Das “Schneewittchendorf” Bergfreiheit in Hessen

 

Auf dem Weg nach Rothenburg o.d.T. machten wir einen kurzen (!) Zwischenstop in dem Ort Bergfreiheit in der Nähe von Kassel

 

 

Link für weitere Infos zu dem Ort Bergfreiheit:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bergfreiheit_(Bad_Wildungen)


 

Schneewittchen kennen wir alle.
Aber wusstet ihr, dass dieses Märchen (so wie viele andere Märchen auch) auf eine wahre Geschichte beruht?

Die Gebrüder Grimm reisten durch die Gegend, um sich Geschichten erzählen zu lassen, welche sie zu ihren Märchen inspirierte.

Auch in der Region bei Kassel waren sie öfters unterwegs.

 

Ich werde sie euch jetzt hier kurz erzählen, die wahre Geschichte vom Schneewittchen.

Es war einmal vor langer Zeit in Waldeck in der Nähe von Kassel

…. wir schreiben das Jahr 1533. Graf Phillip IV. bekommt sein 6. Kind, seine 2. Tochter.
Ihr Name: Margaretha von Waldeck ….

Ihre Mutter ist Margarethe von Ostfriesland, welche leider 4 Jahre nach der Geburt ihrer Tochter stirbt.

2 Jahre später bekam sie eine sehr strenge Stiefmutter, Katharina von Hatzfeld.

Margarethe von Waldeck soll aussergewöhnlich schön gewesen sein.

Das kommt einen doch schon alles sehr vertraut vor, oder?

Margaretha war ungefähr 16 Jahre alt, als ihr Vater sie an den Hof von Maria von Kastilien ins heutige Brüssel schickte. Sie war die Schwester von Karl V. Der Vater erhoffte sich eine standesgemäße Heirat.

Die politischen Hintergründe lasse ich mal etwas aussen vor, es ging da u.a. auch noch um den hessischen Landgrafen Phillip, welcher von Karl V. gefangen gehalten wurde usw und auch die Tatsache, dass sich gleich mehrere höhere Herren um Margarethe bemühten.

Margaretha reiste über das Siebengebirge – “Die 7 Berge”

Sie starb im Alter von grad mal 21 Jahren am 15. März 1554. Es fanden sich offensichtlich Hinweise, dass sie vergiftet wurde, vermutlich mit Arsen. Die Gründe liegen wohl darin, dass eine Hochzeit drohte, welche im politischen Sinne nicht standesgemäß gewesen wäre. Mit Arsen zu vergiften war früher üblich, … ein langsamer, schleichender Tod ….

 

Und die Zwerge?

Das ist auch näher an der Realität, als man es zunächst vermuten mag, wenn auch mit traurigen Hintergrund:

Die Gänge in den Bergwerken waren eng und klein. Daher wurde oft schon Kinder für die Arbeiten eingesetzt.

Aus Lohnabrechnungen aus dem Jahr 1586 weiß man heute, dass auch in dem Bergwerk in dem südlich von Waldeck gelegenen Ort Bergfreiheit Kinder eingesetzt wurden.

Durch die fehlende Sonne entwickelten sich die Knochen nicht richtig. Die Brust und Schulter wurden aufgrund der Belastung kräftig und stark, die Beine blieben klein.

Die Kinder wuchsen nicht richtig, blieben klein, alterten aber schneller. Während sie kaum größer als Kinder wurden, sahen sie im Gesicht aus wie kleine Greise.

Der Wohnort der “7 Zwerge” soll Bergfreiheit gewesen sein, daher nennt sich der Ort heute Schneewittchendorf.

 

Aber die Zipfelmützen, das ist doch ein Märchen, oder?!

Nein, auch das hat einen wahren Ursprung, denn die Bergleute früher hatten keine Helme. Sie stopften Mützen mit Moos oder Stroh aus, diese Mützen sahen oft aus wie Zipfelmützen.

 

In dem Ort Bergfreiheit findet jedes Jahr auf der Freilichtbühne die Aufführung des Märchens statt.

 

Info:

Link zur Website des Ortes:

http://schneewittchendorf.com/s-direkt.htm

 

Wir hatten nicht viel Zeit, da wir nur auf der Durchreise waren. Daher haben wir uns auf den Besuch von dem Bergwerk beschränkt, natürlich nicht ohne den obligatorischen Besuch der Statuen in der Dorfmitte.

 

Schneewittchendorf - (9)

 

Schneewittchendorf - (4)

 

 

Wir fuhren noch kurz am Schneewittchenhaus vorbei, aber es hatte geschlossen.
Link zum Schneewittchenhaus: http://schneewittchendorf.com/schneeb1.htm

 

 

Schneewittchendorf - (10)

 

Schneewittchendorf - (19)

 

 

Kurz vor Beginn der Führung erreichten wir das Bergwerk Bertsch in Bergfreiheit.

Hier wurden damals (Beginn um 1550) Kupfererze abgebaut.

Den Kindern erzählte ich natürlich, dass hier die 7 Zwerge gearbeitet haben – und sie konnten es nicht abwarten, sich das Bergwerk von innen anzusehen.

 

Hier gibt es detaillierte Infos zum Bergwerk:

http://schneewittchendorf.com/b-direkt.htm

 

Öffnungszeiten:

1.April bis 31.Oktober:
Mittwoch bis Sonntag von 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr

 

Preise:

Erw. 3,50 €
Kinder bis 14 J. 2,-€
Gruppen 2,50 €

 

 

Schneewittchendorf - (12)

 

Schneewittchendorf - (11)

 

Für jeden Besucher gibt es eine Schutzjacke und einen Schutzhelm.

Die Kinderjacken waren leider irgendwie vergriffen,….

 

Schneewittchendorf - (13)

 

Und dann ging es ca 1 Std lang durch die teilweise engen Gänge des Bergwerkes.

Vom Laufen her war das alles nicht schwierig; trotz meiner Prellung und meines Muskelfaserrisses war es kein Problem, nur die eine lange Treppe war schwierig.

Die Führung war toll, der Mann, welcher die Führung leitete, gestaltete die Führung für Erwachsene und Kinder gleichermaßen interessant, eine besondere Eigenschaft, die leider nicht immer alle so hinbekommen.

 

Schneewittchendorf - (14)

 

Schneewittchendorf - (15)

 

Schneewittchendorf - (16)

Hier kann man sehen, wie durchzogen das Bergwerk von kleinen Gängen ist

 

 

Schneewittchendorf - (17)

Das ist Jana in einem Nebengang- daran erkennt man, wie klein die Stollen früher waren.
Die Gänge für die Besucher waren aber größer, krabbeln musste von uns niemand.

 

Schneewittchendorf - (20)

Viele verschiedene Gesteinsarten zeichnen sich in bunten Farben ab

Schneewittchendorf - (22)

Die typischen Beleuchtungen früher. Hell und irgendwie doch nicht ….

 

Schneewittchendorf - (18)

Die Kinder durften auch mal etwas ausprobieren, wie hier zum Beispiel.

 

Nach 1 Std waren wir wieder draussen und man hätte noch viel im Kellerwald entdecken können, aber wir mussten weiter…

 

…..  zu unserem 1. Etappenziel: Rothenburg o.d.T.  ( Den Bericht gibt s zum Wochenende! )

 

Fazit:

Eine spannende Entdeckungstour in das Bergwerk hinein. Sicherlich nicht zu vergleichen mit den großen, bekannten Berkwerken wie z.B. das Salzbergwerk in Berchtesgaden, aber man bekommt schon einen guten Eindruck, wie die Arbeiten damals abgelaufen sein müssen. Für die Kinder war es allemal spannend, zumal sie auch mal etwas ausprobieren durften und immer wieder erinnerten sie uns Erwachsene daran, dass hier auch die 7 Zwerge gearbeitet haben. 
Sie haben abends direkt ihren Papa angerufen, um ihm von diesem tollen Erlebnis zu erzählen!

 

 

 

 

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