#Route66 #Oatman #Amboy #Arizona #California #usa #Abenteuer #Freiheit

Unsere Reise auf der legendären Route 66 geht weiter

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Übrigens:

Diesen wehenden Busch, welchen wir in Seligman gesehen haben, nennt man Steppenläufer (gut, das kennt man) oder aber auch – wie mir jemand geschrieben hat – Tumbleweed. Den Begriff kannte ich noch nicht 🙂

Ihr? 😉

 

Danke für den Hinweis 🙂

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Strecke heute:

Kingman – Oatman – Amboy – Joshua Tree Nationalpark

 

 

Knapp 340 km, wobei wir in Amboy nur einen kurzen Foto-Stop einlegen werden.

 

Wir starten unseren Tag bei blauem Himmel und Sonnenschein auf dem KOA – Campground in Kingman.

Unser Stellplatz auf dem Koa Campground. Der Campground hat uns gut gefallen. Es gibt einen Spielplatz, einen Minigolfplatz, einen Pool, Shop, Wäscherei usw. Jeder Stellplatz hat alle Anschlüsse und man hat die Möglichkeit, sich Gas auffüllen zu lassen.

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Link: http://koa.com/campgrounds/kingman/

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Auf dem Campground haben wir auch unser Gas auffüllen lassen. Die Füllstandanzeige war seit Tagen auf Rot. 4,5 Gallonen Gas – um die 15 $

Als das Gas aufgefüllt wurde, mussten alle das Wohnmobil verlassen und sich mit etwas Abstand zum Wohnmobil aufhalten.

Danach ging es dann endlich los. 1. Ziel: Oatman

Ca 55 Kilometer, aber mit Bergpass – dem Sitgreaves-Pass. Vor dieser hatte ich ehrlich gesagt etwas Respekt. Aber mir wurde mehrfach versichert, dass das auch mit Wohnmobil kein Problem sei ….

Der erste Teil führt zwar über die legendäre Route 66, aber ist nicht so interessant, daher gibts noch schnell ein paar Infos, bevor es über den landschaftlich traumhaften Sitgreaves-Pass geht.

Infos über die kleine Stadt Oatman an der Route 66

Oatman war früher eine kleine Goldgräberstadt. Sie wurde 1889 – 1891 gegründet und liegt direkt an der Route 66.

Im Jahr 1921 gab es einen großen Brand in Oatman. Fast alle kleineren Gebäude brannten ab. Das 1902 errichtete Oatman Hotel blieb erhalten. Heute ist es das älteste zwei geschossige Gebäude in Mohave County, welches aus Adobe-Lehmziegeln erbaut wurde.

Das Oatman Hotel wurde 1939 berühmt, als Clark Gable und Carole Lombard hier ihre Flitterwochen verbrachten. Nach ihnen wurde eine der Hauptattraktionen des Hotels benannt: Die Gable und Lombard Suite. Clark Gable hat Oatman immer wieder besucht und spielte mit den Minenarbeitern Poker.

Heute steht das Oatman Hotel unter Denkmalschutz.

In der Goldgräberstadt wurde damals Gold im Wert von (umgerechnet vom heutigen zu damaligen Wert) 30 Millionen Dollar abgebaut.
Eine der größten Minen, die United Eastern Mines, schloss 1924.
1941 wurde der Goldabbau in Oatman von der US-Regierung verboten. Es tobte der 2. Weltkrieg und man benötigte andere Metalle nun nötiger als Gold.

Oatman lag direkt an der Route 66, eine der damals wichtigsten Verbindungen Richtung Westen, daher verfiel das kleine Städtchen nicht direkt zur Geisterstadt, so wie es bei anderen Goldgräberstädten der Fall war.
Erst als im Jahr 1952 der Interstate Highway 40 zwischen Kingman und Needles fertig gestellt wurde und Oatman (wie auch u.a. Seligman damals) vom Durchgangsverkehr trennte, verfiel auch Oatman fast zu einer Geisterstadt. …

In den 1970ern Jahren wurde an der untersten Grenze von Nevada die kleine Stadt Laughlin gegründet. Sie sollte eine Konkurrenzstadt zu Las Vegas werden. Dies brachte wieder viele Besucher nach Oatman.
Gerettet hat das alte Städtchen aber die aufkommende Route-66-Nostalgie, denn der Bergpass zwischen Kingman und Oatman (Sitgreaves-Pass) gilt als eine der schönsten Abschnitte der Route 66.

Berühmt ist Oatman ausserdem für die “wilden” Esel – Die Burros. Sie sind Nachkommen der Lastesel aus den Minen, welche dort zwischen 1900 bis 1930 eingesetzt wurden. Nachdem man sie damals nicht mehr brauchte, wurden sie frei gelassen und haben sich so vermehrt.
Sie bewegen sich frei in Oatman und in vielen Geschäften kann man für 1 $ kleine Tüten mit Futter kaufen, um sie zu füttern. Ausserdem geniessen sie die ein oder andere Streicheleinheit von Besuchern.
Im Strassenverkehr haben die Burros immer Vorrang. Stehen sie grad mitten auf der Strasse, wartet man als Autofahrer halt.

Heute ist Oatman ein beliebter Treffpunkt für Touristen (vor allem Biker) aus aller Welt. Jährlich besuchen um die 500.00 Menschen die kleine Stadt.

 

 

Als wir diese Strasse fuhren, lief dieses Lied im Radio. Ein absolut untypischer Song für einen Roadtrip, aber dieses Lied in Verbindung mit dieser grandiosen Landschaft hatte was, was mir Gänsehaut gemacht hat

https://youtu.be/M8AeV8Jbx6M?t=2m42s

 

 

 

Irgendwann tauchte nach einer langen Fahrt durchs nirgendwo auf der rechten Seite die Cool Springs Station auf.

http://www.route66coolspringsaz.com/

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Hier gibt es übrigens auch Route-66-Zeichen auf der Strasse 😉

 

 

Und dann begann die Fahrt über den Sitgreaves-Pass.
Landschaftlich top. Zum fahren ok.
Wenn Gegenverkehr kam, bin ich rechts rangefahren und habe angehalten. Diese Variante war mir mit dem großen Wohnmobil und den fehlenden Leitplanken die sicherste.

Also alles halb so wild. Da hatte ich mich im Vorfeld unnötig verrückt gemacht – und ich bin froh, diesen Pass gefahren zu sein. Am liebsten hätte ich immer wieder angehalten, um Fotos zu machen, beschränkte mich aber auf die Parkbuchten – und konzentrierte mich auf die Strasse 😉

Dieser Abschnitt gehört nicht umsonst zu den schönsten Teilstücken der Route 66

 

Aber schaut selbst 🙂

 

 

 

Allzu schnell sollte man hier nicht fahren, die Strasse ist sehr kurvig und Leitplanken gibts nicht, dafür zwei Autowracks als kleine Mahnung

 

 

 

 

 

Und dann tauchten die ersten Hinweisschilder auf die wilden Esel auf – und tatsächlich: Schon kurz nach dem Schild stand einer am Strassenrand.

 

 

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Klick -> Oatman aus der Vogelperspektive

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Oatman besteht eigentlich nur aus 2 Strassen. Für die Touristen interessant ist dafür aber nur die eine Hauptstrasse durch den Ort.

Wir fuhren zunächst durch den Ort durch, fanden dann hinter dem Ort einen Parkplatz, wo wir bequem mit dem Wohnmobil parken konnten.

Und dann gingen wir auf Erkundungstour. Es fand ein Bikertreffen statt und in dem kleinen Örtchen wimmelte es von Motorrädern.

Als ersten bekamen die Burros ein paar Streicheleinheiten.

 

Dann ging es in die Stadt. Als ich den Kindern etwas von der Geschichte der Stadt erzählte, beschlossen sie, ihre Westernhüte aus dem Monument Valley mitzunehmen.

Dahinten kommt ein schneller Sportwagen – den Esel hat das aber in keinster Weise beeindruckt. Er blieb erst einmal stehen und ließ den roten Flitzer warten

 

 

Oatman ist sehr touristisch und war an dem Tag auch mehr als überlaufen.

Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass diese Stadt so etwas wie eine “Seele” hat. Man spürte das Leben, überall, an jeder Ecke. In der ‘Geisterstadt’ Calico hatte ich das nicht, obwohl es in Calico aufgrund der Kostüme der Angestellten und die fehlenden KFZ authentischer wirken sollte, kam es nicht so rüber wie in Oatman. Auch die Kinder waren fasziniert von dieser Mischung aus alter Goldgräberstadt, historischer Gebäude, schnelle Autos und Motorräder als krasser Kontrast – und überall die niedlichen Esel

 

 

Blühende Kakteen

 

Der Esel posiert vor einem Bild aus der Goldgräberzeit von Oatman

 

Wir haben eine Tüte Futter gekauft und die Esel freuten sich

 

 

 

Eines meiner Lieblingsfotos aus Oatman. Mein Sohn ist sehr tierlieb und wollte am liebsten noch länger dort bleiben – Aber wir mussten wieder aufbrechen, denn vor uns lagen noch einige Kilometer Fahrstrecke …..

 

 

….. * räusper * …. ähm ….. es sind Kinder anwesend,…..

 

Küsschen ist ok 😉

Wir gingen zurück zum Wohnmobil. Dort gab es noch einen kleinen Snack, etwas kühles zum trinken und dann ging es weiter

 

Mit dem Motorrad über die Route 66 …..

 

Warum hinter Oatman mehrere mit Weihnachtskugeln geschmückte Büsche an der Strasse standen, konnte ich leider nicht herausfinden. Vielleicht weiß das einer von euch? Wenn ja, bitte als Kommentar posten, Danke!!!

 

Und weiter ging die Fahrt nach Amboy. Eigentlich wollten wir möglichst viel auf der Route 66 fahren, aber …..

 

 

Mehrere Teilstücke waren leider gesperrt. Angekündigt wurde das nicht auf der Abfahrt, sondern erst, wenn man direkt davor stand ….

Mit dem Wohnmobil wenden in 3 Zügen? Inzwischen fast kein Problem mehr. Naja, vielleicht waren es 4 Züge …. 😉

 

An dieser Stelle gibts ein paar Infos zu Amboy:

Amboy ist ein kleiner Ort in der Mojave-Wüste an der Route 66. Er gehört bereits zu Kalifornien.
Bereits im Jahr 1858 siedelten sich hier die ersten Menschen an. Seit 1883 ist Amboy eine offiziell eingetragene Stadt.
Lewis Kingman, seinerzeit ein bei der Eisenbahngesellschaft tätiger Ingenieur und Planer der Atlantic and Pacific Railroad entwarf eine Reihe von Eisenbahnstationen. Er benannte sie dem Alphabet nach und Amboy war die erste.

Die Route 66 führt durch Amboy und es ist der einzige Ort weit und breit und auch das einzige Motel, das einzige Restaurant und die einzige Tankstelle im weiten Umkreis. Somit wurde Amboy eine wichtige Station für die Durchreisenden.
1938 eröffnete das “Roy’s Café und Motel”. 1959 wurde das bis heute bekannte Werbeschild errichtet, welches inzwischen zu einem der Markenzeichen der Route 66 zählt. Man kennt dieses Schild aus vielen Werbe- und Kinofilmen, aktuellstes Beispiel ist die SLK Werbung von Mercedes aus dem Jahr 2011.

Die Sant Fe Railroad trug auch viel zum wirtschaftlichen Erfolg von Amboy bei. Sie führt von Kingman bis Barstow und verläuft oft parallel zur Route 66.
In der großen Depression Anfang der 30er Jahre und im 2. Weltkrieg blieben die Touristen zwar fast komplett weg, jedoch war Amboy weiterhin für die Durchreisenden eine wichtige Station zum Übernachten, essen oder tanken.
1940 wohnten 65 Menschen in Amboy.

Das ganze änderte sich dann aber schlagartig, als 1973 der Interstate Highway 40 fertig gestellt wurde. Wieder einmal – wie auch u.a. Seligman oder Oatman – war ein kleiner, lebendiger Ort von heute auf morgen von dem Durchreiseverkehr abgeschnitten und die Einnahmen der durchreisenden Touristen blieben von heute auf morgen komplett aus …..
Ausserhalb von Amboy wurde Chlor gewonnen und auch Roys Motel blieb und sorgte so für zumindest ein paar Einnahmen.
Das reichte aber nicht und so verließen die meisten Bewohner die Stadt und die 1900 gegründete Schule schloss für immer ihre Türen …..

Dann aber rückte die historische Route 66 wieder mehr in das Interesse der Touristen und immer mehr Menschen besuchten auch Amboy.

Im Jahr 2003 wohnten noch 7 Menschen in Amboy. Gemeinsam versuchten sie, das kleine Städtchen zu verkaufen, jedoch wurde der Wunschbetrag nicht erreicht.

2005 kaufte Albert Okura, Betreiber der kalifornischen Restaurantkette “Juan Pollo” mit japanischen Wurzeln, den Ort für 425.000 Dollar. Er bemüht sich jetzt um den Erhalt der historischen Übrigbleibsel von Amboy.

 

In Amboy gibt es auch wieder die beliebten Route-66-Signs auf der Strasse, gleich 4 Stück – und die Strasse ist so wenig befahren, dass man auch mal ein kleines spontanes Familien-Shooting mit jedem Familienmitglied einzeln durchführen kann 🙂

 

 

Und wenn man ein Familienfoto möchte, findet sich immer jemand, der das gerne übernimmt. Meistens kann man sich dann auch direkt danach revanchieren.

 

Und dann hieß es Abschied nehmen von der Route 66 ….. denn unser Nachtquartier lag im Joshua Tree Nationalpark. Unserer vorletzten Station unserer Reise.

Auf dem Weg zum Joshua Tree Nationalpark, irgendwo unterwegs

Endlos lange Züge, immer mit 3-5 Loks davor.

….

Wieder diese UFO-Häuser.

Kurz vor 29-Palms. Kunst?! Gibt es so etwas nicht auch in der Wüste mit alten Autos?!

Zierbrunnen im Vorgarten wäre ja auch langweilig 😉

 

Einfahrt nach Twentynine-Palms

Viele Häuser sind hier schön bemalt

 

Wir haben gezählt – es waren sogar mehr als 29 Palmen 😉 😀

 

 

Am frühen Abend erreichten wir den Campground im Joshua Tree Nationalpark.

Dazu aber mehr im nächsten Bericht 🙂

 

 

 



 

USA - Roadtrip an der Westküste

 

 

 

 

 

 

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