Kategorie: Outback

  • Australien: Vom Outback in den Regenwald

    Australien: Vom Outback in den Regenwald


    Australien – Vom Outback zum Regenwald

    – Tag 5 in Australien –

    Ort: Yulara, Ayers Rock Resort

    Uhrzeit: viel zu früh am morgen

    Wieder einmal überraschte mich, wie laut es im Outback sein kann. Noch keine sieben Uhr, und draußen war ein echtes Konzert – die Vögel zwitscherten so laut, dass wir eigentlich keinen Wecker gebraucht hätten. 

    Wir mussten erst um 10 Uhr auschecken. Daher ließen wir es ruhiger angehen. Ich blieb noch etwas unter meiner mollig warmen Decke liegen und lauschte dem Konzert der Vögel. Das würde ich vermissen, wenn wir ab morgen an der Ostküste sind. (Spoiler: An der Ostküste sind die Vögel noch lauter, aber das wusste ich da ja noch nicht) 

    Was wir nicht vermissen würden, war der morgendliche Gang zu den Sanitärgebäuden. Im Juli ist Winter im Outback. Nachts und früh morgens sinken die Temperaturen auf wenige Grad über Null. Um es auf westfälisch zu sagen: saukalt!

    Und die Sanitärgebäude sind offen gebaut. Schon einmal bei 4 Grad geduscht? Sich nach dem Duschen bei 4 Grad abtrocknen und anziehen ….  das war nichts für mich Frostbeule. Aber zumindest habe ich so erfahren, wie schnell die Teenager tatsächlich duschen können. Zu Hause brauchen sie immer ewig.

    Zurück in der Cabin machten wir uns erst einmal heiße Getränke.

    Es war Abreisetag. Also machten wir uns an die letzten Aufräumarbeiten: Tassen spülen, abtrocknen, in den Schrank stellen, den Müllbeutel aus dem Eimer holen und alles ein letztes mal durchfegen.

    Bye bye Campingkabine. 

    Die rechte Hälfte von dem Gebäude war unsere Camping-Kabine (… btw, ich habe grad erst Kamping-Cabine geschrieben. Und dachte nur „Sieht irgendwie seltsam aus…“ … hole mir eben einen Kaffee und schreibe dann weiter)

     

    Mit den Koffern gingen wir dann zur Campground-Rezeption, checkten aus und deponierten unser Gepäck in einem gesicherten Raum.

    Frühstück am Wagen & Sonne im Gesicht

    Mein Kaffee von heute früh hatte nicht gewirkt. (Ich erkenne Parallelen zu jetzt grade) Und die heiße Dusche bei gefühlt arktischen Temperaturen auch nicht. Ich war sooo müde und brauchte noch einen zweiten Kaffee. Direkt an der Rezeption stand ein Frühstückswagen. Dort gab es Getränke und Snacks. Ein ungesundes Frühstück mit Heißgetränk. Egal, manchmal muss das sein.

    Für mich gab es Kaffee zum Muffin, für die Kinder Kakao.

    Die Becher hatten ein hübsches Design 

    Die Sonne schien vom strahlend blauen Himmel. Es fühlte sich so gut an. Es war Winter in Australien, und trotzdem saßen wir ohne Jacken draußen und frühstückten. Die kalte Dusche war vergessen und wir genossen die Sonne und die letzten Stunden im Roten Zentrum.

     

    Noch einmal: Imalung Lookout

    Kurz darauf machten wir noch einen letzten Abstecher zum Imalung Lookout, dem Uluru ‚tschüss‘ sagen. Ich wollte so lange wie möglich dort oben bleiben, den Blick genießen, den ich mir so lange gewünscht hatte. Es war mein Sehnsuchtsort, mein Herzensziel. Deshalb hatten wir ihn auch ganz bewusst am Anfang unserer Reise eingeplant. Wir wollten sicherstellen, dass wir ihn erleben, nachdem wir vor Jahren eine Reise abbrechen mussten und damals so viel unentdeckt geblieben war.

    Noch einmal durch den feinen, roten Sand laufen 

    Jeder genoss auf seine Art.  Meine Tochter chillte unter der Outback-Sonne.

    Und ich genoss es sitzend auf einer Bank. Den Blick auf den Uluru. Tief durchatmend versuchte ich, diesen Moment zu genießen und tief in mein Gedächtnis zu verankern. 

    Ich zeige euch demnächst auf Insta mal ein Video mit einer kleinen Story, was ich vor Jahren gemacht habe, um einmal den Uluru zu sehen. 

    Und nun saß ich auf dieser Bank. Und schaute ihn an. Und konnte es trotzdem nicht glauben. Auch nach 3 Tagen an diesem wundervollen Ort fühlte es sich noch unreal an. 

    Ich inhalierte diesen Moment. Er sollte für immer bleiben. 

    „Na Mama, bist du traurig, dass wir heute wegfliegen?“  Meine Tochter, grad noch chillend auf der Bank neben mir, hatte sich zu mir gesetzt. Traurig? Ja. Aber (Achtung, Kalenderspruch!) ich war auch unfassbar glücklich und dankbar, es erlebt haben zu dürfen.  

    … und noch dankbarer, es mit meinen 3 Kindern erlebt zu haben! 

    Tschüss Uluru.

    Danke für die berührende Zeit.

     

    Zum Flughafen: Shuttle & Connellan Airport

    Zurück am Camp holten wir unsere Koffer ab. An der Rezeption hingen die Shuttlezeiten aus, sodass wir genau wussten, wann wir losmüssen.

    Der Bus kam pünktlich und brachte uns in wenigen Minuten zum Connellan Airport.

    …. tschüss, rotes Zentrum! 

    Der kleine Flughafen war sehr übersichtlich. An diesem Tag gab es nur fünf Abflüge – so etwas liebe ich. Einfach kleine Flughäfen. Ich weiß noch 2015, vom Flughafen Dubai zum Flughafen auf den Malediven. Wie eine Reise zwischen zwei Welten. Wir würden auf dieser Reise auch noch einen ganz seltsamen / lustigen Moment an einem noch viel kleineren Flughafen erleben, dazu dann aber später im entsprechenden Bericht.

    Videotelefonat im Terminal

    Da wir noch etwas Zeit bis zum Boarding hatten, entschlossen wir uns, das WLAN zu nutzen. Kein Vergleich zum WLAN auf dem Campground – hier funktionierte es wirklich gut. Mein Bruder hatte in den letzten Tagen schon öfter gefragt, ob wir mal wieder einen Videoanruf machen könnten. Inzwischen ist das schon fast eine kleine Tradition geworden: Immer wenn ich in weitweitweg bin, machen wir ein Video-Telefonat, sofern das WLAN es zulässt. Im Airport war sehr gutes WLAN.  Fast keine Verzögerung, die Verbindung war klar. Schon crazy. Ich stand im Terminal, am anderen Ende der Welt, sah meinen Bruder gestochen scharf auf dem Handy und wir zeigten uns, was um uns herum geschah. In der Ferne konnte man sogar die obere Kante vom Uluru erkennen. Ja, eigentlich nix besonderes. Aber mich bzw. uns fasziniert diese Technik trotzdem immer wieder aufs Neue.

    Auch Günther wartete geduldig auf den Abflug. 

    Und dann wurde schon das Boarding aufgerufen. Vom Terminal lief man zum Flugzeug. Nix Bus oder Gate-Finger.

    Flugstrecke: Yulara – Brisbane – Cairns

    Virgin Australia – pünktlich, unkompliziert und freundlich. Es war unser erster Flug mit dieser Airline, und ich war angenehm überrascht. Beim Start warf ich noch einen letzten Blick auf den Uluru, der immer kleiner wurde, bis er schließlich ganz aus dem Blickfeld verschwand. Es war ein schöner Moment. Ich war traurig und glücklich zugleich – und voller Vorfreude auf die Ostküste mit Regenwald und dem Great-Barriere-Riff, wo wir zwei Schnorcheltouren gebucht hatten.

    In Brisbane angekommen, hatten wir eine Stunde Umsteigezeit, genug für eine kurze Pause.

    Der Anschlussflug nach Cairns wurde bald aufgerufen. Australien ist riesig, das merkt man, wenn man fast den ganzen Tag unterwegs ist und trotzdem immer noch im selben Land bleibt.

    Flugdaten & Zeitverschiebung

    ✈ Yulara (AYQ) → Brisbane (BNE): ca. 2 Std 35 Min ✈ Brisbane (BNE) → Cairns (CNS): ca. 2 Std 10 Min Queensland liegt +30 Min vor dem Northern Territory.

    Preise für Snacks bei Virgin Australia

    8,50 AUD entsprechen derzeit etwa 5,10 € 20 AUD etwa 12,00 € (Stand: November 2025, gerundet).

    …. einfach mal etwas dösen … so richtig schlafen kann ich im Flieger nicht gut. 

     

    Ankunft in Cairns & Ausblick

    Landeanflug auf Cairns 

    Wir landeten um 23 Uhr in Cairns. Die Luft war tropisch-warm.

    In Cairns gibt es die süßesten Kofferbänder, die ich je gesehen habe

    Mit dem Uber fuhren wir in nur sieben Minuten zur Unterkunft. Der Self-Check-in per Code funktionierte reibungslos, die Koffer abgestellt, schnell abgeduscht, und dann waren wir einfach nur müde.

    Ein langer Tag lag hinter uns – vom roten Sand bis in die tropische Nacht.

    Der Wecker war auf sechs Uhr gestellt, denn am nächsten Morgen sollte es weitergehen – diesmal in den Regenwald nach Kuranda.

    Ja, richtig gelesen.

    War die Idee klug, das so zu planen? Nein.

    Wurde mir davon in der Australien-Gruppe abgeraten? Ja.

    Habe ich darauf gehört? Natürlich nicht…

    Haben die Kinder gemeutert, als wir Wecker gestellt haben? Ja.

    Konnte ich sie verstehen? … ehrlich gesagt: ja …. 

    Ich plane ja gern alles durch – am liebsten 30 Stunden Programm pro Tag. Aber als ich an diesem Abend, beziehungsweise eher in dieser Nacht, endlich im Bett lag, kamen doch Zweifel auf, ob das wirklich so klug gewesen war. War es nämlich nicht. Aber: Zu spät zum Umplanen, die Tour war gebucht und bezahlt – also: nicht grübeln, sondern schnell schlafen!

    Gute Nacht aus Cairns!

    Über die Tour und unsere persönliche Meinung zu Kuranda lest ihr dann im nächsten Bericht. 













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  • Vom Sunrise bis zum Sunset am Uluru

    Vom Sunrise bis zum Sunset am Uluru

    Von Elly · Reisebloggerin · Uluṟu–Kata Tjuṯa, Australien ·

    Werbehinweis: Die Sunrise Journey erlebten wir in Zusammenarbeit mit dem Ayers Rock Resort. Inhalt, Bildauswahl und Bewertung bleiben unabhängig. Den restlichen Teil des Tages sowie den HoHo-Bus usw haben wir ohne Zusammenarbeit in Eigenregie gebucht. 


    Uluru Sunrise Journey, Uluru Base Walk und ein letzter Sonnenuntergang im Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark

    Mehr von unserer Outback-Reise: – Tag 3: Kata Tjuṯa und Walpa Gorge ·Wintjiri Wiru am Vorabend ·

    Es war so schön kuschelig-warm unter der Bettdecke, als um 5:00 Uhr der Wecker klingelte. In der kleinen Camping-Cabin war es frisch. In der Nacht waren die Temperaturen im Roten Zentrum auf wenige Grad über Null gesunken.

    Unsere Cabin hatte leider kein eigenes Bad. Daher hieß es wie jeden Morgen: mehrere Schichten anziehen, Kulturbeutel greifen und durch die frostige Dunkelheit zum Sanitärgebäude laufen.

    Wir reisen bewusst mit günstigen Unterkünften – einfach, weil Hilton und Co nicht in unser Reisebudget passen. Und ja – ich bin auf Reisen schon öfter in Unterkünften gelandet, bei denen man sich hinterher fragt, ob man das wirklich freiwillig gebucht hat. Ich investiere halt lieber in Erlebnisse statt Luxuszimmer.
    Spoiler: Mit dieser Haltung bin ich ausgerechnet an unseren letzten Tagen in Australien so richtig auf die Nase gefallen …

    Die Cabin auf dem Ayers Rock Campground gehört aber definitiv nicht zu den Fehlgriffen. Sie war simpel, aber absolut in Ordnung: warmes Bett, kleine Küche, alles sauber. Die Sanitärräume lagen nur ein paar Schritte entfernt und waren überraschend okay. Nachts war es kalt, aber dafür stimmt das Gesamtpaket: perfekte Lage, Zugang zu kostenlosen Kulturprogrammen im Resort – und mit dem Hop-on-Hop-off-Bus erreicht man Uluṟu und Kata Tjuṯa unkompliziert ohne eigenes Auto. Genau dafür war es ideal.

    Kurz vor sechs ging es zum Bus-Stopp. Es war früh und kalt, die Teenies entsprechend unmotiviert. Mama plant, Wecker um fünf, irgendwohin fahren, etwas anschauen, …so die Stimmung. Heute würde es anders werden. Wir hatten die Sunrise Journey gebucht.

    Ankunft an der Sunrise-Plattform vor Tagesanbruch

       

    Sunrise Journey am Uluru: Licht, Klang, Erwachen

    Wir wurden pünktlich abgeholt, unsere Namen wurden auf der Liste abgehakt, und kurz darauf saßen wir bereits im warmen Bus.

    Nachdem wir alle Gäste eingesammelt hatten, fuhren wir nur kurz durch das stockdunkle Outback und erreichten dann die Plattform, welche wir schon von vorgestern von der Drohen-Darbietung Wintjiri Wiru kannten. Als wir ausstiegen und zur Plattform hinaufliefen, lag der Uluru noch vollständig im Dunkeln. Es war immer noch eisig-kalt.

    Die Plattform war nur dezent beleuchtet. Schmale Lichtlinien, ein sanftes Glimmen an den Stufen. Auf den wenigen Stehtischen standen kleine, warme Lichtquellen – gerade so viel Licht, dass man sich orientieren konnte.

    Dezent beleuchtete Plattform vor der Präsentation Zugangsweg zur Sunrise-Plattform im Dunkeln

      Ich stand auf der Plattform und schaute ungläubig, was sich vor mit bot: Die dezent beleuchtete Plattform, der Uluru am Horizont als Silhouette so eben zu erkennen, der Sternenhimmel über uns. Manchmal bin selbst ich einfach nur sprachlos. Und selbst die Teens sagten nichts – vielleicht noch halb im Schlaf, vielleicht beeindruckt von dieser Szenerie, vielleicht auch ein wenig schmollig, weil unser Programm heute so früh startete.

    Projektion auf Boden und Buschwerk vor der Plattform

    Sanfte Stufenlichter an der Plattform

    Vor Beginn gab es heißen Tee, Muffins und Handwärmer. Bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt war das ein Segen. Und dünne Handschuhe zum Fotografieren kommen auf die Weihnachts-Wunschliste.

    Handwärmer, Tee und kleine Snacks am Morgen

    . . .

    Die Sunrise Journey am Ayers Rock Resort

    Die Sunrise Journey ist eine moderne indigene Licht-, Laser- und Soundzeremonie, entwickelt in enger Zusammenarbeit mit Anangu-Künstlerinnen und Musikern. Sie findet vor Sonnenaufgang statt – Kultur wird hier nicht erklärt, sondern spürbar gemacht.

    Drei Anangu-Künstlerinnen – Selina Kulitja, Denise Brady und Valerie Brumby – haben dafür ein Kunstwerk geschaffen: Ngura Nganampa Wiru Mulapa – „Unser Land ist wahrhaft schön“. Es wird nicht auf Leinwände projiziert, sondern direkt auf Boden, Buschwerk und Bäume – still, respektvoll, im Einklang mit dem Ort. Die Stimmen der Künstlerinnen führen durch die Sequenzen – in ihrer Sprache, in ihrem Rhythmus.

    Technisch ist die Installation hochmodern: sechs Hochleistungslaser, sieben Projektoren, Surround-Sound mit 17 Audiokanälen – entwickelt von Mandylights (bekannt u. a. von der Sydney Harbour Bridge). Doch alles bleibt bewusst zurückhaltend. Keine Show, kein Effektdenken – die Technik ordnet sich dem Ort unter.

    Die ersten Lichtwellen liefen sanft über den Boden – als würde der Tag vorsichtig anklopfen. Man spürte sofort: Diese Sunrise Journey ist ein Akt der Verbundenheit mit dem Land, kein Spektakel für Besucher. Sie lässt spüren, wie tief die Anangu mit ihrem Land verwurzelt sind

    Die Sunrise Journey – gestaltet von jenen, die dieses Land seit Jahrtausenden hüten.

    Die Teens schauten gebannt nach vorne, die Tassen mit heißem Kakao in den Händen. Ich dagegen hielt – wie immer – statt eines wärmenden Getränks meine Kamera. Wobei ich kaum Fotos machte. Es war zu schön, um nicht einfach nur zuzuhören.

    Auch meine Kinder waren spürbar ergriffen. „Das ist schön“ . Und meine Älteste sagte später leise: „Jetzt verstehe ich noch mehr, wie tief sie mit dem Land verbunden sind.“ Genau solche Momente sind der Grund, warum ich glaube: Manche Dinge lernt man unterwegs intensiver als in jedem Klassenzimmer.

    Blick Richtung Uluṟu vor Sonnenaufgang Dezente Wegbeleuchtung entlang der Plattform Details der Bodenprojektion im Buschwerk Publikum blickt in die Dunkelheit

      Diese Sunrise Journey hat uns tiefer berührt, als ich es erwartet hatte. Das ist Australien von einer ganz anderen Seite.
    Es war mehr als ein schöner Sonnenaufgang. Es war ein Erlebnis, an das wir noch lange zurückdenken werden.    

    Publikum im ersten Licht des Tages

    Ich war müde und durchgefroren – aber so glücklich, dass wir das erleben durften.       .

    Das Frühstück nach der Sunrise Journey

    Ein paar Minuten nach dem Ende der Sunrise Journey blieben alle noch sitzen und schauten auf den Uluru. Manche holten sich nur ein heißes Getränk und setzten sich wieder auf die Stufen. Die ersten Sonnenstrahlen des Tages ließen den Uluru leuchten. Die Projektionen auf den Bäumen blieben noch eine Weile an. Ein surreales, aber wunderschönes Bild, was sich uns da bot.

    Szene auf der Plattform nach der Präsentation  

    Sonnenaufgang über dem Outback

     

    Publikum während der Präsentation auf der Plattform

    Projektion im Buschwerk bei beginnendem Tageslicht

    Stehtische und ruhige Szene auf der Plattform Auch Kata Tjuta leuchtete im Licht der aufgehenden Sonne. Was für Farben. Unbeschreiblich.

    Bodenprojektion im Detail Feine Übergänge in der Lichtgestaltung Frühstück ist feeeeeertiiiiig!       Kurz darauf öffnete das Frühstücksbuffet. Tee, Kaffee, Gebäck, kleine Quiches mit Emu oder Känguru. Zum ersten Mal habe ich Kängurufleisch probiert, in Australien selbstverständlicher Teil der Küche. Respektvolles Probieren gehört für uns zum Reisen.

    Frühstücksbuffet im ersten Tageslicht

      Ich war sehr überrascht, was die Mitarbeiter alles aufgefahren haben.

    Kaffee, Tee und Snacks nach der Präsentation Auswahl an kleinen Speisen Stehtische mit Blick zum Uluṟu

    Ruhiger Moment auf der Plattform nach der Präsentation

    Heißer Kaffee im kühlen Morgen

    Detailansicht einer Speise   Schon verrückt irgendwie – ich stehe mitten im Outback, schaue mir den Sonnenaufgang am Uluru an – und in der Hand halte ich einen frischen, heißen Milchkaffee.

    Gebäck und kleine Speisen am Buffet Snackauswahl mit Blickrichtung Uluṟu

    Zurück zum Bus mit wundervollen, neuen Reiseerinnerungen.

    Rückweg zum Bus nach dem Frühstück

       

    Praktische Infos zur Sunrise Journey

    • Ort: Uluṟu-Kata Tjuṯa National Park, ab Ayers Rock Resort (Yulara) • Dauer: ca. 2 Stunden, Start vor Sonnenaufgang (Abholung gegen 5 / 6 Uhr, je nach Jahreszeit) • Ablauf: Transfer → Chai-Tee & Muffin → Licht- und Klangzeremonie → Sonnenaufgang → Frühstück → Rückfahrt • Temperatur Juli / August: morgens oft unter 5 °C → unbedingt Mütze, Schal, warme Kleidung und ggf. Handschuhe mitnehmen (macht es also besser als ich!) • Preis: Stand 2025 ca. 125 AUD pro Erwachsenem, 75 AUD pro Kind • Inklusive: Transfers, Decken, Willkommensdrink, Frühstück mit regionalen Zutaten • Kulturrespekt: Drohnen und Fotoaufnahmen sind nur eingeschränkt erlaubt – bitte vorher informieren, was fotografiert werden darf • Buchung: Offiziell über das Ayers Rock Resort (früh reservieren, sehr gefragt)

     

    Hier könnt ihr die Sunrise Journey buchen:

    Sunrise Journey – Ayers Rock Resort

     

    Blick Richtung Uluṟu im ersten TageslichtNotiz an mich: Mütze kaufen

    . .  

    Zurück ins Camp und aufwärmen

    Der Bus brachte uns zurück zum Campground. Eine kurze Pause tat gut. Später ging es ins Zentrum des Ayers Rock Resorts. Und dort kaufte ich mir eine warme Mütze. Hätte ich auch schon am ersten Tag machen können …. Aber im Juli eine Wintermütze kaufen wollte ich irgendwie auch nicht. Egal, die Kälte war stärker als mein Sturkopf….

    Und während meine Freunde dauernd Sommerfotos mit Pool und Strand im Status hatten (es waren immerhin Sommerferien), postete ich dieses Foto mit der Unterschrift „Warm eingepackt für den Uluru-Base-Walk!“

    Bereit für den Uluru Base Walk

          Zum Mittagessen kehrten wir wieder im Gecko’s Café ein. Wir kannten es ja schon und es hatte das, was wir jetzt brauchten, einfaches, aber leckeres Essen. Wie gestern auch schon entschieden wir uns wieder für Pizza und Spaghetti.  

    Mit dem Hop-on-Bus zum Uluru: Start in den Base Walk

    Der Shuttle vom Ayers Rock Resort verbindet die wichtigsten Punkte. Im Anmeldebüro hängt eine Übersicht mit Abfahrtszeiten und Stopps. Und es gibt dort auch eine Infokarte mit dem Uluru Base Walk. Mit Haltestopps, Gehzeiten und Hinweisen zu Toiletten. Im Bus gab es die Karte noch einmal. Ein Detail war wichtig, der letzte Bus fährt über den Sunset Point und braucht dadurch länger.

    Shuttle-Plan im Ayers Rock Resort

    Startabschnitt des Uluru Base Walk

    Wieder ein Schild für meine Tierschilder-Sammlung  

    Wegführung am Fuß des Uluṟu Felsstruktur am Uluṟu aus der Nähe

      Erste Erkenntnis: Ich hatte immer ein völlig falsches Bild vom Uluṟu im Kopf, viel schmaler und eher länglich. Erst mit Blick auf Google Maps, als ich die Reise geplant habe, wurde mir klar, welche Fläche er tatsächlich einnimmt – deutlich breiter und massiver, als ich es mir jahrelang vorgestellt hatte.

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    . .  

    Uluru Base Walk, unterwegs an einem der heiligsten Orte der Anangu

    Der Base Walk führt flach einmal um den Uluṟu – und aus der Nähe ist er noch eindrucksvoller, als ich es mir vorgestellt hatte. Die Felsoberfläche ist nicht glatt, sondern voller Strukturen, Vertiefungen und Furchen, die im Licht ständig ihre Farbe und Tiefe verändern.

    Der Uluṟu war über viele Jahre mein Sehnsuchtsort. Ein Ort, den ich mir immer wieder im Kopf ausgemalt hatte. Jetzt wirklich hier zu stehen, ganz nah, machte mich tief dankbar und glücklich.

    Für einen Moment waren nur wir auf dem Weg. Kein Laut, niemand hinter uns. Vor uns der Uluṟu – mein Sehnsuchtsort und heiliger Ort der Anangu.

    An einer Station hörten wir den traditionellen Gesang der Anangu und sahen dabei auf den Uluru. Ein Moment, der uns tief berührte.

    Wir ließen uns Zeit, setzten uns immer wieder hin, lasen jedes Hinweisschild, betrachteten jeden Winkel. Es war kein Spaziergang, sondern ein bewusstes Erleben dieses Ortes. Wir hätten im Nachhinein trotzdem mehr auf die Uhr achten sollen. . .

    Fotos von unserem Spaziergang um den Uluru

      Ich lasse Fotos sprechen, wobei kein einziges davon das wiedergibt, wie wir es erlebt haben. Uluru-Felsstrukturen aus der Nähe während des Base Walks Gerundete Vertiefungen an der Oberfläche des Uluru Rinnen und Schatten am roten Sandstein des Uluru Detailansicht: geschwungene Felsformen am Uluru Licht und Schatten auf der Arkose des Uluru Nahaufnahme der wabenartigen Hohlformen am Uluru Wanderweg am Fuß des Uluru mit Vegetation Strukturreicher Felsabschnitt am Uluru aus der Nähe Glattere Felsfläche mit feinen Rinnen am Uluru Konturen des Uluru vor blauem Himmel Blick entlang des Base Walks mit rotem Fels Erosionseinkerbungen am Uluru aus der Nähe Felsnische mit Schattenverlauf am Uluru Kante des Monolithen mit typischer Rotfärbung Vegetation am Fuß des Uluru neben dem Pfad Blick entlang der Felswand des Uluru Roter Sand und Sträucher am Weg rund um den Uluru Der Uluṟu ist ein Monolith aus Arkose – einem feldspatreichen Sandstein, der vor rund 550 Millionen Jahren entstanden ist. Sichtbar ist nur der obere Teil, ein noch viel größerer Abschnitt liegt unter der Erde. Seine Oberfläche verändert sich durch natürliche Erosion: Regenwasser läuft über den Fels, sammelt sich in feinen Rinnen und wäscht über Jahrtausende weichere Gesteinsschichten heraus. Gleichzeitig dehnt sich der Stein in der Hitze des Tages aus und zieht sich in den kühlen Nächten wieder zusammen – dabei platzen dünne Schichten wie Blätterteig ab. So entstehen glatte Vertiefungen, wabenartige Hohlformen und bröselige Kanten. Ein sehr langsamer, natürlicher Wandel.   Uluru-Felswand mit markanter Ausbuchtung Schattenspiel auf der Uluru-Oberfläche Detail: rötliche Arkose mit feinen Rissen Roter Monolith mit Vegetationssaum am Fuß   Uluru mit Person zur Größenreferenz am Base Walk Einmal mit mir, um etwas die Dimensionen zu verdeutlichen. Es war so beeindruckend.   Weg am Fuß des Uluru während des Base WalksEine Segway-Tour kann man über das Resort buchen. Intensiver erlebt man es aber zu Fuß  

    No-Photo-Zonen, was dahinter steckt

    Entlang des Weges stehen Schilder, die anzeigen, wo nicht fotografiert werden soll und wo es wieder erlaubt ist. Diese Bereiche haben für die Anangu eine hohe kulturelle Bedeutung. Sie sind mit Geschichten und Zeremonien verbunden, die nicht abgebildet oder online gestellt werden sollen. Die Hinweise sind klar und lassen sich gut befolgen.

     

    Mit dem Bus zum Uluru-Sonnenuntergang

    Mit jeder Station verging die Zeit, auf die wir die ganze Zeit nicht wirklich geachtet hatten. Fast zu spät merkten wir, dass wir den gesamten Rundweg nicht ganz schaffen würden. Es fühlte sich richtig an, uns nicht zu beeilen, sondern alles in Ruhe auf uns wirken zu lassen, aber trotzdem müssten wir den letzten Bus schaffen.

    Wir näherten uns einer der Bushaltestellen und nun war die Überlegung: Schaffen wir den letzten Rest in 20 Minuten oder warten wir jetzt hier auf den Bus? Schwierige Entscheidung. Aber was wäre das für ein Spaziergang, wenn man nur auf die Uhr schauen muss?!

    Also warteten wir dort auf der Wartebank und nahmen den letzten Bus. Der letzte Bus fährt nicht direkt zurück zum Ayers Rock Resort. Darauf wird an mehreren Stellen hingewiesen – für alle, die abends ein Erlebnis gebucht haben. Denn der letzte Bus fährt zu einem Platz, von welchem man einen wundervollen Blick auf den Uluru beim Sonnenuntergang hat. Wir genossen die Fahrt und freuten uns schon auf den kommenden Sonnenuntergang.

    Der Platz war gut besucht, schon mehrere Busse standen auf dem Parkplatz. „Super, schönes Gedrängel gleich …“, dachte ich, aber tatsächlich ist die Fläche weitläufig genug, dass sich alle gut verteilen konnten – ohne Drängeln. Und dann begann die Natur ihre Show der Lichter und Farben.

    Es war so wundervoll. Die Farben änderten sich langsam – erst ein leuchtendes Rot, dann ein intensives Orange, und schließlich verblasste er in ein dunkles, fast schwarzes Grau. Es war ein Anblick, der mich wieder zutiefst berührte. So viel Dankbarkeit, dieses Schauspiel nun schon zum zweiten Mal erleben zu dürfen.

    Uluru beim Sunset mit roter Färbung Sonnenuntergangsszene mit Uluru und weitem Himmel Uluru im warmen Abendlicht kurz vor Sonnenuntergang

    .

    Die Sonne begann, sich zu senken. Das Farbschauspiel begann

    Letzte Sonnenstrahlen treffen den Uluru Uluru gegen den Abendhimmel mit sanften Farbübergängen Uluru-Silhouette im goldenen Abendlicht Er leuchtet. Das ist meine persönliche „Lieblingsstelle“ beim Sonnenauf- und Untergang. Intensiv leuchtender Uluru im letzten Abendlicht

    Heute morgen haben wir gesehen, wie die ersten Sonnenstrahlen den Uluru treffen. Und jetzt sehen wie letzten Sonnenstrahlen des Tages.

    Die Sonne verschwindet hinter dem Horizont …

    Untergehende Sonne am Horizont nahe Uluru

    ….und der Uluru wird immer dunkelgrauer.

    Ein unvergessliches Farbenspiel.

    .

    .

    .

    Abendroutine im Outback und ein kurzes Resümee

    Nach Sonnenuntergang wurde es innerhalb weniger Minuten wieder sehr kalt. Zurück im Camp kochten wir heiße Suppe und aßen Brot aus dem kleinen Supermarkt im Resort. Danach hieß es Koffer vorpacken, denn dies war unser letzter Abend im Roten Zentrum. Vieles würde ich vermissen – aber definitiv nicht die eisigen Sanitärräume. Müde, zufrieden und so glücklich krochen wir früh unter die Decken. Diese Tage im Uluru–Kata-Tjuta-Nationalpark beeindrucken nicht nur durch Landschaft, sondern durch Bedeutung. Diese Reise war so wertvoll, ich bin glücklich, dass wir das gemacht haben.   Wir gehen dankbar und mit großem Respekt.

    Deutsch

    Ich erkenne die Anangu als die traditionellen Hüter von Uluṟu–Kata Tjuṯa an und zolle ihren Ältesten in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft meinen Respekt.

    English

    I acknowledge the Anangu as the Traditional Owners of Uluṟu–Kata Tjuṯa and pay my respects to their Elders past, present and emerging.

      Vielen Dank, dass ihr wieder mitgereist seid. Diese Tage im Roten Zentrum waren geprägt von Landschaft, Tiefe und großem Respekt vor dem Land der Anangu. Im nächsten Bericht verlassen wir das Outback und reisen weiter nach Queensland – hinein in tropischen Regenwald und ans Great Barrier Reef. Ein neues Kapitel in diesem Reiseblog beginnt.   Kata Tjuta bei Sonnenuntergang, Felskuppeln im warmen Licht  
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    Auf dem Weg nach Kata Tjuta

    Der Vorabend am Uluru

    Der Vorabend fühlte sich an wie ein Moment außerhalb der Zeit. Wir standen am Sunset-Viewing-Area und sahen die letzten Sonnenstrahlen des Tages, welche den Uluru orange leuchten ließen. Kurz darauf begann die Wintjiri-Wiru-Drohnenshow – eine respektvolle, künstlerische Erzählung der Anangu. Licht, Klang, Geschichte. Kultur, die nicht erklärt, sondern gezeigt wird. Zum Bericht: Wintjiri-Wiru Später, zurück am Camp, standen wir unter einem überwältigend klaren Himmel. Die Milchstraße spannte sich wie ein Tor über uns. Und dann – das Kreuz des Südens. Zum zweiten Mal im Leben. Diesmal wussten wir noch bewusster, was für ein Privileg es ist, es sehen zu dürfen. . .

    Ein chilliger Morgen im Outback

    Der nächste Morgen begann nicht mit dem Wecker-klingeln, sondern angenehm ruhig. Wir hatten uns keinen Wecker gestellt – unser Programm startete erst am frühen Nachmittag. Gegen 8 Uhr allerdings riss mich das laute Gezwitscher der Vögel aus dem Schlaf. Ich wusste diese Geräusche für einen Moment überhaupt nicht einzuordnen, es war unser erster Morgen im Outback, der Jetlag hing noch etwas nach und nach dem aufwachen musste ich erst einmal realisieren, wo wir waren. Wir sind zwar angekommen, aber irgendwie auch noch nicht angekommen.

    So klingt der Morgen im Outback

    Leider wird das Video in manchen Browsern nicht angezeigt. Ich schneide aber am Wochenende noch eines zusammen und poste es bei Instagram und hier im nächsten Bericht via YouTube, dann seht ihr auch die Bilder zum Ton. Apropos Ton: Auch die Kinder schienen durch die Vögel wach geworden zu sein. Aus dem Nebenzimmer hörte ich: „Sagt mal – haben wir verschlafen?“ – „Warum sind wir noch nicht aufgestanden?“ – „Schläft Mama auch noch?“ Dann deutlich lauter: „MAMA? Wieso schlafen wir noch?!“ – „Weil unser Programm heute erst nachmittags beginnt. Wir chillen heute etwas.“ Geflüstert. Ungläubig. Irritiert. Und dann: „Chillen? Auf ernst?!“ „Das crazy!“ Für alle, die mich und meine Art des Reisens noch nicht kennen:
    Bei Fernreisen plane ich immer recht viel Programm, meist mit einem festen Ziel pro Tag. Das mache ich gemeinsam mit meinen drei Kindern – wir entscheiden zusammen, was wir sehen und erleben wollen. Oft bedeutet dass, dass unser Wecker um 6.30 klingelt. Auf dieser Reise sogar ein paar mal bereits um 5 Uhr.

    Camping-Sanitärraum – ein effektiverer Wachmacher als Kaffee

    Während die Kinder ihre Sachen zusammensuchten, machte ich mir in aller Ruhe einen Kaffee. In allen Unterkünften, die wir in Australien hatten, auch in dieser Camping-Cabin, hatten wir Wasserkocher, Instant-Kaffeepulver, Tee, Zucker und im Kühlschrank ein kleines Päckchen Milch. Für mich als Kaffee-Junkie genial! Dann zogen wir uns an, nahmen die Kulturbeutel – und gingen in den begehbaren Sanitärraum-Kühlschrank. So fühlte es sich jedenfalls an. Bei 4 Grad zu duschen machte mich wacher als der Kaffee.

    Imalung Lookout im Ayers Rock Resort

    Wir packten den Tagesrucksack und machten uns auf den Weg ins Zentrum des Ayers Rock Resorts. Einmal quer durchs Resort, durch roten Sand, zuerst zu einem kleineren Aussichtspunkt, dann hinauf zum Imalung Lookout – ein kleiner Aussichtshügel mit freiem Blick auf den Uluru. An einem der Aussichtshügel gibt es übrigens einen Geocache.

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    Weitere Informationen
    Unsere niedlichen, aber lauten Wecker Das sind Blüten einer Akazie (Wattle) – eine typische, in ganz Zentralaustralien häufig vorkommende Wüstenpflanze, deren kugelförmige, gelb blühende Köpfe als Nationalblume Australiens gelten und sich perfekt an Hitze, Trockenheit und nährstoffarme Böden angepasst haben. Weg zu einem kleineren Aussichtspunkt Imalung-Lookout

    Spoiler: Hier gibt es ein Video vom Geocache am Uluru im Ayers Rock Resort

    Für den gefundenen Geocache gab es ein ‚Souvenir‘ 

    . .

    Kulata Academy Café im Ayers Rock Resort

    Das Kulata Academy Café ist Teil eines Ausbildungsprogramms der National Indigenous Training Academy, in dem junge indigene Australierinnen und Australier im Bereich Gastgewerbe und Tourismus geschult werden – mit dem Ziel, reale berufliche Perspektiven innerhalb ihrer Kultur und Region zu schaffen. Hier kann man gut und einfach frühstücken. Man bestellt an der Theke, wird aufgerufen, wenn es fertig ist und kann sich dann im Innenbereich oder draußen an die Tische setzten. 

    Kleine Umrechnungshilfe, Stand Oktober 2025 (tagesaktueller Durchschnittskurs, gerundet): 1 AUD ≈ 0,56 €
    5 AUD ≈ 2,80 €
    10 AUD ≈ 5,60 €

    Ich bestellte mir noch einen Kaffee. Die Kinder wollten zum Post-Shop, um Postkarten zu kaufen. Das Ayers Rock Resort-Zentrum hat alles nah beieinander. Souvenirshops, ein kleiner Supermarkt, das Post-Office, Cafés und Restaurants. Und so konnten die Kinder alleine losziehen – und ich ganz in Ruhe meinen Kaffee genießen und das bunte Treiben auf dem Vorplatz beobachten. Me-Time. Allzulange währte sie nicht, denn relativ schnell kamen die Kinder zurück – mit Postkarten und einem Kugelschreiber. Sie setzten sich wieder zu mir und begannen zu schreiben. Auf einer der Karten stand: „Ich habe übrigens immer noch keine Spinne gesehen.“ Oha, jetzt hat meine Tochter es herbeibeschworen … Murphy’s Karma hört mit. Nach dem Frühstück bummelten wir gemeinsam weiter durch den Ortskern, holten am ATM unser erstes australisches Geld und entdeckten einen kleinen Supermarkt  – und probierten australische Süßigkeiten – manche lecker, manche eindeutig nur für Menschen mit robustem Geschmackssinn gemacht. Und zu unserer Überraschung entdeckten wir viele uns sehr vertraute Marken.  Das meiste davon schmeckte sehr gut. Meine Favoriten (und für 3 Wochen meine Begleiter): Die Pods!  Das australische Geld hat ein durchsichtigen Sichtstreifen.  Dann wollten die Kinder noch in einen Klamottenladen. Ich blieb auf einer Bank sitzen, bestellte mir noch einen Kaffee und checkte auf dem Handy die Hop-on-Hop-off-Tour für den Nachmittag – die geführte Tour nach Kata Tjuta stand heute an. Weil ich trotz dicker Socken schon jetzt kalte Füße hatte, schrieb ich meiner Ältesten: „Wenn ihr schon im Shop seid – bring mir bitte Socken mit.“ Wenig später kam sie zurück, hielt mir fast diabolisch-grinsend das Paar Socken hin: Socken mit Spinnen – groß, schwarz, über den ganzen Schaft gestickt. „… dein Ernst?!“ fragte ich meine Tochter mit sehr ernstem Unterton. Die Zwillinge lachten. „Quatsch, die sind für meine Freundin. DAS hier sind deine.“ – und holte ein Paar mit Koalas hervor. Kinder können so bezaubernd sein …. . .

    Didgeridoo-Workshop & Gallery of Central Australia (GOCA)

    Spontan entschieden wir uns, den Didgeridoo-Workshop vor der GOCA zu besuchen. Dies wird den Gästen des Ayers Rock Resort kostenlos angeboten.

    Das Didgeridoo stammt aus dem Norden Australiens; archäologische Spuren – etwa im Ginga Wardelirrhmeng in Kakadu – deuten auf eine Nutzung seit rund 1.000 bis 1.500 Jahren hin. Traditionell begleitet es Gesang, Tanz und Zeremonien, oft zusammen mit Clapsticks (bilma). Gefertigt wird es klassisch aus von Termiten ausgehöhlten Eukalyptusbaumstämmen. In vielen Regionen, auch im Anangu-Kontext am Uluru, ist das Spiel zeremoniell Männern vorbehalten. Der Klang entsteht durch vibrierende Lippen; durch Zirkularatmung – Luft aus den Backen ausstoßen, während man gleichzeitig durch die Nase einatmet – bleibt der Ton ohne Unterbrechung. Das ist also ein- und ausatmen gleichzeitig. Obwohl unser Workshopleiter genau erklärte, wie das funktioniert, hat es keiner von uns hinbekommen.

    Didgeridoo-Klang mit uns Zuschauern als Clapsticks-Begleitung

    Auch hier reiche ich die Bilder zum Ton im Zusammenschnitt-Video nach.  . .

    Direkt im Resort liegt GOCA – die Gallery of Central Australia.

    Aboriginal Art ist keine Dekoration, sondern visuelle Sprache. Dot-Paintings erzählen – je nach Herkunftsregion – von Country, Zeit, Identität und Verantwortung. Bei den Anangu bedeutet „Country“ weit mehr als Land: ein lebendiges Geflecht aus Erde, Himmel, Ahnen und Geschichten – etwas, zu dem man gehört, nicht etwas, das man besitzt. Viele Punkte stehen dabei für konkrete Bedeutungen und sind immer mit einem bestimmten Ort oder einer Community verbunden.

    Der Besuch der Galerie war für mich eines der absoluten Highlights im Roten Zentrum – und das ganz bewusst. Ich hatte mich schon Wochen vorher darauf gefreut. Ich folge sogar zwei Aboriginal-Art-Künstlern auf Instagram, weil mich diese Kunst so fasziniert. Die Bilder strahlen etwas aus, das ich nicht greifen oder erklären kann – aber ich spüre es.

    Fotografieren: Streng verboten.

    In unserem Wohnzimmer haben wir eine noch komplett leere weiße Wand, und ich versuche aktuell, meinen Mann zu überreden, dass dort ein großes Dot-Painting einziehen darf.
    Drückt mir die Daumen, dass ich Erfolg habe.

    Mehr Infos und Fotos: https://www.ayersrockresort.com.au/experiences/goca-art-gallery  

    Guckt mal, was ich im Galerie-Shop entdeckt habe. In Deutschland gibt es meinen Namen nie auf den Cola-Flaschen, in Australien zumindest eine ähnliche Version.  Palya ist ein Wort aus der Sprache der Anangu (Pitjantjatjara/Yankunytjatjara) und bedeutet so viel wie „Hallo“, „Willkommen“ oder auch „Alles ist gut“. Es drückt Zustimmung, Wohlbefinden und Respekt aus – ein freundlicher, positiver Gruß. Im Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark begegnet man diesem Wort ständig – auf Schildern, an Info-Tafeln und in Begegnungen mit den Anangu.

    Mittagessen im Geckos Café

    Wir hatten ein frühes Mittagessen im Geckos, ganz in Ruhe und ohne Zeitdruck. Danach wartete bereits die Nachmittagstour nach Kata Tjuta auf uns.

    Stand Oktober 2025 (tagesaktueller Durchschnittskurs, gerundet): 1 AUD ≈ 0,56 €  5 AUD ≈ 2,80 €
    10 AUD ≈ 5,60 €
    15 AUD ≈ 8,40 €
    20 AUD ≈ 11,20 €

    Eine Pizza Margaritha kostete ca 15,50 Euro. Für meine Kinderportion Spaghetti zahlte ich um 10 Euro. Warum nur eine Kinderportion? Scrollt mal etwas zurück, dann wisst ihr es. Das Essen war sehr lecker, kann ich euch empfehlen.  . .

    Fahrt nach Kata Tjuta – Anreise & Spinne im Bus

    Wir stiegen in den Hop-on-Hop-off-Bus. Es ist nicht wie der klassische HoHo-Bus, sondern es bieten sich bei Buchung der Tickets die Möglichkeiten für diverse Touren. Wir haben die Kata Tjuta und die Uluru-Tour inkl. Sunset mitgemacht.  Die Abfahrtzeiten standen auf einem Infozettel am Campground. Es gibt überall im Resort die Möglichkeiten, zuzusteigen. Die Fahrt startete pünktlich und bevor wir zu Kata Tjuta fuhren, hielten wir an einem Aussichtspunkt. Oben angekommen konnte ich kaum begreifen, was ich sah. Der Uluru erhob sich vor mit in der weiten Landschaft und Kata Tjuta war links von mir, durch die Sonne mehr als Silhouette. Beides so nah, ich mittendrin. Mein Blick ging immer wieder zum Uluru. Er war das Symbol meiner Australien-Sehnsucht geworden. 25 Jahre lang geträumt, gespart, gehofft. Ich atmete tief ein. Ich stand wirklich dort. Es war real. Blick vom Weg zum Parkplatz Bei dieser Tour bekamen wir zu jedem Stopp genaue Zeitangaben – und sie waren angenehm großzügig bemessen. Selbst für mich als Fototante, die alles mindestens fünfmal aus jedem Winkel fotografieren muss, war es völlig entspannt. Ich konnte jedes Mal ohne jeglichen Stress zum Bus zurückgehen. Wisst ihr noch, was meine Tochter auf ihre Postkarte schrieb? Den Teil mit der Spinne?!  … Sie hat es herbeigeschworen….. Wir waren pünktlich im Bus, setzten uns auf unsere Plätze ganz vorne. Meine Tochter zog ihre Sweatjacke aus und legte sie auf ihren Schoß. Sekunden später ein Schrei. Ein sehr lauter, panischer Schrei, der alle anderen Fahrgäste direkt verstummen ließ.

    Eine große, schwarze Spinne krabbelte plötzlich über die Jacke meiner Tochter. Sie bekam sofort Panik – und ich merkte gleichzeitig, dass ich komplett einfriere, sobald so ein Tier in meiner Nähe ist. Keine Reaktion möglich.
    Zum Glück reagierte der Busfahrer genau richtig: ruhig und blitzschnell. Er nahm die Jacke, schüttelte sie draußen aus und sagte trocken: „No worries. Just checking the tourists.“ Danach meinte er noch, seit einem Jahr sei keine Spinne mehr im Bus gewesen.

    Meine Tochter brauchte etwas Zeit, um sich zu beruhigen – und ich stellte fest: Bei Spinnen bin ich im Ernstfall anscheinend absolut nicht handlungsfähig. Eine unglaublich nützliche und lebenswichtige Eigenschaft für Australien. Nicht.

    Die Fahrt ging weiter Richtung Kata Tjuta 

     

    Kata Tjuta Walpa Gorge Walk – Wanderung im Outback

    Geologie & Bedeutung 

    Kata Tjuta bedeutet in der Sprache der Anangu „viele Köpfe“ – über 30 Kuppeln. Uluru und Kata Tjuta gehören geologisch zur selben Region (Amadeus-Becken) und wurden durch die Petermann-Orogenese vor rund 550 Mio. Jahren angehoben. Sie bestehen aber aus unterschiedlichen Gesteinen: Uluru ist überwiegend Arkose (feldspatreicher Sandstein) mit gleichmäßigen, heute nahezu senkrecht stehenden Schichten. Kata Tjuta ist Konglomerat – Gerölle und größere Brocken (u. a. Granit, Basalt), verkittet durch Sand/Schluff. Daher wirkt Uluru wie ein homogener Monolith, Kata Tjuta wie eine Gruppe mächtiger Kuppeln mit Rinnen und Einschnitten. Falls ihr irgendwann bei Günther Jauch sitzt und die Antwort wisst, weil ihr es hier gelesen habt – denkt kurz an mich. Die Kontonummer schicke ich euch dann selbstverständlich umgehend zu ;-) . Kata Tjuta. Ohne Worte. 

    Walpa Gorge Walk am Nachmittag

    Wir stiegen am Parkplatz der Walpa Gorge aus. Unser Guide gab uns eine Stunde Zeit. Im Nachhinein stellte ich fest, dass das gut abgestimmt war und wir ohne Zeitdruck den Walk machen konnten.  Der Weg führte zwischen den gewaltigen Felskuppeln von Kata Tjuta in die Schlucht hinein. Steile rote Wände links und rechts, wie ein natürlicher Korridor. In der Mitte war ein schmaler Wasserlauf, aktuell kaum mehr als ein Rinnsal, aber erkennbar geformt von früheren Regenfällen. An einigen Stellen wurde aus dem Rinnsal ein kleiner See. Dazwischen überraschend viel Grün – Pflanzen, die sich hier im geschützten Mikroklima halten. Die kleinen farbigen Punkte sind Menschen – daran lassen sich die Dimensionen etwas erahnen

    Walpa Gorge Endpunkt mit Aussicht

    Am Ende des Trails erreichten wir eine kleine Aussichtsplattform – ein Deck mit Sitzbänken und Informationstafeln. Sie markiert den offiziellen Wendepunkt des Pfads und schützt damit die empfindliche Schluchtzone, die für die Anangu kulturell bedeutsam ist. Auf den Tafeln wird unter anderem über die Pflanzen, die Tiere und die Bedeutung der Wasserführung informiert

    Rückweg Walpa Gorge

    Auf dem Rückweg wurde der Wind deutlich stärker. „Walpa“ bedeutet im lokalen Anangu-Dialekt „Wind“. Und genau das war hier präsent, denn der Wind war vor allem zum Ende hin schon sehr stark. Und wir nahmen den Ausblick jetzt richtig wahr. Auf dem Hinweg hatten wir die Aussicht im Rücken und der Blick war nach vorne gerichtet. Aber letzt lagen die Felskuppeln hinter uns und vor uns die weite Ebene des Red Centre.  Eine dieser Weiten, die man nicht begreifen kann, wenn man sie nur auf Fotos sieht. . . Zurück am Bus. Nächster Halt: Kata Tjuta Sunset Point.

    Sunset bei den Kata Tjuta

    Von dort hatten wir freien Blick auf die Kuppeln. Die Sonne senkte sich langsam. Erst leuchtend orange, später dunkelrot. Unbeschreiblich, dieses Schauspiel der Natur.  Kinder, guckt mal, der Sonnenuntergang. Die Kinder: Aber kurze Zeit später saßen wir dann alle auf der Bank und genossen die Farben und die Natur um uns herum  Nachdem die Sonne weg war, gingen wir zurück zum Bus, welcher uns wieder zurück in Ayers Rock Resort brachte. Auf dem Rückweg zum Campground lief plötzlich ein Dingo am Straßenrand entlang und verschwand kurz darauf im Dunkel der Nacht. . .

    Der 2. Abend am Campground

    Zurück im Camp wartete erneut dieser Nachthimmel. Die Milchstraße deutlich sichtbar, das Kreuz des Südens klar über uns. Und ich bin noch immer so unendlich dankbar, dass ich dies schon zweimal erleben durfte: In Namibia und im Herzen von Australien.  Weniger eindrucksvoll war der Sanitärraum – eiskalt wie ein Kühlschrank. Zähneputzen mit klammen Fingern, Abendpflege aufs nötigste reduziert, eincremen und Co machten wir dann in der Cabin. Einen Spiegel hatten wir dort auch. Zurück in unserer kleinen Camping Cabin gab es erst einmal heiße Suppe. Endlich Wärme. Und dann gingen wir mit den Hühnern ins Bett. Es war nicht spät, aber schon stockdunkel und wir nach einem aufregenden Tag mit vielen Eindrücken auch müde. Eingewickelt in die Decke fühlte sich alles sofort so wohlig an. Bevor ich das Licht ausschaltete, stellte ich den Wecker: 5 Uhr. Der nächste Morgen würde früh beginnen – mit einem weiteren Highlight. Dazu aber mehr im nächsten Bericht. Es freut mich, dass ihr wieder dabei ward. Ich wünsche euch allen einen guten Start ins Wochenende.
    🇩🇪 Deutsch Ich erkenne die Anangu als die traditionellen Hüter von Uluṟu-Kata Tjuṯa an und zolle ihren Ältesten – in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – meinen tiefen Respekt.🇬🇧 English I acknowledge the Anangu as the Traditional Owners of Uluṟu-Kata Tjuṯa and pay my respects to their Elders past, present and emerging.
    Mehr Infos zum Uluru und Kata-Tjuta Nationalpark-Pass Preise & Öffnungszeiten
    Für den Besuch des Uluru–Kata Tjuta Nationalparks ist ein gültiger Parkpass erforderlich. Kauf vorab online empfohlen; alternativ am Entry-Gate.

    Preise (Stand 2025)

    • 3-Tages-Pass: 38 AUD pro Erwachsener (ab 18)
    • Jahrespass: 50 AUD pro Erwachsener
    • Kinder/Jugendliche bis 17 Jahre: kostenlos
    .
    Hier könnt ihr den Nationalpark-Pass online kaufen Parks Australia – Uluru–Kata Tjuta Park Pass

    Öffnungszeiten der Park-Gates

    Der Park ist täglich geöffnet, schließt nachts. Monatliche Gate-Zeiten:
    Monat Öffnung Schließung
    Januar 05:00 21:00
    Februar 05:00 21:00
    März 05:30 20:30
    April 05:30 20:00
    Mai 06:00 19:30
    Juni 06:30 19:30
    Juli 06:30 19:30
    August 06:00 19:30
    September 05:30 19:30
    Oktober 05:00 20:00
    November 05:00 20:30
    Dezember 05:00 21:00
    Aktuelle Gate-Zeiten: Offizielle Monatsübersicht

    Uluru & Kata Tjuta

    Uluru (Monolith) und Kata Tjuta (36 Kuppeln) liegen im selben Nationalpark. Walpa Gorge und Valley of the Winds befinden sich in Kata Tjuta. Zufahrt Walpa Gorge nur während der offiziellen Öffnungszeiten.
    Praktischer Hinweis
    • Pass vorab online kaufen und als QR-Code aufs Handy laden; Scannen am Entry-Gate geht schneller.
    • Mobilfunk im Park ist stellenweise lückenhaft (besonders bei Kata Tjuta). In Yulara gibt es gutes Netz und WLAN. Karten/Infos offline speichern.
    • Offizielle App vor der Anfahrt herunterladen, damit Inhalte offline verfügbar sind: UKTNP App.

    Fotografieren im Kata-Tjuta Nationalpark

    Uluru und Kata Tjuta sind für die Anangu keine Sehenswürdigkeiten, sondern lebendige, heilige Orte. Sie verstehen sich nicht als „Besitzer“, sondern als Hüter dieses Landes – mit Verantwortung gegenüber Vergangenheit, Gegenwart und den kommenden Generationen. Entsprechend gibt es klare Vorgaben, was fotografiert und veröffentlicht werden darf. Als Reisebloggerin habe ich deshalb im Vorfeld ein offizielles Foto-Permit beantragt.

    Ich gebe zu: Ganz am Anfang habe ich die Tragweite dieser Regeln nicht vollständig verstanden. Erst nach einigen Tagen vor Ort – nach Gesprächen, Erklärungen und vielen kleinen Momenten – wurde mir bewusst, wie tief diese Verbindung zum Land reicht. 

    Vor jeder Tour wurde behutsam erklärt, welche Bereiche nicht aufgenommen oder online gezeigt werden dürfen. Nicht als Kontrolle, sondern als Schutz dessen, was nicht uns gehört.

    Drohnen sind übrigens im gesamten Nationalpark nicht gestattet. Wer den Uluru und Kata Tjuta trotzdem von oben sehen möchte, kann einen Rundflug mit dem Hubschrauber buchen. 

      
    Palya – bis bald!

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  • Outback: Sonnenuntergang am Uluru (Ayers Rock)

    Outback: Sonnenuntergang am Uluru (Ayers Rock)

    Outback: Sonnenuntergang am Uluru (Ayers Rock)


    Outback: Sonnenuntergang am Uluru (Ayers Rock)


    Reisezeit: Sommer 2025.
    3 Wochen
    Sydney – Rotes Zentrum – Ostküste
    Meine 3 Teenager und ich


    .

    Tag 2 in Australien (und Tag 4 unserer Reise)

    Donnerstags startete unsere Reise morgens am Bahnhof in Münsterland. Mit dem Zug fuhren wir nach Frankfurt, abends startete unser Flieger nach Bangkok.
    Freitag Nachmittags (Ortszeit) landeten wir in Bangkok und haben spontan eine Guided Tour gebucht.

    Zum Bericht: Ein 10-Stunden-Stopover in Bangkok 

    Am Nachmittag des Folgetages erreichten wir endlich Sydney – endlich!
    Nach all den Stunden unterwegs fühlte sich das Ankommen fast unwirklich an.

    Am Abend spazierten wir hinunter zum Ufer, von wo aus wir das Opernhaus und die Harbour Bridge in ihrer ganzen Pracht sehen konnten.
    Wir aßen im bunten Luna Park und ließen den Tag mit Blick auf die leuchtende Skyline ausklingen.

    Zum Bericht: Unser erster Abend in Sydney

    Dieses Gefühl, wirklich angekommen zu sein, war unbezahlbar.

    Teenager, Jetlag und eine Mama, die alles viel zu knapp gep

    Der Tag danach … lant hat…

    Sydney. 6 Uhr morgens.
    Der Wecker klingelte – erbarmungslos.
    Wir schälten uns müde aus den Betten.

    Megadoofe Idee, direkt am nächsten Tag weiterzufliegen …

    Und apropos doofe Ideen:
    Wer kam eigentlich auf den glorreichen Gedanken, nachts die Klimaanlagen-Heizung auszuschalten?
    Leider (auch) ich.
    Warum? Keine Ahnung. Angst vor zu viel Hitze? Zu trockener Luft?
    Oder meine uralte Panik, dass das Ding überhitzt und anfängt zu brennen?
    Wie auch immer – es war eiskalt.

    Draußen 8 °C, drinnen gefühlt kaum wärmer. Das sind für Juli und August die normalen Temperaturen in Sydney. 
    Wir waren nicht nur müde, sondern auch durchgefroren.

    Die heiße Dusche half ein bisschen, aber der Matsch im Kopf blieb.
    Meine drei Teenager waren wortkarg.
    Und wenn sie etwas sagten, war’s Gemotze: zu früh, zu kalt, zu alles.
    Ich verstand sie. Mir ging’s ja genauso.

    Was hatte ich mir nur dabei gedacht, den nächsten Flug direkt am Folgetag zu buchen?

    Tipp für euch:  Macht das nicht.
    Gebt euch und eurem Körper Zeit zum Ankommen.
    Nehmt euch kein Beispiel an mir.

    Sonst sitzt ihr – so wie ich – völlig übermüdet und kaffeelos mit motzenden Teenagern im Uber auf dem Weg zum nächsten Ziel.

    Immerhin sahen wir dabei unser erstes australisches Tier – ein Australbuschhuhn, das gemütlich am Straßenrand entlang stolzierte.

    Der Fahrer kam pünktlich – und meine drei Teenager waren tatsächlich schon fertig.
    Trotz des ‚blöden Jetlags‘, ‚zu kalt‘, ‚viel zu früh‘, ‚warum-überhaupt-Australien‘ und ‚hundemüde‘.

    Ich fragte, wer denn die großartige Idee gehabt hatte, nach 30 Stunden Anreise mit zehn Stunden Stopover direkt am nächsten Morgen weiterzufliegen.

    Drei mörderische Blicke.
    „Mama, ernsthaft?!“ – „Das ist überhaupt nicht lustig!“

    Vielleicht nicht die allerklügste Idee, müde Teenager zu ärgern,… 

    Um ehrlich zu sein – ich konnte sie ja verstehen…. Glücklich war ich im Nachhinein mit meiner Entscheidung auch nicht,…. Aber ändern konnte ich es halt auch nicht mehr.

    Ich beschloss, lieber nichts mehr zu sagen und den Blick aus dem Fenster zu genießen.
    Frühmorgendliches Sydney – noch still, die Sonne schimmerte über den Dächern.

    Noch ein kurzer Blick auf das Opernhaus. In 3 Wochen würden wir es wieder sehen. Denn unsere Reise startete und endete in Sydney.  

    Kaum am Airport angekommen, begann das Verhandeln meiner Teenager. 
    „Wir sind super früh aufgestanden, waren pünktlich – also Frühstück bei McDonald’s!“ verkündete meine Tochter mit diesem Tonfall, der keine Zustimmung erwartet.

    Die Zwillinge nickten begeistert. „Hier gibt’s sogar einen im Terminal, Mama!“

    Tja. Drei gegen eins. Da hatte ich ohnehin nicht mehr viel mitzureden. 
    Ich war einfach froh, dass es heute früh alles so gut geklappt hat und wir alle pünktlich am Airport angekommen sind.

    Am Flughafen ist es ohnehin schwierig, für alle ein gutes und bezahlbares Frühstück zu finden. Daher ließ ich mich auf das ungesunde Teenager-Frühstück ein.
    Ich persönlich wollte einfach nur Kaffee! Und den gibt es auch bei McD. 

    Aber zu aller erst mussten wir uns ums Einchecken kümmern.

    Die Inlandsflüge haben am Sydney Airport einen eigenen Bereich.
    Unser Uberfahrer meinte sogar, es sei „wie ein anderer Flughafen“ – mit eigenem Namen, extra nur für nationale Flüge.

    Die Bordkarten druckt man hier selbst, ebenso die Kofferaufkleber, und bringt dann das Gepäck zu den Schaltern.
    Danach der Sicherheitscheck.
    Der verlief erstaunlich entspannt.

    Und dann konnten wir uns endlich dem wichtigsten Thema des Morgens widmen: Frühstück. Mein Körper lechzte schon seit Stunden nach Kaffee …

    Frühstück. Und auch meine vegetarische Tochter fand was passendes 

    Ich entdeckte etwas halbwegs gesundes. Also, … eigentlich war es ein Schokopudding mit ein klein wenig Müsli als Alibi. 

     

    Tatsächlich wäre es sogar noch ungesünder möglich gewesen.

     

    Inlandsflug in Australien -> Sydney – Ayers Rock Airport

    Mit mehr oder weniger gesundem Frühstück und heißem Kakao bzw. Kaffee machten wir uns auf den Weg zum Gate.
    Dort konnten wir in Ruhe frühstücken – wir hatten noch ein wenig Zeit

    Für die Inlandsflüge hatten wir uns für JetStar entschieden.
    Inlandsflüge sind in Australien überraschend günstig. 

     

    Boardingtime!!!! Outback, wir kommen!!!!! 

    Wir hatten extra Fensterplätze ganz hinten gebucht – und sogar extra bezahlt.
    Und wo saßen wir am Ende?
    Mitten über dem Flügel. Alle vier.

    Laut Crew durfte der hintere Bereich nicht belegt werden. Aber trotzdem konnte ich sie auswählen und gegen Gebühr reservieren. Das irritierte und verärgerte mich ein wenig. 

    Wir mögen es gar nicht, direkt am Flügel zu sitzen.
    Ich liebe den Blick nach unten, auf die vorbeiziehende Landschaft – aber vom Flügel aus sieht man davon leider erheblich weniger. 

    Jetstar ist eine Billig-Airline. Die Bestuhlung war recht eng, selbst ich hatte fast Kniekontakt mit dem Vordersitz . Ich war ausnahmsweise froh, nicht besonders groß zu sein.

    Essen gab’s nur gegen Bezahlung.

    Für Snack (Sausage Roll und ein echtes Australisches Beef-Pie mit Soße) und Pepsi bezahlte ich um 9 Euro. Für Flugzeugpreise eigentlich ganz ok. 

    Die aktuelle Preisliste (Stand Juli 2025)

    Zur Orientierung:

    10 australische Dollar = ca 5,60 Euro (je nach Wechselkurs)
    15 australische Dollar = ca 8,50 Euro (je nach Wechselkurs)

     

    Der Flug über das Outback

     

    Seen im Outback

    Und dann wieder rote, karge Wüstenlandschaft

     

    Als wir uns langsam dem Uluru näherten, erzählte ich der Crew, dass ich extra für die hinteren Plätze bezahlt hatte – und mir wenigstens beim Landeanflug den Blick auf den Felsen wünschte.

    Und siehe da: Sie waren freundlich und ließen mich für die Landung nach hinten wechseln.
    Die Teenager hätten die Möglichkeit auch gehabt, aber ihnen genügte der Blick über der Tragfläche. Sehen konnte man ihn auch von dem Sitz aus, nur nicht so gut. 

    Und dann … konnte ich ihn sehen.
    Erst nur am Horizont – ein roter Schatten in der endlosen Landschaft.
    Dann wurde er größer.  
    Und irgendwann stand er einfach da: majestätisch, still, gewaltig.

    Der Uluru.
    Ich hatte Gänsehaut – und für einen Moment war mir sogar egal, wie müde ich war.

     

    KI-Bild. Blick aus dem Flugzeug auf den Uluru. Ich poste es, weil ich die Anangu, ihr heiliges Land und den heiligen Uluru respektiere und keine sensitiven Sites zeigen möchte.

    .

    .

    Fotografieren und Social-Media am Uluru

     

    Der Uluru ist weit mehr als ein beeindruckender Felsen inmitten des australischen Outbacks – er ist ein heiliger Ort.
    Für die Anangu, die traditionellen Hüter dieses Landes, trägt fast jeder Teil des Uluru eine tief verwurzelte spirituelle Bedeutung. Seine Formationen erzählen Geschichten aus der Tjukurpa, der sogenannten Traumzeit, die für die Aborigines Ursprung, Gesetz und Lebensweise zugleich ist.

    Die Anangu leben seit unzähligen Generationen in dieser Region und sind nicht nur die Hüter des Uluru und der benachbarten Kata Tjuta, sondern des gesamten umliegenden Landes. Ihre Kultur, ihre Gesetze und ihre Spiritualität sind untrennbar mit diesem Land verbunden – jeder Stein, jede Form, jede Farbe erzählt eine Geschichte, die Teil ihrer Identität ist.

    Rund um den Uluru gibt es Orte, die als sacred sites oder sensitive sites gelten – heilige oder kulturell sensible Stätten, die mit Ritualen, Zeremonien oder Initiationen verbunden sind. Manche dieser Bereiche dürfen nicht betreten oder fotografiert werden, andere sind nur bestimmten Personen zugänglich.

    Vor Ort ist das sehr klar geregelt: Entlang des Rundwegs stehen immer wieder Schilder, die darauf hinweisen, wo das Fotografieren nicht erlaubt ist. Besonders an der Nordostseite des Uluru bitten die Anangu darum, keine Nahaufnahmen zu machen. Wer fotografiert, sollte darauf achten, dass heilige Stellen – etwa durch Schatten, Büsche oder Dünen – verdeckt bleiben.

    Diese Hinweise sind kein Verbot, sondern eine Bitte um Respekt.
    Sie zeigen, dass hier eine uralte Kultur lebendig ist, die seit Zehntausenden von Jahren in enger Verbindung mit diesem Land steht.
    Wer sich daran hält, trägt dazu bei, dass der Uluru ein Ort der Spiritualität, der Achtung und des gegenseitigen Verständnisses bleibt – für die Menschen, die hier leben, und für alle, die ihn besuchen.

     

    Landung im weiten Outback

    Das ist der Flughafen Yulara (AYQ) – mitten im Nirgendwo.

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    Im Roten Zentrum gibt es zwei Flughäfen

    Yulara (Ayers Rock/AYQ) liegt nur rund 20 Minuten vom Uluru entfernt und ist perfekt, wenn man direkt zum Uluru oder nach Kata Tjuta möchte.
    Die Flüge dorthin sind oft etwas günstiger, dafür sind die Unterkünfte im Resort teurer.

    Alice Springs (ASP) liegt rund 450 Kilometer entfernt.
    Die Flugpreise ab Sydney sind meist höher, dafür gibt es mehr Verbindungen, günstigere Unterkünfte und die Möglichkeit, das Outback samt West MacDonnell Ranges gleich mitzuerleben.

    Vom Flughafen in Yulara fahren Hotelshuttles direkt ins Resort, während Alice Springs mehr Mietwagenfirmen und Services bietet.
    Wer Zeit sparen will, fliegt nach Yulara.
    Wer das Roadtrip-Feeling sucht und mehr Zeit hat, um auch die anderen Highlights des Roten Zentrums zu entdecken, landet in Alice Springs.

    Mein Plan – und was dann anders kam

    In meinem Ursprungsplan war eine Woche im Roten Zentrum vorgesehen:
    Landung in Alice Springs, dann Kings Canyon, Uluru, Kata Tjuta, West MacDonnell Ranges, Angkerle Atwatye und vieles mehr.
    Ich wollte das Outback erleben und spüren – mit allen Sinnen.

    Doch meine Gesundheit machte mir einen Strich durch die Planung.
    Zum Zeitpunkt der Buchung konnte mir kein Arzt sagen, ob und wann ich wieder Auto fahren durfte.
    Und ohne Mietwagen war mein ursprünglicher Plan nicht umsetzbar.

    Ich bin jemand, der schnell wieder aufsteht, nach vorne schaut und eine Lösung sucht.
    Australien (wieder einmal) verschieben? Nein, dieses Mal nicht mehr. 
    Ich weiß, wie schnell sich das Leben ändern kann.

    Meine Familie hatte zunächst Bedenken. Australien, einmal um die halbe Welt.
    Und auch ich wollte Australien nicht wieder verschieben, aber auch nicht leichtsinnig sein. Vor allem, weil ich auch mit meinen Kindern unterwegs sein würde. Zusätzlich zum Arzt war ich auch noch im Krankenhaus zur Untersuchung – und bekam von beiden Ärzten
     grünes Licht, und irgendwann freuten sich auch alle mit mir.
    Ich verstand die Sorge – aber mir tat allein das Planen so unbeschreiblich gut. Schritt für Schritt kam gefühlt das Leben zurück. Ich hatte wieder etwas, worauf ich mich freuen konnte – und das war mehr wert als jedes Medikament.

    Also setzte ich mich hin, warf meinen ursprünglichen Plan über den Haufen und begann neu – diesmal ohne eigenem Mietfahrzeug, sondern komplett mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

    Wie das klappt, davon erzähle ich euch in den nächsten Wochen in meinen Berichten – nur so viel vorab: Es hat sehr gut funktioniert.

     

    Aber zurück zum eigentlichen Bericht – wir sind inzwischen in Yulara gelandet.

    Wir holten unsere Koffer, ganz ohne großes Einreiseprozedere. Inlandsflüge sind so entspannt.

    Vor dem Flughafen wartete schon der kostenlose Shuttlebus.
    Die Gäste werden nach Unterkünften sortiert und direkt dorthin gebracht – bei den Hotels bis vor die Tür, beim Campingplatz mit einem kurzen Fußweg bis zur Rezeption.
    Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten.

    Alles klappte reibungslos – und so hieß es am frühen Nachmittag für uns:

    Palya!

     

    „Palya“ ist ein Wort aus der Sprache der Anangu, den Aborigines, die in der Gegend rund um den Uluru leben. Es bedeutet „Hallo“, „Willkommen“ oder „Alles gut“ – also ein freundlicher Gruß oder Ausdruck von Zustimmung. 

     

    Satelliten-Ansicht des Ayers-Rock-Campgrounds

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    Weitere Informationen

    Der Yulara Drive ist die Hauptstraße im Ayers Rock Resort.
    Sie verbindet alle Unterkunftsbereiche mit dem Zentrum.

    Seht ihr in der Kartenmitte dieses winzig kleine Gebäude an der Hauptstraße?
    Das ist die Bushaltestelle – von hier starten die Touren, der Hop-on-Hop-off-Bus und der Airport-Shuttle.

    Unten am Campground drängen sich mehrere kleine Gebäude – dort befinden sich die Rezeption, der Mini-Markt und einige Service-Räume.
    Etwas darüber erkennt ihr die kleinen rechteckigen Häuschen: das sind die Cabins.
    Mittig die beiden waagerechten Gebäude sind die Sanitäranlagen.

    Alles andere sind Stellplätze.
    Zum Campground gehören außerdem ein Pool, ein Spielplatz, ein Beach-Volleyballfeld und eine Campingküche, die von allen Gästen genutzt werden kann.

    Wenn ihr in der Karte etwas herauszoomt, seht ihr, wie groß das Ayers Rock Resort tatsächlich ist.

     

    Die rechte Hälfte war unsere.

     

    Unsere Campingkabine war zweckmäßig.
    Das Ayers Rock Resort bietet wirklich alle Arten von Unterkünften – von Low Budget über normal bis hin zu teuer und exklusiv.

    Da selbst die günstigen Varianten hier schon ihren Preis haben, entschieden wir uns für eine Campingplatz-Kabine.
    Nicht groß, nicht besonders warm, aber immerhin ein geschlossener Raum – und die Betten waren überraschend bequem.

    Das Foto entstand an Tag 3 – also nicht wundern wegen Geschirr und Müll.
    Quasi direkt hinter mir befand sich die Eingangstür.

    Links war mein Schlafzimmer, rechts das Kinderzimmer mit zwei Etagenbetten.
    Und mehr gab es auch nicht – der Raum war wirklich klein.

    Zum Schlafen war es völlig okay.
    Viel mehr Platz hatten wir damals in den USA im Wohnmobil auch nicht.

     

     

    Die Etagenbetten der Kinder waren nicht bezogen, das große Bett war schon fertig.
    Also lief ich, während die Kinder ihre Betten bezogen, zum kleinen Supermarkt an der Campingplatz-Rezeption, um uns etwas fürs Abendessen zu kaufen. 
    Suppe schien das einzig Vernünftige bei nächtlichen Temperaturen knapp über Null.
    Viel Auswahl gab es dort ohnehin nicht – schon gar nicht für meine vegetarische Tochter.
    Aber es gab Eis.
    Und davon brachte ich für alle etwas mit.
    Denn tagsüber war es sonnig und warm.

    Und dann war es schon bald Zeit, uns fertig zu machen.
    Wer im Juli am Uluru ist, sollte warme Kleidung einpacken – vor allem, wenn man vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang unterwegs ist.
    Denn sobald die Sonne verschwindet, wird es eisig kalt, mit Temperaturen nur knapp über null Grad.

     

     

    „Wintjiri Wiru“ – die Drohnenshow am Uluru

    Abends stand dann unser Highlight an: „Wintjiri Wiru“ – die Drohnenshow am Uluru.

    Gebucht hatte ich dieses Erlebnis schon einige Wochen zuvor über die Seite des Ayers Rock Resort.

    https://www.ayersrockresort.com.au/all-experiences

    Wir wurden mit dem Shuttle abgeholt – alles war perfekt organisiert. An der Plattform angekommen, wurden uns gleich verschiedene Weine, Softdrinks und Wasser angeboten. Viele Gäste standen an den Stehtischen und genossen den Wein mit Blick auf den Uluru. Ich blieb lieber bei Softdrinks – genauso wie die Zwillinge. Selbst meine volljährige Tochter hatte keine Lust auf Alkohol und entschied sich ebenfalls für ein kühles Getränk.

    Vor uns lag der Uluru, leuchtend im letzten Licht des Tages. Erst glühte er in warmem Orange, dann wurde das Rot immer tiefer, bis er schließlich in der Dunkelheit versank. Ein Schauspiel, das man nicht beschreiben kann – man muss es einfach sehen. Selbst die Kinder waren völlig geflasht.

    25 Jahre habe ich für Australien gespart. Das Opernhaus zu sehen war schon ein Traum – aber meine tiefste Sehnsucht galt dem Uluru. Seit einem Vierteljahrhundert wollte ich ihn einmal sehen, einmal direkt vor ihm stehen. Ich weiß nicht genau, warum, aber diese Sehnsucht war einfach immer da.

    Die Tour ins Rote Zentrum ist nicht günstig. Die Inlandsflüge, die Unterkunft im Ayers Rock Resort – das hat in unser Budget ein ordentliches Loch gerissen.

    Aber ich musste es einfach. Ich musste ihn sehen, erleben, einmal wirklich dort sein und spüren, was diesen Ort so besonders macht. Die Energie, die Stille, diesen unvergleichlichen Spirit, den man nur dort fühlen kann. Ein Gefühl, das man nicht beschreiben, nur erleben kann. Und nun tatsächlich dort zu stehen war …. ohne Worte. 

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    Als die Sonne verschwunden war, nahmen wir unsere Plätze ein. Die Temperatur fiel sofort auf wenige Grad über 0 und Decken wurden verteilt. Wir kuschelten uns hinein, während es langsam dunkler wurde.

    Kurz darauf erhielten wir Snackboxen –  gefüllt mit Obst, Gebäck und Popcorn für die Kinder. Alles sah nicht nur hübsch aus, sondern schmeckte auch richtig lecker.

    Für Kinder gibt es etwas andere Snackboxen, mit Keksen und Popcorn

    Schließlich war es dunkel genug für die Drohenshow. 

    Und dann begann sie:  Wintjiri Wiru – in der Sprache der Pitjantjatjara bedeutet das „schöne Aussicht auf den Horizont“.
    Ein Kapitel der uralten Mala-Geschichte wurde mit choreografierten Drohnen, Lasern und Projektionen zum Leben erweckt – ein magisches Zusammenspiel aus Licht, Klang und Tradition, das den Nachthimmel über dem Uluru zum Leuchten brachte.

    Fotos und Videos zu machen ist nicht erlaubt. Man sollte einfach nur genießen. Sich darauf einlassen und eintauchen in die Geschichte der Mala. Trotz mehrfacher Hinweise und Ermahnungen gab es Experten, die versuchten, Fotos oder Videos zu machen – immer wieder wurden sie freundlich, aber bestimmt daran erinnert, dass dies respektlos gegenüber der Kultur der Anangu ist.

    Damit ihr euch etwas vorstellen könnt, wie die Drohnen- und Lichtershow aussieht, durfte ich nach Rücksprache mit dem Media-Team zwei Fotos verwenden. 

    Photo by Getty Images for Voyages Indigenous Tourism Australia. Acknowledgement – Anangu share the Mala story, from Kaltukatjara to Uluru, through a drone, sound and light show designed and produced by RAMUS.
    Photo by Getty Images for Voyages Indigenous Tourism Australia. Acknowledgement – Anangu share the Mala story, from Kaltukatjara to Uluru, through a drone, sound and light show designed and produced by RAMUS.

    Hier könnt ihr Wintjiri Wiru buchen 
    https://www.ayersrockresort.com.au/experiences/wintjiri-wiru/twilight

    Die Show war schlicht überwältigend. Über 1.100 Drohnen flogen in synchronisierten Formationen, begleitet von Lasern, Lichtprojektionen und traditioneller Musik. Jede Bewegung, jedes Lichtmuster erzählte ein Stück der Mala-Geschichte. Es war mehr als eine Show – es war ein tiefer kultureller Dialog. Man spürte die Verantwortung und die Ehrfurcht, die die Anangu seit Tausenden von Jahren für ihr Land tragen. Die Kombination aus moderner Technologie und jahrtausendealter Tradition ist so wundervoll umgesetzt. Wir lauschten gespannt der Geschichte der Mala und hatten mehrmals Gänsehaut, wenn wieder neue Formen akustisch passend untermalt am Himmel erschienen.

    Die Lichter blieben auch nach der eigentlichen Drohnenshow noch an. Und die meisten von uns blieben einfach noch sitzen. 

    Die Atmosphäre war so still, so friedlich, dass mein Kopf vollkommen frei wurde. Endlich. 
    In den letzten Monaten war einiges passiert, in meinem Leben war viel Unruhe, Ängste, Sorgen. 
    Aber jetzt war alles weg und mein Kopf frei! 

    Wir hatten lange überlegt, ob wir die Show buchen sollten – und jetzt sind wir so dankbar, dass wir es getan haben. 

    Wintjiri Wiru Anerkennung
    As custodians of the land, Anangu hold the Mala story from Kaltukatjara to Uluru. To share their story, RAMUS designed and produced an artistic platform using drones, light and sound to create an immersive storytelling experience.

    Wintjiri Wiru Anerkennung (Deutsch)
    Als Hüter ihres Landes bewahren die Anangu die Mala-Geschichte von Kaltukatjara bis zum Uluru. Um ihre Geschichte zu teilen, hat RAMUS eine künstlerische Plattform mit Drohnen, Licht und Ton gestaltet, die ein immersives Erzählerlebnis schafft.

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    Der Sternenhimmel über dem Outback

    Wir wurden mit dem Shuttle zurück zum Campground gebracht.

    Und da gab es noch ein kleines, ganz persönliches Highlight:
    In dieser sternenklaren Nacht sahen wir das Kreuz des Südens.
    Dass ich es noch einmal sehen würde, hätte ich damals, als wir es in Namibia sahen, nicht gedacht.
    Wie der Name schon sagt, ist es nur auf der Südhalbkugel zu sehen.

    Übersicht – das Kreuz des Südens ist im oberen Drittel relativ mittig

     

    Das Kreuz des Südens hat jeder schon gesehen, der sich mit Australien beschäftigt

    Und jeder, der sich ein bisschen mit Australien beschäftigt, kennt das Kreuz des Südens auch von der australischen Flagge.

    KI-generiertes Bild

    Das Kreuz des Südens steht keineswegs zufällig auf der Flagge. Es symbolisiert die geografische Lage des Landes – weit unten auf der Südhalbkugel, wo dieses Sternbild zu Hause ist. Die fünf Sterne des Kreuzes erscheinen gemeinsam mit dem Commonwealth Star und dem Union Jack – als Zeichen für Geschichte, Identität und die tiefe Verbindung der Australier zu ihrem Land.

    Doch das Kreuz des Südens ist weit mehr als nur ein nationales Symbol.
    Für Navigatoren und Seefahrer war es über Jahrhunderte hinweg ein wichtiger Wegweiser am Nachthimmel. Denn auf der Südhalbkugel fehlt ein heller Polarstern wie im Norden. Eine einfache Methode lautet: Man zieht eine gedachte Linie durch die beiden hellsten Sterne des Kreuzes und verlängert sie etwa vier- bis viereinhalbfach – sie zeigt direkt auf den südlichen Himmelspol und damit nach Süden.

    Diese Methode half über viele Generationen hinweg, sich am Nachthimmel zu orientieren – lange bevor moderne Navigationsinstrumente entwickelt wurden.

    Der Sternenhimmel über dem Outback ist ohnehin etwas ganz Besonderes. Weil es hier kaum Lichtverschmutzung gibt, zeigt sich die Milchstraße mit bloßem Auge – klar, hell und unendlich weit.
    Vom Ayers Rock Resort aus wurden auch nächtliche Touren hinaus in die Wüste angeboten, um den Himmel fernab jeder Lampe zu beobachten und dort hat man dann sogar die Möglichkeit mit Teleskopen in den Nachthimmel zu schauen. Ich hatte früher selber ein Teleskop, von daher wäre das an sich eine tolle Tour gewesen. Aber: Wir haben darauf verzichtet. Die Kinder wollten lieber schlafen, und ich wollte wegen meiner Epilepsie schnell wieder in einen normalen Tag-Nacht-Rhythmus kommen.
    Also blieben wir auf dem Campground – und auch dort war der Blick in den Himmel einfach überwältigend.
    Mehr Sterne, als man zählen kann, und eine Milchstraße, die sich wie ein leuchtendes Band über uns zog.

    In den ersten Wochen nach unserer Rückkehr nach Deutschland kam uns der Himmel sooo leer vor … 

    Trotz Campground-Beleuchtung war so so wundervoll zu sehen. Das Weltall und seine Dimension ist etwas, was ich nie begreifen werde. 

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    In unserer Camping-Cabin angekommen, war es eiskalt. Die Klimaanlagenheizung lief auf höchster Stufe, aber wirklich warm wurde es nicht. Also stellten wir sie auf Maximum, schnappten uns unsere Kulturtaschen und machten uns auf den Weg zum Bad.
    Das lag allerdings nicht in der Kabine, sondern rund 100 Meter entfernt – bei 2 °C und völliger Dunkelheit. Also: Mütze auf, Jacke an, Handylicht an – und los.
    Wusstet ihr, dass sich 100 Meter bei 2 °C mindestens verfünffachen? So kam es uns jedenfalls vor. Tagsüber hatten wir noch die Sonne genossen, die im Outback-Winter angenehm warm ist – und nachts wird es dann eisig.
    Im Januar dagegen herrscht hier Backofenhitze am Tag und milde Wärme in der Nacht. Das Outback kann beides.

    Zurück in der Cabin war es etwas wärmer.

     

    Schnell noch alle Geräte angestöpselt …

     

     

    …. warme Schlafsachen angezogen – und dann schön in die Decken einmummeln. Die Betten waren wunderbar weich und bequem.
    Ich war grad dabei, einzuschlummern.

    Aber wisst ihr noch, dass ich heute Abend mehrere Softdrinks hatte…?!

    Ratet,….

    Richtig. …. also wieder aufstehen, anziehen wie zu einer Polarexpedition, durch die kalte, dunkle Nacht zu den Sanitärräumen, die übrigens alle offen gebaut sind und dadurch innen wie außen die gleiche Temperatur hatten …. und wieder zurück.
    Und dann lag ich wieder im Bett, eingemummelt – aber durch die Kälte wieder hellwach,…

    Wir hatten eindeutig an der falschen Stelle gespart.  …..

    Irgendwann schlief ich dann doch ein. Und – ungewöhnlich für eine Reise mit mir – wir haben uns keinen Wecker gestellt.

    Gute Nacht aus dem Outback! 

    Die Reise geht weiter: Im nächsten Bericht erfahrt ihr, warum ein Didgeridoo nicht einfach nur ein Instrument ist – und ich nehme euch mit nach Kata Tjuta, wo die Felsen Geschichten erzählen.

     


    Palya – bis bald!

     


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    Die Aufenthalte im Ayers Rock Resort inkl. Camping-Cabin oder Stellplätze könnt ihr direkt über die Website buchen.
    https://www.ayersrockresort.com.au/




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