Die erste Reise mit Baby ist für viele Eltern ein großer Schritt. Was muss man beachten, wann ist der richtige Zeitpunkt und wohin sollte es beim ersten Urlaub mit Baby überhaupt gehen? In diesem Beitrag beantworte ich die 11 Fragen, die mir rund um die erste Reise mit Baby in den letzten Jahren am häufigsten gestellt wurden – persönlich, ehrlich und aus über 18 Jahren Reisen mit Kindern. Wenn ihr euch auch für das Thema Flug interessiert, findet ihr hier zusätzlich meinen Beitrag zum Fliegen mit Kindern.
Die erste Reise mit Baby. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Wir waren naiv. Sachen ins Auto, Baby in den Maxi-Cosi und losfahren. So hatten wir uns das vorgestellt.
Die Realität sah anders aus. Schon bei der Planung war das Chaos perfekt. Man braucht mit Baby so unfassbar viel, dass der Kofferraum fast voll war, bevor auch nur ein einziges Gepäckstück von uns selbst darin lag.
Und dann kommt man an und macht erstmal alles, nur keinen Urlaub: Fläschchen spülen, auskochen, Wasser kochen, Reisebett aufbauen, Kinderwagen startklar machen. Die erste Reise mit Baby ist anders als gedacht. Chaotischer, aufwendiger, aber gleichzeitig etwas ganz Besonderes.
In diesem Beitrag beantworte ich die 11 Fragen, die mir in den letzten Jahren am häufigsten gestellt wurden – allesamt aus meiner eigenen Erfahrung. Über 18 Jahre Reisen mit Kindern.
Seiteninhalt
- Kurz gesagt
- 1. Ab wann kann man mit einem Baby verreisen?
- 2. Wohin und wie weit sollte die erste Reise mit Baby gehen?
- 3. Autoreisen mit Baby – wie sinnvoll ist das?
- 4. Fliegen mit Baby – ab wann und worauf sollte man achten?
- 5. Was muss man für den ersten Urlaub mit Baby alles einpacken?
- 6. Worauf sollte man bei der Unterkunft achten?
- 7. Was ist im Restaurant mit Baby wichtig?
- 8. Wie schlafen Babys im Urlaub?
- 9. Braucht ein Baby eigene Reisedokumente?
- 10. Welche Medikamente und Vorbereitungen sind sinnvoll?
- 11. Gibt es überhaupt den einen richtigen Leitfaden?
Kurz gesagt
Die erste Reise mit Baby ist etwas ganz Besonderes, aber auch so anders als die Reisen vorher ohne Kind. Man braucht mehr Planung, mehr Zeug und mehr Geduld. Und der richtige Zeitpunkt ist nicht irgendein starres Alter, sondern der Moment, in dem man als Eltern das Gefühl hat: Wir probieren das jetzt.
1. Ab wann kann man mit einem Baby verreisen?
Diese Frage wurde mir schon sehr sehr oft gestellt, und ich verstehe auch warum. Gerade beim ersten Kind sucht man nach irgendeiner festen Zahl, an der man sich festhalten kann. Meine ehrliche Antwort ist dann aber jedes mal: Den einen richtigen Zeitpunkt gibt es nicht. Der richtige Zeitpunkt ist dann, wenn man es probiert und selbst merkt, dass es sich okay anfühlt.
Ich persönlich, und das ist wirklich nur meine Meinung und kein Ratgeber, würde nie mit einem Neugeborenen verreisen. Erstens wegen des Wochenbetts. Zweitens, weil man sich als Familie ja selbst erstmal sortieren muss. Aber ich sehe in meinem Alltag im Fotofachhandel oft, dass Eltern schon sehr früh verreisen. Ich mache dort auch Passfotos von den kleinen Zwergen, und die Eltern erzählen mir dann von ihren Plänen. Drei oder vier Wochen alt ist da keine Seltenheit. Manche fahren sogar noch früher.
Mit meiner Ältesten war vieles unkompliziert. Sie war im Alltag und unterwegs ein echtes Sonnenschein-Baby. Unzufrieden war sie eigentlich nur, wenn wir mit ihrem Essen nicht schnell genug waren. Bei den Zwillingen war es komplett anders. Da war früh klar, dass wir erstmal nicht verreisen würden. Einer der beiden Zwillinge hatte mit fünf Monaten die erste OP. Chronische Erkrankungen, viele Termine, andere Sorgen. Da ist alles anders. Genau deshalb würde ich nie behaupten, dass es auf diese Frage eine allgemeingültige Antwort gibt.
2. Wohin und wie weit sollte die erste Reise mit Baby gehen?
Für die erste Reise mit Baby würde ich ein Ziel wählen, was nicht allzu weit weg ist. Keine wilde Rundreise, kein „wir schauen mal spontan“, kein überfrachtetes Programm. Beim ersten Urlaub mit Baby finde ich es klüger, erstmal klein und überschaubar zu denken. Ausprobieren. Schauen, wie alles klappt für den nächsten Urlaub.
Unsere erste Reise mit Baby führte uns in den Schwarzwald. Gefühlt meine 2. Heimat, in meiner Kindheit war ich jedes Jahr mehrere Wochen im Schwarzwald zur Kur. Das war genau richtig. Gut erreichbar, nicht zu weit weg und nicht so überladen. Spaziergänge im Ort und im Wald, die Orte von damals wiedersehen. Alles ganz entspannt.
Ich würde beim ersten Urlaub mit Baby nicht direkt mit einer riesigen Strecke einsteigen. Nicht, weil es unmöglich wäre, sondern weil man sich damit unnötig unter Druck setzt. Je weiter das Ziel entfernt ist, desto komplizierter werden Anreise, Pausen, Schlaf und spontane Planänderungen.
Gerade beim ersten Mal weiß man oft noch gar nicht, wie das eigene Kind auf alles reagiert. Manche Babys schlafen einfach weiter, andere finden schon die Autofahrt blöd und tun das kund. Deshalb halte ich es für vernünftig, erstmal ein Ziel zu wählen, das nicht zu weit weg ist.
3. Autoreisen mit Baby – wie sinnvoll ist das?
Die ehrliche Antwort: Es gibt keine pauschale Antwort. Es hängt am Kind, an der Strecke und an den Elternerven. Das Auto ist praktisch, weil man viel dabeihat und flexibel bleibt. Für die erste Reise mit Baby fand ich das grundsätzlich sehr angenehm. Man hat alles dabei und kann jederzeit Pause machen.
Was ich unterwegs sehr schätzen gelernt habe: Man ist in vielen Dingen flexibler als im Flugzeug.
Wenn etwas ist, fährt man einfach raus. Fast alle Rastplätze haben inzwischen Wickelräume, und viele auch kleine Spielecken oder Bereiche, wo die Kinder sich bewegen können. Gerade wenn Babys anfangen zu krabbeln, ist das Gold wert. Einfach mal raus, Decke hin, bewegen lassen. Danach sieht die Welt oft schon wieder ganz anders aus.
Und ganz ehrlich: Diese Pausen braucht man auch selbst.
Was man dabei aber wissen sollte: Babys sollten nicht zu lange am Stück im Maxi-Cosi sitzen. Als grobe Orientierung gelten etwa ein bis zwei Stunden, bei ganz kleinen Babys eher deutlich weniger. Deshalb würde ich längere Strecken nie am Stück planen, sondern bewusst Pausen einbauen. Rausnehmen, bewegen lassen, vielleicht kurz tragen oder einfach mal strecken.
Ein Punkt, den man vorher oft unterschätzt: Einer sitzt meist hinten beim Kind. Schnuller reichen, Spielzeug aufheben, beruhigen, füttern. Vorne entspannt sitzen und einfach fahren wie früher ist eher die Ausnahme.
Und noch etwas, das man erst versteht, wenn man mittendrin steckt: Wenn ein Baby im Auto schreit, interessiert das niemanden außerhalb dieses Autos. Keine genervten Blicke, kein Druck von außen. Man ist für sich. Das kann unglaublich entlastend sein. Als Mutter von einem Schreikind weiß ich sehr genau, wie wertvoll genau dieser Punkt ist.
4. Fliegen mit Baby – ab wann und worauf sollte man achten?
Fliegen hat natürlich einen großen Vorteil: Man ist schneller weiter weg, z. B. im März in der Sonne am Mittelmeer. Gerade bei weiteren Strecken kann das mit Baby sogar die entspanntere Lösung sein. Aber organisatorisch ist es eben nochmal eine andere Nummer.
Als wir mit den Zwillingen das erste Mal geflogen sind, waren sie etwa eineinhalb Jahre alt. Mallorca. Drei kleine Kinder. Schon beim Packen war klar: Das wird eine andere Liga.
Fliegen mit Baby – noch mehr Tipps
Wenn ihr nicht nur die erste Reise mit Baby plant, sondern konkret einen Flug vor euch habt, dann schaut euch unbedingt auch meinen Beitrag Fliegen mit Kindern – 11 Tipps aus 18 Jahren Erfahrung an. Dort geht es unter anderem um Druckausgleich, Sitzplätze, Organisation am Flughafen und vieles, was einen Flug mit Kindern deutlich entspannter macht.
Ab wann darf ein Baby fliegen?
Viele Airlines nehmen Babys schon sehr früh mit. Ob man das dann auch wirklich machen will, ist eine andere Frage. Ich würde nicht nur auf das schauen, was theoretisch erlaubt ist, sondern auf das eigene Kind und auf die Gesamtsituation. Gerade in den ersten Wochen hätte ich das für mich persönlich nicht gewollt, aber das ist Eltern selbst überlassen, also diese Entscheidung.
Fliegen mit Baby auf dem Schoß – sinnvoll oder nicht?
Ganz ehrlich: Für mich war Baby auf dem Schoß im Flugzeug keine gute Lösung. Selbst bei unserem Flug nach Mallorca sind das mit Start, Landung, Warten, Einsteigen und allem Drumherum mehrere Stunden. Kinder sind müde, aufgekratzt, schlecht gelaunt oder alles gleichzeitig. Sie hampeln rum, müssen aber still sitzen. Auf den engen Economy-Sitzen kann man sich kaum organisieren. Wir haben es einmal ausprobiert und für nicht geeignet gefunden.
Wenn es finanziell irgendwie machbar ist, würde ich immer einen eigenen Sitz für das Kind buchen. Das macht den Flug für alle deutlich entspannter.
Eigener Sitz für das Baby im Flugzeug – welcher Sitz ist erlaubt?
Wenn ein Baby einen eigenen Sitzplatz bekommt, ist je nach Airline eine zugelassene Kinderrückhalteeinrichtung nötig. Nicht jeder Autositz darf automatisch mit ins Flugzeug. Genau deshalb würde ich das immer vorher bei der Airline prüfen und mich nicht auf gut Glück auf den Weg machen.
Babybett im Flugzeug – bis wann geht das?
Auf Langstrecken gibt es oft Babybettchen, sogenannte Bassinets. Das sind kleine Babybetten, die vorne an der Wand vor den Sitzen eingehängt werden. Die Babys liegen dort also vor euch und nicht auf dem Sitz.
Sie sind allerdings nur für sehr kleine Babys gedacht. Je nach Airline liegt die Grenze meist bei etwa 6 bis 8 Monaten, einem Gewicht von ungefähr 8 bis 10 kg und einer Körpergröße von rund 70 bis 75 cm. Das variiert aber, deshalb sollte man die genauen Angaben immer bei der Airline prüfen.
Wer das nutzen möchte, sollte sich früh darum kümmern, denn die Plätze mit Babybett sind begrenzt und oft schnell vergeben.
Wie bucht man ein Babybett im Flugzeug?
Ein Babybett wird normalerweise nicht einfach automatisch mitgebucht. Meist muss man sich nach der Buchung selbst darum kümmern.
Wichtig im Flieger fand ich übrigens auch etwas ganz Banales: ein Mützchen. Manchmal kommt kalte Luft von oben, und kleine Kinder sind da empfindlicher, als man selbst denkt.
Und dann gibt es noch diese Momente, die man nicht vergisst. Auf dem Rückflug von Mallorca hatten wir einen Schnuller verloren. Große Katastrophe. Eine glatte 10 von 10. Nein, 12 von 10! Das Ergebnis waren ziemlich taube Sitznachbarn, deren Urlaubserholung nach diesem Flug vermutlich stark gelitten haben dürfte.
Seitdem galt bei mir, und das ist auch mein Tipp für euch: immer mehrere Schnuller und auch ein Ersatz-Kuscheltier mitnehmen. Oder ganz banal: eine gute Schnullerkette. Irgendwie war uns das damals noch nicht so geläufig.
5. Was muss man für den ersten Urlaub mit Baby alles einpacken?
Die ehrliche Antwort? Die gefühlte halbe Wohnung. Genau das hat mich bei unserer ersten Reise mit Baby ein wenig überrascht. Kinderwagen, Reisebett, Wickeltasche, Pamperskarton, Fläschchen, Schnuller, Kleidung, Decken, Spucktücher, Medikamente, Thermoskanne, Wasserkocher, spezielle Nahrung. Dazu Babytrage, die unsere Tochter übrigens doof fand und ungefähr zehn Minuten genutzt wurde.
Der Kofferraum war fast voll, bevor auch nur ein Gepäckstück von uns im Kofferraum landete….
Und ich hatte viel zu viele Klamotten dabei. Wirklich viel zu viele. Drei Garnituren pro Tag. Zum Glück nehmen Babysachen nicht viel Platz weg, sonst hätten wir ein ernsthaftes Problem gehabt. Beim ersten Urlaub im Schwarzwald war meine Tochter kleidungstechnisch so ausgestattet, dass wir notfalls direkt auf Wüstensafari oder Polarexpedition hätten umsteigen können. Für beides war sie bestens gerüstet. Aber auch da fehlte es uns einfach an Erfahrung. Beobachtet vor dem Urlaub einfach mal eine Weile, wie viele Garnituren ihr für euer Baby pro Tag ungefähr braucht.
Wie absurd viel Zeug man plötzlich mitnimmt, wurde uns auf der dritten Reise mit Baby an die Ostsee nochmal sehr deutlich vor Augen geführt. Unsere Tochter war sieben Monate alt. Wir hatten den Renault Laguna komplett vollgepackt. Wirklich komplett. Kind im Maxi-Cosi, alles startklar, wir wollten losfahren, und dann kam mein damaliger Mann blöd an die Windschutzscheibe. Einmal diagonal durch. Komplett. Da half auch kein Carglas mehr.
Es war Samstag. Werkstätten? Keine Chance. Leihwagen? Zu teuer. Frühester Termin für die Reparatur: Dienstag. Unsere Freunde waren schon unterwegs zur Ferienwohnung. Wir standen da, haben uns angeschaut, und dann fiel unser Blick auf den Twingo. Fragende Blicke. Kopfschütteln. Und dann haben wir es trotzdem probiert.
Dieser Twingo entpuppte sich als absolutes Platzwunder. Der Kinderwagen passte nicht, aber unser Buggy. Kofferraum voll. Der andere Sitz hinten voll. Der Fußraum unter dem Maxi-Cosi voll. Wirklich jeder Zentimeter genutzt. Aber: Wir konnten fahren. Genau solche Momente vergisst man nicht.
Also Fazit für euch: Selbst mit einem Kleinwagen kann man mit Baby Urlaub machen.
Was bei uns immer mit musste
Kinderwagen oder Buggy, oft Reisebett, Wickeltasche, Pampers, Wechselkleidung, Fläschchen, Schnuller, Medikamente, Wasserkocher, Thermoskanne, Milchpulver, Decke, Spielzeug und jede Menge „für alle Fälle“.
6. Worauf sollte man bei der Unterkunft achten?
Mit Baby wird die Unterkunft schnell wichtiger als das Ziel selbst. Eine hübsche Aussicht bringt wenig, wenn der Urlaubs-Alltag dort nicht funktioniert. Ich würde heute viel genauer hinschauen als früher. Gibt es einen Kühlschrank? Kann ich Wasser erhitzen? Gibt es Platz fürs Reisebett? Kann ich Fläschchen vernünftig reinigen oder auskochen?
Im Schwarzwald hatten wir eine Ferienwohnung, und das war für den ersten Urlaub mit Baby sehr entspannt. Ein riesiger Vorteil von Ferienwohnungen ist für mich bis heute: Man kann selbst kochen. Und zwar angepasst an den Rhythmus der Kinder. Kein Warten auf Restaurantzeiten, kein „wir müssen jetzt los“, während gerade jemand müde wird oder Hunger bekommt.
Hotel war für uns am Anfang eher schwierig. Die Kinder schliefen bei uns im Zimmer, also war abends Ruhe angesagt. Kein Fernsehen, kein Licht, nichts. Und wenn Kinder schreien, reagieren nicht alle verständnisvoll. Bei uns haben Nachbarn sogar mal wütend gegen die Wand gehämmert. Später, als die Kinder größer waren, waren verbundene Doppelzimmer dagegen großartig und wir konnten die Vorteile vom Hotel nutzen, z. B. Frühstück oder sogar All Inkl.
Einmal hatten wir in einem Hotel auch nicht die Möglichkeit, Fläschchen vernünftig zu sterilisieren. Am Ende konnten wir in einer Gemeinschaftsküche alles abkochen. Das hat funktioniert, war aber wieder so ein typischer Eltern-mit-Baby-Moment: Man muss etwas planen, an das man früher nie im Leben gedacht hätte.
Und vor Ort im Hotel hatten wir noch ein anderes „Problem“: Wenn die Große abends zur Kinderdisco wollte, waren die Zwillinge müde und überdreht. Einer blieb mit ihnen im Zimmer, der andere ging mit der Großen los.
Alles Kleinigkeiten, über die wir vorher nicht nachgedacht haben …
7. Was ist im Restaurant mit Baby wichtig?
Mit Baby im Restaurant war es für uns auch ganz anderes als früher. Wir haben bei der Reservierung immer direkt gefragt: Gibt es einen Kinderstuhl? Ist genug Platz für den Kinderwagen? Kann man ein Gläschen warm machen? Das klingt nach Kleinigkeiten, macht aber vor Ort einen riesigen Unterschied.
Wir haben unsere Tochter meistens zuerst gefüttert und danach selbst gegessen. Das war deutlich entspannter, als zu versuchen, alles gleichzeitig zu machen. Oft ist sie nach dem Essen im Kinderwagen eingeschlafen. Und wenn nicht, hatten wir immer etwas dabei: kleine Bilderbücher oder Motorikspielzeug. Es sind Kleinigkeiten, die man nach und nach weiß.
Ein Kind auf dem Schoß beim Essen? Für mich ganz klar: nein. Das ist für alle anstrengend und selten entspannt.
8. Wie schlafen Babys im Urlaub?
Bei uns war das anders als zuhause. Vieles lief verschobener. Schlaf zwischendurch, abends später, mehr Eindrücke, mehr Unruhe. Wir haben das nie überdramatisiert und eher locker gesehen. Aber ich kenne auch Familien, bei denen das Baby wirklich immer zur gleichen Zeit schlafen muss, weil sonst der ganze Tag kippt. Dann plant man im Urlaub automatisch stärker nach dem Kinderschlaf.
Bei den Zwillingen war das unterwegs deutlich schwieriger. Viele neue Eindrücke, keine besonders guten Schläfer, viel Überdrehtheit am Abend. Auf Mallorca haben wir dann versucht, die Tage relativ gleich zu strukturieren. Und siehe da: Es wurde entspannter. Genau da habe ich gemerkt, dass man nicht alles vermeiden muss, aber manchmal einfach etwas mehr Regelmäßigkeiten in den Urlaubsalltag hineinbringen sollte.
Ein Tapetenwechsel tut oft gut. Nicht alles muss genauso laufen wie zuhause, einfach die Zeit genießen.
9. Braucht ein Baby eigene Reisedokumente?
Ja. Sobald es ins Ausland geht, braucht auch ein Baby eigene Reisedokumente. Solche Dinge sollte man wirklich nicht auf den letzten Drücker erledigen. Gerade mit kleinem Kind hat man ohnehin genug auf dem Zettel. Wenn dann kurz vor der Reise noch Unterlagen fehlen, wird es unnötig stressig. Und ja, auch Babys brauchen schon ein Passfoto. Wir wohnen unweit der Grenze zu den Niederlanden. Freunde von uns waren kürzlich mit ihrem Baby einkaufen im Nachbarland, auf dem Rückweg wurden sie kontrolliert und hatten noch keine Papiere für ihr Kind. Das brachte einiges an Problemen mit sich.
10. Welche Medikamente und Vorbereitungen sind sinnvoll?
Mit Baby fand ich es immer beruhigend, eine gute Grundausstattung dabeizuhaben. Nicht aus Panik, sondern einfach, weil es unterwegs deutlich anstrengender wird, wenn ein Kind krank wird und man nichts griffbereit hat.
Was in die Reiseapotheke gehört, hängt natürlich auch vom Kind und vom Reiseziel ab. Ein paar Dinge haben sich für uns aber immer bewährt: Fieber- und Schmerzmittel, Fieberthermometer, Nasenspray oder Kochsalzlösung, Wundschutzcreme, Pflaster, Desinfektionsmittel und alle Medikamente, die regelmäßig gebraucht werden.
Gerade bei Medikamenten würde ich nie zu knapp planen. Wenn etwas regelmäßig gebraucht wird, gehört immer etwas Reserve ins Gepäck.
Was mir dabei immer wieder passiert ist: Ich habe alles fürs Baby mehrfach kontrolliert und dabei fast mich selbst vergessen. Die Prioritäten sind andere, wenn man mit Baby reist. Man denkt an so viel fürs Kind, dass man sich selbst manchmal aus Versehen hinten anstellt.
Gerade deshalb habe ich mir ca. 1 Woche vor den Reisen eine Packliste geschrieben, welche ich am Abreisetag nur noch abhaken musste.
11. Gibt es überhaupt den einen richtigen Leitfaden?
Nein. Und genau das ist vielleicht die wichtigste Antwort überhaupt. Es gibt Empfehlungen, Erfahrungswerte, Dinge, die helfen. Aber es gibt keinen Leitfaden, der für alle passt. Mit meiner Ältesten konnten wir früh los, und vieles war erstaunlich entspannt. Bei den Zwillingen war im ersten Jahr nicht einmal ans Reisen zu denken.
Deshalb würde ich nie sagen: So müsst ihr das machen. Ich würde eher sagen: Hört auf euer Kind. Schaut ehrlich auf eure Situation. Und macht euch nicht verrückt, wenn eure erste Reise mit Baby anders aussieht als bei anderen.
Denn genau ist es: Reisen mit Baby ist kein Test, den man bestehen muss. Es ist ein Ausprobieren. Und oft wird es unterwegs besser, als man vorher dachte.
Wenn du noch mehr zu Familienreisen lesen möchtest, schau dir auch meinen Beitrag zum Fliegen mit Kindern an.
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