Eine Ballonfahrt in Halverde beim Ballonfestival im Münsterland war für meinen Vater und mich ein ganz besonderes Erlebnis. Wir halfen bei den Startvorbereitungen, stiegen mit mehreren anderen Ballons in die Luft, fuhren rund eine Stunde über die Landschaft und wurden nach der Landung sogar traditionell getauft. Dieser Beitrag ist ein Rückblick auf unsere Ballonfahrt in Halverde mit vielen Fotos vom Start, aus der Luft, von der Landung und vom Abend auf dem Ballonfestival.
Halverde liegt im nördlichen Münsterland, nicht weit von Recke und Hopsten entfernt. Wenn ihr weitere Ausflugsziele in der Region sucht, findet ihr hier meine Übersicht mit Münsterland Sehenswürdigkeiten und Ausflugstipps.
Seiteninhalt
- Ballonfahrt beim Ballonfestival Halverde
- Fotos von unserer Ballonfahrt in Halverde
- Kleine Fragen rund ums Ballonfahren
- Warum sagt man Ballon fahren und nicht Ballon fliegen?
- Warum passt das Wort „fahren“ so gut zur Ballonfahrt?
- Wann begann die Geschichte der Ballonfahrt?
- Wie groß ist eine Heißluftballon-Hülle?
- Warum fahren Heißluftballons selten in der Mittagszeit?
- Wie wird man Ballonfahrer?
- Wie teuer ist ein Heißluftballon?
- Mehr Ausflugsziele im Münsterland
Ballonfahrt beim Ballonfestival Halverde
Mein Vater und ich haben beim Ballonfestival Halverde eine Ballonfahrt gemacht.
Ein ganz besonderes Erlebnis.
Man schwebt lautlos über die Landschaft. Nur der Brenner unterbricht immer wieder mal diese friedliche Stimmung.
Das Wetter war ….. naja, sagen wir mal so: Zum starten reichte es, für eine super Sicht leider nicht.
Wir haben bei den Startvorbereitungen mitgeholfen (so gut es ging), das war wirklich sehr interessant. Die große Ballonhülle wurde an dem Korb befestigt und wurde zunächst im Liegen mit Luft befüllt, diese wurde später erhitzt, so dass sich der Ballon aufrichtete. Seile hinderten ihn daran, vorzeitig aufzusteigen. Wir starteten nicht alleine, mehrere andere Ballons stiegen ungefähr zeitgleich mit uns in die Luft.
Die Ballonfahrt dauerte ca 1 Stunde, wir sind 10 km gefahren. Es heisst tatsächlich gefahren, nicht geflogen. Unten im FAQ erläutere ich das etwas genauer.
Nach der Landung wurde alles wieder abgebaut und in den Hänger verstaut (auch hier haben wir wieder geholfen, wo wir als Laien helfen konnten). Im Anschluss wurden wir noch getauft, mit Feuer und Bier (Letzteres liegt an dem Ballon, mit dem wir gefahren sind, da war das natürlich Ehrensache)
Anschliessend fuhren wir zurück zum Startplatz, wo es noch einen kleinen Umtrunk gab.
Fazit: Jederzeit wieder!!!!!!!
Ich hoffe sehr, irgendwann wieder so etwas erleben zu dürfen
Ergänzung: Ein paar Jahre danach haben mein Vater und ich tatsächlich noch einmal eine Ballonfahrt gemacht. Dieses Mal war auch meine Älteste dabei. Drei Generationen gemeinsam im Ballonkorb. Besonders war für uns, dass wir damals über mein Elternhaus fahren konnten. Die Fotos dazu ergänze ich hier beizeiten.
Fotos von unserer Ballonfahrt in Halverde
Ich lasse mal ein paar Fotos sprechen. Der Beitrag ist schon über 10 Jahre alt. Die Fotos habe ich daher mit meiner damaligen Kamera gemacht, technisch kein Vergleich zur heutigen Technik.
Ab gehts!
Danke an meine Mutter für die Foto vom Boden aus.
Sie ist zusammen mit meiner Oma und der Kamera dem Ballon hinterhergefahren und war so auch bei der Landung dabei!
Die Taufe. Einen Ballönernamen bekamen mein Vater und ich natürlich auch inkl. Urkunde
Mit dem Ballönerteam fuhren wir zurück nach Halverde, dort war das Festival noch im vollen Gange und viele andere Ballon-Gäste berichteten von ihren Erlebnissen bei ihrer Ballonfahrt.
Dort ließen dann auch wir den Abend ausklingen, bevor es voller unvergesslicher Eindrücke zurück nach Hause ging
Kleine Fragen rund ums Ballonfahren
Warum sagt man Ballon fahren und nicht Ballon fliegen?
Bei einer Ballonfahrt sagt man tatsächlich fahren und nicht fliegen. Das klingt erst einmal seltsam, vor allem, weil man ja eindeutig in der Luft ist. Der Unterschied liegt in der Art der Fortbewegung: Ein Flugzeug fliegt aktiv. Es hat Motoren, Tragflächen, Steuerflächen und kann gezielt gesteuert werden. Ein Heißluftballon dagegen hat keinen eigenen Antrieb und keine Tragflächen. Er steigt, sinkt und wird vom Wind getragen. Der Ballonpilot kann also vor allem die Höhe verändern und dabei unterschiedliche Windrichtungen nutzen. Die eigentliche Richtung bestimmt aber der Wind.
Warum passt das Wort „fahren“ so gut zur Ballonfahrt?
Sprachlich kommt dazu noch die alte Seefahrertradition. Ballone und Luftschiffe wurden früher oft wie Schiffe betrachtet. Man fuhr mit ihnen durch das Luftmeer. Deshalb fährt ein Ballon, während ein Flugzeug fliegt. Und ja, auch wenn es komisch klingt: Nach meiner Ballonfahrt wusste ich, warum dieser alte Ausdruck so gut passt. Es fühlte sich wirklich eher wie ein ruhiges Dahingleiten an als wie ein Flug.
Wann begann die Geschichte der Ballonfahrt?
Die Geschichte der modernen Heißluftballonfahrt begann im Jahr 1783 mit den Brüdern Montgolfier in Frankreich. Zuerst schickten sie Tiere in die Luft, später wagten sich auch Menschen in den Ballonkorb. Die erste freie bemannte Fahrt mit einem Heißluftballon fand am 21. November 1783 in Paris statt. Jean-François Pilâtre de Rozier und François Laurent d’Arlandes fuhren damals über Paris. Für die damalige Zeit muss das völlig unglaublich gewesen sein. Menschen, die den Boden verlassen und ohne Pferd, Wagen oder Schiff durch die Luft reisen konnten.
Heute ist eine Ballonfahrt natürlich technisch deutlich sicherer und besser planbar. Trotzdem steckt noch immer viel von diesem alten Abenteuergefühl darin. Der Korb, der Brenner, die Hülle, der Wind, das Warten auf das passende Wetter. Vieles daran wirkt noch erstaunlich ursprünglich.
Wie groß ist eine Heißluftballon-Hülle?
Die Größe einer Ballonhülle hängt davon ab, wie viele Personen mitfahren sollen. Kleine Sportballone können bei etwa 1.800 Kubikmetern Volumen beginnen. Häufige Ballone für mehrere Mitfahrer liegen zum Beispiel bei rund 3.000 bis 4.000 Kubikmetern. Größere Passagierballone können deutlich über 10.000 Kubikmeter fassen.
Von außen sieht man nur eine bunte Hülle. Tatsächlich ist diese Hülle aber ein riesiger, sehr leichter Stoffkörper, der mit heißer Luft gefüllt wird. Erst durch die erhitzte Luft entsteht genug Auftrieb, damit Korb, Brenner, Gasflaschen und Passagiere abheben können. Beim Start wirkt das besonders beeindruckend: Erst liegt alles flach auf der Wiese, dann kommt Luft hinein, dann Hitze, und plötzlich richtet sich dieses riesige Stoffpaket auf.
Heißluftballons starten besonders häufig früh morgens oder abends. Das hat einen einfachen Grund: Zur Mittagszeit erwärmt die Sonne den Boden stark. Dadurch steigt warme Luft auf. Diese aufsteigenden Luftmassen nennt man Thermik. Für Segelflieger kann Thermik hilfreich sein, für Ballone ist sie ungünstig und unter Umständen gefährlich, weil der Ballon unruhiger steigen oder sinken kann.
Morgens ist die Luft oft noch ruhiger. Abends lässt die Kraft der Sonne wieder nach, und die Thermik wird schwächer. Deshalb liegen viele Ballonfahrten in diesen Tageszeiten. Ganz nebenbei ist das Licht dann meistens auch schöner. Für Fotos ist das kein Nachteil.
Wie wird man Ballonfahrer?
Wer selbst einen Heißluftballon führen möchte, braucht eine Ballonpiloten-Lizenz. Diese Lizenz heißt BPL, kurz für Balloon Pilot Licence. Die Ausbildung besteht aus Theorie und Praxis. Zur Theorie gehören unter anderem Meteorologie, Luftrecht, Navigation, Technik und Verhalten in besonderen Situationen. In der Praxis lernt man Start, Fahrt, Höhenkontrolle, Landung und den Umgang mit Wetterentscheidungen.
Die praktische Prüfung ist in Deutschland ab 16 Jahren möglich. Zusätzlich braucht man eine flugmedizinische Tauglichkeit und weitere Nachweise. Die Ausbildung dauert je nach Schule, Wetter, Zeit und Praxis meist mehrere Monate bis etwa zwei Jahre. Für die Ausbildung werden häufig grob 3.500 bis 6.000 Euro genannt, teils auch rund 5.000 Euro. Hinzukommen können je nach Anbieter noch Kosten für Unterlagen, Prüfungen, Funkzeugnis, Behördengebühren oder Fahrten zur Ballonschule.
Wie teuer ist ein Heißluftballon?
Ein eigener Heißluftballon ist kein kleines Hobby. Ein komplettes Ballonsystem besteht nicht nur aus der Hülle, sondern auch aus Korb, Brenner, Gasflaschen, Instrumenten, Anhänger und weiterem Zubehör. Für einen kompletten Ballon mit etwa 3.400 Kubikmetern Volumen werden ungefähr 75.000 Euro genannt. Je nach Größe, Alter, Hersteller und Ausstattung kann der Preis deutlich schwanken.
Als grobe Orientierung kann man sagen: Für Ballonhülle, Brenner und Korb liegen genannte Anschaffungskosten häufig im Bereich von etwa 50.000 bis 100.000 Euro. Sonderformen sind noch einmal eine eigene Liga. Solche besonders geformten Werbe- oder Figurenballone können zusätzlich 100.000 Euro oder mehr kosten.
Dazu kommen laufende Kosten für Wartung, Versicherung, Gas, Prüfungen, Transport und Lagerung. Eine Ballonfahrt als Passagier ist also schon ein besonderes Erlebnis. Einen eigenen Ballon zu besitzen, ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer.
Mehr Ausflugsziele im Münsterland
Weitere Ausflüge, Naturziele und Berichte aus meiner Heimat findet ihr bei der Schönen Aussicht in Riesenbeck, am Lengericher Canyon im Tecklenburger Land und in meinem Beitrag über Rheine an der Ems.
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