Der Zion – Nationalpark

Bei der Planung für unseren Roadtrip stellte ich – so wie viele andere bei der Planung auch – bald fest: Alles geht nicht.

Fest auf meiner Wunschliste standen neben dem Grand Canyon, dem Valley of Fire und vor allem dem Monument Valley aber auch der Bryce Canyon und der Zion Nationalpark.

Aber: Zion UND Bryce würde nicht klappen, ich musste mich also für einen der beiden Parks entscheiden,…. eine schwierige Entscheidung und nachdem ich zahlreiche Reiseblogs gelesen habe, entschied ich mich für den Bryce Canyon und wollte den Zion lediglich durchfahren.

Soviel vorweg: Diese Entscheidung war definitiv falsch,….. Nicht, weil der Bryce nicht schön ist – der Bryce Canyon ist atemberaubend! Aber der Zion hat es mir angetan, obwohl wir nur durchgefahren sind ….

Noch ein Punkt mehr auf meiner Wunschliste, falls ich irgendwann noch einmal an die Westküste reisen sollte 🙂

Gegen Mittag fuhren wir vom Valley Of Fire aus los Richtung Zion Nationalpark.

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Unsere Route:

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230 km lagen nun vor uns – ein Teil davon sollte durch den schönen Zion-Nationalpark führen.

Als Campground haben wir einen Platz hinter dem Zion gewählt, zwischen dem Zion und dem Bryce Canyon.

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Link zum Campground:

http://zionrv.com/

Home

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Family Dollar ist eine Supermarktkette. Die Läden sind eher klein und erinnern mich etwas an die in Deutschland bekannte Postenbörse / Sonderposten in Kombination mit einem kleinen Supermarkt. Trotzdem kaufe ich dort weitaus lieber ein als beim Walmart, nicht zuletzt, weil die Preise im FD etwas günstiger sind.
Mit dem Camper fand ich immer ohne Probleme einen Parkplatz.

Typische Ortsdurchfahrt

Tolle Häuser standen in den kleinen Ortschaften, welche wir durchfuhren

Und dann war sie wieder da: Diese gefühlt unendliche Weite. Karge Landschaften und endlos geradeaus verlaufende Strassen – so etwas liebe ich !!

Eine Oase mit Golfplatz mitten im nichts

Gestartet sind wir am Morgen in Las Vegas = Nevada. Der Weg zum Zion, welcher in Utah liegt,  führt ein kurzes Stück durch Arizona.

Wir nähern uns den Bergen

…. und sind schon bald mitten drin!

Das ist mindestens ebenso imposant wie die weiten Landschaften zuvor

Wow!

Utah!  Für meine Kinder schon der 5. US-Bundesstaat, welchen sie bereisen. Bei mir ist es Nr. 7. Das ist noch sowas von ausbaufähig 😉

Das Fahren auf solchen Strecken macht unendlich viel Spaß!!!

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Die Tunnel-Warn-Schilder kündigen es rechtzeitig an: Wir nähern uns dem Zion

Denn möchte man durch den Zion durchfahren, führt der Weg durch einen kleinen Tunnel – daher gibt es vorher Informationsschilder, welche Maße das Fahrzeug maximal haben darf.

Mit unserem C25 Camper konnten wir problemlos passieren.

Wir erreichen den Zion am späten Nachmittag

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An dieser Stelle möchte ich euch den Annual Pass erklären:

Plant man auf seiner USA-Reise den Besuch von mehreren Nationalparks, lohnt sich in den meisten Fällen der Kauf von einem Nationalpark-Pass.

Jeder Nationalpark kostet Eintritt, der Zion als Beispiel würde 30 USD kosten.

Der Pass kostet zur Zeit 80 USD (Stand April 2017) und berechtigt den Eintritt zu den Nationalparks, welche von folgenden Institutionen verwaltet werden:

– Federal Recreation Lands (Recreation.gov)
– USDA Forest Service
– Bureau of Landmanagement (BLM Gebiete)
– National Parks Service (National Parks / National Monuments)
–  Fish and Wildlife Service

Eintritt berechtigt dieser Pass  dem Passinhaber mit seinem Fahrzeug und allen weiteren Mitreisenden in diesem Fahrzeug.
Kaufen kann man diesen Pass in allen Nationalparks, welche von den o.g. Institutionen verwaltet werden, entweder direkt beim Eingang oder beim Visitor Center.
Ab Kauf ist er 1 jahr gültig. Er ist nicht übertragbar. Auf der Rückseite muss der Pass unterschrieben werden.
Das Geld aus dem Verkauf der Pässe kommt den Nationalparks zu Gute.
Zwar kann man den Pass auch online kaufen, jedoch fallen dann zum einen Versandgebühren an, zum anderen ist der Pass ab Kaufdatum 1 Jahr gültig.
Es gibt Ausnahmen, wo der Pass nicht anerkannt wird. Das Valley of Fire gehört z.B. dazu, ausserdem alle von Indianern verwalteten Parks wie zum Beispiel das Monument Valley.

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Infoseite:

https://www.nps.gov/planyourvisit/passes.htm

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Der knapp 580 qm große Zion Nationalpark liegt im Süd-westen von Utah an der Grenze zu Arizona. Seit 1919 ist er offiziell ein Nationalpark.
Das Wort “Zion” kommt aus dem hebräischen und bedeutet so etwas wie “Zufluchtsort” oder “Heiligtum”, welches häufig von den mormonischen Siedlern in Utah benutzt wurde.
Durch den Park ziehen sich mehrere Schluchten und Canyons, letztere sind aus 170 Millionen Jahre alten Sandstein entstanden.

240 km Wanderweg bietet der Zion Nationalpark, ausserdem kann man dort an vielen Stellen Klettern oder aber den Park im Pferdesattel erkunden.

Man sieht insgesamt 9 verschiedene Gesteinsschichten, welche zu einer riesigen Gesteinsformation gehören (The Grand Staircase). Diese erstreckt sich vom Bryce Canyon bis hin zum Grand Canyon und spiegelt über 150 Millionen Jahre Erdgeschichte wieder (Was im Grand Canyon sehr anschaulich dargestellt wird)

Immer wieder kommt es zu Bränden in den Waldgebieten vom Zion Nationalpark. Diese sind inzwischen jedoch ein fester Bestandteil von dem Ökosystem in dem Gebiet.
Grund: Zum einen verhindern kleinere Brände, dass sich größere Mengen an schnell brennbarem Material ansammelt, was wiederum zu einem Großbrand führen könnte, zum anderen dient die Asche teilweise als Dünger. Die gesunden Pflanzen überstehen die kleineren Brände meistens komplett schadlos. Aus dem Grund werden Brände nicht mehr wie früher sofort ausnahmslos gelöscht, sondern zunächst beobachtet. Gelegentlich werden auch kleine Feuer kontrolliert durch die Ranger gelegt.

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Im Zion – Nationalpark gibt es einen Shuttle-Service.

Der Zion Canyon Scenic Drive von März bis Oktober für den öffentlichen Straßenverkehr gesperrt. Die wichtigsten Punkte werden aber regelmäßig von einem kostenlosen Shuttle angefahren. Ausnahme: Gäste von der Unterkunft “Zion Lodge” dürfen mit dem Auto bis zum Hotel fahren. 

Durchfahren kann man den Zion ganzjährig.

Hier gibt es alle wichtigen Infos zum Shuttle- System (Karten, Abfahrtzeiten usw)

https://www.nps.gov/zion/planyourvisit/shuttle-system.htm

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Karte vom Zion Nationalpark:

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Wie funktioniert das mit dem Tunnel im Zion – Nationalpark?

Es gibt nur drei Zufahrtsstrassen in den Zion Nationalpark.
Von Osten her ist die Zufahrt nur durch den Mt. Carmel Tunnel möglich.
Dieser ist jedoch nicht sehr breit, daher müssen Fahrzeuge, welche breiter als 2,38 m oder höher als 3,45 m sind, gesondert durch den Tunnel geführt werden. Dafür wird die Gegenfahrbahn im Tunnel gesperrt und der Tunnel kurz zur Einbahnstraße umfunktioniert. Ranger regeln dies von beiden Seiten des Tunnels aus. Dies kostet für die entsprechenden Fahrzeuge eine Gebühr von 15 USD.

Fahrzeuge, die höher sind als 3,98 m oder länger sind als 12,19 m oder aber mehr als 22,6 t wiegen, dürfen den Tunnel nicht passieren.
Diese Fahrzeuge können den Park nur über den Nord-Eingang erreichen.

Man bezahlt diese 15 USD am Parkeingang, dort, wo man auch den Eintritt zahlt oder den Pass vorzeigt. In die Windschutzscheibe wird dann die Quittung geklebt.

Ich hatte vor der Durchfahrt wirklich etwas Sorge, immerhin hat so ein Wohnmobil ganz stattliche Maße und ich hatte Angst, das Dach von dem Camper beim durchfahren zu beschädigen.

Als wir dann soweit waren, bemerkte ich schon nach den ersten Metern, dass diese Sorge unbegründet war. Ich hatte noch ausreichend Platz und konnte bequem den Tunnel durchfahren.

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Geplant hatte ich einen Spaziergang zu einem schönen Aussichtspunkt.In diversen Reiseberichten las ich, dass man diesen Trail auch mit Kindern ohne Probleme entlang laufen kann.

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Der Parkplatz ist direkt hinter dem Tunnel.

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Aber: Es war später Nachmittag, der Parkplatz war voll. Er ist ohnehin nicht so groß und selbst mit Mietwagen hätten wir keinen Parkplatz mehr bekommen.

Der Shuttle hält hier leider auch nicht.

Also blieb uns keine Wahl und wir fuhren weiter, hielten aber an mehreren Stellen an (es gibt immer wieder Parkplätze und Parkbuchten) und schauten uns den Zion Nationalpark an.

Die Sonne verwöhnte uns heute und ließ die Farben der Berge noch mehr strahlen!

Ein weiterer Tunnel, allerdings größer als der kostenpflichtige Tunnel

Wir hielten immer wieder an, Parkmöglichkeiten gab es reichlich.

  

Sonnenschein und blauer Himmel – Endlich mal richtig tolles Wetter heute!!!

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Kurzes Video, um die Geräuschkulisse zu “zeigen” :

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Tolle Kulisse für einen kleinen Snack, bevor es weiter geht

Ich war geflasht von dieser Landschaft!

Und wäre gerne noch länger geblieben ….. und die Kinder auch. Wir wären gerne hier gewandert oder hätten uns mit dem Shuttle den Rest vom Zion angesehen. Aber ich hatte mich bei der Planung gegen den Zion zugunsten des Bryce entschieden,…..

Wir fuhren zum Campground, welcher ausserhalb des Nationalparks liegt.

Die Anmeldung erfolgt gegenüber von der Einfahrt zum Campground. Wir bekamen einen Stellplatz direkt am Hang.

Nach dem einparken sprangen die Kinder aus dem Wohnmobil und fingen an, alles anzuschliessen. “Mama, du fährst schon die ganze Zeit, jetzt sind wir mal dran!”
Einer war für Strom zuständig, einer für Wasser und mein Sohn hat den Schlauch fürs Dumpen angeschlossen und auch direkt die beiden Tanks leer gemacht. Und ich? Habe mir das angesehen und gestaunt. Was hatte ich mir der Reise Sorgen gemacht, dass ich die ganzen Anschlüsse nicht hinbekommen würde….. Und nun sah ich (stolz) meinen Kindern zu, wie sie das alleine hinbekamen und richtig Spaß dabei hatten!

Nach wenigen Minuten:

Fertig!

Unser Stellplatz.  Neben uns stand ein kleinerer Cruise America, müsste der C22 sein.

Wir erkundeten kurz den Campground, aber dann rief eine ganz lästige Alltagspflicht: Wäsche,….

Auf dem Campground gab es einen Waschsalon.

Wir packten unsere Wäsche zusammen und für 8x einen Quarter Dollar konnten wir waschen und nochmals die gleiche Summe auch direkt trocknen.

Die Wartezeit von insgesamt 1 Stunde vertrieben wir uns u.a. mit spielen

Für die Wäsche hatten wir ja inzwischen unser eigenes System. Einer holt die Wäsche raus, einer faltet die Handtücher, der nächste alles andere und Nr. 4 in dieser Kette packt alles ordentlich in den Wäschekoffer.

Das klappte inzwischen richtig gut, so gut, dass ich dieses System in etwas abgewandter Form zu Hause fortgeführt habe.

Zurück im Wohnmobil war es Zeit fürs Abendessen. Die Kinder durften sich das Abendessen aussuchen: Es gab:  Nudeln.  …..  Wer meine anderen Berichte gelesen hat, wird nun vermutlich schmunzeln ……
Wozu hatte ich überhaupt Kartoffeln gekauft? Wir bauen zu Hause selber auch Kartoffeln an, die Kinder sind ganz verrückt danach – aber in Amerika wünschten sie sich jeden Abend Nudeln,…..
Ich beugte mich meinem “Schicksal” ( 😉 )  und es gab zum gefühlt 100. mal in Folge zum Abendessen Nudeln mit Tomatensoße und dazu Mais, frische Tomate und Gurke,….
Morgen gibts aber Kartoffeln! Basta!

Die Nacht war kühl und am nächsten Morgen war es zwar sonnig, aber frisch.

Geplant war eigentlich direkt zum Bryce zu fahren …. aber ganz spontan disponierte ich morgens beim Frühstück etwas um: Ich wollte noch einmal versuchen, ob wir nicht jetzt Glück hatten und zum Canyon Overlook könnten. Extra dafür machten wir uns früh auf dem Weg, aber als wir am Parkeingang die Warteschlange sah, wusste ich schon, dass das wohl wieder nicht klappen würde,…..

Und richtig, sämtliche geeigneten Parkplätze waren voll,….. schade 🙁   …… Wieder ein Punkt mehr für den nächsten Besuch, irgendwann …..

Aber nun hatte ich erst einmal ein ganz anderes Problem, ich stand nämlich in dem kleinen Stau vor dem Tunnel, aber wollte nicht durch den Tunnel durchfahren, also musste ich mit dem Wohnmobil auf der Strasse wenden ….. ups,…..

Die Maße von dem Camper hatte ich inzwischen gut im Gefühl, trotzdem schickte ich die Kinder raus mit dem Auftrag, STOP zu rufen, falls ich drohte irgendwo vorzufahren.

Auch ein anderer Besucher half mir beim rangieren. Das ganze war gar kein Problem, ca 689x vor und zurück und schon stand ich wieder in der passenden Fahrtrichtung 😉 .
Nein, so schlimm war es nicht, es ging sogar überraschend schnell.
Das Wohnmobil ist für seine Größe erstaunlich wendig und nach ein paar Zügen stand ich passend auf der anderen Strassenseite. Der andere Besucher meinte noch, ich könnte toll Wohnmobil fahren (Hach, soetwas hört man gerne) und dann ging es noch einmal durch den Zion zurück Richtung Bryce Canyon.

Ein Nest von Gespinstmotten – soetwas hatten die Kinder auch noch nie gesehen und dachten erst, das wäre ein riesiges Spinnennest.

Ich finde es sehr erstaunlich, wie Bäume auf diesen Felsen wachsen können!

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Ach Zion, gerne wären wir länger geblieben.

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Ein Teil von meinem Herz habe ich in San Francisco verloren  – und ein weiteren Teil hier im Zion.

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Diese Natur hier ist unbeschreiblich schön. Kein Foto und kein Video kann das Gefühl wiedergeben, wenn man dort steht, inmitten dieser grandiosen Landschaft!

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Sollte es ein nächstes mal geben, würden wir definitiv hier länger bleiben und ein paar Wanderungen unternehmen!

Danke an alle, dass ihr wieder mit dabei ward!!! 😀 

Über eure Kommentare freue ich mich immer sehr! Da macht das Berichte schreiben gleich doppelt so viel Freude

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Unser nächstes Ziel ist der Bryce Canyon!

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USA - Roadtrip an der Westküste

 

 

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