine 11 Tipps zum sicheren Reisen mit Kindern. Für mich geht es dabei nicht darum, jede Reise bis zur letzten Schraube zu kontrollieren. Das klappt mit Kindern sowieso nie.
Aber ein paar Dinge sollten erledigt sein, bevor man losfährt: Versicherung, Dokumente, Medikamente, Notfallnummern, Reiseapotheke und ein bisschen gesunder Menschenverstand bei Geld, Taschen und vollen Orten.
Dann bleibt unterwegs mehr Kopf für das, worum es eigentlich geht: reisen, entdecken, Zeit miteinander haben.
FAQ: Sicher reisen mit Kindern
Braucht man für Reisen mit Kindern eine Auslandskrankenversicherung?
Ja. Für mich ist sie die wichtigste Reiseversicherung, sobald es ins Ausland geht. Die Europäische Krankenversicherungskarte ersetzt keine vollständige Reiseversicherung und außerhalb Europas reicht die gesetzliche Absicherung meist nicht aus.
Welche Notrufnummer gilt in der EU?
In der EU gilt die 112 als einheitliche Notrufnummer. Bei Reisen außerhalb der EU schaue ich die jeweiligen Notrufnummern vorher nach.
Sollte man Reisedokumente digital speichern?
Ja. Ich sichere Ausweise, Versicherungen, Buchungen, Visa, Notfallnummern und wichtige Bescheinigungen digital. Wenn etwas verloren geht, steht man nicht komplett ohne Unterlagen da.
Sind Notfallarmbänder für Kinder sinnvoll?
Ja, besonders bei kleinen Kindern und an vollen Orten. Eine Telefonnummer am Kind kann im Ernstfall sehr viel Zeit sparen.
Was gehört in eine Reiseapotheke mit Kindern?
Pflaster, Wunddesinfektion, Pinzette, Verband, Fiebermittel, etwas gegen Durchfall und Übelkeit, Wundsalbe und persönliche Medikamente. Bei Dauermedikation gehört eine ärztliche Bescheinigung dazu.
Weitere Beiträge zum Reisen mit Kindern
Fliegen mit Kindern – 11 Tipps
Meine erprobten Reisegadgets
Medikamente im Urlaub vergessen – was tun?
Reisen in Deutschland mit Kindern und Teenagern
Alle Ellys-11-Beiträge im Überblick
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