Die Bretagne liegt im Nordwesten von Frankreich und gehört zu den landschaftlich beeindruckendsten Regionen des Landes.
Unser Urlaub führte uns an die Küste der Nord-West-Bretagne, genauer gesagt nach Brignogan-Plage.
Wir waren als 3-Generationen-Familie unterwegs und haben uns bewusst gegen lange Tagesausflüge entschieden. Stattdessen haben wir die Umgebung rund um unseren Ferienort erkundet – mit viel Zeit für Strände, kleine Orte und die wilde Küste der Bretagne.
Unser Ferienhaus lag in Brignogan-Plage, einem kleinen Ort direkt am Meer.
Von hier aus haben wir verschiedene Orte der Nordbretagne erkundet.
Unsere Bretagne-Reiseberichte
Wegen der vielen Fotos habe ich den Reisebericht auf mehrere Seiten aufgeteilt.
Am Ende jeder Seite findet ihr jeweils den Link zum nächsten Teil, sodass ihr euch durch unseren gesamten Bretagne-Urlaub klicken könnt.
Roscoff, Lesneven, Plouguerneau und Meneham: unsere letzten Urlaubstage in der Bretagne
Roscoff, Plouguerneau und Meneham gehören zu den schönsten Orten in der Nordbretagne. In diesem Beitrag nehme ich euch mit zu unseren letzten Urlaubstagen zwischen Leuchttürmen, kleinen Häfen, wilden Küsten und ruhigen Buchten – inklusive persönlicher Eindrücke und praktischer Tipps für euren eigenen Besuch.
Unsere letzten Urlaubstage in der Bretagne führten uns noch einmal nach Roscoff, zum Deutschen Soldatenfriedhof bei Lesneven, nach Plouguerneau und erneut ins Museumsdorf Meneham.
Wenn ihr eine Reise in die Nordbretagne plant, findet ihr hier nicht nur meinen alten Tagebuchbericht, sondern auch ergänzende Informationen zu Roscoff, dem Soldatenfriedhof bei Lesneven, Plouguerneau, einer Crêperie in der Gegend, Meneham und dem Markt in Brignogan-Plage.
Alltag in der Bretagne: Einkaufen bei Regen
Was ich in der Bretagne sehr angenehm finde – die meisten Parkplätze der großen Supermärkte sind überdacht. Da wir nun auch in den Genuss von Dauerregen kamen, wussten wir das sehr zu schätzen.
Man kann seine Ware selber einscannen. Den Preis gibt es dann auch angezeigt. Dafür steht im Eingangsbereich eine Wand voller Scanner im und am Einkaufswagen gibt es eine extra-Halterung dafür. Sehr praktisch, in Deutschland habe ich das leider noch nie gesehen
Die Jüngste konnte nicht glauben, dass dort wirklich lebende Tiere im Becken darauf warteten, gekauft und gegessen zu werden …..
Seht ihr, oben links? Schnecken-Muscheln.
Der kleine Snack für unterwegs
Roscoff und noch einmal Kirmes
Roscoff auf einen Blick
Roscoff ist ein bekannter Küstenort in der Nordbretagne im Finistère. Der Ort ist für seinen Hafen, die Granithäuser, die Nähe zur Baie de Morlaix und das starke Wechselspiel von Ebbe und Flut bekannt. Spaziergänge am Hafen und durch den Ort kosten nichts.
Sehr gut gefallen hat uns der Jardin Exotique et Botanique de Roscoff. Er arbeitet saisonal mit wechselnden Zeiten, die genauen Öffnungszeiten und Eintrittspreise sollten vor einem Besuch aktuell geprüft werden.
Ziel für heute:
Na was wohl ……. 3:2 Stimmen waren FÜR Kirmes in Roscoff ….
Der Vater meiner Kinder und ich fügten uns dann unserem Schicksal
Der Leuchtturm in Roscoff, 1934 fertig gestelllt und seit 2002 automatisiert
…. dieses mal war Ebbe und das Hafenbecken nahezu leer. Auf dem Boden konnte man interessante Dinge entdecken.
Kirmes am Hafen
JUCHUUUUUU, wieder Kirmes !!!!!!
In dem Karussel hing bzw baumelte ein Stoffbommel, die Kinder konnten bei der Fahrt versuchen, ihn zu fangen. Meine Kinder schafften es jeweils einmal und bekamen dafür Freikarten.
…. wieder Chichis
Hafen und Alltag in Roscoff
Mehrere Schiffe mit Algen fuhren in den Hafen und die Algen wurden in einen großen LKW verladen. Dahinter steckt ein fester Wirtschaftszweig. Die Bretagne gehört zu den algenreichsten Küsten Europas, und die Algen werden hier gezielt geerntet – nicht gesammelt, weil sie stören, sondern weil sie gebraucht werden.
Ein Teil landet später tatsächlich in Lebensmitteln, etwa als Gelier- oder Verdickungsmittel in Joghurt, Pudding oder Eis. Andere werden in der Kosmetik eingesetzt oder in der Landwirtschaft als natürlicher Dünger genutzt.
Roscoff spielt dabei eine wichtige Rolle: Hier wird nicht nur angelandet, sondern auch geforscht und weiterverarbeitet. Genau deshalb sieht man im Hafen diese Abläufe so konzentriert – Schiffe, die ihre Ladung bringen, und LKW, die sie direkt weitertransportieren.
Auf der anderen Hafenseite war ein kleiner Park mit einem Spielplatz
Abend am Strand
Am Abend ging es noch kurz an den Strand.
Trotz Regen. An den hatten wir uns inzwischen gewöhnt.
Das Licht des Leuchtturmes durchpflügt den nächtlichen Nebel. Schade, dass mein Objektiv nicht lichtstärker ist …
Ein neuer Tag ohne Regenwolken
Ein neuer Tag – ohne Regenwolken
Das vermisse ich soooo sehr ……..
Deutscher Soldatenfriedhof bei Lesneven
Ein stiller Erinnerungsort
Der Deutsche Soldatenfriedhof bei Lesneven ist kein klassisches Ausflugsziel, sondern ein Mahn- und Erinnerungsort. Solche Orte besucht man nicht nebenbei, sondern bewusst. Gerade deshalb bleiben sie oft lange im Kopf.
Der Besuch ist kostenlos. Für Familien ist er nur dann geeignet, wenn man den geschichtlichen Hintergrund altersgerecht einordnet.
Heutiges Ziel war der Deutsche Soldatenfriedhof bei Lesneven.
Hier ruhen 5831 deutsche Soldaten, welche im 2. Weltkrieg in der Nord-West Bretagne starben.
Zitat von der Seite dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Während des Zweiten Weltkrieges haben sich in der französischen Bretagne sowohl in den Jahren 1940 wie auch ganz besonders 1944 zum Teil erbitterte Kämpfe abgespielt. Am 20. Juni 1940 wurde Brest von den Deutschen eingenommen. In den darauffolgenden Jahren bis zum Beginn der Invasion im Juni 1944 forderten britische Luftangriffe auf den Kriegshafen Brest viele Opfer. Besonders schwere Verluste waren zu beklagen, als von 1940 bis zum 11. Februar 1942 die Schlachtschiffe Scharnhorst und Gneisenau und der schwere Kreuzer Prinz Eugen im Hafen von Brest lagen.
Nach der Landung der Alliierten in der Normandie wurde das isolierte Brest mit seiner starken Besatzung im August und September 1944 angegriffen und am 19. September 1944 von den Amerikanern genommen. Bei den Kämpfen im Vorfeld der Stadt – der Landschaft Bretagne – und um Brest wiederum, entstanden schwere Verluste.
Unser Besuch dort
Wir haben unseren Kindern erklärt, welche Bedeutung dieser Ort hat – und welchen geschichtlichen Hintergrund. Die Älteste interessiert sich schon seit einigen Wochen für das Thema 2. Weltkrieg. Sie wurde auf dem Deutschen Soldatenfriedhof sehr ruhig und schrieb später von sich aus auch einen Eintrag ins Gästebuch. Die Jüngste sammelte ein paar Gänseblümchen und verteilte sie auf einigen Gräbern. Sie ist zwar erst 5, aber ich hatte das Gefühl, dass sie auch schon verstand, was das für ein Ort war.
Auf den Tafeln der Grabplatten konnte man die Namen lesen und auch die Geburtstdaten. Die meisten waren noch sehr jung. Viele wurden vor genau 100 Jahren geboren oder waren noch bedeutend jünger.
Insgesamt ein sehr beklemmender (aber wichtiger und mahnender) Ort.
Die beiden Fotos mit den Texttafeln sind anklickbar
Das Ehrenmal, ein gemauerter Ring mit 23 Metern Durchmesser. In der Mitte des Grabes liegt das Kameradengrab, von den 224 hier ruhenden Soldaten sind 115 bis heute leider unbekannt.
Auch bei den Gräbern gibt es einige bis heute unbekannte Soldaten.
Meine Älteste hat das von sich aus in das Gästebuch geschrieben. Sie war nachdenklich, dass hier so viele Soldaten beerdigt wurden, die alle nur wegen einem Menschen sterben mussten.
Von Lesneven über Kerlouan nach Plouguerneau
Küstenorte und kleine Stopps
Gerade in dieser Ecke der Bretagne lohnt es sich, nicht nur auf ein einzelnes Ziel zu schauen. Oft sind es die Wege dazwischen, kleine Küstenstraßen, spontane Stopps und unscheinbare Orte, die einen Tag besonders machen.
Danach fuhren wir durch Lesneven über Kerlouan nach Plouguerneau. Schaut diese Route besser nicht bei Maps nach …..
Crêperie Le Lizen in Plouguerneau
Kleine Adresse mit Charakter
Gerade in der Bretagne gehören Crêperien einfach dazu. Manchmal entdeckt man die schönsten davon nur durch Zufall. So wie diese Crêperie. Keine geschniegelt-touristische Hochglanzbude, sondern ein Ort mit eigener Geschichte und ohne großer Werbung. Öffnungszeiten und Preise können sich ändern, deshalb im Zweifel vor dem Besuch noch einmal direkt prüfen.
Zugegeben, so ganz zufällig war das nicht. Meine Eltern hatten sie von einem vorherigen Urlaub noch in Erinnerung, wussten aber nicht mehr den Namen oder wo genau sie im Ort war. Wir fanden sie trotzdem.
Die Adresse:
Crêperie Le Lizen Kergoff, an der D32 29880 Plouguerneau
Es gab eine deutsche Karte, allerdings war das teilweise doch etwas merkwürdig übersetzt, erinnerte mich irgendwie an den Google-Translator ;)
Blick hinein
Wir beschlossen, draussen auf der Terasse zu sitzen, denn es regnete endlich mal nicht.
Highlight für die Kinder: Es gab einen kleinen Spielplatz mit Schaukel und Spielhütte.
Crêpe mit Banane und etwas Schokosoße.
Die Rechnung kam in einem kleinen schmucken Kästchen, in dieses legte man dann auch das Geld hinein.
Kleine Bucht bei Plouguerneau
Kurzer Stopp am Wasser
Gerade solche kurzen Stopps machen für mich den Unterschied. Kein großes Programm, sondern klares Wasser, ein Leuchtturm in der Ferne und noch einmal die Füße im Meer.
Kosten: kostenlos. Mit Kindern kann daraus locker mehr als nur ein kurzer Fotostopp werden.
Weiter ging es zu einer kleinen Bucht mit Blick auf den Leuchturm
Die Kinder wollten gerne noch einmal mit den Füßen ins Wasser
Ort von dieser kleinen Bucht: Plouguerneau. Koordinaten: 48.629986, -4.545537
Klares Wasser
Es bezog sich wieder und wir traten die Rückfahrt an
Kerlouan
Zurück am Ferienhaus
Am Ferienhaus wartete schon die Katze
Und weil die Älteste Katzen liebt, wurde aus dem Muschel-Smilie eine Muschel-Katze gebastelt.
Hier macht arbeiten Spaß
Abend am Wasser
Am Abend ging ich zum Strand, das Wasser ging und die Krabben suchten sich geschützte Plätze
Manchmal musste um den besten Platz gekämpft werden
Gute Nacht, bis morgen
Der letzte Tag in der Bretagne
Der letzte Tag in der Bretagne …….
Arbeitsteilung am frühen Morgen: Einer fährt zum Proxi im Ort und kauft Baguette und Croissant, die anderen decken den Tisch oder räumen nach dem Frühstück auf.
In Brignogan-Plage war an diesem Tag Markttag.
Markt in Brignogan-Plage
Markttag vor Ort
Wochenmärkte gehören in Frankreich zum Alltag. Gerade in kleineren Küstenorten bekommt man dort nicht nur Essen, sondern auch einen direkten Eindruck vom Ort und seinen Menschen.
Kein Eintritt. Früh da sein lohnt sich meist mehr als spätes Bummeln.
Ja, die lebten zum Zeitpunkt des Fotos alle noch ….
….. so niedliche kleine Augen ….. und sie schauen, als ob sie wüssten, was mit ihnen passiert ….
….. und zig verschiedene Sorten Salami.
Noch einmal zum Museumsdorf Meneham
Meneham am letzten Urlaubstag
Meneham gehört zu den markantesten Orten dieser Küste. Mal wirkt es still, mal ist mehr los, mal gibt es Vorführungen oder Sonderaktionen. Genau das macht es reizvoll, auch ein zweites Mal hinzufahren.
Kurz nach Mittag waren wir wieder im Ferienhaus – und wer erwartete uns da? Richtig. Die Katze. Sie war innerhalb weniger Tage so zutraulich geworden.
Den hat sich die Älteste auf dem Markt gekauft
Am Nachmittag starteten der Vater der Kinder und ich mit den Kindern zu einem längeren Spaziergang, Ziel war wieder das Museumsdorf. Meine Eltern und unser Bekannter kamen später mit Auto nach. Zu Fuß sind es ca. 4 km.
Das ist nicht die Karibik, sondern Frankreich.
….. und stärkten uns im Museumsdort in dem Restaurant …
…. bevor wir das Museumsdort wieder erkundeten. Heute war dort einiges los, es gab Aufführungen und Sonderausstellungen.
Diese Gebinde konnte man kaufen
Ein Schauspiel vor historischer Kulisse
….. wir liefen dann mit den Zwillingen zurück, die Älteste fuhr mit dem Auto.
Letzter Sonnenuntergang und Koffer packen
Am Abend gab es wieder einen malerischen Sonnenuntergang
……. so, und dann…… Koffer packen ………
FAQ zu Roscoff, Lesneven und Plouguerneau
Lohnt sich Roscoff mit Kindern?
Ja, besonders dann, wenn ihr keinen klassischen Freizeitort mit Dauerbespaßung sucht, sondern einen kleinen bretonischen Küstenort mit Atmosphäre. Spannend sind der Hafen, die Wege am Wasser, die Fähre zur Île de Batz, die auffällige Kirche Notre-Dame de Croaz-Batz und das kleine Museum Maison des Johnnies, das die Geschichte der berühmten Roscoff-Zwiebelhändler erzählt. Auch der exotische Garten oberhalb des Ortes ist sehenswert. Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte aber wissen: Roscoff lebt eher von Hafen, Meer und Altstadt als von vielen großen Spielplätzen.
Welche Sehenswürdigkeiten sollte man in Roscoff nicht verpassen?
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören die spätgotische Kirche Notre-Dame de Croaz-Batz mit ihrem Renaissance-Turm, die kleine Chapelle Sainte-Barbe oberhalb des Meeres, der exotische Garten mit seinen subtropischen Pflanzen und Aussichtspunkten über die Bucht sowie die Maison des Johnnies et de l’Oignon de Roscoff. Gerade die Mischung aus Hafenstadt, religiösem Erbe und Garten macht Roscoff vielseitiger, als es auf den ersten Blick wirkt.
Ist der Deutsche Soldatenfriedhof bei Lesneven einen Besuch wert?
Als klassisches Ausflugsziel nicht, als stiller Erinnerungsort aber durchaus. Wer sich bewusst darauf einlässt, erlebt einen ruhigen, nachdenklichen Ort. Gut kombinieren lässt sich das mit Lesneven selbst, denn dort gibt es mit dem Musée du Léon ein Regionalmuseum zur Geschichte des Léon und mit der Kirche Saint-Michel ein markantes Bauwerk mitten im alten Stadtkern.
Lohnt sich Lesneven auch abseits des Friedhofs?
Ja. Lesneven ist nicht spektakulär im klassischen Sinn, aber als lebendige Kleinstadt mit Markt, alten Straßenzügen, Saint-Michel-Kirche und Musée du Léon durchaus interessant. Wer nicht nur Küste sehen möchte, sondern auch etwas mehr Alltagsleben und Regionalgeschichte, bekommt hier mehr als in manchem reinen Badeort. Für Familien ist Lesneven außerdem praktischer als die kleinen Küstenorte, auch weil es dort mehr Infrastruktur gibt.
Was kann man in Plouguerneau machen?
Plouguerneau ist deutlich mehr als nur ein Küstenstopp. Besonders bekannt ist der Ort für den Phare de l’Île Vierge, den höchsten Leuchtturm Europas, für seine lange Küstenlinie und für das Thema Algen. Genau dazu passt auch das ALGAE-Zentrum beziehungsweise frühere Écomusée des Goémoniers, in dem die Geschichte der Algenfischer und die Nutzung von Algen erklärt werden. Dazu kommen kleine Buchten, Spazierwege am Wasser und religiöses Kulturerbe mit Kirche, Kapellen, Kreuzen und Kalvarien.
Ist Plouguerneau für Familien geeignet?
Ja, wenn ihr Natur, Strände, Leuchttürme und ruhige Küstenorte mögt. Wer jedoch viele große Spielplätze, klassische Promenaden-Unterhaltung oder typische Ferienort-Action sucht, wird hier eher wenig finden. Gerade das macht den Ort für viele schön, für andere aber auch etwas ruhiger als erwartet.
Ist der Markt in Brignogan-Plage sehenswert?
Ja, vor allem im Sommer. Der Freitagsmarkt in Brignogan-Plage ist in der Hauptsaison deutlich größer und gehört für viele Urlauber zum festen Wochenprogramm. Wer Märkte mag, bekommt dort nicht nur Lebensmittel, sondern auch ein Stück Alltagsleben und Ferienatmosphäre mit. Außerhalb der Sommersaison ist er deutlich kleiner und eher ein praktischer Einkaufsmarkt als eine Sehenswürdigkeit.
Was lohnt sich in Brignogan-Plage außer dem Markt?
Vor allem die Küste selbst. Der Phare de Pontusval ist eines der bekanntesten Motive der Gegend, dazu kommen Felsen, kleine Strände und schöne Abschnitte für Spaziergänge. Brignogan-Plage ist kein Ort für viele Sehenswürdigkeiten auf engem Raum, sondern eher einer für Meer, Licht, Granitfelsen und entschleunigte Zwischenstopps. Auch hier gilt: Es gibt einzelne Spielmöglichkeiten, aber keine große Dichte an klassischen Spielplätzen.
Das Museumsdorf Meneham, Botanischer Garten in Roscoff und der Muschelstrand und Dünen von Keremma
Schon fast eine ganze Woche waren wir in der Bretagne. Die Ausflüge in diesen Tagen führten uns nach Roscoff, ins Museumsdorf Meneham, an den Muschelstrand bei Keremma und später auch noch nach Plouescat. In diesem persönlichen Reisebericht geht es um Regenwetter, spontane Ausflüge, Küstenstimmung, kleine Entdeckungen und genau diese letzten Urlaubstage, die am Ende oft besonders in Erinnerung bleiben.
Wer die Nordbretagne bereist, findet hier Eindrücke aus mehreren Orten an der Küste des Finistère. Ergänzt habe ich dazu einige Informationen zu Roscoff, Meneham, Plouescat und Keremma, damit dieser Beitrag nicht nur ein persönlicher Tagebucheintrag bleibt, sondern auch echten Mehrwert für eure eigene Reiseplanung bietet.
Kinderblicke auf das Ferienhaus
Ab und zu schnappten sich unsere Kinder meine kleine Kamera (was mich freut) und was fotografierten die Kinder so? Kind 1: Unsere Ferienhauskatze, ihre Puppen, den Garten und uns Kind 2: Blumen! Kind 3: Alles! Irgendwann war sie 1/2 Stunde im Ferienhaus unterwegs und kam danach stolz zu mir mit den Worten „Mama, ich habe das ganze Haus fotografiert!“ – und beim durchsehen der Fotos sah ich: Jep, hat sie. Wirklich alles. Jede Deko, jedes Kissen, jeden Raum – sehr interessant, die Räume mal aus Kinderperspektive zu sehen :)
Spaziergang am Strand bei schlechtem Wetter
Meneham und die Küste bei Brignogan-Plage
Meneham gehört zu den bekanntesten Orten an der Côte des Légendes. Das kleine Dorf zwischen den Felsen liegt bei Kerlouan und ist vor allem wegen des berühmten Steinhauses, der Lage direkt an der Küste und der rauen bretonischen Landschaft so beliebt. Für einen Ausflug passt diese Gegend besonders gut, wenn ihr Spaziergänge am Meer, ungewöhnliche Fotomotive und historische Orte mögt.
Das Wetter war nicht gut, aber nur im Ferienhaus rumhängen war auch nicht so toll. Fanden zumindest die Kinder und ich, alle anderen schien das nicht zu stören ….. Also zog ich mit den Kindern alleine los, zu einem sehr ausgiebigen Spaziergang entlang des Strandes.
„Mama, guck mal, wie die Wellen immer an den Stein platschen! Das muss ich fotografieren!“ ….. keine Ahnung, woher sie das hat ….
Nach einer Runde Zaubertrank von Miraculix kullerten unsere Kinder die Felsen durch die Gegend
Die Wellen peitschten an den Strand und die Kinder hatten Spaß, immer vor den Wellen wegzulaufen.
Das Museumsdorf Meneham
Meneham – kurz erklärt
Meneham ist kein klassisches Museum mit einem einzigen Gebäude, sondern ein historischer Ort an der Küste. Das berühmteste Motiv ist das Haus zwischen den Felsen, dazu kommen weitere Gebäude des alten Dorfes. Gerade für Familien und Fotografen ist Meneham spannend, weil Geschichte, Meer, Felsen und Weite hier direkt zusammenkommen.
Wir hatten ein Ziel: Das Museumsdorf, ….die Kinder wollten aber eigentlich nur das „Piratenhaus“ sehen. Man sagt, Piraten haben damals das Haus zwischen die Felsen gebaut, gaben in der Nacht falsche Lichtsignale und erbeuteten dann die Fracht vom Leck geschlagenen / gestrandeten Schiff.
Die Jüngste ganz begeistert: „Guckt mal, die Piraten hatten sogar einen Fernseher!“
Rundgang durch das Dorf
Wir schauten uns aber dann doch noch etwas im Museumsdorf um.
Ein seltsamer Bau auf dem Rückweg
Auf dem Weg zurück zum Ferienhaus kamen wir an dieser …… nunja, ich dachte, es ist eine Kapelle ….. vorbei.
…. aber von innen sah das so garnicht nach Kapelle aus …..
Kleine Szenen am Ferienhaus
Ab und an sah man auch mal größere Schiffe vom Ferienhaus aus
Wenn die Sonne schon nicht lacht, dann wenigstens das Muschelgesicht auf dem Gartentisch
Ausflug nach Roscoff
Roscoff – was den Ort besonders macht
Roscoff ist einer der bekanntesten Küstenorte in dieser Ecke der Nordbretagne. Der Hafen, die Granithäuser, die Nähe zum Meer und der botanische Garten machen den Ort zu einem sehr guten Ziel für einen halben oder ganzen Ausflugstag. Gerade bei wechselhaftem Wetter kann man hier mehrere Stationen miteinander verbinden.
Trotz der Wetterprognose starteten wir einen Ausflug nach Roscoff. (Auf der Karte oben rechts)
Botanischer Garten in Roscoff
Botanischer Garten Roscoff
Der botanische Garten von Roscoff gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Ortes. Durch das milde Klima an der Küste wachsen hier viele Pflanzen, die man weiter nördlich sonst kaum vermuten würde. Dazu kommen Teiche, Gewächshäuser und Aussichtspunkte. Selbst bei Regen lohnt sich der Besuch, auch wenn man bei Sonne natürlich deutlich mehr von den Farben und der Lage hat.
Das erste Ziel war ein botanischer Garten mit einem Aussichtspunkt
…. leider regnete es ohne Ende ……
Man erkennt es nicht gut, in dem Teich schwammen Schildkröten
Das ist die Treppe zum Aussichtsfelsen
Wie schön muss das bei Sonnenschein erst aussehen?
Die Kinder erkundeten jeden Winkel von dem Garten
Das ist die Insel gegenüber, musste das Foto bearbeiten, vorher erkannte man wegen des Regens leider nicht viel
Im Kaktus-Gewächshaus
Alter Hafen und Kirmes in Roscoff
Danach fuhren wir weiter zum alten Hafen mitten in Roscoff
….. und das war KIRMES !!!! Und die Kinder freuten sich sehr, da war sogar der Regen vergessen
Chichis …… lecker! Schade, dass es sie in D nicht gibt …..
….. unter mächtigen Protest der Kinder ging es dann wieder zurück zum Auto bzw zurück zum Ferienhaus.
Das alte Hafenbecken bei Flut.
….. und noch ein Blick zurück.
Zwischenstopp in der Landschaft
Große Steine mitten im Feld – Typisches Bild in der Gegend
Muschelstrand und Dünen von Keremma
Keremma – warum sich der Ausflug lohnt
Keremma ist bekannt für seine weite Dünenlandschaft, den langen Strand und die offenen Flächen zwischen Dünen, Meer und Himmel. Das ist keine Ecke für schnelle Sehenswürdigkeiten, sondern für Weite, Wind, Muscheln und genau dieses Gefühl, dass die Bretagne manchmal mehr über Landschaft als über große Attraktionen erzählt.
Am darauffolgenden Tag waren die Kinder noch immer total aufgekratzt und wollten am liebsten noch einmal zur Kirmes. Ich habe ihnen dann von dem Muschelstrand ein paar KM östlich vom Ferienort erzählt und dann tagte der Kinderrat, es wurde diskutiert und getuschelt und dann folgte das Ergebnis: „Also, Mama, Papa – wir gehen heute zum Muschelstrand und dann morgen wieder zur Kirmes!“ Aaaaaaahjaaaaaaa, okeeeee ….. was soll man dazu noch sagen, der Vater der Kinder und ich waren glatt überstimmt *lach*
200 ha Dünenlandschaft und ein 5 km langer Strand bildet das Gebiet „Dünen von Keremma“ bei Tréflez
Durch die Dünen zum Strand
Durch die Dünen ging es zum Strand
Muscheln – so weit das Auge reicht!
Kapelle in den Dünen
Und inmitten dieser Dünenlandschaft liegt eine kleine Kapelle.
irgendwo auf einer deutschen Bretagne-Seite las ich, dass von hier aus auslaufende Schiffe gesegnet wurden, aber diese Angabe ich ohne Gewähr.
Plouescat
Plouescat – kurzer Überblick
Plouescat ist ein kleiner Ort an der Nordküste des Finistère. Bekannt ist er unter anderem für seine Markthalle, die Nähe zu den Stränden und die Lage zwischen Küste, Feldern und kleineren Orten dieser Region. Gerade auf einer Rundfahrt durch die Nordbretagne ist Plouescat ein guter kurzer Zwischenstopp.
… bevor es weiter ging nach Plouescat; hier sind wir gestern durchgefahren und ich wollte mir den Ort gerne noch einmal in Ruhe ansehen.
Kirche und Ortszentrum
Zum Ortskern von Plouescat
In vielen bretonischen Orten gehört die Kirche zum Mittelpunkt des Ortsbildes, oft zusammen mit einer Halle, einem Platz oder kleineren Geschäften. Auch in Plouescat wirkt genau dieses Zusammenspiel aus Kirche, Marktbereich und Alltagsleben typisch für die Region. Das ist nicht spektakulär im klassischen Sinn, aber genau deshalb interessant, wenn man Orte wirklich sehen will und nicht nur abhaken.
Mitten im Ort steht eine große, offene Halle
Zurück im Ferienhaus
Erst gegen Abend waren wir zurück im Ferienhaus, inzwischen war es richtig ungemütlich draussen …..
Die Katze am Ferienhaus
Als wir letzte Woche ankamen, sah ich eine Katze – sie war sehr scheu und lief immer weg. Mitlerweile war sie ganz zahm und wartete schon immer am Ferienhaus auf ihre tägliche Portion Streicheleinheiten. Kommentar von dem Vater der Kinder: „Hätte mich auch überrascht, wenn es anders gelaufen wäre.“ ….
Sie hatte irgendwo ein zu Hause, denn sie war sehr gepflegt, gewöhnte sich schnell an uns Menschen und trug ein Halsband.
Lohnt sich Roscoff, Meneham und die Umgebung?
Ja, besonders wenn ihr kleine Küstenorte, raue Landschaften, Muschelstrände, alte Dörfer und spontane Ausflüge mögt. Die Region lebt nicht von einer einzigen Sensation, sondern von vielen kleinen Eindrücken, die zusammen genau dieses Bretagne-Gefühl ergeben.
Tipps für euren Besuch
Bleibt in dieser Gegend möglichst flexibel. Gerade Roscoff, Meneham, Keremma und Plouescat lassen sich gut miteinander verbinden, und oft lohnt sich auch bei schlechtem Wetter ein Ausflug trotzdem. Die Bretagne ist nun einmal kein Reiseziel, das nur bei Sonne funktioniert.
FAQ zu Roscoff, Meneham, Plouescat und Keremma
Lohnt sich Roscoff?
Ja, besonders wegen Hafen, Altstadt, botanischem Garten und der guten Lage für einen Ausflug in der Nordbretagne.
Was ist Meneham?
Meneham ist ein historischer Ort an der Küste bei Kerlouan, bekannt für das Haus zwischen den Felsen und das kleine Dorf direkt am Meer.
Was sind die Dünen von Keremma?
Keremma ist eine weite Dünen- und Strandlandschaft bei Tréflez, ideal für Spaziergänge, Muschelsuchen und viel bretonische Weite.
Ist Plouescat einen kurzen Stopp wert?
Ja, vor allem wenn ihr ohnehin in der Gegend unterwegs seid und euch auch kleinere Orte abseits der ganz großen Klassiker anschauen möchtet.
Ist die Gegend für Familien geeignet?
Ja, besonders für Familien, die Natur, Wasser, Muscheln, Wind, Strand und kleine Entdeckungen mögen.
Mehr Bretagne auf elly-unterwegs.de
Wenn ihr noch mehr von unserer Bretagne-Reise lesen möchtet, findet ihr hier die Übersichtsseite mit weiteren Stationen und Reiseberichten: Bretagne auf elly-unterwegs.de
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