Budapest stand schon lange auf meiner Liste. An diesem heißen Sommertag fuhren wir von Bratislava aus für einen Tagesausflug in die ungarische Hauptstadt. Auf dem Programm standen der Budaer Burgberg, die Fischerbastei, die Matthiaskirche und das Labyrinth unter dem Burgviertel. In diesem Reisebericht erzähle ich von unserem Tag zwischen großer Vorfreude, drückender Hitze, schönen Ausblicken über die Donau und einem ziemlich spannenden Abstieg in die dunklen Gänge unter der Burg.
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Praktische Infos für den Budaer Burgberg in Budapest
Official Budapest Castle Bus: täglich 09:00–17:00 Uhr, Abfahrten etwa alle 10 Minuten, Tagesticket Erwachsene 15 € / 6000 HUF, Kinder 6–16 Jahre 10 € / 4000 HUF, unter 6 Jahren frei. Offizielle Website: budapestcastlebus.com
Matthiaskirche: laut offizieller Website heute 09:00–17:00 Uhr, Erwachsenenticket 3400 Ft, Studierende/Senioren 2700 Ft, Familienticket 9500 Ft. Öffnungszeiten können sich wegen Gottesdiensten ändern. Offizielle Website: matyas-templom.hu
Fischerbastei: Die unteren Bereiche sind frei zugänglich, für die oberen Aussichtsterrassen fällt je nach Bereich und Zeitraum Eintritt an. Laut offizieller Seite ist die Kasse meist 09:00–17:00 Uhr geöffnet, die oberen Terrassen saisonal ungefähr 09:00–21:00 Uhr bzw. 09:00–19:00 Uhr. Offizielle Website: fishermansbastion.com
Labyrinth unter dem Burgviertel: laut offizieller Website täglich 11:00–18:00 Uhr geöffnet, im Inneren etwa 16–18 °C und sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Offizielle Website: labirintus.eu
Budapest: Ein heißer Tagesausflug von Bratislava auf den Burgberg
Bratislava, Sommer 2024
„Wer hatte die Idee, im Juli nach Bratislava zu fahren?“, hat einer der Teenies am Vortag gefragt, nachdem wir bei unserer Sightseeing-Tour in Bratislava vor uns hingeschmolzen sind.
Die Frage war obligatorisch, denn alle Augen wanderten zu mir. „Ich wusste nicht, wie heiß und schwül es sein würde!“, rechtfertigte ich mich hilflos. Ganz im Gegenteil, schönes Sommerwetter sagten mir die Statistiken, als ich die Reise plante. Schönes Reisewetter. Statistiken sind halt nur Statistiken. Und die gibt es immer in beide Richtungen. In unserem Fall leider nach oben. Denn als wir dort waren, war es selbst für Bratislava ungewohnt schwül-heiß, wie uns einer der Hotelangestellten bestätigte.
Und wenn ihr langjährige Leser seid und somit bestens vertraut seid mit Ellys persönlicher Regenwolke, denkt ihr vielleicht: „Elly, sei doch froh, kein Regen.“ Aber dem war auch nicht so, denn jeden Abend zogen Gewitter und Starkregen über Bratislava. Und die brachten nicht einmal Abkühlung.
Der nächste Morgen.
Geschlafen hatten wir nicht besonders gut. Die schwüle Sommerhitze hielt sich hartnäckig in den Zimmern, durch die Fenster wehte kein Lüftchen.
Im Speiseraum gab es eine Klimaanlage und die lief schon früh am Morgen. Eine Wohltat. Da schmeckte dann auch der heiße Kaffee. Wobei, der schmeckt mir eigentlich immer. Ohne ihn komme ich morgens gar nicht in die Puschen.
Wir frühstückten gemeinsam, meine Eltern, unsere vier Kinder beziehungsweise Teenager, mein Mann und ich. Und planten den Tag.
Was macht man bei gefühlt 50 Grad?
Eigentlich wollten wir uns an dem Tag Budapest ansehen. Von Bratislava aus war es nicht so weit. Es stand schon so lange auf meiner Liste. Aber bei dem schwülen Sommerwetter?
Meine Eltern sagten von vornherein, dass sie keine Lust hätten. Nicht bei der Hitze. Als die beiden jüngsten Mädchen hörten, dass Oma und Opa im Hotel blieben, beschlossen sie spontan, auch nicht mitzufahren. Meine Eltern wollten später mit den beiden ein Eis essen und dann wollten die Mädchen noch in den Pool.
„Eigentlich möchte ich nach Budapest. Wenigstens das Budaer Burgviertel auf dem Burgberg ansehen. Und die Fischerbastei“, sagte ich in Erwartung eines anschließenden Proteststurms meiner Familie. Zu meiner Überraschung blieb dieser aus. „Können wir ja machen, ist ja nicht so weit“, antwortete mein Mann.
Irritiert ging ich schnell mal eben in mich. Ich schlafe nicht mehr, einen Hitzestich habe ich zu 60 Prozent auch nicht. Hat mein Mann das gerade wirklich gesagt? Aber bevor ich in völliger Glücksseligkeit über diese Aussage aufging, kam das Aber. Von meinen Kindern, also von den beiden, die mitkommen wollten.
Stirnrunzelnd schaute ich die beiden an und war gespannt, was nun folgen würde. „Wir möchten auch Budapest sehen. Aber keine Touren zu Fuß und mindestens zwei Eis!“
„Moment, ihr möchtet mit und stellt noch Forderungen?“, entgegnete ich lachend. Die Kinder ruderten zurück. „Hm, aber können wir trotzdem wenigstens ein Eis?“
„Klar, ich möchte doch auch eins bei der Hitze.“
„Und ich möchte originales ungarisches Gulasch mit Spätzle!“, warf mein Mann noch ein. Er hatte sogar schon ein Restaurant gegoogelt.
So hatte jeder irgendeinen Grund, heute den Ausflug trotz der Hitze wie geplant mitzumachen.
Wir fahren nach Budapest. Ich freute mich so sehr.
Direkt nach dem Frühstück fuhren wir los

Dieses Wahrzeichen von Bratislava haben wir aus Zeitgründen leider nicht besuchen können: der Fernsehturm Bratislava. Er hat eine Aussichtsplattform und ein Panoramarestaurant.

So ganz nah wie wir dachten war es dann doch nicht. Zwei Stunden dauerte die Autofahrt über die gut ausgebaute Autobahn.

Sehr interessante Ortsnamen.

Ich mag die braunen Schilder an den Autobahnen, welche auf Sehenswürdigkeiten in der Region hinweisen.
Ein paar Infos zu Budapest
Budapest, die Hauptstadt Ungarns, wird oft als Perle an der Donau bezeichnet, und das nicht ohne Grund. Die Stadt, die auf Ungarisch Budapescht ausgesprochen wird, vereint Geschichte, Kultur und Moderne in einzigartiger Weise. Und sie hat so viele sehenswerte Bauwerke.
Seit 1873 trägt Budapest den heutigen Namen, als die vormals eigenständigen Städte Buda, Pest und Óbuda offiziell zusammengelegt wurden.
Buda liegt westlich der Donau und ist bekannt für das Budaer Burgviertel auf dem Burgberg.
Pest auf der östlichen Seite ist flach, lebendig und das Herz des modernen Stadtlebens, mit Sehenswürdigkeiten wie dem beeindruckenden Parlamentsgebäude und der Andrássy-Straße.
Verbunden werden beide Stadtteile unter anderem durch die bekannte Széchenyi-Kettenbrücke.
Budapest zählt rund 1,7 Millionen Einwohner und wird jedes Jahr von Millionen Touristen besucht.
Parken in Budapest
Eigentlich wollten wir in ein großes Parkhaus zwischen Donau und dem Budaer Burgviertel. Dieses war aber wegen einer Großveranstaltung komplett gesperrt. Wir kurvten etwas ziellos durch den Bereich um den Burgberg und fanden dann zum Glück einen Parkplatz. Die Bezahlung erfolgte im Vorfeld via Parkschein.
Von unserem Parkplatz aus war es nicht weit zum Startpunkt der Sightseeing-Minibusse. Sie starten zwischen der berühmten Hängebrücke und der Seilbahn hoch zum Burgberg.
Mit dem Hop-on-Hop-off-Minibus durch das Budaer Burgviertel
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Südlich des Startpunktes sind übrigens die Parkplätze.
Wir entschieden uns wegen der Hitze ganz bewusst für den offiziellen Castle Bus. Gerade mit Teenagern und bei dieser Schwüle war das die deutlich angenehmere Lösung als alles zu Fuß abzulaufen.
Die Tour führt hoch in das Budaer Burgviertel auf den Burgberg.
Route und offizielle Infos: budapestcastlebus.com/en
Die Kinder, mein Mann und ich stiegen ein und schon kurz danach ging die Fahrt los.

Hoch auf den Burgberg führt auch diese Seilbahn, aber wir hatten bei der Hitze keine Lust, dort oben alles zu Fuß zu erkunden.

Die imposante Széchenyi-Kettenbrücke.


Die Fischerbastei
Nach einer kurzen Fahrt sahen wir eines der bekanntesten Bauwerke von Budapest.

Die Fischerbastei. Dahinter sieht man die Matthiaskirche.

Die Fischerbastei ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Budapests und liegt auf dem Burgberg im Stadtteil Buda. Sie wurde zwischen 1895 und 1902 im neoromanischen Stil erbaut und ist eine lohnenswerte Aussichtsplattform mit einem wirklich schönen Blick auf die Donau, das Parlament und die Pester Seite der Stadt.
Der Name Fischerbastei erinnert an die Fischergilde, welche im Mittelalter diesen Abschnitt der Stadtmauer zu verteidigen hatte. Die konischen Türme sollen an die Zelte der Magyaren erinnern.
Heute ist die Fischerbastei ein beliebtes Ziel bei einem Besuch von Budapest. Besonders schön stelle ich sie mir bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang vor. Weil wir nur Tagesgäste waren, bekamen wir dafür leider keine Gelegenheit.
Wir fuhren weiter hoch auf den Burgberg.


Wir stiegen an der ersten Station wieder aus, an der Matthiaskirche. Das war das, was wir unbedingt sehen wollten. Und wir hatten hier noch ein ganz besonderes Ziel, welches weitaus weniger bekannt ist als die berühmten Bauwerke, aber ebenso lohnenswert. Dazu aber später mehr.
Erst einmal liefen wir vorbei an der Matthiaskirche Richtung Fischerbastei.

Vorbei an der wunderschönen Matthiaskirche.


Und vorbei an wirklich schönen Briefkästen.

Das Dach der Matthiaskirche
Farbenfroh bunt ist es mit glasierten Keramikziegeln verziert.
Die Matthiaskirche, offiziell Liebfrauenkirche, war damals die erste Kirche auf dem Budaer Burgberg. 1255 wurde mit dem Bau der Kirche begonnen, Bauherr war König Béla IV. Erst im 14. Jahrhundert bekam sie die heutige Form mit den architektonisch herausragend ausgearbeiteten gotischen Elementen. Sie ist Teil des UNESCO-Welterbes des Budaer Burgberges, des Donauufers und der Andrássy-Straße.

Ich weiß nicht, wer es der Hilton-Kette erlaubt hat, zwischen diese wundervollen Bauwerke so einen hässlichen Klotz zu bauen. Wobei: Geschmäcker sind verschieden. Meine Kinder fanden es einen tollen Kontrast zu den alten Gebäuden und meinten, die Farbe passe super zur Fischerbastei und Matthiaskirche. Für mich ist und bleibt es ein nicht in dieses Viertel passender Bau.

Spiegelung der Fischerbastei.

Wie schon in Bratislava auch waren hier diese Wassersprühvernebler aufgestellt, welche beim Durchgehen ein wenig Abkühlung brachten.
Aussicht von der Fischerbastei
Unser Ziel war die Fischerbastei und die schöne Aussicht von dort oben.
Der bezahlte Aussichtsteil ist im Vergleich zu vielen anderen Sehenswürdigkeiten nicht riesig teuer, aber ganz kostenlos ist eben nicht alles. Der Eintrittsbereich ist, wenn man davor steht, ganz rechts. Der linke Turm war bei unserem Besuch durch das Restaurant abgesperrt. Allerdings war auch irgendein Medienevent in Budapest, daher weiß ich nicht, ob das immer so ist.




Die Kirche mit den zwei Türmen ist die Pfarrkirche St. Anna. Der einzelne Turm gehört zur Kirche des verwundeten Franziskus.
Das grüne mittig oben ist die Margareteninsel. Auf den angelegten Wegen kann man durch die Parkanlagen spazieren und die Attraktionen der Insel erkunden, dazu zählen unter anderem ein Jugendstil-Wasserturm, die Ruinen eines dominikanischen Nonnenklosters aus dem 13. Jahrhundert, ein Musikspringbrunnen und sogar ein kleiner Zoo.

Wer kann mir denn sagen, was das silberne Gebäude ist? Ich habe es versucht zu googeln, habe Ewigkeiten versucht, es mit Maps zu finden, aber ich konnte es nicht finden und hoffe jetzt auf euch.


Mit so einem Ballon sind wir damals in Disney Village in Paris hochgefahren. Er ist stationär und wird wie eine Art Lift hoch und runtergefahren. Die Möglichkeit dafür hat man in Budapest auch. 150 Meter hoch geht der Ballon und bietet einen tollen Ausblick auf Budapest. Ich habe euch mal den Link dazu rausgesucht: balloonfly.hu
An dieser Aussicht konnte ich mich nicht sattsehen, obwohl die Sonne uns wirklich auf den Pelz brannte.
Wie oft hatte ich davon geträumt, diesen Ausblick einmal in echt genießen zu dürfen. Und jetzt stand ich hier oben und es war noch schöner als auf all den Bildern, die ich mir schon so oft voller Sehnsucht angesehen habe.



Glücklich. Von der Sonne gegrillt, aber glücklich.
Und ja, schwarze Klamotten waren für den Tag vielleicht nicht ganz ideal.


Die Matthiaskirche von der anderen Seite.



Die paar Euro Eintritt haben sich definitiv gelohnt.


Und wieder das Hilton.
Das 1976 erbaute Hilton wurde auf den Grundmauern von zwei historischen Gebäuden errichtet. Der nördliche Teil steht auf den Bauresten des Klosters zum heiligen Nikolaus. Die Wand des Südteils ist die ehemalige Außenwand des Jesuitenkollegs aus dem 18. Jahrhundert. Zwischen den beiden alten Gebäudeteilen wurde der rekonstruierte Nikolaus-Turm gebaut. Ich bleibe dabei, es wirkt wie ein Fremdkörper.
Wir brauchten alle dringend etwas zu trinken. Möglichkeiten dafür gibt es überall. Wir hofften, ein schattiges Plätzchen zu finden.

Das Denkmal für den heiligen Stephan vor der Fischerbastei.
Wir liefen links an der Matthiaskirche entlang Richtung Straße und entdeckten ein kleines Café mit Plätzen im Schatten.


Diese schöne Aussicht hatten wir von unseren Plätzen aus.

Noch einmal eine kleine Abkühlung abholen, bevor es zu unserem nächsten Ziel ging.



Im Labyrinth unter dem Burgviertel auf Drakulas Spuren
Da ist es. Es heißt Labyrinth of Buda Castle. Ein historisches, labyrinthartiges Kellergewölbe unter dem Burgpalast.
An sich schon sehenswert, aber es gibt noch eine besondere Geschichte hierzu, welche zugegebenermaßen aber auch ziemlich touristisch genutzt wird.

Das Labyrinth of Buda Castle.
Tief unter dem Buda Castle verbirgt sich eines der spannendsten Geheimnisse Budapests: das Labyrinth, ein weit verzweigtes Tunnelsystem. Ursprünglich entstanden die Gänge durch natürliche Höhlenbildung, die vor vielen Jahrtausenden durch heiße Thermalquellen geformt wurden. Später wurden sie von Menschen miteinander verbunden und erweitert und dienten verschiedenen Zwecken.
Im Mittelalter nutzte man das Labyrinth als Lager, Weinkeller und sogar als Versteck. Während des Zweiten Weltkriegs diente es als Schutzbunker.
Ein besonderes Kapitel der Geschichte des Labyrinths ist die Verbindung zu Vlad III. Drăculea, besser bekannt als Vlad der Pfähler, der als Inspiration für die Dracula-Legende gilt. Der Legende nach soll Vlad im 15. Jahrhundert im Labyrinth eingekerkert gewesen sein, als er von den Ungarn gefangen genommen wurde.
Zwar gibt es keine eindeutigen Beweise, doch diese düstere Erzählung trägt erheblich zur mystischen Aura des Ortes bei. Einige Bereiche des Labyrinths sind diesem Thema gewidmet und sorgen mit Gruselelementen für eine besondere Erfahrung.
Wir haben uns innerhalb der Familie schon vor einigen Jahren mit der Geschichte von Graf Vlad auseinandergesetzt. Geplant war ein Urlaub in Rumänien mit der Besichtigung seines Schlosses. Als dann jedoch der Krieg anfing, war uns das in der Region zu unruhig und wir verschoben es auf irgendwann. Obwohl ich es gar nicht mag, wenn man etwas auf irgendwann verschiebt, denn irgendwann ist irgendwann zu spät.
Der Eintritt war für eine Familie kein Schnäppchen. Aber wir fanden, dass es sich gelohnt hat. Da gibt es sehr geteilte Meinungen, so etwas ist immer subjektiv. Viele finden den Eintritt zu teuer für das, was einen dort erwartet. Wir fanden es in Ordnung, auch wenn wir die Meinung teilen, dass man sich die Puppenfiguren hätte sparen können.
Schon als wir direkt nach der Eingangstür die Treppe betraten, spürten wir die feuchte, kühle Luft. Es roch ein wenig wie ein nasser Keller. Aber es war so angenehm kalt dort unten, alleine für diese Abkühlung hat es sich schon gelohnt.


Es war wirklich wie ein natürliches Labyrinth mit vielen kleinen Seitengängen. Die Hauptgänge waren gut beleuchtet.


Es gibt einen Statuensaal und ein mittelalterliches Steinmuseum. In der Budaer Burg befand sich einst die größte und berühmteste Steinmetzwerkstatt des Landes.
Viele der Gänge waren nur wenig beleuchtet, es gibt sogar einen Teil, der komplett dunkel ist.

Mit Handytaschenlampen suchten wir uns den Weg durch das dunkle Gewölbe.

Mein Sohn wollte vorgehen. Er fand es spannend, die dunklen Gänge mit der Handylampe zu erkunden, aber etwas gruselig war es schon, nicht zu wissen, was einen hinter der nächsten dunklen Kurve erwartet.
Ohne Handytaschenlampe war es stockdunkel.

In dem dunklen Trakt befindet sich auch die Dracula-Ausstellung. Das macht es direkt noch ein wenig unheimlicher.

Dracula gab es nicht, wohl aber Graf Vlad III. Drăculea. Genannt wurde er Vlad der Pfähler. Er galt als brutaler Herrscher, der seine Gegner foltern und pfählen ließ. Auch das wird in diesem Bereich thematisiert.
Und der Effekt war nicht ohne, wenn man in einem stockdunklen Gang nur mit seiner Handylampe leuchtet und auf einmal dann vor sich so etwas sieht.
Klickt es einfach an, wenn ihr es größer sehen wollt.

Hier soll er, so sagt man es, auch gefangen gehalten worden sein. Alles nur ausgeleuchtet mit unseren Handylampen.

Für uns aus Deutschland, wo alles doppelt und dreifach abgesichert ist, war es ein seltsames Gefühl, eigenständig und nur mit unseren Handylampen durch die dunklen Gänge zu gehen.
Meine beiden Kinder hatten richtig Spaß daran, die Gänge zu entdecken und sich auch manchmal erschrecken zu lassen. Ich möchte euch da nicht zu viel verraten.


Unser Fazit zum Labyrinth: Ja, der Eintritt ist für eine Familie teuer. Ich hätte mir gewünscht, dass man Lampen bekommt, denn unsere Handy-Akkus waren danach schon einiges leerer. Aber insgesamt ist es gut gemacht. Man hat durch Infotafeln und Figuren einen kleinen Eindruck in die Zeit von damals bekommen. Und abgekühlt waren wir nach dem Besuch auch.
Ich glaube, vor allem mit älteren Kindern ist das ein lohnenswertes Ziel. Und auch für alle, die sich gerne mal ein klein wenig gruseln möchten.
Als wir das Labyrinth verließen, erschlug uns fast die Hitze. Obwohl Budapest so viel zu bieten hat, beschlossen wir, abzubrechen und uns langsam Richtung Restaurant aufzumachen. Eigentlich macht uns Hitze nichts aus. Aber an dem Tag war es schon sehr extrem. Wir hatten das Gefühl, gar nicht genug trinken zu können. Und dann noch durch die Straßen laufen wollten die Kinder nicht, und wir Erwachsenen waren auch ziemlich k.o.
Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, bereue ich das doch ein wenig. Aber jetzt sitze ich auch mit Winterpulli in meinem 17 Grad kühlen Büro.
Wir spazierten noch etwas über den Burgberg. Mit einem kleinen Schlenker auf die gegenüberliegende Seite der Fischerbastei, da man auch von dort eine schöne Aussicht hat.



Die Reste der Maria-Magdalena-Kirche.
Erbaut wurde die Kirche 1247 und im 15. Jahrhundert vergrößert. Im Rahmen dieser Erweiterung wurde der heute noch zu sehende Turm gebaut. Das Schiff der Kirche wurde 1945 schwer bombardiert und der größte Teil der Kirche zerstört. Der Maria-Magdalena-Turm wurde 1950 restauriert. Oben ist eine Aussichtsplattform, die ich bei weniger Hitze bestimmt auch besucht hätte.





Das Reiterstandbild von András Hadik.
Wir erreichten eine Seitengasse mit einer vielversprechenden Aussicht am Ende.


Wir kamen an diesem Brunnen vorbei. Mein Sohn fing an zu lachen: „Was ist das denn?“ Meine Tochter antwortete trocken: „Sieht man doch, ein Brunnen. Und oben spritzt normalerweise Wasser raus.“ Es gibt Momente mit meinen Kindern, da weiß ich nicht, ob ich lachen oder es ignorieren soll. Meine Tochter schaute mich an. „Ja, was, das ist doch ein Brunnen, oder nicht?“ Ich nickte.
Auch von hier hat man eine schöne Aussicht über Budapest.


Die katholische Havas Boldogasszony Kirche.
Wir gingen den angenehm schattigen Weg entlang Richtung Haltestelle.

Über meine geliebten Serpentinen fuhren wir zurück Richtung Donauufer. Wobei das hier mit den Serpentinen noch sehr harmlos war.


Na, wohin fährt diese Straßenbahn?

Wegen dieses Events war das darunter liegende Parkhaus gesperrt.


Der Burggarten-Bazar ist ebenfalls Teil des UNESCO-Welterbes. Auch von hier führen Wege nach oben zum Burgberg. Leider wurde auch diese Anlage bei der Bombardierung schwer beschädigt. Anfang der 2000er beschloss man umfangreiche Sanierungen, nachdem die Anlage jahrelang wegen zunehmender Verschlechterung der Bausubstanz geschlossen war. Die Neueröffnung fand am 29.08.2014 statt, 30 Jahre nach der Schließung.


Die Hitze wich einer noch unangenehmeren Schwüle. In der Ferne sah man erste Gewitterwolken. Die zogen aber zum Glück noch vorbei.


Wie so oft lohnt ein Blick auf die Gullideckel.

Mit dem Auto fuhren wir über die Donau in den anderen Stadtteil: Pest.
Das Parlamentsgebäude von Budapest

Das Parlamentsgebäude. So imposant.
Es ist 268 Meter lang und 123 Meter breit. Die Kuppel ist 96 Meter hoch. Die Grundfläche beträgt knapp 18.000 Quadratmeter, auf ihr verteilen sich 691 Räume, bestehend aus Festsälen, Büros und Repräsentationsräumen. Außerdem wird in dem Parlamentsgebäude die Stephanskrone aufbewahrt. Es ist nach dem Haus des Volkes in Bukarest das zweitgrößte Parlamentsgebäude Europas.
Gebaut wurde es von 1885 bis 1904.



Das Bem József Memorial zeigt den im Krieg gegen die Österreicher verwundeten General Bem apó, Vater Bem.

Die Fahrt über die Margaretenbrücke.

Von hier hat man einen schönen Blick auf die Donau und das Parlamentsgebäude.
Man könnte es auch toll fotografieren, wenn man nicht so wie ich das Talent hat, statt dem Motiv irgendwelche Bäume oder Brückenpfosten zu fotografieren.

Doch noch geschafft.


Und der Blick zurück zum Budaer Burgberg mit den wunderschönen Bauwerken und dem Hilton.

Das um 1900 gebaute Lustspieltheater Vígszínház.

Der Bahnhof von Budapest.

Parish Church of St. Margaret.

Die Ferdinánd Híd führt über die Schienen.


Kontrast zum Burgberg.



Wir erreichten das Restaurant. Gegenüber war ein sehr großes Parkhaus.


Sehr urig und gemütlich. Hat mein Mann sehr gut ausgesucht.
Zu unserer Überraschung bekamen wir eine deutschsprachige Karte.

Seit 2004 ist Ungarn Teil der EU, aber bislang noch kein Mitglied der Euro-Zone. Die Währung in Ungarn heißt Ungarischer Forint.
Eine Gulaschsuppe mit hausgemachten Spätzle kostete bei unserem Besuch ungefähr 6,50 Euro umgerechnet.

Ungarisches Gulasch mit hausgemachten Spätzle. Es war so lecker.

Und auch der Nachtisch war top. Für die Kids gab es das versprochene Eis.
Wir hatten noch eine zweistündige Fahrt zurück nach Bratislava vor uns und beschlossen, jetzt ohne weitere Zwischenstopps zurückzufahren.
Zurück fuhren wir die bekannte Andrássy út, die Prachtstraße von Budapest.

Die Kunsthalle von Budapest.

Das Museum der bildenden Künste.

Die ungarische Staatsoper.

Und schon war der Tag zu Ende. Ich war so glücklich, auch wenn wir vieles nicht gesehen haben.
Irgendwann werde ich definitiv wiederkommen. Und dann für mehrere Tage bleiben. Budapest bietet so viel, ich glaube, da würde auch eine ganze Woche nicht reichen.
Und passenderweise verließen wir Budapest über die Elisabethbrücke. Elisabeth, mein richtiger Name.

Das Bauwerk oben am Berg ist die St. Gerard Sagredo Statue.

Unser Fazit zu Budapest an einem Tag
Danke, dass ihr wieder dabei wart. Budapest hat uns trotz der extremen Hitze wirklich begeistert. Wir haben an nur einem Tag natürlich nur einen kleinen Teil gesehen, aber der Budaer Burgberg, die Aussicht von der Fischerbastei und das Labyrinth unter dem Burgviertel waren für mich absolute Highlights.
Gerade wenn ihr von Bratislava aus einen Tagesausflug plant, ist Budapest machbar. Ich würde euch trotzdem raten, der Stadt mehr Zeit zu geben. Sie hat einfach zu viel zu bieten für nur einen einzigen Tag.
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