Mit meinen 3 Kindern geht’s heute in den Grand Canyon Nationalpark

Heute fahren wir zum Grand Canyon

Noch völlig geflasht von den Eindrücken im Monument Valley machen wir uns kurz nach Mittags auf den Weg zum Grand Canyon.

Knapp 300 km liegen vor uns.

Bevor wir zu unserm heutigen Nachtquartier fahren, werden wir schon ein paar Aussichtspunkte im Grand Canyon besuchen, an denen wir ohnehin direkt vorbei fahren.

Der erste wird der Desert View Watchtower sein.

Also, einsteigen – los gehts!  🙂

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Und so sieht der Grand Canyon von weit oben aus:

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Die Fahrt vom Monument Valley zum Grand Canyon dauert eine Weile, daher gibt es zur Überbrückung mal ein paar Infos zum Grand Canyon:

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Der Grand Canyon ist eine ca 450 km lange Schlucht in Arizona. 350 km liegen innerhalb vom Grand Canyon Nationalpark. Der Colorado – River hat sich über Millionen von Jahren durch das Gestein vom Colorado – Plateau gegraben. Die Schlucht ist zwischen 6 und 30 km breit und an der tiefsten Stelle 1800 Meter tief.

Er zählt zu den großen Naturwundern der Erde. Jedes Jahr besuchen ihn um die 5 Millionen Menschen. Davon zieht es die meisten an den South Rim. Der South Rim liegt auf 2100 Meter ü.M., der Colorado fliesst im Schnitt auf 750 Meter ü.M.  Der gegenüberliegende North Rim liegt ca 300 Meter höher, ist weniger gut erschlossen und auf Grund der höheren Lage ist es am North Rim auch immer etwas kühler als am South Rim.
Die innere Schlucht heisst Inner Canyon.

Bereits seit 1880 reisen Touristen zum Grand Canyon, 1901 gab es die erste direkte Anbindung an das Eisenbahnnetz.

Der damalige US-Präsident Theodore Roosevelt hat sich seinerzeit oft in dem Gebiet aufgehalten, er erklärte das Gebiet im Januar 1908 zum National Monument. Im Februar 1919 wurde das Gebiet zum Nationalpark und stand ab dem Zeitpunkt unter besonderem Schutz. Der Grand Canyon Nationalpark ist 4950 km² groß.

1979 wurde der Grand Canyon zum UNESCO- Weltkulturerbe erklärt.

Der Grand Canyon selber ist erst ca 5-6 Millionen Jahre alt, das Einzugsgebiet vom Colorado River hat sich bereits vor 40 Millionen Jahren gebildet.
Durch die Erosionen wird eine vollständige Schichtenabfolge unseres Planeten sichtbar.

Durch die hohe Lage ist es im Grand Canyon Nationalpark im Winter sehr kühl. Von November bis März sinkt das Thermometer die meiste Zeit unter den Gefrierpunkt. Der kälteste Monat ist der Januar mit einer Durchschnittstemperatur von -8°C, der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 29 °C, wobei es in der Schlucht immer deutlich wärmer ist als oben an den Rändern.
Am North Rim fällt im Winter regelmäßig Schnee, teilweise bis zu 5 Meter. Am South Rim schneit es nur selten.
Die Jahresniederschlagsmenge am North Rim liegt bei ca 700 mm / Jahr, am South Rim bei ca 380 mm/ Jahr.

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Grand Canyon South Rim:

Von Grand Canyon Village gibt es ein kostenloses Shuttle-System, da man die 11 km lange Strassen am West Rim Drive nicht selbst befahren darf. Die Shuttle-Schleifen verbinden alle Aussichtspunkte vom West-Rim-Drive miteinander, der westlichste, welcher angefahren wird, ist der Aussichtspunkt am “Hermits Rest”

Am South Rim kann man zusätzlich von Grand Canyon Village 42 km Richtung Osten entlang des Grand Canyon selber fahren und dabei auch verschiedenen Aussichtspunkte ansteuern. Es gibt an vielen Aussichtspunkten extra Parkplätze für Wohnmobile, welche aber leider oft durch Autos blockiert werden. Der östlichste Aussichtspunkt ist der “Desert View Watchtower” – Aussichtspunkt.

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Grand Canyon North Rim:

Wir waren nur am South Rim, daher gibts die Infos zum North Rim nur als Hinweis für euch, falls ihr selber einen Besuch dort plant.

Am Nordrand gibt es den Bright Angel Point. Vom “Point Imperial” bis zum “Cape Royal” führt eine 29 km lange Strasse entlang des Canyons. Der Cape Royal Aussichtspunkt ist der südlichste Aussichtspunkt vom North Rim, von dort sieht man auch den Steinbogen ‘Angels Window’. Im Winter ist diese Verbindungsstrasse meistens gesperrt.

Übrigens: Wenn man zu Fuß von Grand Canyon Village am South Rim zum Bright Angel Point am North Rim laufen möchte, muss man 34 km zurück legen. Ziemlich mittig gibt es einen Zeltplatz, dann kann man diese Tour auf 2 Tage aufteilen.
Möchte man mit dem Auto von Grand Canyon Village zum Bright Angel Point fahren, sind es jedoch 350 km, da es keine Brücke über den Grand Canyon gibt!

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Der Grand Canyon Skywalk:

Am westlichen Rand vom Grand Canyon (390 km von Grand Canyon Village entfernt)  gibt es den berühmten Skywalk. Wir waren nicht da, die Bewertungen im Netz sind sehr unterschiedlich. Fakt ist: Es ist relativ teuer, man läuft über einen Glasboden über den Canyon und man darf keine Fotos machen. Die Betreiber machen aber Fotos, welche man dann für teuer Geld kaufen kann. Die einen sagen, das sei reine Geldverschwendung, andere sagen, für dieses Kribbeln beim über-den-Glasboden-laufen lohnt sich das!

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Jetzt habt ihr schon ganz viele Infos zum Grand Canyon bekommen und wir nähern uns auch langsam unserem Ziel.

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Die ersten Schluchten tauchen auf.

Das sah schon spektakulär und vor allem vielversprechend aus!

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Und dann waren wir endlich da !!!!

Die Aufregung stieg !!!

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Für den Grand Canyon gilt der Nationalpark-Pass.

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Wir fuhren folgende Route und hielten bei ein paar Aussichtspunkten, bevor wir zum Campground fuhren.

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42 Kilometer vom Desert View Watchtower bis zum Mather Campground.

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Was hier so alles die Strasse kreuzen kann ……

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Wir fuhren direkt zum ersten Aussichtspunkt, dem Desert View Watchtower

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Der Desert View Watchtower wurde 1932 gebaut, er ist 21 Meter hoch.
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Er ist mit 2298 Meter ü.M. der höchste Punkt am South Rim und bietet einen tollen Blick auf die Schlucht und dem Colorado River.

Es sieht sonnig und dadurch warm aus, war aber sehr frisch …..

Von dort fuhren wir Richtung Grand Canyon Village und hielten bei mehreren Aussichtspunkten

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Hier die Impressionen von der Fahrt bis Grand Canyon Village:

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Einfach nur WOW

Die nächsten Punkte waren wir wettertechnisch angepasst.  😉 😀

Es gibt überall immer freundliche Touristen, welche sich dann gegenseitig fotografieren. Mein Selfiestick blieb daher (zum Glück 😉 ) in der Tasche.

Ebenso gibt es aber auch immer wieder Touristen, die wie am Horseshoe Bend auch schon, sehr nahe an den Rand gehen, teilweise auch über die vorhandenen Abgrenzungen, um waghalsige Fotos von sich zu machen. Manchmal mochte man gar nicht hinsehen…. Da wird direkt an der Kante balanciert, auch hier teilweise wieder mit Kindern. Ein Papa hielt sein geschätz 3-4 – jähriges Kind nicht einmal fest …….
Es erschließt sich mir bis heute nicht, warum es Menschen gibt, die so leichtfertig mit ihrem Leben spielen, nur um ein tolles Foto von sich zu bekommen 🙁

Auch am Grand Canyon kommt es jedes Jahr zu Todesfällen durch leichtsinnige Touristen …….

Die Sonne senkte sich schon langsam

Wir parkten dann direkt am Anfang von Grand Canyon Village. Vom Mather Point aus liefen wir dann den kompletten Trail entlang bis zu den Lodges, wo die Shuttle abfuhren

Knapp 5 km liefen wir direkt am Grand Canyon entlang, immer wieder boten sich spektakuläre Ausblicke auf den Grand Canyon.

Jeder kennt Bilder vom Grand Canyon. Schon auf den Fotos kann man erahnen, dass es sehr eindrucksvoll sein müssen, was die Natur da geschaffen hat.  Steht man dann direkt oben an der Kante und blickt in den grand Canyon hinein, ist man von diesem Anblick einfach nur überwältigt. Selbst die Kinder waren für einen Moment sprachlos und schauten staunend in diese beeindruckende Schlucht.

Eine Besonderheit: An diesem Trail gibt es eine Art Timeline, denn man läuft durch die geologische Geschichte vom Grand Canyon. Von Punkt zu Punkt, von Jahrtausend zu Jahrtausend – und immer wieder gibt es Steine aus der jeweiligen Zeit. Man fühlt sich unendlich klein, wenn man einen Stein anfasst, der über 500 Millionen Jahre alt ist ……  Dazu gibt es Informationstafeln, welche alles Wissenswerte zu der jeweiligen Epoche erklären

Das ganze nennt sich “Trail of Time” und lohnt sich, auch wenn es viel zu laufen ist

Während wir den Trail entlang gingen, senkte sich mehr und mehr die Sonne und tauchte den Grand Canyon in ein schönes, warmes Licht

Man wird schon ein wenig ehrfürchtig, wenn man so einen Stein berührt

1.130 Millionen Jahre alt!!! So richtig zu erfassen ist das nicht ……

Nicht immer führte der Weg direkt an der Kante entlang

Es gibt keine Absperrungen, mit kleineren Kindern wäre ich diesen Trail definitiv nicht gegangen (oder hätte unsere Hände aneinander geklebt und getackert….)

Wir hatten eine kleine Regelung bei diesen Teilabschnitten direkt an der Kante, die hieß: Links laufen!

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Ohne Worte …..

Von den Lodges aus fuhren wir mit dem Shuttle zurück zum Parkplatz und von dort fuhren wir zum Campground.

Ich hatte schon vor Monaten einen Platz auf dem Mather Campground reserviert. Die Plätze auf dem toll gelegenen Wald-Campground sind mitunter sehr schnell ausgebucht und das war einer der ersten Campgrounds, welche ich reservierte. Kosten für die Nacht: Knapp 20 $
Die großzügigen Stellplätze liegen schön im Wald, haben Picknicktische und eine Feuerstelle,  jedoch gibt es keinen Wasser- und keinen Stromanschluss

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Link: https://www.nps.gov/grca/planyourvisit/cg-sr.htm#CP_JUMP_1954262

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Unglaublich ….. wir hatten so einen langen Tag hinter uns. Gegen 7 Uhr sind die Kinder aufgestanden, wir haben eine spannende Tour mit einem Navajo durchs Monument Valley unternommen, sind knapp 300 Kilometer gefahren und dann noch knapp 5 Kilometer gelaufen – und die Kinder hatten immer noch gute Laune. Ich dagegen war doch ziemlich müde und freute mich auf einen ruhigen Abend auf dem Campground.

Der Bus fuhr die Stationen ab – und dann kreuzten tatsächlich 2 riesen große Hirsche (=Elk) gemütlich die Strasse und verschwanden im anliegenden Wäldchen.

Meine Kamera war schon eingepackt, bis ich sie bereit hatte, waren sie schon fast im Wald verschwunden.

Suchbild: Finde den Elk …..

Das sind schon majestätische Tiere!!!

Am Campground angekommen war mein Stellplatz ja bereits reserviert und Dank des Plans auch schnell gefunden.

Es war kühl geworden.

Nach dem Abendbrot habe ich noch ein Lagerfeuer gemacht und als Desert gab es wieder leckere Marshmallows.

Am späteren Abend haben wir noch eine Weile am Lagerfeuer gesessen, Lieder gesungen und den Tag ausklingen lassen.

Das Camper-Leben gefiel uns mehr und mehr. Ich vermisse es sogar …… Meinem Sohn fand den Urlaub im Wohnmobil sogar so toll, dass er ja nun auf ein eigenes Wohnmobil spart. Aktueller Stand seiner Spardose: 6,57 €. Letzte Woche wollte er sogar kein Eis, damit er das Geld in die Spardose stecken kann.

Als wir dann am warmen Lagerfeuer saßen, kam selbst bei den Kindern die Müdigkeit durch ……

Wir löschten das Lagerfeuer und kuschelten uns in unsere Betten.

Was für ein Tag, so viele Impressionen ….. so ganz konnte ich das alles noch nicht glauben. Was wir in den letzten 2 Wochen schon alles erlebt und gesehen haben.

Vor allem heute….. Die Tour im Monument Valley am Vormittag, der Grand Canyon am Nachmittag …… so ganz kann ich das alles nicht begreifen, es sind so viele tolle und unvergessliche Eindrücke …..  Und obwohl ich eigentlich sehr müde war, dauerte es etwas, bis ich einschlief

Gute Nacht zusammen!!!

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…….Zzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz………..

😉

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Guten Morgen vom Mather Campground!

Die Nacht war wieder sehr kalt, daher begann der Tag traditionell mit warm-kuscheln vor dem Heizlüfter.

Jetzt gibts ein paar Fotos von unserem Stellplatz, gestern Abend war es schon zu dunkel zum fotografieren

Wir hatten einen Stellplatz, wo man durchfahren konnte. Mittig sieht man den Picknicktisch, daneben ist die Feuerstelle.

Um uns herum viel Grün. Und direkt am Campground hielt auch der Shuttle-Bus.

So haben unsere Nachbarn gegenüber den Stellplatz verlassen….. Unmöglich ….. Fahren zum Grand Canyon, um dieses Wunder der Natur zu bestaunen und hinterlassen dann so eine Müllhalde…..

Ich hoffe, deren Stellplatznummer war auf sie registriert und sie haben dafür ihre Strafe bekommen …….

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Für uns ging es heute nochmals direkt zum Grand Canyon. Mit dem Shuttle wollten wir den West-Rim-Drive entlang fahren – bis zur Endhaltestelle Hermits Rest.

Hier gibt es einen Link zu der Infoseite der Shuttle-Busse mit allen aktuellen Infos und einer Karte zum downloaden:

https://www.nps.gov/grca/planyourvisit/shuttle-buses.htm

Es war sehr frisch und die Sonne wollte sich auch nicht zeigen.

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Impressionen von unserer Tour entlang des West-Rim-Drive:

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HD-Video:

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Die verschiedenen Gesteinsschichten ließen sich sehr gut erkennen

Der Colorado – River schimmerte in einem tollen Türkis-Ton.

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Hermits Rest ist die letzte Haltestelle vom West-Rim-Shuttle-Drive  und auch der westlichste Punkt der Shuttle Touren vom Grand Canyon Village aus.

Beim Hermits Rest gibt es Toiletten, einen Souvenirshop und eine kleine Snackbar.

Wir kauften dort heissen Kakao, denn es war sehr frisch und wir wollten uns so von innen aufwärmen

In dem alten Gebäude befindet sich die Snackbar und der Souvenirshop

Heisser Kakao und eine unglaubliche Aussicht auf den Grand Canyon

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 😉

Mit dem Shuttle ging es dann zurück zum Wohnmobil.

Während der Busfahrt bekamen wir noch ein paar Blicke auf den Grand Canyon

Tschüss Grand Canyon! Hoffentlich sehen wir uns irgendwann mal wieder !!!

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In dem Supermarkt kauften wir noch ein paar Kleinigkeiten für die Fahrt heute ein – und dann ging es weiter auf unserer Rundreise.

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Übrigens: Im Supermarkt gibt es sehr “originelle” Mitbringsel vom Grand Canyon

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Nächstes Ziel: Flagstaff!

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USA - Roadtrip an der Westküste

 

 

 

 

 

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