Wildwasserrafting mit Kindern in Österreich – genau das stand plötzlich im Raum. Nicht meine Idee. Ganz im Gegenteil. Während ich innerlich noch alle Katastrophenszenarien durchging, hatten die Kinder längst entschieden: Wir machen das.
Am Ende saßen wir mit fünf Kindern im Schlauchboot auf der Isel, mitten zwischen kaltem Gletscherwasser, spritzenden Wellen und einer ordentlichen Portion Respekt. Und ich? Die eigentlich am liebsten wieder umgedreht wäre? War plötzlich mittendrin.
Wie sicher Wildwasserrafting mit Kindern wirklich ist, worauf man achten sollte und ob ich es nochmal machen würde – genau das erzähle ich euch hier. Ganz ehrlich. Ohne Schönreden.
Unser letzter Urlaubstag in Heiligenblut am Großglockner sollte etwas ganz Besonderes werden.
Ein echtes Highlight. Eins, an das wir alle noch lange zurückdenken würden.
Ein Besuch in einem besonderen Freibad oder nochmals eine Tour zu den süßen Murmeltieren am Großglockner. Irgendwie sowas.
Die Kinder hatten aber eine andere Idee …
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Wildwasserrafting? Nicht euer Ernst
Ganz ehrlich: Von selbst wäre ich auf diese Idee niemals gekommen.
Wildwasserrafting.
Mit fünf Kindern.
„Nein!“ Mein Mama-Kopfkino hatte direkt die schlimmsten Szenarien abgespielt: In einer hohen Welle werden die Kinder aus dem Boot geworfen und fallen in die tosenden Stromschnellen des wilden Flusses und dann … zum Glück wurde mein Gedankenkino unterbrochen: „Mama, bitte, wir haben das schon sooft hier gesehen!“ „Ja, und da waren auch Kinder im Boot!“ „Das ist safe!“
„NEIN! Wir machen das nicht! Viel zu gefährlich.“
„Boah Mama, du bist so eine Helikopterin!“
Eltern unter Beschuss
Wer Kinder / Teenager hat, weiß, wie hartnäckig sie sein können, wenn sie etwas möchten. In den Folgetagen wurden mein Mann und ich von den Kids bearbeitet. Aber zugegeben: sie gaben sich sehr viel Mühe dabei: sie googelten Anbieter, legten uns Berichte vor, wie die Sicherheitsvorkehrungen sind, zeigten Videos von anderen Familien mit Kindern, die das gemacht haben, haben sogar Preise recherchiert usw.
Wenn sie in der Schule auch so einen Elan und diese Ausdauer hätten….
…an Tag sechs gaben wir uns geschlagen.
„Ok Kinder, ich rufe mal bei ein paar Anbietern an und erkundige mich…“ Scheinbar haben die Kids was anderes verstanden, denn direkt danach jubelten sie „Jaaaaa, wir machen das!“
„Moment, ich sagte, ich erkundige mich erst einmal nur!“ …
In der Hotelrezeption von unserem Hotel bekam ich mehrere Adressen diverser Anbieter. Südlich von Heiligenblut gibt es einige Anbieter, die Wildwasserrafting anbieten.
Ich telefonierte mehrere Anbieter ab und informierte mich über Preise und Ablauf.
Ein Anbieter sagte mir dann besonders zu. Er hatte extra ruhigere Touren für Familien mit Kindern im Programm.
Außerdem erklärte er mir genau den Ablauf und nahm Bezug auf meine vielen Bedenken, was mich so überzeugte, dass ich einen Termin vereinbarte. Und natürlich musste ich als Sorgeberechtigte auch mit auf Boot. Natürlich. Was auch sonst…
Unser letzter Urlaubstag bekam so das gewünschte Urlaubshighlight. Anders als geplant. Aber ein Highlight. Zumindest für die Kinder. Ich war immer noch skeptisch… und mein Mann? War schon seit Tag 2 auf der Seite der Kinder. …
Dann war er da, unser letzter Urlaubstag.
Und wir auf dem Weg zum Wildwasserrafting mit 5 Kindern. „Was machst du da eigentlich?“ hallte es in meinem Kopf. ..
Die Fahrt von Heiligenblut zum Treffpunkt war sehr malerisch und auch das Wetter meinte es gut mit uns. Wenn ihr noch mehr aus der Region lesen möchtet, findet ihr auf meiner Österreich-Hauptseite weitere Reiseberichte. Besonders schön fanden wir die Großglockner Hochalpenstraße und die Felbertauernstraße.



Angekommen!

Wenn die Stammleser und Follower von Insta und Facebook jetzt denken: Sind die Kinder nicht schon größer?! – Ja, sind sie, der Bericht stand schon länger auf meiner Agenda, aber mir fehlte einfach die Zeit und ich hatte viele aktuellere Projekte, welche ich zuerst bearbeitet habe.
Am Treffpunkt, der Adventurenpark in Ainet, wurden wir freundlich empfangen.
Link zu unserem Anbieter
Gebucht haben wir die „First-Step-Tour“, welche uns der Anbieter beim Telefonat empfohlen hatte.
Wir waren noch etwas zu früh und gingen nach der Anmeldung zum Flussufer, um uns schon einmal etwas mit dem Gewässer vertraut zu machen.

Österreichische Postkartenidylle

Diese Gruppe war grad gestartet. Die Kindern waren aufgeregt. „Da sind wir gleich in einer halben Stunde!!!“

Glasklares Wasser, aber auch sehr kalt. 8 Grad hatte die Isel an diesem Sommertag nur.
Der Leberwurst-Anzug
Es war Zeit, zurück zu gehen. Es gab feste Startzeiten mit einer festen Anzahl an Personen. Wir waren 7 Personen, 10 Personen passten auf ein Boot – wir waren gespannt auf die anderen drei Mitfahrer.
Unser erster Programmpunkt: Neoprenanzüge anziehen.

Und was soll ich sagen?
Eng. Sehr eng. Ich fühlte mich wie … tja …
Wie eine Leberwurst
Daher gab ich dem ganzen den Namen „Leberwurstanzug“
Ein Begriff, der inzwischen in unserer Familie sowas wie ein Running-Gag geworden ist.
Bis heute reicht ein „Weißt du noch, der Leberwurstanzug…“ – und alle lachen.
Dazu kamen noch Helme und Rettungswesten.

Wir lernten die anderen drei Mitfahrer kennen: ein Vater mit seinen zwei Kindern.
Also waren von 10 Personen 7 Kinder auf dem Boot.
Nachdem wir uns alle in unsere Leberwurstanzüge geschraubt hatten und mit Helmen und Schwimmwesten ausgestattet waren, brachten wir das Boot zum Flussufer.


Spritzige Wellen und pures Vergnügen
Zusammen hoben wir das Schlauchboot ins Wasser und stiegen ein.
Wir saßen auf dem Rand des Schlauchbootes.
Halt hatten wir durch Schlaufen am Boden, in welche wir unsere Füße stecken konnten. Festhalten ging nicht, jeder bekam ein Ruder in die Hand.

Wir starteten eher ruhig

Der Vater der anderen beiden Kinder hatte eine Helmkamera dabei – und er hat mir hinterher die Fotos geschickt! Lieber D., nochmals an dieser Stelle vielen lieben Dank!!!!!
Die anderen Fotos kamen teils von mir, teils direkt vom Anbieter. Der Anbieter hat Fotos von einer Brücke gemacht. Nach der Fahrt hatte man die Möglichkeit, diese dann auf einem USB-Stick zu kaufen.
Ich hatte ebenfalls meine Unterwasserkamera dabei, habe aber damals leider nur Fotos von unserer Tour gemacht, inzwischen mache ich ja auch gerne – ihr habt es bei Insta vielleicht schon gesehen – Videos oder Video-Zusammenschnitte.


Schon nach wenigen Minuten ging’s ordentlich zur Sache:
Wellen hoben das Boot an, dann tauchte unser Boot vorne im Wasser wieder ab. Schon nach den ersten Minuten hatten wir alle eine Dusche vom 8 Grad kalten Wasser abbekommen.


Mein Mann Stephan bekam direkt die erste kalte Dusche

Vor allem die Kinder fanden es lustig

Nachfolgend bekamen wir allerdings alle mindestens einmal so eine Dusche ab



Dank der Leberwurstanzüge spürten wir das kalte Wasser nur im Gesicht und an den Händen.
Die Kinder hatten riesigen Spaß.
Und: Ich auch! Es hat wirklich riesig Spaß gemacht!
Unser Guide sagte uns, wann und wie wir paddeln mussten, um das Boot sicher durch die Strömung zu steuern.
Und wir freuten uns alle auf die nächsten Stromschnellen!






An einer ruhigeren Stelle steuerten wir ans Ufer und konnten aussteigen – vom Ufer gingen wir mit den Rettungswesten ins Wasser und ließen uns einfach treiben.
Es war ein tolles Gefühl. So frei.



Ein Abenteuer für die ganze Familie
Nach rund einer Stunde und ca 8 km war es leider schon vorbei. Ich hätte wirklich Lust gehabt, noch eine Stunde dranzuhängen.
Hätte nicht gedacht, dass das soooviel Spaß macht.
Ich habe mich hinterher bei den Kindern bedankt, denn ohne ihre Hartnäckigkeit hätte ich das nie gemacht. Das ist einer der vielen positiven Aspekte, warum ich so gerne mit meinen Kindern reise. Neues entdecken, was ich persönlich ohne die Kinder nicht entdeckt hätte!

Ein Bulli brachte uns samt Boot zurück zum Startpunkt, wo unser Auto wartete.
Fazit:
Ein großartiges Erlebnis, das uns alle begeistert hat.
Auch wenn ich anfangs skeptisch war – ich würde es jederzeit wieder machen.
Und mit einem geeigneten Anbieter, guter Vorbereitung und der passenden Tour ist Wildwasserrafting auch mit Grundschul-Kindern absolut machbar!
Wildwasserrafting war für uns alle ein riesiger Spaß – und bleibt garantiert unvergessen.
Tipps für euer Wildwasser-Abenteuer mit Kindern
Nützlich für die Planung
✅ Familienfreundlichen Anbieter wählen: Achtet auf spezielle Familientouren mit ruhigerem Verlauf.
✅ Mindestalter erfragen: Bei unserer Tour lag es bei 6 Jahren (je nach Anbieter unterschiedlich).
✅ Wetter checken: Auch im Sommer kann’s kühl werden – aber mit Leberwurstanzug kein Problem.
✅ Trockene Sachen mitbringen: Nach der Tour ist man froh sich umzuziehen!
✅ GoPro oder wasserdichtes Handy-Case: Wenn ihr Erinnerungen festhalten wollt.
✅ Frühzeitig buchen: Besonders in der Hochsaison sind gute Zeiten schnell ausgebucht.
Wenn ihr in der Region am Großglockner / Heiligenblut / Lienz seid, empfehle ich euch unseren Anbieter. Es war alles top organisiert, wir wurden vor der Tour gut informiert und die Fahrt auf der Isel war kurzweilig und lustig. Die Option, von der Tour hinterher Fotos zu kaufen, finde ich auch toll, denn so hat man eine schöne Erinnerung an dieses Erlebnis.
Link zu unserem Anbieter *
Unsere Tour war die „First-Step-Tour“, welche uns der Anbieter beim Telefonat empfohlen hatte.
* unbezahlte Werbung – ich empfehle es euch, weil wir gute Erfahrungen damit gemacht haben
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